28.01.

:1 - BVB feiert ersten Heimsieg gegen Hoffenheim -
Großkreutz und zweimal Kagawa treffen
 
Borussia Dortmund feiert den ersten Bundesliga-Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim! Am 19. Spieltag schlug der BVB nach überlegen geführter Partie die Kraichgauer mit 3:1 (2:0) und festigte den zweiten Tabellenplatz hinter Bayern München, das nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Schwarzgelben rangiert.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.500 Zuschauern im SIGNAL IDUNA PARK war Borussia Dortmund den Gäste hoch überlegen und führte zur Pause durch Treffer von Kagawa (16.) und Großkreutz (31.) verdient mit 2:0. Ein traumhaftes Zusammenspiel der beiden Torschützen kurz nach dem Seitenwechsel krönte Kagawa mit dem Treffer zum 3:0 (55.). Johnson gelang in der 63. Minute noch der Ehrentreffer für die Gäste.

Ausgangslage:
Der Tabellenzweite traf auf den Achten. 14 Punkte trennten den Deutschen Meister vom Vorjahres-Elften. Doch das war im direkten Vergleich ohne Aussagekraft: In der Meistersaison war der BVB nur gegen Hoffenheim sieglos geblieben (ein Remis, eine Niederlage) und hatte bislang noch kein Heimspiel gegen die TSG gewinnen können (drei Unentschieden).

Personalien:
Von den Stammspielern fehlte lediglich Götze, Santana stand für Owomoyela wieder im Kader, Weidenfeller konnte ins Tor zurückkehren. Ansonsten vertraute BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp dem gleichen Personal, das in der Vorwoche mit einem 5:1-Sieg beim Hamburger SV fulminant in die Rückrunde gestartet war. Hoffenheim reiste ohne Compper, Ibertsberger, Jaissle und den gesperrten Vorsah an. Ibisevic (fünf Tore in fünf Spielen gegen den BVB) war nach Stuttgart gewechselt.

Taktik:
Borussia spielte im bewährten 4-2-3-1 System. Hoffenheim trat in einer 4-1-4-1-Grundordnung an, wobei die Übergänge zu einem 4-3-3 jedoch fließend waren. Die Gäste agierten viel defensiver als die Borussen. Bei schwarzgelbem Ballbesitz stand die TSG mit sieben Mann tief in der eigenen Hälfte.

Spielverlauf & Analyse:
Borussia Dortmund dominierte die Anfangsphase, kombinierte gefällig, setzte die Gäste früh unter Druck und kam zu hochkarätigen Möglichkeiten. Nach tollem Zusammenspiel mit Großkreutz wurde Lewandowski beim Abschluss von Hoffenheims Abwehr noch gestört (2.). Kapitän Kehl probierte es in der gleichen Minute von der Strafraumgrenze, setzte den Ball aber über das Tor.

Das Spiel entwickelte sich kurzzeitig zu einem Privatduell zwischen Hoffenheims gutem Torwart Starke und Dortmunds Lewandowski. Einen platzierten Kopfball des Torjägers nach butterweicher Flanke von Kuba konnte der Gästetorwart über die Querlatte lenken (5.). Auch den beiden vielversprechenden Versuchen von Lewandowski in der 8. Minute stand Starke im Weg.

Borussia zwang die Gäste zu Fehlern. Nach einem Zuspiel des eigenen Torwarts vertändelte Rudy im Mittelfeld den Ball an Kehl, der direkt zu Kagawa durchsteckte. Der Japaner zog mit Tempo an der halben Hoffenheimer Abwehr vorbei und ließ mit seinem platzierten Abschluss Starke dieses Mal keine Chance - 1:0 (16.)! Mit seinem fünften Saisontor bescherte Kagawa dem BVB die hochverdiente Führung.

Zwei Minuten nach der Führung hatte Bender den nächsten Treffer auf dem Fuß, doch Starke bekam die Fingerspitzen noch an den Ball. Hoffenheim konnte dem Dortmunder Hochgeschwindigkeitsfußball bis auf einen Freistoß von Salihovic (29.) und ein Solo von Babel (34.), die Weidenfeller beide parieren konnte, nichts entgegensetzen.

Im Gegenteil: Die Borussen ließen den Gegner weiter alt aussehen. Kuba spielte mit Kagawa Doppelpass im Strafraum und flankte den Ball in die Mitte, wo Großkreutz das Leder aus kurzer Distanz zum 2:0 über die Linie drückte (31.).

Kurz vor dem Seitenwechsel konnte Großkreutz das Leder erneut im Hoffenheimer Tor unterbringen, hatte aber beim Zuspiel von Schmelzer knapp im Abseits gestanden. Der Treffer zählte nicht.

Im zweiten Durchgang setzte der BVB seinen Kurs nahtlos fort und spielte mit tollen Kombinationen den Gegner weiter schwindelig. Kagawa nutzte einen Stockfehler der Hoffenheimer Abwehr zum nächsten Angriff. Sein Zuspiel legte Großkreutz mit der Hacke im Strafraum direkt wieder auf den Japaner zurück. Auch diese Chance ließ sich Kagawa nicht nehmen und versenkte den Ball vor den Augen der Südtribüne aus 12 Metern zum 3:0 im Netz (55.).

Wie aus dem Nichts kam Hoffenheim wieder heran. Die Kraichgauer nutzten die erste Unaufmerksamkeit der Dortmunder Defensive, als Braafheid von links in den Strafraum flankte und Johnson weitgehend unbehindert zum 3:1 einnetzte (63.). Weidenfeller war beim Gegentor ohne Abwehrchance.

Doch Hoffenheim blieb trotz des Anschlusstreffers weiterhin blass. Die Borussen machten das Spiel und drängten auf den vierten Treffer. Erneut war es Starke, der sein Team mit einer Parade gegen den heranstürmenden Lewandowski vor Schlimmerem bewahrte (72.). Borussia nahm in der Schlussphase ein wenig das Tempo heraus und spielte die Partie souverän zu Ende. In der letzten Minute war es erneut Starke, der einen Schuss des eingewechselten Barrios mit einem Blitzreflex parierte.

Quelle: www.bvb.de


22.01.
5:1 in Hamburg: traumhafter Start ins neue Jahr!
 
Borussia zieht mit den Bayern gleich! Borussia Dortmund gewann das Rückrunden-Auftaktspiel beim Hamburger SV mit 5:1 (2:0) und zog mit Tabellenführer Bayern München nach Punkten gleich. In einer über weite Strecken einseitigen Partie brillierte der Meister auf schwer bespielbarem Untergrund und feierte einen traumhaften Start ins neue Fußball-Jahr.
 
Aus Hamburg berichten
Boris Rupert und Dennis Julian-Gottschlich


57.000 Zuschauer in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Imtech-Arena sahen eine beeindruckende Vorstellung des Deutschen Meisters, der sich Chance um Chance herausspielte und durch Tore von Großkreutz (16.) und Lewandowski (37.) mit einer hochverdienten 2:0-Führung in die Kabine ging. Kuba zog den Gastgebern mit dem 3:0 in der 58. Minute endgültig den Zahn. Per Foulelfmeter (76.) sorgte der Pole für den ersten Dortmunder Auswärtssieg an der Elbe seit fast sechs Jahren, Lewandowski erhöhte sogar auf 5:0 (83.). Guerrero gelang sieben Minuten vor dem Abpfiff der Ehrentreffer.

Ausgangslage:

Die beiden in der Liga am längsten ungeschlagenen Teams trafen direkt aufeinander. Die HSV-Serie von neun Spielen hintereinander ohne Niederlage (drei Siege, sechs Remis) wurde nur vom BVB (elf Spiele ohne Niederlage; davon acht Siege, drei Remis) überboten. Das zweitbeste Auswärtsteam gastierte beim Zwölften der Heimtabelle. Der BVB hatte auswärts (15) fünf Punkte mehr gesammelt als der HSV (10) im eigenen Stadion. Nur gegen Hoffenheim und Nürnberg konnten die Hamburger bislang dreifach punkten. Im direkten Vergleich hatten die Schwarzgelben nur eines der letzten sechs Duelle mit den Rothosen verloren.

Personalien:
Ohne Weidenfeller, Götze und Santana mussten die Borussen auskommen. Der wiedergenesene Langerak konnte sich nach nur drei Trainingseinheiten mit der Mannschaft zwischen die Pfosten stellen. Im offensiven Mittelfeld spielte Kuba für Götze. Subotic feierte nach über zwei Monaten Verletzungspause sein Comeback (für Santana). Piszczek hatte seine muskulären Probleme weitgehend überwunden und konnte spielen. Beim HSV fehlten Ilicevic, Skjelbred, Töre und Berg. Der angeschlagene Petric saß zumindest auf der Bank.

Taktik:
Beide Mannschaften begegneten sich aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, allerdings mit Besonderheiten: Mit Tesche besetzte ein eher defensiv orientierter Akteur die "10" beim HSV, um Hummels bei seinen Vorstößen oder Aufbaupässen frühzeitig unter Druck zu setzen. Die Außen in der offensiven Dreierreihe beim HSV, Lam und insbesondere Jansen auf der linken Seite, rückten bei Ballbesitz nach innen ein, um den Weg frei zu machen für die Außenverteidiger bei ihren Vorstößen. Linksverteidiger Aogo stieß immer wieder mit nach vorn und war aktivster Hamburger. Nach der Pause stellte der HSV auf ein 4-4-2 um: Petric kam für Kacar; Tesche ging zurück ins defensive Mittelfeld.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB kam gut in die Begegnung: Bereits in der zweiten Spielminute legte Kuba von rechts an die Strafraumlinie zu Bender zurück, dessen Schuss aber knapp über den Kasten des HSV flog. Selbiges galt für Kehls Versuch aus 16 Metern eine Minute später, der von einem Abwehrspieler aufs eigene Tornetz abgelenkt wurde. Auch die darauf folgende Ecke barg Gefahr, doch Subotic´ Kopfball aus kurzer Distanz strich knapp über die Latte.

Auch in der Folge behielt der BVB das Heft in der Hand, übte weit in der Hälfte des Gegners Druck auf die Hamburger Defensive aus und kam weiter zu Chancen, weil die HSV-Mittelfeldakteure häufig patzten. Nach schöner Vorarbeit von Kagawa und Kehl kam Lewandowski elf Meter vor dem Tor an den Ball, doch der heran rauschende Westermann konnte im allerletzten Moment klären (13.).

Nur drei Minuten später klingelte es dann aber: Kagawa behielt im Getümmel direkt an der Strafraumlinie die Übersicht, passte auf den freistehenden Großkreutz, der aus halblinker Position auf Höhe des Elfmeterpunktes überlegt an Drobny vorbei zum 1:0 einschob. Es war sein bereits fünfter Saisontreffer.

Im direkten Gegenzug verpasste Guerrero per Kopfball aus vier Metern den Ausgleich um Zentimeter. Auch Tesches Schuss aus gut 20 Metern verfehlte das Tor von Langerak knapp (18.).

Der HSV wirkte durch das Gegentor wacher, attackierte nun früher und kam besonders durch Aogos scharfe Flanken von links zu Möglichkeiten, konnte diese aber nicht in Tore ummünzen. Der BVB blieb in der Imtech-Arena spielbestimmend und verzeichnete in Minute 28 die nächste große Chance, doch Drobny entschärfte Subotic´ Kopfball im letzten Moment. Lewandowskis Tor kurze Zeit später zählte nicht; der Pole hatte sich vorher regelwidrig gegen Kacar durchgesetzt (31.).

Fünf Minuten später aber fiel das hochverdiente 2:0. Lewandowski düpierte auf dem linken Flügel Westermann und Bruma, ließ am Elfmeterpunkt auch noch Aogo aussteigen und erzielte sein 13. Saisontor (37.). Mit diesem Ergebnis zur Pause war der HSV noch gut bedient, denn er war vom BVB phasenweise schwindelig gespielt worden.

Zur zweiten Halbzeit wechselte HSV-Trainer Thorsten Fink den enttäuschenden Kacar aus; für ihn kam Ex-Borusse Petric ins Spiel, um die Hamburger Offensive zu beleben. Dies brachte aber nicht den gewünschten Erfolg, da der BVB nun tiefer stand und aus einer sicheren Defensive heraus auf Konter lauerte. So auch in der 58. Minute, als Borussia nach einer HSV-Ecke blitzschnell umschaltete, den Konter über Großkreutz fuhr. Der legte den Ball in die Mitte, wo Kagawa auf Lewandowski spielte, der den Ball zunächst nicht unter Kontrolle bringen konnte, aber Glück hatte, dass Kuba auf halbrechts an der Strafraumgrenze lauerte, den Ball annahm und trocken aus 16 Metern ins linke untere Eck des HSV-Tores bugsierte - 3:0 für Schwarzgelb.

Kurz darauf setzte sich wiederum Kagawa auf links durch, passte weiter zu Bender im Strafraum, der seinerseits für Lewandowski am Elfmeterpunkt auflegte. Der Pole verzog jedoch unbedrängt (63.), genauso wie Schmelzer per Freistoß aus 25 Metern (69.). Der HSV schien wie gelähmt, brachte nach vorne so gut wie nichts zusammen und musste nach 76 Minuten den nächsten Gegentreffer ertragen. Nach Foul von Diekmeier an Leitner im Strafraum zeigte Wolfgang Stark auf den Punkt, und nach fast genau zwei Jahren - den letzten Bundesliga-Elfmeter hatte Nuri Sahin im Februar 2010 gegen den FC Schalke verwandelt - landete wieder ein BVB-Strafstoß im Kasten. Zunächst wollte Hummels antreten, er überließ die Ausführung dann aber doch Kuba, der Drobny keine Chance ließ und souverän unten links traf und sein zweites Tor markierte.

Der schönste Angriff der Partie führte zum 0:5. Leitner trieb das Leder nach vorn. Kuba ließ auf dem linken Flügel zwei Hamburger aussteigen, passte zurück auf Lewandowski, der am Elfmeterpunkt Doppelpass spielte mit Großkreutz und trocken einschoss (83.). Nach Vorarbeit von Sala gelang Guerrero drei Minuten später der Ehrentreffer für den HSV.

Quelle: www.bvb.de


20.12.

Elfmeter-Drama in Düsseldorf: Borussia
erreicht in Unterzahl das Pokal-Viertelfinale
 
Borussia Dortmund steht erstmals seit vier Jahren wieder im Viertelfinale des DFB-Pokals: Der Deutsche Meister setzte sich im Achtelfinale beim Zweitliga-Tabellenführer Fortuna Düsseldorf nach Elfmeterschießen mit 5:4 (0:0, 0:0, 0:0) durch. Dabei hatte der BVB 90 Minuten lang in Unterzahl agieren müssen. Weidenfeller parierte gegen Bröker, Perisic verwandelte den letzten Elfer.
 
Aus Düsseldorf berichten
Dennis-Julian Gottschlich und Boris Rupert


Durch ein ausgeklügeltes Vorverkaufssystem hatten es die Fortunen geschafft, dass tatsächlich nur etwas mehr als zehn Prozent der Karten an BVB-Fans gingen. Unter den 54.000 Zuschauern waren die Schwarzgelben also nominell deutlich in der Unterzahl - und das nach einer halben Stunde auch auf dem Rasen, als Owomoyela wegen wiederholten Foulspiels die Ampelkarte sah. Doch die Mannschaft kompensierte dies mit einer ungeheuren Laufbereitschaft, allen voran der überragende Großkreutz, zwang die Fortuna in die Verlängerung und schnürte sie dort phasenweise in der eigenen Hälfte ein. Doch der erlösende Treffer wollte nicht fallen. So ging es ins Elfmeterschießen.

Hier verwandelten Jovanovic, Hummels und Langeneke sicher - Kuba auch. Doch Schiedsrichter Gräfe ließ den Schuss wiederholen. Der Pole behielt die Nerven und verwandelte zum 2:2. Dann knallte Lambertz den Ball auf die Tribüne - und durfte noch mal schießen. Im zweiten Versuch traf er. Kehl glich auf, dann parierte Weidenfeller gegen Bröker. Nachdem auch Gündogan und Rösler trafen, schoss Perisic sein Team ins Viertelfinale.

Ausgangslage:
Der Erste der zweiten Liga gegen den Zweiten der ersten Liga. Diese Paarung versprach Spannung, zumal der BVB keines der drei voran gegangenen Pokalspiele in den 70er und 80er Jahren in Düsseldorf hatte gewinnen können. Die Fortuna kassierte am vergangenen Wochenende beim 2:3 gegen Paderborn die erste Heimniederlage der Saison, die Borussia feierte mit dem 4:1 in Freiburg den vierten Auswärtssieg und war dabei im sechsten Spiel hintereinander auf des Gegners Platz unbesiegt geblieben.

Personalien:
Während die Fortuna keinen Akteur aus der Stammelf ersetzen musste, fehlten beim BVB gleich neun Akteure. Nachdem sich Schmelzer am Vormittag wegen muskulärer Beschwerden abgemeldet hatte, blieb Kagawa nach dem Aufwärmen wegen Magenproblemen in der Kabine. Für ihn kam Barrios in die Mannschaft. Außerdem fehlten Götze, Bender, Subotic, Santana, Leitner, Zidan und Koch. Owomoyela rückte für Santana zu Hummels in die Innenverteidigung, Löwe vertrat Schmelzer. Hornschuh, Kringe und Vrancic komplettierten die Bank.

Taktik:
Die Fortuna agierte aus einer 4-1-3-2-Grundordnung heraus, wobei von den beiden Spitzen Rösler den "hängenden Part" übernahm und häufig bis ins Mittelfeld zurück wich. In der Rückwärtsbewegung versuchten die Fortunen, mit elf Mann hinter den Ball zu kommen. Der BVB begann im bekannten 4-2-3-1-System, nach Kagawas kurzfristigem Ausfall mit Lewandowski im Mittelfeld auf der "Zehn". Nach der Ampelkarte gegen Owomoyela in der 34. Minute stellte Klopp auf ein 4-2-2-1 um. Großkreutz ging in die Viererkette, übernahm rechts Piszczeks Part. Der Pole rückte zu Hummels in die Innenverteidigung. Vor Gündogan und Kehl spielten Lewandowski (links) und Kuba auf den offensiven Halbpositionen.

Nach der Pause gab es erneut eine Umstellung: Großkreutz (links) und Hummels bildeten fortan die Innenverteidigung; Piszczek verteidigte wieder außen. Wobei es real hinten fortan eine Dreierkette war: Die beiden Außenverteidiger (Löwe/Piszczek) orientierten sich abwechselnd ins Mittelfeld, um dort die Unterzahl zu kompensieren.

Spielverlauf & Analyse:
Die Stimmung auf den Rängen kochte schon zu Beginn der Partie, kein Wunder, wurde die Partie in Düsseldorf doch als "Spiel des Jahres" angekündigt. Auf dem Platz gab hingegen zunächst der BVB den Takt an und verzeichnete schon nach drei Minuten die erste Chance: Barrios´ Kopfball nach Großkreutz´ Flanke von links stellte Ratajczak im Düsseldorfer Tor allerdings nicht vor Probleme, genauso wie Kubas Kopfball von der rechten Seite fünf Minuten später nach einer schönen Löwe-Flanke. Der BVB blieb die spielbestimmende Mannschaft in der Esprit-Arena, hatte es gegen tief stehende Düsseldorfer aber schwer, einen Weg vor das Tor zu finden. So wurden immer wieder die Außenpositionen mit Piszczek und besonders Löwe auf links bedient, die scharfe Flanken vor das Tor brachten.

Die Fortuna versuchte es ihrerseits immer wieder mit blitzschnellem Umschaltspiel und schnell vorgetragenen Kontern, die die Verteidigung der Schwarzgelben zunächst aber nicht in größere Not brachten. Auf der anderen Seite blieb der BVB gefährlich. Zunächst hielt Ratajczak Kehls Schuss von der Strafraumgrenze (20.), dann drehte er Lewandowskis Distanzschuss aus knapp 30 Metern so gerade noch um den Pfosten (25.). Zwei Minuten später fing der Düsseldorfer Keeper ein feines Kuba-Zuspiel Zentimeter ab, bevor Lewandowski es erreichen konnte ab. Im Gegenzug gab es dann aber für Weidenfeller Gelegenheit sich auszuzeichnen: Düsseldorfs Beister hatte vom rechten Strafraumeck abgezogen, Borussias Nummer eins lenkte den Ball über die Latte.

In der 35. Minute spielten die Düsseldorfer erneut einen vielversprechenden Konter, bei dem Rösler frei auf Weidenfellers Kasten zulief. Owomoyela kam zu spät, und da der Innenverteidiger bereits die Gelbe Karte gesehen hatte, blieb Schiedsrichter Gräfe keine andere Wahl, als die Nummer 25 mit Gelb-Rot vom Platz zu schicken. Den fälligen Freistoß konnte Weidenfeller glänzend parieren.

Die Borussia, die nun gut eine Stunde in Unterzahl agieren musste, kam kurz vor der Pause dann nochmals zu einer guten Gelegenheit: Lewandowski steckte am Strafraum mustergültig auf Barrios durch, der eigentlich nur noch abziehen musste, aber etwas zu lange brauchte und schlussendlich den Ball vertändelte (44.).

Fortuna hatte in der Halbzeitpause offensichtlich die Scheu verloren und versuchte von nun an, selbst das Spiel zu machen. In den ersten fünf Minuten der zweiten Hälfte musste Weidenfeller drei gefährliche Schüsse auf seinen Kasten parieren, hatte aber bei keinem davon Probleme. Nach 55 Minuten war es dann Rösler, der von halbrechts abzog, aber auch hier hielt der BVB-Keeper sicher.

Borussia kämpfte sich in dieses Spiel. Und hielt die Fortuna durch die taktischen Umstellungen (Dreierkette) meist vom Tor fern. Bis zur 69. Spielminute, als der eingewechselte Dum von links in den Strafraum zog, zwei Borussen aussteigen ließ, aber an Hummels hängen blieb.

Danach schien der BVB den "Owomoyela-Schock" endgültig überstanden und sich in der neuen Formation gefunden zu haben. Es entwickelte sich ein wahrer "Pokal-Fight", in dem beide Teams den Weg nach vorne suchten, aber insgesamt zu ungenau und unglücklich agierten. Perisic kam für Barrios und Kringe für den entkräfteten Löwe.

Und in der Verlängerung war gerade eine Minute gespielt, als Weidenfeller sich das erste Mal auszeichnen musste: Mit einem glänzenden Reflex lenkte er Jovaniovic´ Kopfball aus sieben Metern noch über die Latte. Kurze Zeit später versuchte Piszczek eine Flanke im eigenen Strafraum zu klären. Auch hier war Weidenfeller zur Stelle, lenkte den Ball noch an den Pfosten (98.). Die Fortuna war danach aber stehend K.O.. Ratajczak konnte gegen Kringe klären (107.), Kuba und Gündogan retteten wiederum sechs Meter vor dem Tor gemeinsam im Getümmel gegen Dum und Jovanovic (111.).

Quelle: www.bvb.de


17.12.

Dortmunder Traumtore im Breisgau:
Lewandowski trifft doppelt beim 4:1-Sieg
 
Mit dem vierten Auswärtssieg der Saison beendete Borussia Dortmund die Hinrunde. Am 17. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der Deutsche Meister beim SC Freiburg mit 4:1 (2:1) und geht als Tabellenzweiter in die Rückrunde. Ein Treffer von Gündogan, der für Diskussionen sorgte, sowie traumhaft heraus gespielte Tore von Lewandowski (2) und Großkreutz rissen die Fans von ihren Sitzen.
 
Aus Freiburg berichten
Dennis-Julian Gottschlich und Boris Rupert


24.000 Zuschauer im ausverkauften badenova-Stadion diskutierten in der Halbzeitpause eine Szene: Nach Rosenthals verunglücktem Rückpass auf Kuba hatte Linienrichter Emmer die Fahne gehoben, doch Schiedsrichter Perl seinen Assistenten überstimmt und "Weiterspielen" angezeigt, weil der Ball vom Gegner kam. Die Freiburger bekamen das nicht mit, und Gündogan konnte unbedrängt zum 2:1 einschießen (44.). Zehn Minuten zuvor hatte Rosenthal Lewandowskis Führungstreffer aus der siebten Minute egalisiert. Nach dem Wechsel machten Großkreutz und Lewandowski mit zwei Traumtoren den 4:1-Sieg perfekt.

Ausgangslage:
Letzter gegen Zweiter. Während die Breisgauer nur eines der letzten acht Spiele gewinnen konnten, trat der BVB mit einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage an. Die schwächste Abwehr traf auf den drittbesten Angriff. Die Freiburger konnten nur zwei ihrer acht Heimspiele gewinnen. Die Borussen waren dagegen seit fünf Auswärtsspielen ungeschlagen, holten daraus drei Siege und zwei Unentschieden. Bei keinem anderen Bundesligisten hatte der BVB eine so gute Bilanz: vier Auswärtssiegen standen nur zwei Niederlagen (und sechs Unentschieden) gegenüber.

Personalien:
Beide Trainer hatten mit erheblichen Problemen zu kämpfen. Beim Sportclub fehlten Hinkel, Schuster, Barth und Mujdza, bei der Borussia Götze, Bender, Subotic und Leitner. Kehl kehrte ins Team zurück und ersetzte da Silva. Ansonsten begann die gleiche Elf, die zuletzt 1:1 gegen Kaiserslautern gespielt hatte. Barrios war wieder im Kader.

Taktik:
Dem 4-1-4-1-System der Gastgeber stellten die Westfalen die bekannte 4-2-3-1-Grundordnung gegenüber, wobei Großkreutz und Kuba auf den offensiven Flügeln wiederholt die Plätze tauschten. Freiburg bemühte sich um Kompaktheit, fand aber phasenweise gar keinen Zugriff auf das Spiel.

Spielverlauf & Analyse:
Gerade drei Minuten waren gespielt, als die Freiburger das erste Mal gefährlich vor das BVB-Tor kamen. Flum hatte Caligiuri mit einem langen Pass an den Sechzehner geschickt, Weidenfeller konnte dessen Schuss aber abblocken, und Putsilas Nachsschuss landete Zentimeter neben dem Tor. Freiburg ist das Team mit der drittschwächsten Chancenverwertung der Liga.

Der BVB zeigte sich allerdings wenig beeindruckt. Nur zwei Minuten später waren es Kagawa und Gündogan, die sich mit einem feinen Doppelpass von links in den Freiburger Strafraum vorarbeiteten, wo wiederum der Japaner sechs Meter vor dem Tor auf den allein gelassenen Lewandowski weiterleitet, der den Ball nur noch einschieben musste (7.). Bemerkenswert hierbei: In den letzten neun Begegnungen beider Teams im ehemaligen Dreisamstadion gewann nie die Mannschaft, die mit 1:0 in Führung ging. Es war also Zeit für die Borussia, diese Bilanz zu ändern.

Und sie tat dies zunächst mit vollem Einsatz, behauptete deutlich mehr Ballbesitz als der Sportclub und kam zu weiteren Chancen: Kehls Schuss aus 15 Metern nach schöner Kuba-Vorarbeit blieb bei Flum hängen (16.), Lewandowskis Kopfball konnte Baumann gerade noch um den Pfosten lenken (17.); der Pole hatte aber ohnehin im Abseits gestanden. Und nur zwei Minuten später war es wiederum Lewandowski, der aus spitzem Winkel am Freiburger Keeper scheiterte.

Die vergebenen Möglichkeiten sollten sich rächen. Der BVB machte das Spiel, kam aber zu keinen weiteren zwingenden Chancen, die Freiburger beschränkten sich ihrerseits auf die Abwehrarbeit und versuchten, mit Kontern vor Weidenfellers Tor zu kommen. Dies misslang zunächst. In der 33. Minute war es dann aber Rosenthal, der an der Strafraumlinie Doppelpass spielte mit Putsila und frei vor Borussias Schlussmann zum 1:1-Ausgleich traf. Auch die nächste gute Gelegenheit verzeichneten die Breisgauer: Schmid stibitze Kuba am eigenen Strafraum den Ball, zog bis zur Mittellinie, von wo er eine lange Flanke auf Cissé schlug, dessen Direktabnahme aber am Tor vorbei flog (37.).

Kurz vor der Pause dann große Verwirrung: Nach einem Getümmel am Mittelkreis landete Rosenthals missglückter Rückpass beim völlig freien Kuba. Der Assistent an der Linie hob die Fahne, doch Schiedsrichter Perl überstimmte seinen Kollegen. Er hatte gesehen, dass der Ball von einem Freiburger Spieler zum Polen gelangt war. Der nutzte die Verwirrung in der Freiburger Hintermannschaft, stürmte aufs Tor, legte quer auf Gündogan: 2:1 für den BVB (43.). Ein Pfeifkonzert begleitete die Mannschaften in die Kabine. Die Freiburger Fans waren erzürnt.

Der SC kam engagiert aus der Kabine und unterband die Dortmunder Angriffsbemühungen früh. So versuchte Sorgs Team immer wieder, mit schnellen Bällen, besonders gerne über den flinken Bastians auf links, vor Weidenfellers Tor zu gelangen. Der BVB stand aber sicher, und die gut aufgelegten Hummels und Santana bereinigten im Abwehrzentrum alles, was nach Gefahr roch.

So war es wieder der BVB, der für Gefahr sorgte: 57 Minuten waren gespielt, als Lewandowski nach Kagawas Pass halblinks in den Strafraum durchbrach und auf Großkreutz 17 Meter vor dem Tor zurücklegte. Der Dortmunder Junge fackelte nicht lange und schlenzte den Ball halbhoch gen rechten Innenpfosten, von wo er ins Tor prallte. Ein wunderschöner Treffer zum 3:1.

Doch auch der SC blieb gefährlich: Cissé spitzelte den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor, Weidenfeller lenkte ihn im letzten Moment noch um den rechten Pfosten (63.). Ein kurzes Aufbäumen, was nur fünf Minuten später ein jähes Ende fand: Großkreutz und Lewandowski stürmten alleine auf Baumann zu, die Nummer 19 passte am Elfmeterpunkt nach links auf den Polen, der nur noch zum 4:1 einschieben musste (68.). Auch diese Szene war von Kagawa eingeleitet worden.

Nur wenige Sekunden später ereilte Trainer Jürgen Klopp allerdings die nächste Hiobsbotschaft, nachdem zuvor schon Schmelzer runter gemusst hatte. Santana, der zuvor schon einige Zeit auf dem Rasen behandelt worden war, musste angeschlagen ausgewechselt werden. Da kein nomineller Innenverteidiger mehr im Kader stand, rückte Owomoyela für ihn ins Abwehrzentrum. Großkreutz übernahm die linke Verteidigerposition, und der eingewechselte Perisic spielte nun auf Großkreutz´ Part im linken Mittelfeld.

Quelle: www.bvb.de


11.12.

1:1 - Kagawas Treffer reicht nicht gegen den FCK
 
Fünf Tage nach dem Ausscheiden aus der UEFA Champions League musste der Deutsche Meister auch in der Fußball-Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen. Am 16. Spieltag trennte sich der BVB mit 1:1 (1:0) vom 1. FC Kaiserslautern und verpasste den vorübergehenden Sprung an die Tabellenspitze. Drei Mal rettete Aluminium für den FCK.
 
Es berichtet Boris Rupert

80.720 Zuschauer im zum sechsten Mal in dieser Saison ausverkauften Signal Iduna Park erlebten ein hart umkämpftes Match, in der Borussia Mitte der ersten Halbzeit durch Kagawa in Führung ging, aber nach einer Stunde den Ausgleichstreffer durch Sahan hinnehmen musste.

Ausgangslage:
16 Punkte und 14 Plätze trennten den Tabellenzweiten vom -sechzehnten. Der BVB war seit neun Spielen ungeschlagen (so lange wie aktuell kein anderes Team) und holte in diesem Zeitraum 23 von 27 möglichen Punkten. Kaiserslautern wartete dagegen seit fünf Spielen und damit so lange wie keine andere Mannschaft auf einen Dreier. Drei Siege wurden nach Augsburgs Erfolg am Samstag von keinem anderen Klub unterboten.

Personalien:
Mit Kehl, Bender, Subotic und Leitner fehlten vier wichtige Defensivkräfte, darunter drei "Sechser". Trainer Klopp setzte auf das Duo da Silva/Gündogan, das bereits in Hannover und über weite Strecken gegen Marseille zusammengespielt hatte: "Dann haben wir gewohnte Abläufe und können uns in unserem System bewegen." Götze hatte seine Adduktorenbeschwerden nicht komplett auskuriert und saß auf der Bank. Gar nicht im Kader war der grippekranke Barrios. Beim FCK fehlten Simunek, Bilek, Vermouth und Micanski.

Taktik:
Beide traten in der weit verbreiteten 4-2-3-1-Grundordnung an. Mit kluger Raumaufteilung stellten die Gäste die Passwege zu und machten den Schwarzgelben das Leben - wie erwartet - schwer. Dabei versteckten sich die Pfälzer, bei denen Sahan früh von der rechten auf die linke Seite wechselte, jedoch nicht in der eigenen Hälfte, gefielen mit schnellen Ballpassagen auf dem Weg nach vorn. Auch nach dem Rückstand gaben sie die Marschroute nicht auf.

Spielverlauf & Analyse:
Beide Mannschaften spielten äußerst diszipliniert und fair. Der BVB stürmte nicht "blind" drauf los, sondern wartete geduldig auf Lücken - oder auf Fehler des Gegners wie in der 14. Minute, als die Gäste nach einem Eckball den Ball nicht weg bekamen und Lewandowski artistisch per Seitfallzieher an die Latte schoss. Diese Szene war der Auftakt zu einer ganz starken Viertelstunde der Borussen, die kurz darauf nach einer Attacke von Abel an Kagawa einen Elfmeter reklamierten. Aber die Pfeife von Schiedsrichter Aytekin blieb stumm. Drei Minuten später wurde Großkreutz´ Schuss zur Ecke abgeblockt.

6:5 Torschüsse zählten die Statistiker Mitte des ersten Durchgangs (11:8 zur Pause) - ein Beleg dafür, dass die Pfälzer mitspielten und ihrerseits den Abschluss suchten: Dick stellte Weidenfeller mit einem Freistoß aus 30 Metern auf die Probe (11.), Sahan schoss aus der Drehung knapp über das Tor (21.).

Dennoch war die Führung für den BVB hochverdient. Gündogan passte in die Gasse zu Kagawa, Großkreutz kam Rodnei zuvor und spitzelte die Kugel weiter zum Japaner, der aus 16 Metern trocken ins linke Eck vollendete. Sein vierter Saisontreffer und zugleich das 100. Heimtor des BVB gegen den FCK (27.).
Kurz darauf schoss Kagawa knapp am Ziel vorbei (31.), rettete Rodnei nach einem Konter vor dem einschussbereiten Kuba (35.) und Sahan auf der Linie nach einem Hummels-Kopfball (45.).

Nach Doppelpass mit Kagawa zwang Kuba Trapp zu einer Glanzparade. Das war drei Minuten nach Wiederbeginn ein starkes Signal vom Titelverteidiger, der nach einem Konter die Chance hatte, auf 2:0 zu erhöhen. Doch Großkreutz´ Pass auf Lewandowski war nicht genau genug. Trapp konnte 20 Meter vor dem Tor klären (58.).

Stattdessen kam der FCK zum Ausgleich. Zunächst konnte Piszczek das lange Anspiel von Tiffert auf Sahan unterbinden, doch die Kopfballabwehr geriet zu kurz, der Lauterer reagierte blitzschnell und jagte den Ball aus der Drehung unmittelbar für Weidenfeller in die Maschen (60.).

Der BVB versuchte, den Druck wieder zu erhöhen. Hummels stieg nach da Silvas Freistoßflanke hoch, doch Trapp lenkte den Kopfball an den Pfosten (72.). Sekunden später tauchte Lewandowski frei vor dem Keeper auf, brachte den Ball jedoch nicht an ihm vorbei. Lautern konterte: Fourtounis flankte auf Shechter - Weidenfeller klärte glänzend (76.)

Die Schwarzgelben versuchten alles. Lewandowski verfehlte mit einem Kopfball nur knapp das Tor (80.). Zwei Minuten später ließ Aytekin den Vorteil laufen: Götze zog ab - und das Leder krachte gegen den Querbalken. Zum dritten Mal in diesem Spiel rettete Alu für die Pfälzer, die einen glücklichen Punkt entführten.

Quelle: www.bvb.de


06.12.
2:3 - Marseille erwischt Dortmund mit einem
Doppelschlag in der Schlussphase eiskalt
 
Borussia Dortmund muss sich aus dem internationalen Geschäft verabschieden. Am letzten Spieltag der UEFA Champions Leauge unterlag der BVB nach 2:0-Führung gegen Olympique Marseille noch mit 2:3 (2:1).
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

65.590 Zuschauer im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK erlebten in der ersten Hälfte ein Wechselbad der Gefühle. Nach Treffern von Kuba (23.) sowie Hummels per Elfmeter (32.) führte der BVB hochverdient mit 2:0. Jedoch war Kapitän Kehl vor dem zweiten Treffer blutend vom Platz getragen worden und Marseille nutzte die erste Nachlässigkeit der Dortmunder Defensive Sekunden vor dem Halbzeitpfiff zum schmeichelhaften 2:1-Anschlusstreffer. Nach der Pause mühte sich der BVB mit allen Kräften, konnte jedoch nicht das Niveau der ersten Hälfte erreichen. Mit einem Doppelschlag durch Andre Ayew und Valbuena (85./88.) gelang Marseille in der Schlussphase noch der Sieg.

Ausgangslage:
Borussia Dortmund belegte mit vier Punkten aus fünf Spielen den letzten Rang in Gruppe F. Aus eigener Kraft konnte der BVB bestenfalls das Sechzehntelfinale der UEFA Europa League erreichen. Für den Verbleib in der Königsklasse waren ein Kantersieg und zusätzlich Schützenhilfe von Arsenal gegen Piräus erforderlich. Der Gegner aus Marseille hatte mit sieben Punkten die mit Abstand besten Karten im Kampf um den zweiten Platz.

Personalien:
Gegenüber dem 1:1 in Mönchengladbach nahm Jürgen Klopp drei Änderungen vor: Für den gelbgesperrten Schmelzer spielte Löwe, für Kagawa und Großkreutz rückten Kuba und Barrios in die Mannschaft. Neben Schmelzer musste der BVB-Cheftrainer auf die verletzten Leitner, Bender und Subotic verzichten. Bei den Gästen aus Südfrankreich fehlten Gignac, Morel und Fanni.

Taktik:
"Wenn wir dieses Spiel zu wild angehen, spielen wir Marseille in die Karten", hatte Klopp im Vorfeld gewarnt und ließ Borussia im gewohnten 4-2-3-1-System agieren. Wie schon in Gladbach sollten Kehl und Gündogan als "Doppelsechs" das defensive Mittelfeld stabilisieren und Impulse im Spielaufbau setzen. Lewandowski machte im Sturmzentrum Platz für Barrios und rückte zu Kuba und Götze ins offensive Mittelfeld. Marseille agierte in gleicher Grundordnung, war jedoch insgesamt wesentlich defensiver orientiert.

Spielverlauf & Analyse:
Borussia Dortmund übernahm die Spielgestaltung, ging dabei kontrolliert zu Werke, tat sich jedoch gegen den massierten Abwehrverbund des Gegners schwer, zwingende Spielsituationen zu erzeugen. Chancen wie der abgefälschte Schuss von Lewandowski waren in der Anfangsphase eher die Ausnahme (2.). Denn Marseille stand hinten sicher und fing die meisten Dortmunder Offensivaktionen noch vor der Strafraumgrenze ab.

Borussia Dortmund erhöhte kontinuierlich die Schlagzahl und das Tempo seiner Angriffe. Nach Zuspiel von Kuba fehlte Götzes Abschluss im Strafraum nur die Präzision. Sein Schuss aus zwölf Metern landete genau in den Armen von Mandanda (18.). Es ging weiter in Richtung Olympique-Tor. Einen Einwurf von Piszczek verlängerte Kehl in den Strafraum, Lewandowski legte mit der Brust für Kuba auf, der sich vor dem Fünfmeterraum durchsetzte und trocken zum 1:0 einnetzte (23.). Sein erstes Tor in der Königsklasse bescherte dem BVB die verdiente Führung! Der anschließende Jubellauf über das halbe Spielfeld endete erste in den Armen von Jürgen Klopp.

Mit der Führung und den frenetischen BVB-Fans im Rücken drängte Borussia auf den nächsten Treffer. Kuba steckte über rechts für Barrios durch. Viele Fans hatten den Torjubel schon auf den Lippen, als dessen Schuss das Außennetz streifte (28.). Nach hohem Ball von Piszczek in den Strafraum traf Traore mit seinem Fuß Kehl mit voller Wucht im Gesicht.

Der Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Webb ging in der Sorge um den Kapitän unter: Kehl blieb nach dem Tritt benommen und blutend am Boden liegen, musste minutenlang behandelt und anschließend vom Feld getragen werden.

Beim fälligen Strafstoß bewies Hummels vor der Südtribüne Nervenstärke und verwandelte eiskalt links unten (32.). Die 2:0-Führung war hochverdient und ließ die Hoffnung auf das "Fußball-Wunder" wachsen. Großer Wermutstropfen: Für Kehl ging es nicht weiter, er wurde von da Silva ersetzt. Der BVB erspielte sich weiter gute Möglichkeiten, Götzes Schuss aus guter Position war jedoch nicht stramm genug (40).

Bitter: Kurz vor dem Seitenwechsel nutzte Marseille wie aus heiterem Himmel die erste Nachlässigkeit in der Dortmunder Defensive. Amalfitano kam über die rechte Seite gegen zwei Gegenspieler zum Flanken. In der Mitte war Remy Piszczek enteilt und nickte aus kurzer Distanz zum 2:1 ein (45.+4). Eine überlegen geführte Dortmunder Halbzeit endete mit einem Nackenschlag.

Der Gegentreffer hinterließ beim BVB Spuren. Den Spiel- und Kombinationsfluss der ersten 45 Minuten konnten die Schwarzgelben nach der Pause nicht wieder aufnehmen. Marseille suchte den Weg nach vorne. Nach einer Flanke des agilen Amalfitano spitzelte Piszczek den Ball in höchster Not vor dem einschussbereiten Remy über die Torlatte (56.). Auf der Gegenseite landete ein Schussversuch von Gündogan aus zwölf Metern genau in den Armen von Marseilles Torwart (59.).

Borussia mühte sich redlich, das Spiel war jedoch insgesamt verflacht, da Marseille früher und energischer störte und den Dortmunder Angriffen oft die Präzision fehlte. Marseille nutzte seine wenigen Möglichkeiten eiskalt. Erst gelang Andre Ayew per Kopf der 2:2-Ausgleich (85.), zwei Minuten später erhöhte der eingewechselte Valbuena mit einem Schuss aus 16 Metern auf 2:3 (88.).

Quelle: www.bvb.de


03.12.

Ein echtes Spitzenspiel endet ohne Sieger:
Lewandowski und Hanke treffen beim 1:1
 
Borussia Dortmund ist in der Liga gebremst worden, aber nicht gestoppt: Der Deutsche Meister erreichte am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga im Spitzenspiel beim Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach ein 1:1 (1:0)-Unentschieden und baute seine Serie auf neun Spiele ohne Niederlage aus. Platz eins geht zurück an die Bayern, die gegen Bremen gewannen.
 
Aus Mönchengladbach berichten
Boris Rupert und Christina Reinke


54.057 Zuschauer im ausverkauften "Borussia Park" sahen ein Spitzenspiel, das diesem Namen gerecht wurde. Beide Mannschaften zeigten teilweise herrliche Angriffsbemühungen, aber es bedurfte einer Standardsituation, die den ersten Treffer brachte: Lewandowski köpfte Götzes Eckball in der 40. Minute zum 0:1 ein. Mit einem Weitschuss traf Hanke in der 72. Minute zum 1:1.


Ausgangslage:
Erstmals in der Bundesligageschichte war das Aufeinandertreffen der beiden Borussias das Duell "Erster gegen Zweiter" - in der vergangenen Spielzeit traf der Tabellenführer zwei Mal auf den Tabellenletzten. Mit vier Siegen in Serie - darunter ein 5:0 gegen Bremen und ein 3:0 in Köln - hatte sich die Elf vom Niederrhein auf Rang zwei geschossen. Gladbach war zudem seit zehn Spielen ohne Heimniederlagen. Starke Form auch bei der schwarzgelben Borussia: acht Spiele ohne Niederlage, dabei 22 von 24 möglichen Punkten errungen, auswärts zuletzt drei Siege (Mainz, Bremen, München) und ein Unentschieden (Stuttgart).

Personalien:
Gladbach musste mit Reus (Zehbruch) und dessen potenziellen Vertreter de Camargo (Rückenprobleme) zwei wichtige Akteure ersetzen, aber auch beim BVB fiel nach Subotic (Mittelgesichtsbruch) und Bender (doppelter Kieferbruch) ein weiterer Akteur aus der aktuellen Stammelf verletzt aus: Leitners (Rücken- und Brustwirbelbeschwerden) ließen einen Einsatz nicht zu. Für ihn stand Gündogan erstmals seit dem 19. Oktober (1:3 in Piräus) wieder in der Startformation. Es war einer von drei Wechseln gegenüber dem 2:0 gegen Schalke, denn auch Großkreutz (für Kuba) und Kagawa (für Barrios) rotierten wieder in die Mannschaft.

Taktik:
4-4-2 gegen 4-2-3-1. Defensiv standen die Gladbacher tief in der eigenen Hälfte, attackierten konsequent und meist zu zweit oder zu dritt den Ballführenden, setzten aber nach Ballgewinn immer wieder Nadelstiche, vornehmlich mit schnellen Verlagerungen über die rechte Seite. Bei Ballbesitz orientierten sich die Mittelfeldaußen Neustädter und Arango auf eine Höhe zu den beiden Spitzen Hanke und Bobadilla, die mit großem Aktionsradius agierten. Der BVB (Hummels) versuchte häufig mit langen Bällen, den Defensivverband des Gegners auszuhebeln - mehrfach mit Erfolg.

Spielverlauf & Analyse:
Gleich von Beginn konnte man sehen, dass der Tabellenführer gegen den Tabellenzeiten spielte. Beide Mannschaften zeigten in der Anfangsphase gelungene Ballstafetten. Es waren gerade einmal 20 Sekunden gespielt, als Hummels den Ball lang nach vorne schlug, und erst in letzter Sekunde konnte Daems vor dem einschussbereiten Götze klären. An der nächsten Dortmunder Gelegenheit war wiederum Hummels beteiligt, doch er konnte einen Freistoß nicht platziert genug köpfen (6.).

Als die Gladbacher den ersten schwarzgelben Angriffswirbel überstanden hatten, kamen auch sie aus der Deckung. Bobadilla war nach einer missglückten Abseitsfalle frei durch, überwand per Heber Weidenfeller. Schmelzer klärte auf der Linie (7.). Beide Mannschaften zeigten im Anschluss eine intensive Partie und suchten den Weg nach vorne, der letzte Pass in den Strafraum war aber zu oft Mangelware - auch ein Verdienst der sicheren Abwehrreihen auf beiden Seiten.

Die größte Chance des Spiels hatte Lewandowski nach etwas mehr als einer Viertelstunde. Im Strafraum spielte der Pole Dante und ter Stegen aus, doch Jantschke kam von hinten und rettete zur Ecke.

Anschließend waren die Gastgeber wieder auf dem Weg nach vorne. Ein Freistoß von Arango segelte in den Strafraum, wo Dante knapp daneben köpfte (22.). Der Distanzschuss von Herrmann wurde von Santana geblockt (31.). Es ging hin und her im Borussia Park. Die vierte BVB-Ecke spielte Götze flach an die Strafraumkante auf Kagawa, der direkt schoss, und ter Stegen musstw beide Fäuste zur Hilfe nehmen (35.).

Die nächste Ecke brachte dann allerdings den Erfolg! Sechs Meter vor dem Tor stieg Lewandowski am höchsten und netzte ein. Ter Stegen war zwar mit der Hand noch dran, konnte aber den Torerfolg nicht mehr verhindern. 1:0 für den BVB durch das zehnte Saison- und erste Auswärtstor des Polen (40.).

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Gladbach Druck und Risiko. Doch die Torannäherungen blieben zum Glück aus Dortmunder Sicht zunächst harmlos. Hankes Schuss aus 14 Meter, der allerdings deutlich das Ziel verfehlte, war die bis dahin gefährlichste Szene. Der BVB hielt kämpferisch dagegen, verschob taktisch reif und eroberte in der Mehrzahl die "zweiten Bälle". So auch in der 63. Minute, als Lewandowski frei vor ter Stegen auftauchte, den Ball aber über den Kasten drosch. Es war richtig, dass der Deutsche Meister nicht reagierte, sondern selbst wieder die Initiative ergriff, so dass die Schwarzgelben Mitte des zweiten Durchgangs wieder ein optisches Übergewicht erlangten und das Eckballverhältnis auf 8:2 schraubten.

Mitten hinein in diese Phase fiel das 1:1. Ein langer Ball von Dante, ein feiner Pass von Bobilla in den Lauf von Hanke, der aus 20 Metern abzog und unhaltbar für Weidenfeller traf, sorgte für den zu diesem Zeitpunkt doch überraschenden Ausgleich. Auf der anderen Seite verhinderte ter Stegen mit einer Glanzparade den neuerlichen Rückstand: Nach Doppelpass mit Kagawa kam Götze aus kurzer Distanz zum Abschluss, scheiterte aber am Gladbacher Keeper (76.). Lewandowskis Treffer zwei Minuten später zählte zurecht nicht: Nach Barrios´ Zuspiel stand Großkreutz klar im Abseits. Barrios und Kuba waren Sekunden zuvor für Götze und Kagawa ins Spiel gekommen.

Beide wollten unbedingt drei Punkte, beide wollten Platz eins. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Die beste hatte Hummels in der 89. Minute nach einer Ecke, doch er köpfte mit Barrios den eigenen Mann an. Am Ende teilten sich beide Teams die Punkte, obwohl beide drei Zähler verdient gehabt hätten.

Quelle: www.bvb.de


26.11.

2:0 - Borussia triumphiert im 139. Revierderby -
Lewandowski und Santana treffen gegen Schalke
 
Eine Stadt steht Kopf! Borussia Dortmund hat am 14. Spieltag die "Mutter aller Derbys" gegen den FC Schalke mit 2:0 (1:0) gewonnen und (zumindest bis Sonntag) den ersten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga erobert.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Elektrisierende Stimmung im SIGNAL IDUNA PARK: 80.720 Zuschauer verwandelten das restlos ausverkaufte Stadion lange vor Anpfiff in ein Tollhaus. Nach einem Freistoß von Schmelzer köpfte Lewandowski den BVB verdient in Führung (16.). Santana brachte die Stimmung mit seinem Treffer zum 2:0, der zugleich Endstand war, endgültig zum Sieden (61.).

Ausgangslage:
Unter Huub Stevens hatte es für Schalke in sieben Spielen bislang nur eine Niederlage (1:2 gegen Kaiserslautern), dafür aber fünf Siege und ein Remis gegeben. Nur Borussia Dortmund hatte in diesem Zeitraum mehr Punkte (19) als Schalke (16) geholt, das in der Tabelle den vierten Platz belegte. Der BVB hatte durch ein 1:0 in München den zweiten Rang gefestigt.

Personalien:
Mit drei personellen Änderungen gegenüber dem Champions-League-Spiel in London ging Borussia ins 139. Revierderby: Barrios stand zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf (für Kagawa), zudem rückten Kuba und Leitner für Großkreutz und Bender in die Mannschaft. Neben Bender (doppelter Kieferbruch) musste BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp auch auf die Dienste von Subotic (Mittelgesichtsbruch) verzichten. Götze hingegen konnte spielen. Bei den Gästen fehlten die verletzten Farfan, Höwedes, Fährmann, Kluge, Kenia und Hoogland.

Taktik:
Der BVB spielte in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung, gegen Schalke aber mit Barrios als einziger Sturmspitze. Wie in der Rückrunde der vergangenen Saison besetzte Lewandowski wieder die zentrale Position im offensiven Mittelfeld zwischen Götze und Kuba. Schalke trat im gleichen taktischen Gewand an, agierte jedoch insgesamt defensiver als der BVB und wechselte im Spiel gegen den Ball zu einem 4-4-2.

Spielverlauf & Analyse:
Die Schwarzgelben waren in einer intensiv geführten Anfangsphase das dominante Team und kamen durch einen Freistoß von Schmelzer zu ihrer ersten Möglichkeit. Der gefühlvoll getretene Ball des Linksverteidigers flog nur Zentimeter am Tor vorbei (2.). Borussia suchte beharrlich, jedoch nicht überhastet die Lücke in den Reihen der kompakt agierenden Schalker, denen eine gewisse Unsicherheit im Spielaufbau anzumerken war.

Der Dortmunder Druck nahm zu. Erneut brachte Schmelzer einen Freistoß zielgenau in den Strafraum. Am Elfmeterpunkt stieg Lewandowski am höchsten und köpfte den Ball zum 1:0 in die Maschen (16). Der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem neunten Saisontor des Polen Kopf! Unnerstall hatte das Leder noch mit den Fingerspitzen touchiert, die Richtung des Balls aber nicht mehr entscheidend verändern können.

Von Schalke war offensiv fast nichts zu sehen. Vereinzelte Vorstöße konnten den aufmerksamen Dortmunder Abwehrverbund nicht in Verlegenheit bringen. Die Mannschaft von Jürgen Klopp stand souverän und stellte den Gegner mit seinem Kombinationsspiel immer wieder vor Probleme. So auch in der 29. Minute: Kuba passte im Strafraum auf Götze, dessen Schuss von Unnerstall pariert wurde, den Abpraller kratzte Matip in höchster Not vor Barrios von der Torlinie. Eine Riesenchance!

Die Zuschauer sahen in der ersten Halbzeit keinen fußballerischen Leckerbissen, aber eine leidenschaftlich geführte Partie, die von wenigen Torraumszenen und intensiven Zweikämpfen geprägt war. Die Gäste gingen gegen die Spielfreude der Borussen robust vor.

Dass der souveräne Schiedsrichter Meyer für Jones erst in der 35. Minute nach einem Foul an Kehl die erste Gelbe Karte zückte, hatte wenig Aussagekraft. Die Führung zur Halbzeit war hochverdient.

Nach dem Seitenwechsel agierte Schalke plötzlich offensiver und konnte sich kurzzeitig Feldvorteile verschaffen. Die Schwarzgelben fanden in dieser Phase nur selten den Weg nach vorne und hatten Glück, dass Holtby in der 53. Minute aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf.

Der BVB ließ die Gäste nur kurz gewähren und zog das Tempo wieder an. Götze dribbelte sich durch den gegnerischen Strafraum und scheiterte erst an Unnerstall. Die anschließende Ecke wurde von Schalke zu kurz geklärt, Kuba brachte das Leder mit dem Kopf zurück in den Strafraum, wo Hummels mit viel Übersicht für Barrios auflegte, dessen Schuss von Unnerstall pariert wurde. Doch Santana hatte aufgepasst und versenkte den Abpraller durch die Beine des Schalker Torwarts zum 2:0 im Tor (61.). Das erste Saisontor des Innenverteidigers brachte die Stimmung auf den Siedepunkt. "Deutscher Meister ist nur der BVB", skandierten die BVB-Fans.

Der Schalker Widerstand schien gebrochen und Dortmund drängte auf den dritten Treffer. Nach schönem Zuspiel von Lewandowski konnte Barrios Schalkes Torwart aus kurzer Distanz nicht überwinden (73.). Bezeichnend: Unnerstall war längst bester Spielers seines Teams.

Bis zum Schlusspfiff geschah auf dem Platz nicht mehr viel. Auf den Rängen fielen einige wenige Schalker "Fans" durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf, so dass das Spiel kurzzeitig unterbrochen werden musste. Die Dortmunder Fans antworteten - gesanglich - mit dem Blick auf die sportliche Situation: "Oh, wie ist das schön". In der Nachspielzeit parierte Unnerstall noch mit einem Blitzreflex gegen Lewandowski (90.+2).

Quelle: www.bvb.de


23.11.

1:2 - BVB verliert Bender, Götze und die Punkte
 
Dem Auswärtssieg bei Bundesliga-Tabellenführer Bayern München konnte Borussia Dortmund am Mittwoch Abend in der UEFA Champions League kein weiteres Ausrufezeichen folgen lassen. Der Deutsche Meister unterlag beim Spitzenreiter der Gruppe F, FC Arsenal, trotz lange Zeit starker Leistung und guten Torchancen mit 1:2 (0:0). Der BVB verlor nicht nur die Punkte, sondern auch Bender und Götze, die schon Mitte des ersten Durchgangs verletzt ausschieden.
 
Aus London berichtet Boris Rupert

Offiziell 59.531 Zuschauer im nicht bis auf den letzten Platz gefüllten Emirates Stadium sahen eine bravourös aufspielende Borussia, die dem 1:0 mehrfach näher war als die Gastgeber, die ihre erste richtig gute Chance in diesem Spiel jedoch zu nutzen wussten und drei Minuten nach Wiederbeginn durch van Persie in Führung gingen. Der Holländer machte fünf Minuten vor dem Ende mit seinem zweiten Treffer dann auch alles klar. Kagawas Treffer in der Nachspielzeit kam zu spät.

Ausgangslage:
Bereits mit einem Unentschieden konnte Arsenal den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen - zum zehnten Mal hintereinander. Für den BVB war noch alles drin - Platz eins, aber auch Rang vier und damit das totale "Aus" im Europapokal. Nach schwachem Start und nur drei Siegen in den ersten acht Pflichtspielen der Saison hatten sich die "Gunners" deutlich stabilisiert und zehn der letzten zwölf Partien für sich entschieden.

Personalien:
Jürgen Klopp vertraute der gleichen Elf, die am Samstag mit 1:0 in München gewann. Während beim BVB lediglich Subotic auf der Verletztenliste stand, fehlten Arsenal mit Rosicky, der sich im Abschlusstraining verletzte, Wilshere, Sagna, Diaby und Gibbs fünf Akteure.

Taktik:
4-1-4-1 oder 4-3-3 - die Übergänge sind fließend, und so ließ es sich nicht wirklich festmachen, welche Grundordnung Arsene Wenger seinem Team verordnet hatte, das vor Song, dem klar identifizierbaren "Sechser", äußert flexibel antrat. Rochaden waren die Regel. Allein van Persie war überwiegend im Sturmzentrum zu finden. Dem gegenüber stand die bekannte 4-2-3-1-Grundordnung der Borussen, die Jürgen Klopp auch nicht veränderte, als mit Bender und Götze zwei Stützen bereits Mitte der ersten Hälfte verletzt ausschieden.

Spielverlauf & Analyse:
Arsenal, in der Gruppenphase seit 25 Spielen ungeschlagen, sah sich zu Beginn in die Defensive gedrängt. Der Deutsche Meister nahm das Heft in die Hand und tauchte nach toller Vorarbeit von Kagawa und Götze in Person von Lewandowski bereits nach 29 Sekunden erstmals im Strafraum auf, doch dem Polen versprang der Ball ein wenig, so dass sein Landsmann Szczesny im Tor der Gunners die Situation entschärfen konnte.

Nach einer Viertelstunde hörte man erstmals Anfeuerungsrufe für Arsenal - bis dahin hatten die etwa sechs- bis achttausend Schwarzgelben auf den Rängen und die elf unten auf dem Rasen klar den Ton angegeben. Großkreutz bediente Kagawa, doch dessen Schuss aus 17 Metern geriet nicht wuchtig genug (5.). Sekunden später behinderten sich Kagawa und Lewandowski, als Piszczek das Leder Richtung Elfmeterpunkt durchsteckte. Die beste Chance besaß wiederum Lewandowski, der aus 20 Metern abzog. Der Ball rauschte haarscharf am linken Pfosten vorbei (26.).

Aus vollem Tempo ging Vermaelen nach 20 Minuten in einen Zweikampf mit Bender und traf diesen am Kopf. Der Borusse blieb minutenlang benommen auf dem Rasen liegen. Mannschaftsarzt Dr. Braun gab früh das Zeichen, dass gewechselt werden müsse. Leitner kam (25.). Bender musste wegen eines verschobenen Kiefers zur Behandlung in eine Klinik. Doch damit nicht genug. Kurz darauf war auch für Götze - er war zuvor oberhalb des rechten Knies behandelt worden - Schluss, der humpelnd das Feld verließ. Perisic kam (28.).

Mit den Wechseln verlor der BVB zunächst die Dominanz und spielte erst in den Schlussminuten des ersten Durchgangs wieder gefährlicher nach vorn. Aber immerhin stand die Deckung sicher. Der Plan, van Persie auszuschalten, war aufgegangen. Der Holländer - zum Spieler des Monats Oktober in der Premier League gewählt - hatte in diesem Kalenderjahr in 29 Ligaspielen 31 Mal getroffen, außerdem im Hinspiel in Dortmund (1:1). Bis zur 44. Minute hatte er keine Szene. Dann stahl er sich aus dem Rücken von Santana, wartete auf eine scharfe Hereingabe - doch Weidenfeller klärte bravourös. 5:1 Torschüsse jedenfalls für den BVB zur Pause.

Die letzte Heimniederlage in einem Gruppenspiel der Königsklasse hatte es für Arsenal am 17. September 2003 mit 0:3 gegen Inter Mailand gegeben. Diese Serie wankte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs. Zunächst rettete Mertesacker am Fünfmetereck vor dem einschussbereiten Leitner. Nach Doppelpass mit Lewandowski hatte Piszczek scharf und flach nach innen geflankt (46.). Zwei Minuten später spielte Lewandowski einen Traumpass durch die Schnittstelle der Abwehr. Der Weg war frei für Kagawa, der von links in den Strafraum eindrang, aber an Szczesny scheiterte.

Statt 0:1 hieß es jedoch 1:0. Song schnappte sich im Mittelfeld den Ball, drang nach Linksaußen vor, wo Piszczek und Kehl auf ihn warteten. Rotzfrech wählte Song den Weg durch die Mitte - und kam tatsächlich durch. In der Mitte sprang van

Persie höher als alle anderen und versenkte die Flanke mit dem Kopf und mit Hilfe des Innenpfostens zur Führung für die Gunners, die den Spielverlauf auf den Kopf stellte (49.).

Nach gut einer Stunde setzte Klopp alles auf eine Karte, brachte Barrios, stellte Kagawa auf den rechten Flügel und besetzte das Herzstück des defensiven Mittelfelds, die "Doppel-Sechs" mit den offensiv orientierten Leitner und Großkreutz.

Arsenal bekam Konterchancen. Hummels trennte Ramsey in letzter Sekunde vom Ball (60,), Walcott drosch die Kugel links am Ziel vorbei (68.). Dann die 86. Minute: Vermaelen verlängerte einen Eckball mit dem Kopf, am Fünfmetereck stand van Persie blank und schob ein zum 2:0. Damit war klar, dass Arsenal auch das sechste Heimspiel hintereinander gegen eine deutsche Mannschaft gewinnen würde. Daran änderte auch der Ehrentreffer, vorbereitet von Perisic und Lewandowski, nichts mehr, den Kagawa in der Nachspielzeit erzielte. Danach war Schluss.

Quelle: www.bvb.de


19.11.

1:0 - Götze schießt BVB zum Sieg in München
 
Mit einem Paukenschlag ist Borussia Dortmund in die "Woche der Wahrheit" mit den Spielen gegen München, London und Schalke gestartet. Am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der Deutsche Meister beim Tabellenführer FC Bayern mit 1:0 (0:0) und verkürzte den Rückstand auf zwei Zähler. In einer packenden Partie schoss Mario Glötze den BVB zum Sieg in der Allianz-Arena.
 
Aus München berichtet Boris Rupert

69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena und Millionen Fernsehzuschauer (das Spiel wurde in 200 Ländern live gezeigt) sahen ein intensives Spiel, in dem es die Borussen verstanden, die Bayern vom Tor fern zu halten - und selbst zuzuschlagen: Götze schoss in der 65. Minute zum 0:1 ein. Erstmals gewann der BVB drei Mal hintereinander gegen die Bayern.

Ausgangslage:
Die Bayern gingen als klarer Favorit in dieses Spiel: Seit der 0:1-Heimniederlage zum Saisonauftakt gegen Mönchengladbach hatten sie in der Allianz-Arena keinen Treffer zugelassen und keinen Punkt abgegeben. Der Rekordmeister führte die Tabelle mit fünf Punkten Vorsprung auf Titelverteidiger Borussia Dortmund an, der aus den letzten sechs Ligaspielen 16 von 18 möglichen Zählern (mehr als München) geholt hatte.

Personalien:
Mit Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) und Tymoshchuk (Rotsperre) fehlten den Münchner zwei wichtige Akteure im zentral-defensiven Mittelfeld, dafür war Robben wieder dabei. Und Rafinha kam für Boateng, der zu Badstuber ins Abwehrzentrum rückte.

Nachdem sich Schmelzer rechtzeitig fit gemeldet hatte, war aus der Stammelf lediglich Subotic (Mittelgesichtsbruch) nicht dabei. Er wurde in der Viererkette von Santana vertreten. Bender und Kehl bildeten die Doppel-Sechs hinter der offensiven Dreierreihe mit Götze, Kagawa und Großkreutz, die Lewandowski in der Spitze unterstützten. Nicht im Kader waren da Silva (spielte am Freitag für die U23) und Kuba.

Taktik:
Die Grundordnung (4-2-3-1) war bei beiden Mannschaften ähnlich, die Spielanlage unterschied sich jedoch deutlich. Während die Bayern ab Mitte des ersten Durchgangs über lange Ballpassagen versuchten, sich den "Gegner zurecht zu legen" und überwiegend über die Außenpositionen nach vorne kamen, forcierte der BVB ein schnelles Umschaltspiel, und dies zumeist durchs Zentrum mit den technisch starken Götze und Kagawa, die ihre Widersacher wiederholt vor Probleme stellten. Offensiv spielte Götze fast neben Kagawa, defensiv rückte er auf die rechte Seite, um Lahm bei dessen Vorstößen zu bremsen.

Spielverlauf & Analyse:
Im Duell der beiden torgefährlichsten Mannschaften der Liga (München mit 32, Dortmund mit 26 Saisontreffern) lag der Schlüssel zum Erfolg im Mittelfeld. Für die Borussen galt es, den Nachschub in die Spitze zu unterbinden (Bayerns Mittelfeldspieler hatten 21 der 32 Treffer vorbereitet), auf der anderen Seite eigene Akzente zu setzen: Mit 127 Schüssen und 14 Toren ist jener Mannschaftsteil des Deutschen Meisters weiterhin der beste der Liga.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt gelang es den Schwarzgelben hervorragend, die eigenen Stärken durchzusetzen und die des Gegners nicht zum Tragen kommen zu lassen. Obwohl die Bayern extrem aggressiv (aber nicht unfair) begannen, hatte der BVB im Mittelfeld ein Übergewicht und kontrollierte nicht nur das Geschehen, sondern kam gefährlich nach vorn. Kehl setzte Kagawa in Szene, und dessen Hereingabe auf Lewandowski gedachte Hereingabe konnte Boateng so eben zur Ecke klären (2.). In der elften Minute schoss Götze einen Freistoß flach an der Mauer, aber auch einen Meter am linken Pfosten vorbei. Neuer zeigte keine Reaktion.

Auch auf den Rängen herrschte eine Patt-Situation. Die 10.000 Dortmunder hielten verbal voll dagegen. So wie die Schwarzgelben unten auf dem Rasen. Weil Robben und Ribery an den Linien klebten, besaß der BVB im Mittelfeld ein Übergewicht, Müller war abgeschnitten, weil Kroos im Aufbau konsequent unter Druck gesetzt wurde, und wenn der Ball zu Robben oder Ribery kam, waren meist zwei Borussen zur Stelle. Lediglich in der 29. Minute wurde es gefährlich, als Robben in den Strafraum eindringen und zu Ribery zurücklegen konnte. Doch der Franzose verzog. Auf der anderen Seite klärte Rafinha nach Lewandowskis Flanke vor Großkreutz zur Ecke (35.). 63 Prozent Ballbesitz zwar für München, 3:3 Torschüsse zur Pause, aber 59 Prozent Zweikampfgewinn für den Meister.

60 Kilometer hatten die Schwarzgelben in den ersten 45 Minuten abgespult - sechs mehr als der Gegner. Und sie knüpften an diese laufstarke Vorstellung an, waren nicht nur mehr unterwegs als ihre Kontrahenten, sondern auch im Schnitt zwölf Prozent schneller! Nun nahmen auch die Torraumszenen zu: Lewandowski köpfte Piszczeks Flanke knapp übers Tor (51.), dann tauchte Kagawa nach tollem Zuspiel frei vor Neuer auf. Der Japaner versuchte es mit einem Lupfer, doch der Bayern-Keeper reagierte glänzend. Den Nachschuss setzte Götze haarscharf am linken Pfosten vorbei (58.). Zwischen diesen BVB-Chancen hatte Gomez seine Gefährlichkeit mit einem 16-Meter-Schuss, der knapp das Ziel verfehlte, unter Beweis gestellt (55.).

Dann die 65. Minute: Nach einem Doppelpass mit Kagawa kam es zur Kerze im Münchner Strafraum. Boateng verlor die Übersicht und sah den Ball nicht, Götze nutzte das und netzte aus kurzer Distanz trocken ein. Zum siebten Mal hintereinander ging die Borussia in diesem Duell mit 1:0 in Führung. "Wer ist Deutscher Meister? BVB Borussia!", skandierten die Schwarzgelben. Für die Bayern war es erst das zweite Heim-Gegentor in dieser Spielzeit.

Die Bayern reagierten mit einem Doppelwechsel und setzten auf totale Offensive: Alaba und Olic ersetzten Robben und Müller (72.), dann kam auch noch mit Petersen für Rafinha ein Stürmer für einen Abwehrspieler (79.). Und Weidenfeller rückte in den Brennpunkt: In der 76. Minute wehrte er einen Schuss von Luiz Gustavo zur Ecke ab, zwei Minuten später tauchte Ribery frei vor ihm auf, doch Borussias Keeper parierte glänzend.

Auf der anderen Seite verzog Bender knapp (72.), brachte Lewandowski den Ball an Neuer vorbei und im Kasten unter, doch die Abseitsfahne war oben (74.). Das Geschehen spielte sich natürlich fast ausnahmslos in der Hälfte der Borussen ab. Petersen (89.) und Olic (90.+1) verfehlten das Ziel nur um Zentimeter.

Quelle: www.bvb.de


05.11.
5:1 - Fußballfest zum Abschluss der englischen
Wochen - Dortmund demontiert Wolfsburg
 
Borussia Dortmund hat die englischen Wochen mit einem berauschenden Fußballfest gekrönt! Am 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga, der siebten Partie binnen 23 Tagen, demontierte der BVB den VfL Wolfsburg mit 5:1 (2:0) und schob sich (zumindest bis Sonntag) auf den zweiten Platz in der Tabelle vor.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Von Müdigkeit keine Spur: Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK war Borussia Dortmund das bessere Team und führte bereits zur Pause nach Treffern von Götze (12.) und Kagawa (45.) verdient mit 2:0. Etwas überraschend gelang Wolfsburg durch Hleb der Anschlusstreffer (59.). Doch der BVB schlug im Stile eines echten Champions in Person von Bender (61.) und Lewandowski (66.) direkt eiskalt zurück. Kurz vor dem Ende erhöhte Götze mit seinem zweiten Treffer auf 5:1 (78.).

Ausgangslage:
Der BVB war seit fünf Spielen ungeschlagen, so lange wie kein anderes Team. Der Meister hatte in diesem Zeitraum 13 von 15 möglichen Punkten geholt und belegte den dritten Tabellenplatz. Wolfsburg notierte auf Rang zwölf und hatte nach elf Spieltagen in seiner Bundesliga-Historie noch nie so häufig verloren wie in dieser Saison (sechs Niederlagen).

Personalien:
Bis auf die am Knie verletzten Hitzlsperger und Lakic reiste der VfL in Bestbesetzung an. Beim BVB meldete sich Owomoyela ebenso einsatzbereit wie Bender, der im Vergleich zum Spiel gegen Olympiakos Piräus für Kehl in die Startelf rückte. Nach vier aufeinander folgenden Einsätzen in elf Tagen über 90 Minuten hatte BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp seinem Kapitän eine Schonzeit verordnet. Zudem stand Kagawa (für Perisic) neu in der Anfangself.

Taktik:
Borussia Dortmund kehrte vom 4-3-3 gegen Piräus zur gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung zurück, in der Bender und Leitner gemeinsam die "Doppelsechs" im defensiven Mittefeld bildeten. Davor sorgte das Trio Götze, Kagawa, Großkreutz für offensiven Wirbel. Wolfsburgs Trainer Felix Magath schickte seine Elf in einem 4-1-3-2-System aufs Feld.

Spielverlauf & Analyse:
Beide Mannschaften begannen verhalten und waren auf Ballkontrolle bedacht. So dauerte es acht Minuten bis zur ersten Torannäherung. Nach Vorarbeit von Großkreutz kam Kagawa im Strafraum zum Abschluss, traf den Ball aber nicht richtig. Wolfsburg machte in der 11. Minute zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Den harmlosen Kopfball von Chris konnte Weidenfeller jedoch mühelos aus der Luft pflücken (11.).

Trotz der intensiven Belastungen der englischen Wochen wirkte der BVB gedanklich und körperlich frischer als die Gäste aus Wolfsburg. Eine schnelle Kombination brachte die Dortmunder Führung: Nach einem Einwurf von Piszczek leitete Götze den Angriff ein. Über Leitner und Kagawa gelangte das Leder im Strafraum wieder zum Nationalspieler, der durch die Beine von Kyrgiakos zum 1:0 ins linke Toreck abschloss (12.). Götzes drittes Tor in der laufenden Saison!

Auch mit der Führung im Rücken agierten die Schwarzgelben weiter kontrolliert und versuchten beharrlich, mit ihrem Kurzpassspiel Lücken in die Wolfsburger Defensive zu reißen. Von den Gästen war in dieser Phase nichts zu sehen. Im Gegenteil. Die wenigen Tormöglichkeiten der Partie gehörten dem BVB. Einen Hammer von Schmelzer aus 30 Metern konnte VfL-Torwart Benaglio gerade noch um den Torwinkel lenken (25.), ein Abschluss von Großkreutz streifte Zentimeter links am Aluminium vorbei (31.).

Wie aus dem Nichts kamen die Gäste zu einer Riesenchance: Träsch eroberte im Mittelfeld den Ball von Großkreutz und steckte zu Mandzukic durch, der mit seinem trockenen Schuss den linken Außenpfosten touchierte (34.).

Ansonsten fielen die Gäste in dieser Phase vor allem durch ihre rüde Gangart auf. Träsch senste Bender an der Seitenlinie um und sah dafür die Gelbe Karte (40.). Zwei Minuten später traf Kyrgiakos bei einem Luftduell Subotic mit dem Ellbogen voll im Gesicht. Dortmunds Innenverteidiger wurde minutenlang behandelt und blieb zur Halbzeit in der Kabine (42.).

Dortmund behielt die Nerven und die Spielkontrolle und schlug im Stile einer echten Spitzenmannschaft noch vor der Pause zu. Bender jagte dem eingewechselten Hleb das Leder ab, kurvte über den halben Platz und passte zu Lewandowski, der direkt auf Kagawa weiterleitete. Alleine auf Benaglio zulaufend, behielt der Japaner die Übersicht und schob zum 2:0 ein (45.). Der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem dritten Saisontreffer Kagawas Kopf.

Der BVB setzte seine Spielweise nach der Pause weiter konsequent um und ließ den Gegner nicht zur Entfaltung kommen. Aufregung in der 56. Minute: Leitner drang über links in den Strafraum ein und wurde von Chris umgestoßen. Doch Schiedsrichter Dr. Drees versagte den fälligen Elfmeter. Dortmund suchte nun die Entscheidung: Lewandowskis Schuss aus kurzer Distanz wurde noch von einem gegnerischen Verteidiger abgeblockt (59.).

Die Ereignisse überschlugen sich. Auf der Gegenseite flankte Dejagah in den Strafraum zu Träsch, bei dessen Ablage Weidenfeller ausrutschte. So konnte Hleb vom Elfmeterpunkt ohne Mühe einschieben - 2:1 (59.). Der Jubel der Gäste währte keine zwei Minuten. Eine Ecke von Götze verlängerte Piszczek per Hinterkopf zu Bender, der unbedrängt aus drei Metern einnickte (61.). Es kam noch besser: Die Zuschauer hatten sich kaum vom Jubel erholt, als Kagawa mit einem Zuckerpass Lewandowski auf die Reise schickte. Der Torjäger lief alleine auf Benaglio zu, blieb ganz cool und lupfte das Leder zum 4:1 ins Netz (66.). Lewandowskis zwölfter Pflichtspieltreffer in dieser Saison brachte die endgültige Entscheidung.

Der Deutsche Meister drückte weiter. Piszczek spielte Götze im Strafraum frei, der den Ball zum zweiten Mal an diesem Nachmittag über die Linie drückte - 5:1 (78.). Laola-Wellen schwappten durch den SIGNAL IDUNA PARK. Wolfsburg hatte sich aufgegeben, der BVB noch nicht genug. Einen Schuss des eingewechselten Barrios parierte Benaglio in höchster Not ins Seitenaus (85.). Kurz darauf war Schluss.

Quelle: www.bvb.de


01.11.

1:0 gegen Piräus - Erster Saisonsieg in der Champions
League wahrt BVB die Chancen aufs Weiterkommen
 
Der Knoten ist geplatzt! Borussia Dortmund hat am vierten Spieltag der UEFA Champions League den ersten Sieg eingefahren. Das Rückspiel gegen Olympiakos Piräus gewannen die Schwarzgelben mit 1:0 (1:0) und schoben sich auf den dritten Platz in der Gruppe F vor.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Ausverkauftes Haus: 65.590 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK sahen eine schwungvolle Anfangsphase der Borussen, die durch ein Traumtor von Großkreutz früh in Führung gingen (7.). Der BVB war in der ersten Halbzeit über weite Strecken das bessere Team. Im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Teams weitgehend. Mit viel Einsatz und großer Leidenschaft machte der BVB den ersten Saisonsieg in der Champions League perfekt.

Ausgangslage:
Trotz phasenweise starker Auftritte belegte Borussia Dortmund mit nur einem Punkt aus drei Spielen den letzten Rang in Gruppe F (ein Unentschieden, zwei Niederlagen). Das Hinspiel vor 13 Tagen in Piräus hatte der BVB unglücklich mit 1:3 (1:2) verloren und benötigte unbedingt einen Sieg, um den dritten Platz von den Griechen (ein Sieg, zwei Niederlagen) zurückzuerobern.

Personalien:
Schlechte Nachrichten vor dem Anpfiff: Bender konnte wegen einer Verletzung am Sprunggelenk nicht mitwirken. BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp, der weiterhin auch auf die Dienste von Owomoyela verzichten musste, veränderte die Startelf im Vergleich zum Bundesligaspiel in Stuttgart (1:1) auf zwei Positionen: Leitner und Großkreutz rückten für Bender und Kagawa in die Mannschaft. Bei Piräus stand im Vergleich zum Hinspiel Megyeri anstelle von Costanzo zwischen den Pfosten, zudem war Fejsa (für Makoun) neu dabei.

Taktik:
Die personellen Veränderungen und die Ausgangslage hatten Auswirkungen auf die Taktik: Borussia Dortmund trat in einem offensiveren 4-3-3-System an. Für Jürgen Klopp hatte die taktische Disziplin trotzdem oberste Priorität. Kehl übernahm die Position des "Sechsers" vor der Abwehr, Götze und Leitner besetzten die Halbpositionen. Lewandowski als zentraler Stürmer wurde über die Außen von Großkreutz und Perisic unterstützt. Olympiakos-Trainer Ernesto Valverde ließ seine Mannschaft in einer defensiveren Ausrichtung auflaufen (4-1-4-1) .

Spielverlauf & Analyse:
Borussia Dortmund begann die Partie weit aufgerückt und setzte den Gegner mit schnellen Ballstafetten sofort unter Druck. Es waren noch keine drei Minuten gespielt, als Perisic nach schönem Pass von Götze den Ball am Elfmeterpunkt nicht richtig traf. Auch Großkreutz verfehlte eine Hereingabe von Perisic denkbar knapp (7.). Es ging in diesem Takt weiter. Götze dribbelte durch den Strafraum und legte mit viel Übersicht für Großkreutz auf. Der fasste sich ein Herz und nagelte den Ball aus 20 Metern mit dem Vollspann zum 1:0 ins Tor (7.). Großkreutz´ erstes Tor in der Champions League bescherte dem BVB die frühe, aber verdiente Führung.

Trotz des Rückstands standen die Gäste kompakt in der eigenen Hälfte und überließen den Borussen die Spielgestaltung. Die erste Chance durch Mirallas, der sich im Strafraum gegen Schmelzer durchgesetzt hatte, konnte Weidenfeller parieren (15.). Die Schwarzgelben setzten ihrerseits die taktischen Vorgaben weiter konsequent um und suchten kontrolliert den Weg nach vorne. Auch wenn der anfängliche Druck an Intensität verloren hatte, war der BVB in dieser Phase das überlegene Team mit den besseren Chancen. Einen Freistoß von Götze fischte Megyeri vor Hummels aus der Luft (23.). Auf der Gegenseite verschätzte sich Weidenfeller bei einem Freistoß von der linken Seite. Modesto konnte den Ball aus kurzer Distanz jedoch zum Glück nicht im Tor unterbringen (29.).

Nach einer halben Stunde kam Piräus besser ins Spiel und agierte nun zunehmend offensiver. Das Geschehen verlagerte sich ins Mittelfeld, Strafraumszenen waren in dieser Phase auf beiden Seiten Mangelware.

Das Spiel der Borussen hatte ein wenig von seiner anfänglichen Geradlinigkeit verloren. Aufatmen kurz vor dem Seitenwechsel: Bei einer Ecke wurde Weidenfeller beim Herauslaufen blockiert, Mellberg setzte seinen Kopfballversuch aus kurzer Distanz jedoch neben das Gehäuse (44.). Hummels hatte den Ball noch abgefälscht.

Nach der Pause gewann das Spiel an Intensität. Schiedsrichter Bezborodov (Russland) musste das Spiel wegen überhart geführter Zweikämpfte häufig Unterbrechungen. Beide Mannschaften probierten es in dieser Phase aus der Distanz. Djebbour prüfte mit einem strammen Schuss Weidenfeller kurz nach Wiederanpfiff (46.). Auf der Gegenseite parierte Megyeri zwei sehenswerte Versuche von Leitner aus jeweils 20 Metern (49. und 52.).

Beide Mannschaften agierten weiter kontrolliert und lauerten auf Möglichkeiten, die nur aus individuellen Fehlern resultierten. So sprintete Lewandowski mit hohem Einsatz zwischen eine zu kurz geratene Rückgabe von Holebas auf Torwart Megyeri, traf im Fallen aus spitzem Winkeln jedoch den Pfosten des freistehenden Tores. Nur Zentimeter fehlten zum zweiten Dortmunder Treffer (60.). Doch auch Djebbour, der sich bei einer Ecke gegen Großkreutz durchgesetzt hatte, verfehlte den Kasten von Weidenfeller denkbar knapp (63.).

Die Gemüter erhitzten sich zusehends. Zunächst verweigerte der Unparteiische einen Pfiff, als der durchstartende Lewandowski von Mellberg zu Fall gebracht wurde (71.). Dann kassierte Perisic nach einem Foul an der Seitenlinie die Gelbe Karte (74.). Zuvor war der Kroate nach tollem Sololauf erst von Mellberg im Strafraum geblockt worden.

Die Spannung war nun zu greifen. Die Borussen verlegten sich in der Schlussphase aufs Kontern und versuchten die Räume zu nutzen, die sich durch das offener geführte Spiel von Olympiakos boten. In der Nachspielzeit segelte ein Kopfball von Mellberg einen Meter über die Latte des Dortmunder Tores. Kurz danach war Schluss, der erste "Dreier" in der Champions League endlich unter Dach und Fach.

Quelle: www.bvb.de


29.10.

1:1 - Ullreich rettet dem VfB einen Punkt
Nur Piszczek lässt den Meister jubeln
 
Die Siegesserie ist unterbrochen. Am 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga trennte sich der Deutsche Meister mit 1:1 (1:1)-Unentschieden vom VfB Stuttgart, verpasste trotz drückender Überlegenheit zu Beginn und in weiten Teilen der zweiten Hälfte zwar den fünften Liga-Sieg in Serie, holte aber bei den heimstarken Schwaben durch den Treffer von Lukasz Piszczek zumindest einen wertvollen Punkt.
 
Aus Stuttgart berichten
Boris Rupert und Dennis-Julian Gottschlich


60.000 Zuschauer in der ausverkauften Mercedes Benz Arena, darunter 8.000 Schwarzgelbe, mussten eine Viertelstunde lang auf den Anpfiff warten, weil der Bus der Borussen im Stau stecken geblieben war. Sie sahen ab 15.45 Uhr eine Begegnung, die der Deutsche Meister zunächst deutlich dominierte, aber Mitte des ersten Durchgangs nach einem Freistoß durch Tasci das 0:1 hinnehmen musste. Ein Treffer, der Wirkung zeigte. Erst gegen Ende des ersten Durchgangs kam der BVB zurück ins Spiel und erzielte in der Nachspielzeit das 1:1 durch Piszczek. Die Schwarzgelben berannten in der zweiten Hälfte das Stuttgarter Tor, doch Ullreich rettete dem VfB das Remis.

Ausgangslage:
Fünfter gegen Zweiter. Das Spitzenspiel der elften Runde fand in Stuttgart statt. Die Schwaben hatten nur eins der letzten sechs Spiele verloren, die Borussen vier Mal hintereinander gewonnen. Die zweitbeste Offensive (Dortmund mit 20 Treffern) forderte die zweitbeste Heim-Defensive (Stuttgart mit nur drei Gegentoren im eigenen Stadion). Der direkte Vergleich sprach historisch für den VfB (nur in Bremen kassierte Borussia mehr Niederlagen), die Tendenz für den BVB, der drei der letzten fünf Gastspiele am Neckar gewonnen hatte.

Personalien:
Mit Delpierre, Pogrebnyak und Schieber fehlten auf Seiten der Gastgeber drei prominente Akteure. Der BVB musste neben Owomoyela (Muskelfaserriss) kurzfristig auch Kuba ersetzen, der über Rückenbeschwerden klagte. Im Vergleich zum Pokalspiel gegen Dresden gab es zwei Änderungen: Weidenfeller (für Langerak) und Perisic (für Großkreutz) standen in der Startelf. Gündogan war wieder im Kader und saß auf der Bank, auf der beim Anpfiff auch Barrios Platz nahm.

Taktik:
Beide Mannschaften begegneten sich aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, wobei sich die Spielanlage deutlich unterschied. Der BVB versuchte, sich durchs Zentrum zu kombinieren und überließ die Außenbahnen den nachrückenden Außenverteidigern, während die Mittelfeldaußen des VfB (meist Harnik und Okazaki) weit außen agierten. Das Spiel der Schwaben war auf Konter und auf Flanken von den Außenpositionen angelegt.

Spielverlauf & Analyse:
Nur drei Minuten waren gespielt, als Lewandowskis Schuss aus der Drehung vom Elfmeterpunkt am linken Pfosten landete, nur wenige Sekunden später flog Götzes Abschluss haarscharf am Stuttgarter Tor vorbei. Ebenso erging es Perisic, dessen Hereingabe von links keinen Abnehmer fand (5.) und Piszczek, der nach einer Ecke aus dem Rückraum abzog (7.).

Schwarzgelb wirkte zu Beginn wacher, doch dann kamen die Schwaben in die Begegnung. Weidenfeller parierte Okazakis Kopfball in der achten Spielminute sicher, nur eine Minute später verpasste Cacau freistehend am langen Pfosten eine scharfe Hereingabe von Harnik. Der BVB blieb jedoch zunächst am Drücker: Nach einer Schmelzer-Flanke von links konnte der sträflich allein gelassene Kehl seinen Flugkopfball nicht genügend kontrollieren. Perisic´ Freistoß aus zwanzig Metern stellte Ulreich nicht vor Probleme (20.).

Besser machten es dann aber die Schwaben: Hajnals Freistoß-Hereingabe fand mit Harnik einen Abnehmer am langen Pfosten, dessen Schuss landete am Aluminium, doch Tasci passte in der Mitte auf und staubte aus sechs Metern ab - 1:0 für die Gastgeber nach 22 Spielminuten. Nur zwei Minuten später die nächste große Chance für den VfB: Cacaus Kopfball landete knapp neben Weidenfellers Kasten.

Die Zuschauer in der ausverkauften Mercedes-Benz-Arena sahen ein munteres Spiel, in dem der BVB nach dem Gegentor zunächst geschockt wirkte und ins Hintertreffen geriet. Stuttgart spielte nun aus einer sicheren Defensive heraus und wusste durch schnelles Kombinationsspiel und gefährliche Flanken vor das Tor der Schwarzgelben zu überzeugen. Diese Drangphase war aber nicht von langer Dauer. Nach rund einer halben Stunde übernahm der BVB wieder das Kommando, Stuttgart machte die Räume dicht und beschränkte sich auf schnell vorgetragene Konter.

In der 37. Minute dann der nächste Aufreger: Götze fummelte sich im VfB-Strafraum gegen mehrere Gegenspieler durch, ehe er regelwidrig gesperrt wurde. Den fälligen Elfmeter verwehrte Schiedsrichter Manuel Gräfe der Borussia allerdings. Praktisch mit dem Pausenpfiff kam der BVB dann schlussendlich doch noch zum verdienten Ausgleich: Piszczek zog an der Mittellinie von rechts in die Mitte und leitete weiter auf Götze an der linken Seitenlinie, der wiederum am Strafraum ins Zentrum zog, auf Kagawa weiterleitete, der sieben Meter vor dem Tor völlig frei auf den mitgelaufenen Piszczek am rechten Pfosten passte: Dortmunds Nummer 26 schob ohne Probleme ein.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Jürgen Klopp zunächst Leitner für den angeschlagenen Bender ins Spiel, und der fand direkt gut ins Spiel: Nach 50 Minuten bediente er den in der Mitte freistehenden Kagwa, dieser zog aus zwanzig Metern ab und zwang Ullreich zu einer Glanzparade. Auch Weidenfeller musste sich schon früh in Hälfte zwei auszeichnen: Kuzmanovic hielt aus dreißig Metern aufs Tor - Borussias Nummer eins konnte mit den Fäusten klären (55.).

Kurz darauf aber die nächste Chance für Schwarzgelb: Lewandowski bediente wiederum Kagawa in halblinker Position, der ließ zwei Stuttgarter und dann auch noch Maza mit einer Finte aussteigen, zog in den Strafraum und stand frei vor Ullreich. Dann versprang der Ball jedoch, Kagawa konnte nicht richtig platzieren und sein Schuss landete über dem Tor (59.). Danach verflachte die Partie etwas, der BVB kontrollierte, konnte aber zunächst keine zwingende Chancen mehr herausspielen, Stuttgart beschränkte sich auch weiter aufs Konterspiel. Dies merkte auch Trainer Jürgen Klopp und brachte Barrios für Lewandowski (71.) und Großkreutz für Perisic (76.), um in der Schlussphase nochmals anzugreifen. Dies tat zunächst aber der VfB Stuttgart: Der eingewechselte Traore prüfte Weidenfeller mit einem fulminanten Schuss von der Strafraumgrenze, der konnte aber zur Ecke klären.

In einer rassigen Begegnung sahen die Zuschauer dann sieben Minuten vor Schluss die nächste Großchance: Großkreutz wurde 18 Meter vor dem Tor zu Fall gebracht, den folgenden Freistoß hämmerte Schmelzer flach unter der Mauer durch auf Ullreichs Kasten, der VfB-Keeper konnte jedoch parieren. Kurz darauf landete der Ball nach einer Ecke und Getümmel im Strafraum bei Götze, der aus sieben Metern abzog - Ullreich klärte abermals zur Ecke, die wieder für Gefahr sorgte: Subotic kam aus dem Rückraum zum Elfmeterpunkt gestürmt und drückte den Ball aufs Tor, wo wieder Ullreich in höchster Not auf der Linie klären konnte (86.). Eine heiße Schlussphase in der auch die letzte Chance dem BVB gehörte: Großkreutz tauchte nach feinem Götze-Zuspiel frei vor dem Tor auf, stand aber im Abseits.

Quelle: www.bvb.de


25.10.

2:0 - BVB stürmt ins DFB-Pokal-Achtelfinale -
Lewandowski und Götze treffen gegen Dynamo
 
Zweite Hürde gemeistert! Mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Dynamo Dresden hat Borussia Dortmund den Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals perfekt gemacht. In einem Spiel, das wegen Ausschreitungen von Dresdner Zuschauern mehrfach unterbrochen werden musste, waren Lewandowski und Götze mit ihren Treffern zur Stelle.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 73.100 Zuschauern im bestbesuchten DFB-Pokal-Zweitrundenspiel aller Zeiten, darunter etwa 10.000 aus Dresden, ging Borussia Dortmund durch ein Kopfballtor von Lewandowski in der 30. Minute verdient in Führung. Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der BVB souverän das Spiel, erspielte sich viele Chancen und schlug durch Götze erneut eiskalt zu (65.).

Ausgangslage:
Durch ein 4:3 nach Verlängerung gegen Bayer Leverkusen hatte Dynamo Dresden die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal erreicht. Der Zweitligist holte dabei einen 0:3-Rückstand auf. Der BVB hatte in der ersten Runde mit 3:0 in Sandhausen gesiegt. "Die Ligazugehörigkeit hat nicht die geringste Aussagekraft", warnte BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp im Vorfeld der Partie eindringlich davor, den Tabellenzehnten der zweiten Liga zu unterschätzen.

Personalien:
Mit jenen zehn Feldspielern in der Startelf, die am Samstag 5:0 gegen Köln gewonnen hatten, ging Borussia Dortmund ins Pokalspiel. Lediglich im Tor gab es eine (abgesprochene) Änderung: Langerak durfte für Weidenfeller zwischen die Pfosten. Wieder im Kader standen Barrios und der zuletzt in der Liga gesperrte Perisic, nur Owomoyela und Zidan fehlten. Gäste-Trainer Ralf Loose musste auf Möckel und Müller verzichten.

Taktik:
Gegen die defensiv eingestellten Gäste, die sich bei Ballbesitz von Borussia Dortmund in einer 5-4-1-Grundordnung in der eigenen Hälfte einigelten und auf Konter lauerten, traten die Hausherren im bewährten 4-2-3-1 an. Dresden spielte dabei durchaus variabel und schaltete bei Ballgewinn auf ein offensiveres 4-4-3-System um.

Spielverlauf & Analyse:
Wegen des Verkehrschaos rund um das Stadion begann die Partie mit 15-minütiger Verzögerung. Als der Ball endlich rollte, überließen die Gäste die Spielgestaltung weitgehend dem BVB, der sich oft in der gegnerischen Hälfte festsetzte und nach der Lücke im engmaschigen Abwehrnetz suchte. Bei Balleroberung schalteten die in Weiß spielenden Dresdner blitzschnell um und tauchten in Person von Poté zum ersten Mal gefährlich vor dem Dortmunder Tor auf. Langerak konnte den Flachschuss aus kurzer Distanz im Nachfassen festhalten (7.).

Die Sachsen machten es Borussia Dortmund nicht einfach, indem sie ihre Abwehrreihen oft nach vorne verschoben und die Hausherren bereits im Mittelfeld in Zweikämpfe verwickelten. Die erste Dortmunder Torchance resultierte bezeichnenderweise aus einem Freistoß von Schmelzer, den Kehl im Strafraum verlängerte und den Bender knapp vor Dynamo-Torwart Hesl verpasste (17.). Auf der Gegenseite schnappte Langerak einen wuchtigen Distanzschuss von Solga sicher aus der Luft (20.).

Der BVB nutzte die Räume zunehmend besser und erspielte sich beinahe Möglichkeiten im Minutentakt. Hummels (23.), Großkreutz (24.) und Kagawa (28.) verfehlten das Tor nach tollen Kombinationen nur knapp. Bender probierte es mit Gewalt. Sein 30-Meter-Geschoss konnte Hesl noch mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken.

Bei der anschließenden Ecke von Götze setzte sich Lewandowski im Strafraumgedränge durch und köpfte den Ball zum 1:0 in die Maschen (30.). Sein elfter Pflichtspieltreffer in der Saison, der dritte im laufenden Wettbewerb!

Mit der Führung im Rücken kontrollierte der BVB das Spiel und suchte weiter beharrlich nach den Lücken in der gegnerischen Defensive. Von Dresden war kurz vor dem Pausenpfiff wenig zu sehen. Das Spiel war jetzt von vielen kleinen Unterbrechungen geprägt.

Im zweiten Durchgang waren gerade 15 Sekunden gespielt, als Kagawa seinen Teamkollegen Lewandowski geschickt in Szene setzte. Der Versuch des polnischen Torjägers aus zehn Metern ging jedoch über das gegnerische Gehäuse. Weil Gäste-"Fans" zum wiederholten Mal Feuerwerkskörper abbrannten, unterbrach Schiedsrichter Gagelmann die Parte.

Borussia Dortmund suchte nun die Entscheidung. Erst köpfte Lewandowski nach Flanke von Piszczek über das Tor (51.), dann probierte es Dortmunds Rechtsverteidiger aus spitzem Winkel selber. Hesl konnte Piszczeks Schuss in der 54. Minute jedoch ebenso abblocken wie kurz darauf Götzes Versuch (56.). Wieder war es Bender, der den Treffer schließlich einleitete. Dortmunds Mittelfeldstratege trieb das Leder durch die Dresdner Hälfte und spielte den mitgelaufenen Götze im richtigen Moment auf Strafraumhöhe an. Götze blieb vor der Südtribüne eiskalt und vollstreckte aus zehn Metern links vorbei an Hesl zum 2:0 (65.).

Die Gegenwehr der Gäste war gebrochen. Der BVB drängte auf den nächsten Treffer. Der eingewechselte Perisic schlenzte das Leder zunächst drüber (67.), dann konnte Hesl einen Kopfball des Kroaten mit einem Riesenreflex parieren (70.). Kurz darauf musste das Spiel erneut unterbrochen werden - im Dresdner Fanblock wurden wieder Knallkörper gezündet. Der Spielfluss war endgültig dahin. Kontrolliert spielte der BVB die letzten Minuten der Partie zu Ende.

Quelle: www.bvb.de


22.10.

5:0 - Einbahnstraßenfußball im Westderby -
Borussia Dortmund nimmt Köln auseinander
 
Die passende Antwort: Drei Tage nach dem Spiel in Piräus lässt Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga alle Zweifler verstummen! Im Westderby fertigte der BVB am zehnten Spieltag den 1. FC Köln mit 5:0 (3:0) ab und kletterte auf den zweiten Tabellenplatz.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

80.200 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK sahen Traumfußball der Schwarzgelben, die nach Treffern von Kagawa (7.), Schmelzer (25.) und Lewandowski (44.) bereits zur Halbzeit verdient mit 3:0 in Führung lagen. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte erneut der polnische Nationalspieler auf 4:0 (50.). Das Spiel lief nur in eine Richtung. Auch Kehl konnte sich mit seinem Kopfballtreffer noch in die Liste der Torschützen eintragen (66.).

Ausgangslage:
Der Tabellendritte traf auf den Zehnten. Die Kölner hatten neun ihrer 13 Punkte in den letzten vier Spielen geholt. Auswärts hatten sie in Hamburg (4:3) und in Leverkusen (4:1) gesiegt. Die Borussia hatte saisonübergreifend sieben ihrer letzten acht Heimspiele gewonnen. Die bisherige Bilanz gegen den 1. FC Köln unter Jürgen Klopp war makellos: Alle sechs Spiele hatte der BVB für sich entschieden (11:4 Tore).

Personalien:
Owomoyela, Barrios, Zidan und der gesperrte Perisic fehlten auf Seiten der Borussen. Im Vergleich zum Spiel in Piräus rückten Großkreutz (für Perisic) und Kehl (für Gündogan) in die Startelf. Kölns Trainer Stale Solbakken musste auf die Dienste von Novakovic, Geromel, Petit, Andrezinho, McKenna und Varvodic verzichten.

Taktik:
Beide Mannschaften agierten in einer 4-2-3-1-Grundordnung. Der BVB trat durch die Hereinnahme von Kehl, der gemeinsam mit Bender die "Doppelsechs" besetzte, zwar kompakter im Mittelfeldzentrum auf, stand jedoch wesentlich offensiver als die Gäste.
Spielverlauf & Analyse:
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Von Verunsicherung bei den Schwarzgelben nach der Niederlage in Piräus keine Spur: Sechs Minuten waren gespielt, als Hummels einen Dortmunder Angriff mit einem langen Ball über die gegnerische Viererkette einleitete. Großkreutz zog bis zur Grundlinie und legte das Leder mit viel Übersicht nach innen, wo Kagawa aus fünf Metern eiskalt zum 1:0 einnetzte (7.). Der zweite Saisontreffer des Japaners!

Das Spiel der Borussen zeichnete sich durch Dominanz, Passsicherheit und schnelle Kombinationen aus. Köln hatte nichts entgegenzusetzen. Kapitän Kehl, der kurz nach Anpfiff minutenlang behandelt worden war, kam nach Zuspiel von Götze zwei Mal in aussichtsreicher Position zum Abschluss. Seinen ersten Versuch fischte Rensing aus dem Winkel (15.), der zweite strich über die Querlatte (18.). Zuvor war Hummels, den Sereno im Kölner Strafraum klar am Arm gezogen hatte, von Schiedsrichter Dr. Brych ein berechtigter Elfmeter verwehrt worden (17.).

Trotzdem ließ der zweite Treffer nicht auf sich warten. Der starke Götze drang über rechts in den Strafraum ein, Bender setzte nach und spitzelte das Leder zu Schmelzer. Der Linksverteidiger fasste sich ein Herz und schlenzte den Ball von der Strafraumkante mit seinem rechten (!) Fuß zum 2:0 in den Winkel (25.). Mit regelrechten Jubelstürmen feierten die Mannschaftskollegen Schmelzer für seinen ersten (offiziell gewerteten) Treffer für den BVB.

Köln blieb weiterhin blass und hatte Glück, als Piszczek nach Vorlage von Götze noch knapp vorbeischoss (30.). Die Zuschauer sahen traumhafte Kombinationen des Deutschen Meisters. Piszczek bediente mit einem Pass durch die Nahtstelle der gegnerischen Defensive Bender, der das Leder direkt für Lewandowski auflegte. Aus kurzer Distanz ließ sich der Stürmer die Chance nicht nehmen und drückte den Ball über die Linie (44.). Die 3:0-Führung zur Halbzeit war auch in der Höhe verdient: 14:0 Torschüsse nach 45 Minuten sprachen Bände.

Der zweite Durchgang begann, wie der erste aufgehört hatte: Dortmund spielte, Köln schaute zu. Eine schnelle Kombination über den einwechselten Kuba (für Götze in die Partie gekommen) und Großkreutz nach einem zu kurz geratenen Abwehrversuch der Gäste vollstreckte Lewandowski aus zehn Metern eiskalt zum 4:0 (50.). Das siebte Saisontor des polnischen Stürmers!

Der 1.FC Köln brach auseinander: Sekunden nach Wiederanpfiff traf Kuba den Außenpfosten (51.). Auch Kehl verfehlte den Winkel mit seinem Schuss aus rund 20 Metern denkbar knapp (53.). Doch der BVB-Kapitän kam zu seinem verdienten Treffer: Hummels leitete mit einem langen Pass den nächsten Angriff ein. Kuba stoppt das Leder kurz vor der Grundlinie und legte butterweich für Kehl auf, der aus zehn Metern zum 5:0 einköpfte (66.).

Die Schwarzgelben schalteten mit der hohen Führung im Rücken nun einen Gang zurück, kontrollierten aber weiterhin souverän das Spielgeschehen. Köln schien nur noch um Schadensbegrenzung bemüht und konnte sich bei seinem Torwart Rensing bedanken, der in der 75. Minute vor dem Strafraum den heranstürmenden Kuba stoppte.

Weidenfeller auf der Gegenseite blieb bis zur 86. Minute beschäftigungslos, als er einen Distanzschuss von Podolski ins Seitenaus faustete. Kurz danach war Schluss. Die BVB-Fans feierten den vierten Bundesliga-Sieg in Serie.

Quelle: www.bvb.de


19.10. 

1:3 in Piräus- Borussia schlägt sich selbst
Borussia Dortmund ist in der Gruppe F der UEFA Champions League auf den letzten Platz abgerutscht. Am dritten Spieltag unterlag der BVB bei Olympiakos Piräus mit 1:3 (1:2) und muss das Rückspiel gegen den griechischen Meister in 14 Tagen im Signal Iduna Park unbedingt gewinnen, um Platz drei zurückzuerobern. Wie schon vor drei Wochen in Marseille schlug sich der Deutsche Meister selbst.
 
Aus Piräus berichtet Boris Rupert

Aus Sicherheitsgründen waren ein paar hundert der 33.296 Plätze im ausverkauften Karaiskakis-Stadion frei geblieben. Außerdem hatten es wegen des Generalstreiks zahlreiche der 1.600 erwarteten BVB-Fans nicht bis nach Griechenland geschafft. Sie sahen fast eine Kopie des Spiels in Marseille, als Holebas (8.) und Djebbour (40.) Patzer in der Deckung zu zwei Toren und einer 2:1-Pausenführung für Piräus nutzen. Lewandowski hatte für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt (26.). Modesto besiegelte in der 78. Minute die zweite Niederlage für den BVB im dritten Gruppenspiel.

Ausgangslage:
Beide Teams waren vor dem dritten Spieltag noch ohne Sieg. Die Griechen hatten knapp gegen Marseille und Arsenal verloren, die Borussen zumindest beim 1:1 gegen die Engländer einen Punkt ergattert. Um die Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde zu wahren, standen beide unter Siegzwang. "Entweder wir fangen heute an zu gewinnen oder in 14 Tagen. Sonst ist es zu spät", hatte Jürgen Klopp die Ausgangslage umrissen. Doch es ging nicht nur um die Achtelfinal-Chancen in dieser Partie, sondern auch um den durchaus wertvollen dritten Platz, der zumindest ein Überwintern im Europapokal (dann in der UEFA Europa League) garantiert.

Personalien:
Mit Torosidis und Yeste fehlten den Gastgebern zwei Stammkräfte. Auch Offensiv-Star Fuster, der drei der neun Saisontore in beiden Wettbewerben erzielt hatte, konnte nicht auflaufen. Der BVB musste auf Barrios (muskuläre Probleme) und Owomoyela (Faserriss) verzichten, hatte aber die Außenverteidiger Piszczek und Schmelzer wieder dabei. Auch Kagawa kehrte in die Startelf zurück, in der Gündogan erstmals bei einem Champions-League-Spiel stand. Hornschuh musste als 19. Spieler auf die Tribüne.

Taktik:
Beide Teams begegneten sich aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, wobei gerade Götze bei Dortmunder Ballbesitz weit ins Zentrum zog. Auf der anderen Seite war der umtriebige Mirallas nicht nur in der Mitte der offensiven Dreierreihe zu finden, sondern auch auf den Flügeln und manchmal sogar fast auf einer Höhe mit Djebbour, der einzigen nominellen Spitze der Gastgeber. Beim griechischen Meister agierten die Außenverteidiger, insbesondere Marcano auf der linken Seite, sehr offensiv, was den Borussen - wie beim 1:1 - durchaus Räume bot.

Spielverlauf & Analyse:
Borussias 56. Auftritt in der Königsklasse war von großer Dominanz geprägt - aber auch von Schwächen im Abschluss sowie in der Rückwärtsbewegung. "Auf diesem Niveau werden Fehler noch häufiger bestraft als in der Europa League oder in der Bundesliga", hatte Hummels vor dem Spiel gesagt. Und so war auch Borussias fünfter Gegentreffer in diesem Wettbewerb, der schon in der achten Minute fiel, durchaus zu verhindern gewesen. Bender hatte am Elfmeterpunkt eine Hereingabe zunächst weit nach außen geklärt. Doch niemand war beim aufgerückten Linksverteidiger Marcano, der ungestört flanken konnte. An der Fünfmeterlinie übersprang Holebas Schmelzer und köpfte unhaltbar für Weidenfeller ein.

Dieses 1:0 stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Denn bis dahin und auch danach war der Deutsche Meister tonangebend im gar nicht mal so lauten Karaiskakis-Stadion. Schon nach 22 Sekunden tauchte Kagawa im Strafraum auf, doch sein Schuss wurde zur Ecke abgewehrt. In der vierten Minute war Perisic nach einem Übersteiger durch, scheiterte aber an Torhüter Costanzo. Dann verlängerte Lewandowski mit dem Kopf genau auf Kagawa, der über den Keeper, aber auch über den Kasten lupfte (5.).

Der Japaner traf zehn Minuten später auch zum vermeintlichen 1:1 ins Netz, nachdem ihm Bender den Ball serviert hatte, doch Lewandowski stand knapp im Abseits. Schiedsrichter Nijhuis gab den Treffer nicht (15.) - und er gab auch nicht Elfmeter, als Götze nach einem Solo recht rustikal gebremst wurde (24.).

Kurz darauf durften die BVB-Fans aber endlich jubeln: Weidenfeller warf lang ab. Lewandowski spielte schnell weiter zu Götze, der vom rechten Flügel zurücklegte auf den an der Strafraumlinie lauernden Polen. Ballannahme mit links, trockener Schuss mit rechts ins lange Eck - 1:1 (26.). Es war Lewandowskis achter Pflichtspieltreffer in dieser Saison, sein erster in der Champions League.

Perisic hätte den Deutschen Meister in der 36. Minute sogar in Führung schießen können, als er auf dem linken Flügel durchgebrochen war. Doch Costanzo bekam noch eine Hand an den Ball.

Statt mit 2:1 ging es indes mit 1:2 in die Pause. Mirallas ließ Schmelzer stehen, Hummels konnte den Pass auf Djebbour nicht verhindern, rutschte dabei aus, während Djebbour Subotic mit einer schnellen Drehung stehen ließ und mit einem humorlosen Schuss ins linke Eck Weidenfeller zum zweiten Mal an diesem Abend das Nachsehen gab (40.). Kurz vor dem Pausenpfiff verfehlte Djebbour mit einem Seitfallzieher knapp das Tor. Es hätte also noch schlimmer kommen können für den BVB.

Zehn Minuten nach Wiederbeginn kam Leitner für Gündogan in ein Spiel, das jetzt recht zerfahren war. Götze haderte ein ums andere Mal mit dem recht großzügig leitenden Nijhuis, die Abwehr wirkte weiterhin nicht sattelfest, und nach vorne fehlte die Dominanz der ersten 45 Minuten. Stattdessen musste Bender viele Löcher stopfen. Niemand war bei Ibagaza, als dieser nach einem Freistoß zum Kopfball kam. Weidenfeller parierte (62.).

Auf der anderen Seite tauchte der Sekunden zuvor für Kagawa eingewechselte Kuba frei vor Costanzo auf - und schoss neben das Tor (66.). Die Borussen schafften es nicht, Druck aufzubauen, Freistöße in Tornähe zu erzwingen. Klopp wirkte nachdenklich in seiner Coaching-Zone. Er zog alle Register, beorderte den kopfballstarken Perisic ganz nach vorn, zog Lewandowski auf die "10" und stellte Götze auf den linken Flügel. Doch dieses Taktieren war Makulatur, als Ibagaza zwölf Minuten vor dem Ende einen Freistoß scharf nach innen zog, Modesto vor Schmelzer an den Ball kam und ihn zum 3:1 ins lange Eck einköpfte.

Quelle: www.bvb.de


14.10.
2:0 - Perisic trifft und fliegt - Owomoyela
macht den Auswärtssieg in Bremen perfekt
 
Borussia Dortmund ist mit dem größten anzunehmenden Ausrufezeichen in die zweite Hälfte der Hinrunde gestartet. Am neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der Deutsche Meister beim bisherigen Tabellenzweiten Werder Bremen in Unterzahl mit 2:0 (1:0) und übernahm zumindest bis morgen Rang zwei. Perisic und Owomoyela schossen den BVB zum dritten Sieg in Serie.
 
Aus Bremen berichtet Boris Rupert

40.600 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion - darunter gut und gerne 7.000 BVB-Fans - sahen eine Partie, die zäh begann und spektakulär endete. Mitten hinein in einer Bremer Drangphase erzielte Perisic das 0:1 (42.). Doch der Kroate musste nur zwei Minuten nach Wiederbeginn mit Gelb-Rot vom Platz. In Unterzahl köpfte Owomoyela den BVB nach einem der wenigen Entlastungsangriffe zum 2:0-Auswärtssieg.

Ausgangslage:
Zweiter gegen Sechster. Bestes Heimteam (vier Spiele, vier Siege) gegen die lange Zeit beste Auswärtsmannschaft des Vorjahres (elf Siege, Bundesliga-Rekord). Im direkten Vergleich waren die Hanseaten favorisiert: Werder gewann gegen keinen anderen Bundesligisten zuhause so häufig wie gegen den BVB (30 Siege), der in drei der letzten fünf Gastspiele im Weserstadion allerdings punkten konnte.

Personalien:
Mit Wiese, Arnautovic, Borowski, Boenisch und Silvestre fehlten einige prominente Namen auf Seiten der Norddeutschen, während die Westfalen beide Außenverteidiger ersetzen mussten: Neben Schmelzer fiel auch Piszczek wegen muskulärer Probleme aus. Löwe und - erstmals nach halbjähriger Verletzungs-Abstinenz - Owomoyela besetzten die Außenpositionen in der Viererkette, in die auch Subotic zurückkehrte. Der laufstarke Großkreutz kam als zusätzliche Absicherung ins Team.

Taktik:
Gleichwohl reihte Jürgen Klopp seine Mannschaft nicht wie häufig gegen einen Gegner, der mit einer "Raute" im Mittelfeld operierte, in Form eines "Tannenbaums" (4-3-2-1) auf, sondern beließ es beim bewährten 4-2-3-1 mit Großkreutz auf der rechten Seite im offensiven Mittelfeld.

Spielverlauf & Analyse:
20 Minuten lang tat sich wenig im Weserstadion, doch dann kamen die Aktiven auf Betriebstemperatur. Löwe prüfte Mielitz mit einem Distanzschuss. Der Bremer Torhüter konnte noch rechtzeitig beide Fäuste hochreißen und hatte Glück, dass Götzes Schuss wenig später am Kasten vorbei strich (24.).

Als wäre die letzte Saison nur ein "Alptraum" gewesen, steht Werder wieder für erfolgreichen Offensivfußball - und drückte nun aufs Tempo. Rosenberg (26.) und Pizarro (27.) zielten knapp vorbei, dann setzte sich Rosenberg auf dem linken Flügel durch, flankte nach innen, Pizarro drehte sich blitzschnell, Hummels klärte vor der Linie (30.). Der Ball wäre allerdings am Tor vorbei gegangen. In der 38. Minute geriet ein Klärungsversuch Weidenfellers zu einer unfreiwilligen Kopfballvorlage für Fritz, doch Löwe war rechtzeitig zur Stelle und klärte vor der Linie (38.).

Die Mannschaft mit den meisten Torschüssen in dieser Saison (142 vor dem Anpfiff) versuchte dagegenzuhalten in einer weitgehend ausgeglichenen Partie, in der Bremens Angriffe fast ausnahmslos über die linke Seite liefen, aber fast immer von Großkreutz, Bender und Owomoyela gestoppt werden konnten. Aus einer solchen Situation konnten sich die Schwarzgelben auch in der 42. Minute befreien. Weiter Ball auf Lewandowski, der sich gegen Naldo und Wolf behauptete, quer legte zu Bender, der den mitgelaufenen Perisic sah. Der Kroate angelte sich den Ball am linken Strafraumeck, ging noch zwei Schritte und nagelte ihn mit einer irren Wucht unter die Querlatte - 0:1, die zu diesem Zeitpunkt allerdings etwas überraschende Führung für den Deutschen Meister.

Der zweite Durchgang war keine 60 Sekunden alt, da kam es auf dem rechten Flügel zu einem folgenschweren Zweikampf: Perisic wollte gegen Sokratis klären, traf aber den Bremer offenbar am Fuß, und Schiedsrichter Meyer zeigte dem bereits verwarnten Kroaten die Ampelkarte. Der BVB musste also eine komplette Halbzeit in Unterzahl bestreiten und geriet unter Dauerdruck: Marin scheiterte an Weidenfeller (50.), Wolf schoss nach Pizarros Zuspiel freistehend über das Gehäuse (53.). Und in der 66. Minute wackelte das Gebälk bei Schmitz´ Lattenschuss. Der achte Alutreffer der Bremer in dieser Spielzeit. Die für ihre Effizienz gerühmten Bremer (bis dato beste Chancenverwertung) begannen zu hadern.

Doch zu selten gab es Entlastung wie in der 55. Minute, als Owomoyela flankte und Lewandowski mit dem Kopf nur knapp verfehlte. 20 Minuten vor dem Ende scheiterte Lewandowski nach einem Konter am herausstürzenden Mielitz. Doch aus dieser Szene resultierte eine Ecke, die Löwe hereinbrachte, Hummels Richtung Tor köpfte. Ein Bremer klärte auf der Linie. Wieder Ecke. Wieder Hummels, diesmal per Seitfallzieher. Owomoyela grätschte dazwischen und bugsierte den Ball ins Tor - das 0:2 stellte den Spielverlauf des zweiten Durchgangs fraglos auf den Kopf (71.).

Werder-Trainer Schaaf brachte zunächst den spielstarken Ekici für Abräumer Bargfrede (63., Fritz ging zurück), dann Stürmer Wagner für Abwehrmann Wolf (74.). Beim BVB kam Kehl für Gündogan. Mit Kampf und Leidenschaft und auch etwas Glück, beispielsweise als Owomoyela angeschossen wurde (84.), brachte der BVB den Vorsprung ins Ziel.

Quelle: www.bvb.de


01.10.

4:0 - Drei Tore, eine Vorlage: Lewandowski
schießt den BVB zum Sieg im Jubiläumsspiel
 
Drei Punkte zum Jubiläum: In der 1500. Partie seiner Bundesliga-Geschichte hat Borussia Dortmund den FC Augsburg mit 4:0 (2:0) besiegt. Zum Mann des achten Spieltags avancierte Lewandowski, der für den Deutschen Meister einen Treffer vorbereitete und gleich drei Mal selber traf.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK ging Borussia Dortmund durch ein Tor von Lewandowski verdient in Führung (30.). Kurz vor dem Seitenwechsel erhöhte der Stürmer mit seinem zweiten Treffer auf 2:0 (44.). Der BVB kontrollierte auch in der zweiten Hälfte das Spiel. Mit einem sehenswerten Lupfer erzielte Götze nach Vorlage von Lewandowski das 3:0 (75.). Drei Minuten später war der Pole wieder selber zur Stelle und machte mit seinem dritten Treffer den 4:0-Endstand perfekt.

Ausgangslage:
Mit einer ausgeglichenen Bilanz (drei Siege, ein Remis, drei Niederlagen) belegte der BVB Rang acht. Aufsteiger Augsburg war nach sieben Spielen noch sieglos. Doch Vorsicht: Der Tabellensechzehnte hatte schon vier Mal unentschieden gespielt und genau so viele Niederlagen wie der Meister kassiert.

Personalien:
Fünf Änderungen im Vergleich zum Spiel in Marseille: Löwe rückte für den verletzten Schmelzer (Faserriss im Oberschenkel) in die Mannschaft. Zudem ersetzten Santana, Gündogan, Kuba und Perisic nach den physischen und mentalen Belastungen der vergangenen Wochen Subotic, Kehl, Kagawa und Großkreutz. Die Gäste aus Augsburg mussten auf Verhaegh, Bah, Ndjeng, Hain, Mayer und Oehrl verzichten.

Taktik:
Trotz personeller Veränderungen agierte Borussia Dortmund im gewohnten 4-2-3-1-System. Gündogan besetzte neben Bender den offensiven Part auf der "Doppelsechs". Götze rückte zentral hinter die Spitze, Perisic und Kuba auf die beiden Außenpositionen. Die Gäste, in der Vorwoche noch in einem 4-4-2, agierten in einer variablen 4-1-4-1-Grundordnung. Mit der Hereinnahme von Callsen-Bracker (für Stürmer Rafael) versprach sich FCA-Trainer Jos Luhukay mehr defensive Stabilität.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB kam gut in die Partie und hatte durch Perisic seine erste Torchance. Von Lewandowski in Szene gesetzt, touchierte der Schuss des Kroaten das Außennetz (3.). Die nächste Gelegenheit hatte Hummels, dessen Kopfball von der Torlinie gekratzt wurde (10.). Augsburg machte es den Borussen nicht einfach: Der Aufsteiger verteidigte aggressiv gegen den Ball, schaltete blitzschnell um und kam zu guten Möglichkeiten. Zunächst probierte es Mölders mit einem Seitfallzieher im Strafraum (6.). Sechs Minuten später konnte Santana nach einem Missverständnis zwischen Weidenfeller und Hummels einen Lupfer von Mödlers in letzter Sekunde von der Torlinie ins Seitenaus köpfen.

Über einen kurzen Zeitraum neutralisierten sich beide Mannschaften. Auf dem Rasen geschah in dieser Phase wenig, bis Lewandowski zunehmend in den Blickpunkt rückte. Der Stürmer probierte es aus der Distanz (18./27.) und hatte Pech, als bei seinem strammen Schuss im Strafraum ein Verteidiger im Weg stand (26.). Doch sein Einsatz wurde belohnt. Götze und Lewandowski wirbelten die Augsburger Abwehr durcheinander. Das Leder landete auf Umwegen bei Lewandowski, der aus fünf Metern eiskalt zum 1:0 einnetzte (30.). Sein drittes Saisontor bescherte dem BVB die verdiente Führung.

Von Augsburg war nichts mehr zu sehen. Im Gegenteil: Der BVB drängte auf den zweiten Treffer. Jentzsch konnte das Leder gerade noch vor Perisic aus der Gefahrenzone fausten (33.). Vier Minuten später zog Götze in den Sechzehner und wurde von Davids zu Fall gebracht. Doch Schiedsrichter Rafati verweigerte dem BVB den fälligen Elfmeter. Aber Lewandowski ließ keine Zweifel aufkommen: Bei einem viel zu kurz geraten Abwehrversuch von Sankoh ließ sich der Pole nicht zweimal bitten und schob das Leder aus zehn Metern abgeklärt unten rechts ins Tor - 2:0 (44.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff hätte Götze fast noch erhöht, doch Jentzsch konnte den Schussversuch parieren.

Die zweite Halbzeit begann unglücklich: Gündogan touchierte den eingewechselten Werner im Strafraum. Der Unparteiische deutete sofort auf den Elfmeterpunkt - eine vertretbare Entscheidung. Sankoh schnappte sich den Ball, scheiterte aber an Weidenfeller, der den Ball mit einem tollen Reflex ins Seitenaus parieren konnte (48.). Der verschossene Elfmeter blieb über einen langen Zeitraum die einzige Offensivaktion der Gäste.

Denn Borussia Dortmund kontrollierte das Spielgeschehen und versuchte nachzulegen. Götze dribbelte sich über rechts durch die gegnerische Abwehr und scheiterte mit seinem Schussversuch erst an Jentzsch (62.). Der Torwart war schon längst bester Spieler der Gäste. Jedoch war auch er bei der nächsten Offensivaktion des Dortmunder Nationalspielers machtlos: Lewandowski schickte Götze über rechts, der das Leder ganz cool über Jentzsch hinweg zum 3:0 ins Tor lupfte (75.).

Der BVB spielte jetzt befreit auf. Einen kurz ausgeführten Freistoß flankte Götze in den Strafraum. Dort stieg Lewandowski höher als seine Gegenspieler und köpfte das Leder zum 4:0 ins Augsburger Tor. Sein drittes Tor an diesem Nachmittag!

In der 79. Minute hatten die Gäste erneut Glück, als Hosogai nach einem üblen Tritt gegen Löwe nur die Gelbe Karte sah. Kontrolliert spielte der BVB die letzten Minuten zu Ende. Nach einer einseitigen Partie war das Ergebnis letztlich auch in der Höhe verdient.

Quelle: www.bvb.de


28.09.
0:3 - BVB kämpft, trifft Pfosten und Latte und schlägt sich selbst
 
So ein Pech! Borussia Dortmund hat das erste Auswärtsspiel in der UEFA Champions League deutlich verloren. Am zweiten Spieltag der Gruppenphase unterlag der Deutsche Meister bei Olympique Marseille mit 0:3 (0:1). Die Franzosen führen die Gruppe F mit der optimalen Ausbeute von sechs Punkten aus zwei Spielen an und profitierten dabei vom Pech der Dortmunder Innenverteidiger. Dabei waren die Borussen auch in diesem Spiel die deutlich bessere Mannschaft.
 
Aus Marseille berichtet Boris Rupert

Offiziell 40.000 Zuschauer im ausverkauften, aber augenscheinlich nicht bis auf den letzten Platz gefüllten Tribünen des Stade Vélodrome, sahen eine Mannschaft, die Fußball spielte, und eine, die Tore schoss. Ayew und Remy bestraften Fehler von Subotic und Hummels eiskalt. Und als Schiedsrichter Eriksson dann auch noch ein Elfmetergeschenk verteilte, das Ayew dankend annahm, war die Partie 20 Minuten vor dem Ende mit 3:0 entschieden. Zuvor waren vorne sechs hochkarätige Chancen nicht genutzt worden, so dass der BVB erstmals seit 2003 (damals in Sochaux) wieder ein Auswärtsspiel im Europapokal verlor.

Ausgangslage:
Der erste Titelträger dieses Wettbewerbs überhaupt (1993) traf auf den ersten deutschen Champions-League-Sieger (1997). Mit Olympique Marseille und Borussia Dortmund standen sich zwei Mannschaften gegenüber, die in Europa Geschichte geschrieben haben. Die Franzosen waren mit einem 1:0-Sieg in Piräus in die laufende Gruppenphase gestartet, der BVB spielte gegen den FC Arsenal 1:1. Für die Borussen war es das achte Gastspiel in Frankreich, wo man bislang nur einmal (1997 in Auxerre, 1:0) gewinnen konnte.

Personalien:
Mit Bender und Schmelzer kehrten zwei Nationalspieler nach überstandenen Faserrissen ins Team zurück und ersetzten Gündogan und Löwe. Außerdem spielte Großkreutz für Perisic, so dass die gleiche Elf auflief wie beim ersten Gruppenspiel gegen Arsenal. Neben dem verletzten Zidan musste Löwe auf die Tribüne, da von den 20 mitgereisten Spielern nur 18 nominiert werden durften. Zudem fehlten Leitner und Owomoyela. Bei den Gastgebern fehlten Traoré, Gignac und Mbia.

Taktik:
Beide Mannschaften begegneten sich zunächst aus einer 4-2-3-1-Grundordnung. Bei eigenem Ballbesitz agierten Kagawa und Götze im offensiven Mittelfeld fast direkt nebeneinander, auch Großkreutz zog es nach innen, so dass die nachrückenden Außenverteidiger Platz für Vorstöße hatten. Gegen den Ball stellte der BVB zwei fast in einem Halbkreis angeordnete Viererlinien. Die zweite Reihe bildeten Götze (rechts) und Großkreutz auf den Außenpositionen, Bender und Kehl komplettierten diese in der Mitte. Kagawa gesellte sich dann zu Lewandowski, um die Zuspiele des Gegners früh zu stören. Mit dieser Taktik hielten die Borussen Ball und Gegner meist weit weg vom eigenen Tor. Früh stellte Marseille um auf ein 4-1-4-1. Doch Gefahr entstand zunächst nur nach individuellen Patzern...

Spielverlauf & Analyse:
... wie in der 20. Minute, als Subotic beim Versuch, sich aus der Abwehrkette zu lösen und den ballführenden Franzosen zu attackieren ausrutschte. Remy hatte Zeit und Platz, passte genau in den Lauf von Ayew, der aus 16 Metern abzog und Weidenfeller mit einem platzierten Linksschuss ins rechte Eck keine Abwehrchance ließ.

Dieser Rückstand war gleich doppelt bitter, denn abgesehen von einem Strohfeuer zwischen der 6. und 8. Minute, als nach Morels Flanke für Lucho Gonzalez das 1:0 auf dem Fuß lag, dieser aber freistehend in zentraler Position über den Ball trat, und Diawaras Kopfball nach einer Ecke, hatten die Schwarzgelben das Spiel eigentlich ganz gut im Griff. Nach einem langen Ball musste Torwart Mandanda Kopf und Kragen riskieren (8.). Und unmittelbar vor dem 0:1 besaß der Deutsche Meister gleich zwei Mal die Möglichkeit, selbst in Führung zu gehen.

Zunächst nahm Götze einen langen Ball von Schmelzer mit der Brust an, ließ im Strafraum Verteidiger N´Koulou aussteigen, scheiterte mit seinem Drehschuss aber am glänzend reagierenden Mandanda (19.). Und auch beim Nachschuss war Marseilles Torhüter auf dem Posten.

Es blieb bis zur Pause ein offenes Spiel. Nach Schmelzers Ecke hielt Piszczek den Fuß hin und stellte Mandanda vor eine weitere Bewährungsprobe. Hummels nahm den abgewehrten Ball volley und setzte ihn knapp über das Tor (36.). Auf der anderen Seite stand Torschütze Ayew plötzlich halblinks blank, doch Weidenfeller konnte dessen Schuss aus 14 Metern parieren (36.).

Unmittelbar nach dem Seitenwechsel hatten die gut 2.000 BVB-Fans mehrfach den Torschrei auf den Lippen. Zunächst wurde Kagawa, als er vom Elfmeterpunkt abziehen wollte, noch vom Ball getrennt (46.), und dann hatte Götze zwei Mal die Chance, den Ausgleich zu erzielen. Hummels erkämpfte sich am linken Flügel den Ball, Großkreutz flankte butterweich nach innen, Diarra verlängerte mit dem Kopf auf Götze, der blitzschnell reagierte, aber mit seinem Schussversuch am Pfosten scheiterte (50.). 60 Sekunden später erneut ein dicker Patzer von Marseilles Hintermannschaft, der Götze freie Bahn verschaffte. Der Borusse ließ noch einen Abwehrspieler aussteigen, scheiterte aber an Torhüter Mandanda, der den Winkel geschickt verkürzte.

Es war ein leidenschaftlicher Kampf, den die Schwarzgelben ablieferten. Doch sie schlugen sich selbst. Hummels köpfte einen langen Ball der Franzosen genau in den Lauf von Remy, der eiskalt abzog und am chancenlosen Weidenfeller vorbei zum 2:0 traf (62.). Doch damit nicht genug. Kurze Zeit später ließ sich Piszczek auf der rechten Abwehrseite einen sicher geglaubten Ball abluchsen, und den folgenden Zweikampf im Strafraum zwischen Kehl und Remy bewertete Schiedsrichter Eriksson als Foulspiel. Der Franzose war nach der leichten Berührung theatralisch gefallen. Ayew verwandelte das Geschenk vom Elfmeterpunkt zum 3:0 (69.).

Es spricht für die Schwarzgelben, dass sie trotz des hoffnungslosen Rückstands weiter nach vorne spielten. Artistisch geriet Mandandas Parade gegen Perisc´ Kopfball nach Kubas Flanke (70.). Beide waren neu im Spiel; auch Barrios kam noch. Er brachte einen Abpraller nach Subotic´ Freistoß nicht im Kasten unter. Die Abseitsfahne war aber auch oben (75.). Auch er hatte anschließend Alu-Pech, als er mit einem Kopfball die Querlatte traf (88.). 10:5 lautete am Ende das Chancenverhältnis - zugunsten des Verlierers...

Quelle: www.bvb.de


24.09.

90. Minute: Piszczeks Schuss ins Glück -
BVB gewinnt in letzter Sekunde 2:1 in Mainz
 
Mit dem ersten Auswärtssieg seit sieben Monaten meldet sich der Deutsche Meister zurück! Am siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann Borussia Dortmund beim 1. FSV Mainz 05 mit 2:1 (0:1) und ließ dem über weite Strecken guten Spiel in Hannover nun auch ein erfolgreiches folgen. Mit einem Treffer in letzter Minute sorgte Lukasz Piszczek für einen verdienten Sieg der Schwarzgelben.
 
Aus Mainz berichtet Boris Rupert

Vor 34.000 Zuschauern in der ausverkauften Coface-Arena, darunter gut 4.000 BVB-Fans, gingen die Gastgeber nach gut einer halben Stunde mit ihrem ersten und einzigen Torschuss in den ersten 45 Minuten durch Nico Müller in Führung. Borussia Dortmund dominierte das Geschehen, scheiterte aber wiederholt am überragenden Heinz Müller im Mainzer Tor, der erstmals machtlos war, als in der 64. Minute, als Perisic´ Schuss im rechten Eck einschlug. In der 90. Minute sorgte Piszczek mit seinem ersten Tor überhaupt für den BVB für drei Punkte!


Ausgangslage:
Als "Treffen in der Tiefgarage" hatte der "kicker" das Duell zweier Mannschaften überschrieben, die in der vergangenen Saison zu den großen Überraschungen gezählt und sich beim letzten direkten Aufeinander- treffen am zehnten Spieltag des Vorjahres als Spitzenreiter und Tabellenzweiter gegenüber gestanden hatten. Heute hieß es Dreizehnter gegen Elfter; beide hatten nach sechs Runden lediglich sieben Zähler auf dem Konto (Vorjahr 18 bzw. 15). Im direkten Vergleich hatte der BVB von den letzten acht Duellen nur eins gewonnen (letzte Saison in Mainz). Der FSV schoss nie mehr als ein Tor gegen die Borussia.

Personalien:
Ohne die verletzten Szalai und Allagui traten die Gastgeber an; Stieber und Svensson mussten auf die Bank. Beim BVB kehrten Götze und Kehl nach abgesessenen Sperren ins Team zurück und ersetzten da Silva und Kuba. Außerdem kam Löwe für den verletzten Schmelzer in die Mannschaft. Bender und Owomoyela waren noch nicht ganz fit und deshalb in Dortmund geblieben. Barrios zählte nach langer Verletzungspause erstmals in dieser Saison zum Kader.

Taktik:
Dem Dortmunder 4-2-3-1 stellten die Mainzer einen "Tannenbaum" entgegen: Vor der neu formierten Viererabwehrkette, in der Bungert gegenüber dem 1:3 in Kaiserslautern in die Innenverteidigung gerückt, Pospech von der linken auf die rechte Seite gewechselt und Linksverteidiger Fathi neu ins Spiel gekommen war, agierte eine defensive Dreierreihe mit Polanski, Baumgartlinger und Soto. Der FSV hatte somit nur drei Offensivkräfte auf dem Platz: Im 4-3-2-1 bekleideten die rochierenden Risse, Choupo-Moting und und Nico Müller die vorderen Positionen.

Spielverlauf & Analyse:
Mainz, seit vier Spielen sieglos, begann nicht nur nominell äußerst defensiv, sondern sah sich gegen spielstarke Borussen fast ausschließlich in die eigene Hälfte gedrängt. Von daher war der Führungstreffer von Nico Müller in der 33. Minute nicht nur kurios in der Entstehung, sondern er fiel völlig überraschend. Im Duell mit Risse schien Piszczek die Situation auf der rechten Abwehrseite bereits bereinigt zu haben. Der Pole spielte den Ball quer in den eigenen Strafraum, Müller wurde von Subotic geblockt, und die Gefahr schien schon gebannt, als der am Boden liegende Mainzer artistisch nachsetzte und praktisch aus dem Nichts zum 1:0 traf. Bezeichnenderweise war es der erste Torschuss der 05er überhaupt in diesem Spiel und - in diesem Fall leider - der Beweis dafür, dass keine andere Mannschaft in dieser Saison effektiver mit ihren Möglichkeiten umgeht als die Tuchel-Elf.

Denn das Geschehen stand eindeutig im Zeichen des Deutschen Meisters, der sich vor und nach dem Rückstand zahlreiche Chancen erspielte. Lewandowski zwang Heinz Müller im Tor nach neun Minuten per Kopf zu einer ersten Glanztat. Und auch gegen Kagawas Drehschuss aus 20 Metern war der Keeper auf dem Posten und wehrte ebenfalls zur Ecke ab (22.). Dann war es Gündogan, der im Strafraum den Ball nicht richtig traf, so dass dieser knapp am linken Pfosten vorbei trudelte (38.). Schließlich endete auch Lewandowskis Alleingang beim Mainzer Schlussmann. 4:1 Chancen und 5:0 Ecken zur Pause.

Auch nach dem Wechsel spielte sich das Geschehen weitgehend in der Mainzer Hälfte ab. Müller, der gegen die tief stehende Sonne schauen musste, klärte glücklich mit dem Fuß bei Perisic´ Hereingabe (50.), Götzes Schussversuch aus zwölf Metern wurde von drei Rotweißen geblockt (53.).

Sich hinter dem Tor von Weidenfeller aufwärmend, schickte der auf seine Einwechslung hoffende Barrios immer öfter Blicke Richtung Trainerbank - und sah in der 64. Minute, wie Perisic einen Ball von der rechten Seite annahm, Pospech ins Leere laufen ließ und von der Strafraumkante mit einem trockenen Rechtsschuss ins linke Eck zum hoch verdienten 1:1 traf.

Und statt Barrios kam zunächst Leitner zu seinem Bundesliga-Debüt. Er ersetzte den fleißigen Kagawa (70.). Fünf Minuten später durfte der so schmerzlich vermisste Torjäger dann aber doch ran. Barrios kam für Lewandowski. Das in einer Phase, als der BVB zwar weiterhin optisch deutlich überlegen agierte, aber nicht mehr so druckvoll wie noch vor dem Ausgleich. Stattdessen kam Mainz noch zu einer Riesenchance durch Ivanschitz, die Weidenfeller vereitelte (83.).

Dann die 90. Minute: Pospech foulte Götze. Den fälligen Freistoß aus halblinker Position schoss Perisic scharf vors Tor, Müller wehrte weit ab. Aber nicht weit genug. Aus dem Hinterhalt kam Piszczek, hielt voll drauf und war bei seinem anschließenden Jubellauf nicht mehr zu stoppen...

Quelle: www.bvb.de


 18.09.

1:2 - Kagawas Führungstor reicht nicht -
Ya Konan und Haggui treffen Borussia ins Herz
 
Auch das erste Auswärtstor seit April brachte dem Deutschen Meister nichts ein. Am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga verlor Borussia Dortmund bei Hannover 96 mit 1:2 (0:0). Dabei hatten sich die Schwarzgelben nach Kagawas Treffer auf der Siegerstraße gewähnt, doch Haggui und Ya Konan drehten mit ihren späten Toren noch das Spiel.
 
Aus Hannover berichtet Boris Rupert

49.000 Zuschauer in der ausverkauften AWD-Arena, darunter 9.000 Anhänger der Schwarzgelben, sahen eine lange Zeit sehr konzentrierte Vorstellung des Deutschen Meisters, der deutlich feldüberlegen agierte und nach gut einer Stunde durch Kagawa hochverdient in Führung ging. Doch nach drei verletzungsbedingten Umstellungen konnte der BVB die Führung nicht über die Zeit retten und kassierte in der 87. Minute nicht nur das 1:1 durch Haggui, sondern zwei Minuten später sogar noch das 1:2 durch Ya Konan.

Ausgangslage:
Zehnter gegen Elfter lautete das Duell nach den Samstagspielen. Die Niedersachsen setzten auf ihre Heimstärke (sieben der letzten zehn Duelle gewonnen, nur eine Heimniederlage); die Borussen hatten die letzten vier Auswärtsspiele ohne eigenen Treffer beendet. Im direkten Duell war der BVB seit sechs Spielen (zuletzt drei Siege in Folge, davor drei Remis) unbesiegt. Mit acht Auswärtssiegen gegenüber sechs Unentschieden und sechs Niederlagen war die Bilanz der Borussen in Hannover positiv.

Personalien:
Mit Top-Stürmer Abdellaoue sowie Schulz fehlten auf Seiten der Gastgeber zwei Stammkräfte. Rausch, Pinto und Cherundolo erhielten nach dem Europa-League-Spiel am Donnerstag eine Pause, saßen auf der Bank. Schwerwiegender waren die Ausfälle beim BVB, der mit Bender und Kehl beide "defensive Sechser" sowie mit Götze und Barrios zwei weitere Top-Kräfte ersetzen musste. Jürgen Klopp änderte im Vergleich zum Spiel gegen Arsenal vier der fünf Mittelfeldpositionen: da Silva und Gündogan spielten für Kehl und Bender auf der "Doppel-Sechs", Kuba und Perisic für Götze und Großkreutz auf den Außenpositionen.

Taktik:
Hannover trat in einer 4-4-2-Grundordnung mit nominell offensiven Außen im Mittelfeld (Stindl, Stoppelkamp) an, die sich gegen den Ball gemeinsam mit den Sechsern Schmiedebach und Hauger zu einer zweiten Viererkette formierten, die erst zehn Meter in der eigenen Hälfte dazu antrat, den Gegner zu bekämpfen. Die Niedersachsen setzten ausschließlich auf schnelles Umschaltspiel und überließen den in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung angetretenen Borussen weite Teile des Spielfelds.

Spielverlauf & Analyse:
Von der torgefährlichsten Mannschaft der ersten halben Stunde (fünf Saisontore für Hannover) war lange Zeit nichts zu sehen. Zu dominant war der Auftritt des Deutschen Meisters, der im Stile einer Heimelf das Geschehen dominierte und Mitte des ersten Durchgangs 4:0 Torschüsse, 59 Prozent Ballbesitz und 61 Prozent Zweikampfgewinn verzeichnete. Die Frage, wie sich die mit den Kreativkräften Gündogan und da Silva besetzte Doppel-Sechs defensiv bewähren würde, stellte sich zunächst nicht, da sie im Rückwärtsgang bis zur 26. Minute unbeschäftigt blieb.

Erst da kam Hannover erstmals vor das Tor von Weidenfeller. Nach einem abgefangenen Angriff schaltete Stoppelkamp blitzschnell um, schlug einen weiten Diagonalpass auf Ya Konan, der aus halbrechter Position von der Strafraumgrenze abzog. Weidenfeller parierte, und Hummels blockte den Nachschuss Stoppelkamps ab.

Dass es zu diesem Zeitpunkt noch 0:0 stand, lag am aufmerksamen Zieler im Tor der 96er, der bei Flanken als auch auf der Linie einen starken Eindruck hinterließ und Brandherde im Keim erstickte. So war er aufmerksam zur Stelle, als Hummels nach da Silvas Freistoßflanke zum Abschluss kam (7.), er parierte gegen Lewandowski, der nach Gündogans Zauberpass auf und davon war, von Pogatetz aber noch entscheidend gestört werden konnte (13.). Zieler war auch bei Kubas scharfer Hereingabe vor Lewandowski am Ball (19.) und er zeigte eine wahre Glanztat, als der BVB per Konter auf dem Weg zum 1:0 schien: Piszczek erkämpfte sich am eigenen Strafraum energisch den Ball, setzte Kuba in Szene, sprintete auf den rechten Flügel, flankte präzise ans linke Strafraumeck, wo Perisic den Ball direkt abnahm, doch Zieler flog in die bedrohte Ecke und hielt auch diesen Ball (24.).

Es war ein intensives Spiel mit vielen, aber zumeist fair geführten Zweikämpfen auf recht seifigem Rasen, auf dem die Aktiven beider Mannschaften mit Standproblemen zu kämpfen hatten. Vor der Pause gab es noch zwei weitere Torraumszenen: Zunächst kam Kuba 14 Meter vor dem Gehäuse an den Ball. Der Pole versuchte es mit dem Rücken zum Tor mit einem Lupfer, weil er gesehen hatte, dass Zieler weit vor seinem Arbeitsplatz stand, aber der Keeper ging ganz

entschlossen raus, klärte am Elfmeterpunkt. Eine Nachschussmöglichkeit verhinderte Pogatetz gegen Lewandowski (39.). Auf der anderen Seite jagte Pander einen Freistoß aus 20 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (41.). Nach 45 Minuten standen 8:4 Torschüsse und 59% Ballbesitz für den BVB zu Buche, aber jetzt auch 405 Minuten ohne Auswärtstreffer.

Der BVB begann den zweiten Durchgang mit Löwe für Schmelzer, der verletzt in der Kabine geblieben war. Und Hannover, das einzige Team in dieser Saison ohne Treffer in der zweiten Halbzeit, schien die Zurückhaltung etwas abzulegen, kam durch Pander, der von der Grundlinie abzog, und Ya Konan (per Kopf) zu Torannäherungen.

Der Führungstreffer für Schwarzgelb lag mehrfach in der Luft, doch sowohl Perisic als auch Gündogan schlugen im Sechzehner jeweils einen Haken zu viel, statt den Abschluss zu suchen. Auf der anderen Seite war Weidenfeller zur Stelle, als Perisic Stoppelkamps Schuss gefährlich abgefälscht hatte.

Aus dieser Ecke für die Niedersachsen resultierte der Gegenangriff, der Borussia das erste Auswärtstor seit Anfang April (Kuba in Hamburg) bescherte: Lewandowski, der sich in dieser Szene verletzte und kurz darauf runter musste, steckte zu Kagawa durch. Der drehte sich um Pogatetz, verschaffte sich so freie Bahn und schlenzte den Ball über Zieler zum 0:1 ins Netz (63.).

Kurz darauf verpasste der eingewechselte Großkreutz die Vorentscheidung, als er an Kubas scharfe Hereingabe nicht mehr richtig ran kam und den Ball aus fünf Metern über das leere Tor setzte (72.).

Zehn Minuten vor dem Ende, als das Spiel auf Messers Schneider stand (Piszczek hatte soeben gegen Chahed das 1:1 verhindert), musste Klopp den dritten verletzungsbedingten Wechsel vornehmen: Santana kam für Hummels, der fast jeden Zweikampf gewonnen hatte.

Nachdem Haggui einen Freistoß von Pander noch an die Latte geköpft hatte (84.), rappelte es drei Minuten später: Ecke Pander, wuchtiger Kopfball Haggui - 1:1. Doch es kam noch schlimmer. Pinto bediente Ya Konan, der zog aus 17 Metern unhaltbar für Weidenfeller ab (89.). Sobiech sah zwar in der 90. Minute noch Rot, doch Sekunden später beendete Schiedsrichter Gagelmann das Spiel.

Quelle: www.bvb.de


13.09.
1:1 - Traumtor von Perisic belohnt BVB kurz
vor Schluss für eine überragende Leistung
 
Borussia Dortmund hat sich mit einem Last-Minute-Remis auf der großen europäischen Fußballbühne zurückgemeldet! Am ersten Spieltag der UEFA Champions League erreichte der BVB gegen den FC Arsenal London nach überragender Vorstellung ein mehr als verdientes 1:1 (0:1)-Unentschieden.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

65.614 Zuschauern im restlos ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen im ersten Durchgang eine tolle Vorstellung von Borussia Dortmund, bei der jedoch mehrere gute Möglichkeiten nicht verwertet wurden. Kurz vor der Pause nutzte Arsenal London den ersten Fehler der Dortmunder Defensive und ging durch ein Tor von Kapitän van Persie in Führung (42.). In der zweiten Halbzeit hatte es der BVB gegen das gut organisierte Spiel von Arsenal schwerer, steckte jedoch zu keinem Zeitpunkt auf und kam durch ein Traumtor von Perisic zum hochverdienten Ausgleich (88.).

Ausgangslage:
Arsenal ist Stammgast und hat in diesem Jahr durch zwei knappe Siege gegen Udinese Calcio zum 14. Mal in Folge das Ticket zur Königsklasse gelöst. In der englischen Premier League fuhr der Vorjahresvierte nach schwachem Start (1 Punkt aus 3 Spielen) am Wochenende gegen Swansea (1:0) seinen ersten "Dreier" ein. Borussia Dortmund war nach achteinhalb Jahren Abstinenz als Deutscher Meister automatisch für die Hauptrunde der Champions League qualifiziert.
Personalien:
Bei Borussia Dortmund fehlten weiterhin Barrios und Owomoyela. Im Vergleich zum Spiel gegen Hertha BSC Berlin standen zwei in der Bundesliga gesperrte Profis neu in der Startelf: Götze rückte für Kuba ins Team, Kehl für Gündogan. Arsenal London reiste mit Neuzugang Mertesacker, aber ohne den verletzten Ex-Borussen Rosicky an. Zudem standen Wilshere, Ramsey, Vermaelen, Diaby und Squillaci nicht zur Verfügung.

Taktik:
Jürgen Klopp ließ seine Mannschaft auch gegen das spiel- und kombinationsstarke Team von Trainer Arsene Wenger im bewährten 4-2-3-1-System agieren. Mit dem Duo Kehl/Bender trat der BVB im Zentrum insgesamt massierter auf. Arsenal begann in gleicher taktischer Grundordnung wie der Gastgeber. Kapitän van Persie war als agile Sturmspitze Dreh- und Angelpunkt des Londoner Offensivspiels.

Spielverlauf & Analyse:
Vorsichtiger Spielbeginn? Fehlanzeige! Nicht einmal fünf Minuten waren vorüber, als sich Gervinho im Strafraum gegen Hummels durchsetzte, beim Abschluss vom Dortmunder Verteidiger jedoch im entscheidenden Moment gestört werden konnte. Der BVB antwortete mit einem sehenswerten Gegenstoß, den Großkreutz nur nicht mit dem Führungstreffer krönte, weil ihm der Ball im Strafraum über den Fuß rutschte (5.).

Borussia Dortmund fand immer besser ins Spiel, setzte die Gäste aus London unter Druck und kam zu guten Torchancen. Hummels schickte Kagawa steil, der freistehend jedoch zu früh den Abschluss suchte und verzog (9.). Drei Minuten später nahm Götze im Mittelfeld Tempo auf und spielte Lewandowski frei, der Arsenals Torwart Szczesny umkurvte und direkt abzog. Zum Leidwesen aller BVB-Fans kratzte Sagna das Leder in letzter Sekunde noch von der Linie (12.). Die Riesenchance! Auch dem Distanzschuss von Großkreutz in der 18. Minute fehlten nur wenige Zentimeter.

Nach 30 Minuten Dortmunder Zauberfußball konnte Arsenal das Spiel kurzzeitig besser kontrollieren. Die beste Gelegenheit in dieser Phase hatte van Persies, dessen Schuss Weidenfeller mit einem guten Reflex zur Ecke lenkte (33.). Vor der Pause zogen die Schwarzgelben das Tempo wieder an. Immer im Mittelpunkt: Götze. So auch in der 39. Minute, als er Piszczek über rechts in den Strafraum schickte, dessen Flanke den Kopf von Lewandowski fand. Dem Versuch des Polen fehlte jedoch der Druck. Szczesny konnte den Ball mühelos aus der Luft pflücken.

Verkehrte Welt: Dortmund war das klar bessere Team, doch Arsenal ging in Führung. Nach einem Fehlpass von Kehl im Mittelfeld spielte van Persie Doppelpass mit Gervinho und ließ Weidenfeller bei seinem eiskalten Abschluss keine Chance - 0:1 (42.).

Den zweiten Durchgang begann der BVB personell unverändert und mit dem gleichen Elan: Die erste Gelegenheit hatte Piszczek, dessen Versuch aus 20 Metern jedoch deutlich über das Tor flog (53.). Zwei Minuten später zog Schmelzer nach Vorlage von Götze im Strafraum aus spitzem Winkel ab und verpasste den Ausgleich denkbar knapp.

Gegen die nun besser organisierten Gäste hatten es die Borussen zunehmend schwerer, sich zwingende Möglichkeiten zu erspielen. Zumal Arsenal vorne brandgefährlich blieb: Im Eins-zu-Eins-Duell mit Gervinho bewahrte Weidenfeller sein Team nur mit einer akrobatischen Einlage vor dem zweiten Gegentreffer (61.).

Borussia Dortmund steckte nicht auf und setzte immer wieder gute Aktionen nach vorne. Schmelzers scharfer Flanke in den Strafraum nach Zuspiel von Kuba fehlte am zweiten Pfosten nur der Abnehmer (74.). Die bis dato beste Chance zum Ausgleich hatte Subotic. Eine Ecke landete vor den Füßen des BVB-Verteidigers, der aus kurzer Distanz zum Abschluss kam. Irgendwie gelang es Arsenals Torwart, den Ball unter sich zu begraben (82.).

Kurz vor Abpfiff schlug der eingewechselte Perisic zu: Einen zu kurz geratenen Abwehrversuch nach einem Freistoß von Schmelzer nahm Perisic volley und hämmerte den Ball zum 1:1 in den Winkel (88.). Ein Traumtor, das dem BVB den hochverdienten Ausgleich bescherte! Kurz vor Schluss hatte Lewandowski sogar die Chance zur Führung, kam jedoch gegen Szczesny einen Tick zu spät an den Ball (90.).

Quelle: www.bvb.de


10.09.

1:2 - Die Serie ungeschlagener Dortmunder
Heimspiele endet an der Berliner Mauer
 
Die Serie ist gerissen: Nach 18 Heimspielen ohne Niederlage musste sich Borussia Dortmund am fünften Spieltag der Fußball-Bundesliga Aufsteiger Hertha BSC Berlin 1:2 (0:0) geschlagen geben. Gegen die kompakt agierenden Berliner suchte der BVB lange Zeit vergeblich nach einer Lücke im Abwehrnetz.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

80.720 Zuschauer im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen eine zähe erste Halbzeit, in der Borussia Dortmund kaum Lücken im gegnerischen Defensivverbund fand. Kurz nach dem Seitenwechsel gingen die Gäste durch ein Tor von Rafael in Führung (49.). Nach zwei Berliner Aluminium-Treffern besiegelte Niemeyer mit seinem Tor in der 81. Minute die erste BVB-Heimniederlage nach über einem Jahr. Kurz vor dem Ende gelang Lewandowski per Kopf noch der 1:2-Anschlusstreffer.

Ausgangslage:
Mit sieben bzw. fünf Punkten aus vier Spielen waren der Meister der ersten und der zweiten Bundesliga ordentlich in die Saison gestartet. Nur die Bayern hatten weniger Gegentore (1) als der BVB (2) kassiert. Die Berliner hatten nach fünf Spielen fast schon so viele Punkte wie in der kompletten Hinrunde der Abstiegssaison gesammelt (damals 6) und auswärts zwei Mal nach einem Rückstand noch gepunktet (in Hamburg und Hannover jeweils Remis).

Personalien:
Bei Borussia Dortmund fehlten die gesperrten Götze und Kehl sowie der verletzte Barrios. Bender, der die Länderspiele der A-Nationalelf wegen einer Sprunggelenksblessur abgesagt hatte, stand BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp zur Verfügung. Für Götze rückte im Vergleich zum Spiel in Leverkusen Kuba neu in die Startelf. Berlins Trainer Markus Babbel musste auf die Dienste von Neumann verzichten.

Taktik:
Das 4-2-3-1 mit nur einer echten Spitze, aber drei extrem offensiven "Mittelfeldspielern" hat sich beim BVB ebenso wie beim Gegner fest etabliert. Die Gäste interpretierten das System zu Beginn der Partie jedoch defensiver als die Hausherren. Insbesondere die beiden Mittelfeldaußen Ebert und Torun ließen sich bei Ballbesitz von Borussia Dortmund weit in die eigene Hälfte zurückfallen.

Spielverlauf & Analyse:
Gegen kompakt stehende Berliner hatten die Borussen zwar mehr Ballbesitz und Präsenz im Mittelfeld. Der schwarzgelbe Kombinationsfluss wurde jedoch zumeist an der gegnerischen Strafraumgrenze gestoppt. So blieben Dortmunder Torchancen zu Beginn Mangelware. Anders die Gäste: Bei Ballgewinn schaltete Hertha blitzschnell um und tauchte in der Anfangsphase drei Mal gefährlich vor dem BVB-Tor auf. Während die Torabschlüsse von Torun (3.) und Ramos (8.) noch weit am Kasten von Weidenfeller vorbeigingen, touchierte der zweite Versuch von Torun in der 16. Minute den Außenpfosten.

Bis zur ersten BVB-Chance dauerte es 18 Minuten. Nach einer gefälligen Kombination wurde Kagawa an der Strafraumgrenze von Großkreutz bedient. Der Schuss des Japaners flog aber ebenso knapp am Berliner Tor vorbei wie sein Kopfball nach einer Flanke von Piszczek (22.). Der BVB war feldüberlegen, tat sich aber weiterhin schwer, aus dem Spiel heraus zu Chancen zu kommen. Die bis dato beste Gelegenheit ergab sich aus einem Standard: Ein Freistoß von Gündogan aus 20 Metern konnte von Kraft noch aus der Ecke gefischt werden (28.). Der Hummels-Kopfball bei der anschließenden Ecke fiel dem Berliner Torwart genau in die Arme.

In einer insgesamt zähen Partie suchte die BVB-Offensivabteilung weiter nach der Lücke im Berliner Abwehrnetz und machte vor der Pause noch zweimal auf sich aufmerksam: Zunächst nahm Lewandowski das Leder nach einer misslungenen Abwehraktion von Ottl aus fünf Metern volley. Der Ball flog jedoch weiter über das Ziel hinaus (37.). Dann konnte Berlins Torwart einen Schussversuch von Großkreuz im Strafraum nach Vorarbeit von Schmelzer parieren (41.).

Die zweite Halbzeit begann mit neuer personeller Besetzung: Für Gündogan kam da Silva in die Partie. Die erste Szene gehört jedoch den Gästen. Rafael schnappte sich den Ball im Mittelfeld, marschierte durch die gesamte Dortmunder Hälfte auf Weidenfeller zu, der den ersten Schussversuch des Berliners noch abblocken konnte. Das Leder prallte jedoch unglücklich vor die Füße des mitgelaufenen Schmelzer und von dort zurück zu Rafael, der nur noch zum 0:1 einzuschieben brauchte (49.).

Dortmund versucht zu antworten, doch fast hätte Berlin nachgelegt. Subotic verschätzte sich bei einer Ebert-Flanke von der rechten Seite, Ramos jagte den Ball aus fünf Metern volley gegen die Latte (56.). Die Führung spielte den Gästen taktisch in die Karten. Sie zogen sich noch weiter in die eigene Hälfte zurück, ließen die Borussen anlaufen und lauerten auf Konter.

Gegen dieses Berliner Abwehrbollwerk packte Bender in der 71. Minute die Brechstange aus. Aus gut und gerne 25 Metern donnerte der Nationalspieler den Ball mit 92 km/h an den Querbalken. Die bis dato beste BVB-Chance! Auf der Gegenseite scheiterte der agile Rafael erneut am Aluminium. Weidenfeller hatte den Beinschuss des Berliners noch mit dem Knie entscheidend abgelenkt (78.).

Zehn Minuten vor dem Ende dann die Entscheidung: Nach einer Berliner Ecke konnte Dortmunds Torwart den Kopfball von Mijatovic noch entschärfen. Der Ball fiel jedoch vor die Füße von Niemeyer, der den Ball aus kurzer Distanz ohne Mühe zum 0:2 über die Linie bugsierte (81.).

Als Lewandowski nach einem Freistoß von da Silva mit dem Kopf doch noch der 1:2-Anschlusstreffer gelang (88.), wurde es wieder spannend. Der BVB drängte auf den Ausgleich. Piszczek rutschte Sekunden vor dem Abpfiff an einer Flanke im Strafraum vorbei.

Quelle: www.bvb.de


27.08.

0:0 - Stark erkennt Hummels´ Tor nicht an!
 
Achtungserfolg für den Meister in einem Skandalspiel! Titelverteidiger Borussia Dortmund trennte sich am vierten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 0:0 (0:0) von Vizemeister Bayer Leverkusen und blieb damit auch im fünften Jahr in Folge in der BayArena ungeschlagen. Zur Hauptperson avancierte Schiedsrichter Stark, der erst Kadlec, dann Götze vom Feld warf und Hummels´ Treffer nicht gab.
 
Aus Leverkusen berichten
Boris Rupert und Joshua Müller


30.120 Zuschauer in der ausverkauften BayArena, darunter 7.500 BVB-Fans, sahen eine spannende Partie, in der Leverkusen eine Stunde lang weitgehend überlegen agierte, sich aber selbst aus dem Rhythmus brachte: Nach Kadlec´ brutalem Foul an Götze agierte die Werkself ab der 64. Minute nur noch zu zehnt. Doch Schiedsrichter Stark stellte die Kräfteverhältnisse nur 13 Minuten später wieder her, als er Götze wegen vermeintlichen Nachtretens an Balitsch, der sich selbst wunderte, ebenfalls die Rote Karte zeigte. Zudem verweigerte er einem Treffer von Hummels die Anerkennung.

Ausgangslage:
Der Meister zu Gast beim Vizemeister! Beide Mannschaften waren mit jeweils zwei Siegen und einer Niederlage in die neue Saison gestartet. Bayer hatte seit dem 1:3 gegen den BVB am 14. Januar kein Heimspiel verloren (sieben Siege, ein Remis), Borussia seitdem nur noch zwei Mal in der Fremde gewonnen, zuletzt am 26. Februar in München. Im direkten Vergleich hatte der BVB nur eins der letzten acht Duelle gegen Bayer verloren; in Leverkusen waren die Borussen seit vier Jahren ungeschlagen.

Personalien:
Die Torhüter Adler und Giefer sowie Barnetta und Oczipka fehlten auf Seiten der Gastgeber, die mit der gleichen Elf antraten wie in der Vorwoche beim 1:0-Sieg in Stuttgart. Auch beim BVB gab es gegenüber dem 2:0 gegen Nürnberg keine personellen Veränderungen. Der Meister musste zwar weiterhin auf Barrios und Owomoyela verzichten, konnte aber auf die zuletzt angeschlagenen Bender, Götze und Kehl (Bank) zurückgreifen.

Taktik:
Die Borussia begann in der BayArena im gewohnten 4-2-3-1-System, wobei sich Ilkay Gündogan auf der offensiven Sechser-Position tiefer positionierte als noch im Heimspiel gegen Nürnberg. Der Gastgeber vertraute auf eine erprobte 4-2-1-3-Grundordnung mit zwei defensiven und einem offensiv ausgerichteten Mittelfeldspieler. Bei gegnerischem Ballbesitz ließen sich die Flügelstürmer Sidney Sam und Andre Schürrle ins Mittelfeld zurückfallen, um eine personelle Überzahl des BVB zu verhindern.

Spielverlauf & Analyse:
Beide Mannschaften wählten vom Anpfiff an ein hohes Tempo in ihren Aktionen. Schon in der Anfangsphase entwickelte sich so ein rassiges und intensiv geführtes Spiel - mit Vorteilen für die Gastgeber. Nicht zufällig verzeichnete Bayer die erste dicke Chance der Partie. Simon Rolfes schickte Andre Schürrle steil, doch Roman Weidenfeller entschärfte den strammen Schuss des Neuzugangs aus Mainz mit

einer Weltklasse-Parade (5.). Anschließend prüften Sidney Sam (13.) und Renato Augusto (14.) den BVB-Keeper, der sich über zu wenig Arbeit wahrlich nicht beklagen konnte. Auf der Gegenseite kam dagegen einzig Sven Bender zum Abschluss, Youngster Bernd Leno parierte jedoch sicher (15.).

5:1 Torschüsse standen nach 15 Minuten auf der Habenseite von Leverkusen, Dortmund hingegen hatte Probleme, die dicht gestaffelte Bayer-Hintermannschaft zu überwinden und zum Abschluss zu kommen. Und so ging es weiter fast nur in Richtung des BVB-Tores. Während Sams Schuss (22.) noch von Lukasz Piszczek abgeblockt werden konnte, ging Stefan Reinartz´ Kopfball mit Wucht auf den Dortmunder Kasten. Doch wieder klärte der glänzend aufgelegte Weidenfeller die Szenerie mit einem großartigen Reflex (24.).

Und die starke Aktion des BVB-Schlussmannes schien seine Kollegen aufzurütteln. Die Borussen versuchten nun die Kontrolle an sich zu ziehen und etwas Tempo aus dem Spiel zu nehmen. Dies gelang auch, nur Chancen sprangen weiter nicht dabei heraus. So blockte Ömer Toprak Robert Lewandowski bei dessen Sololauf auf den Bayer-Kasten, bevor der BVB-Stürmer in den Strafraum eindringen konnte (28.) - es blieb bis zur Pause dennoch die gefährlichste Szene der Borussia.

Besser - weil zielstrebiger - machte es Leverkusen, das in der 40. Minute die dritte große Chance zur Führung hatte. Kießling hatte sich mit einer feinen Drehung von Neven Subotic gelöst, doch auch er fand in Weidenfeller seinen Meister. Und als der Ball dann schließlich im BVB-Kasten landete, zählte der Treffer nicht. Denn Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte längst zur Pause gepfiffen, als Renato Augusto aus 45 Metern Maß nahm und Weidenfeller überwand. Dennoch protestierte der Brasilianer lautstark und sah dafür zu recht die gelbe Karte. Zuvor war bereits Michal Kadlec verwarnt worden, nachdem er Mario Götze in die Hacken gestiegen war. Dennoch lieferten sich beide Teams eine überaus faire Begegnung.

0:3 Chancen, 5:11 Torschüsse - mit dieser Bilanz ging es für den BVB in die Kabine. Doch in der entscheidenden Rubrik, bei den Toren, stand es nach 45 Minuten noch 0:0. Die zahlreichen schwarzgelben Fans in der BayArena konnten trotz der Leverkusener Überlegenheit weiter auf einen dreifachen Punktgewinn hoffen.

Personell unverändert schickten die Trainer Jürgen Klopp und Robin Dutt ihre Mannschaften in die zweite Hälfte. Und das Geschehen der ersten 45 Minuten wiederholte sich: Wieder erwischte Leverkusen den besseren Start, wieder war bei Weidenfeller nach einer hohen Hereingabe Endstation für die Angriffsbemühungen der Bayer-Elf (48.).

Dann endlich kam auch der BVB zu seiner ersten gefährlichen Torgelegenheit. Ein schöner Konter über Hummels, Großkreutz und Schmelzer endete bei Kagawa, der Toprak per Hacke ausspielte, dann jedoch seinen Drehschuss etwas zu hoch ansetzte (53.). War das das Startsignal für die Dortmunder Offensive?

Das Bemühen war den Dortmunder nicht abzusprechen. Schon in den ersten 45 Minuten waren sie mehr gelaufen als der Gegner (58,8 Kilometer - 55,60 Kilometer), und dieser Trend setzte sich auch in der zweiten Hälfte fort.

Immer wieder stießen die Borussen jetzt in Lücken, eine davon nutzte Kagawa nach einem Hackenpass von Lewandowski. Doch Leno behielt gegen den frei vor ihm auftauchenden Japaner die Nerven und pflückte dem Dortmunder den Ball vom Fuß. Es blieb beim 0:0 - auch weil Schürrle einen Freistoß nach Augusto-Schwalbe in die Mauer setzte.

Als dann der bereits verwarnte Kadlec überhart gegen Götze einstieg (65.), blieb Schiedsrichter Wolfgang Stark keine Wahl. Anstatt Gelb-Rot gab es glatt Rot für den Leverkusener Linksverteidiger, der seine Elf damit erheblich schwächte.

Keine zwei Minuten hätte die Borussia in Führung gehen müssen. Nach einer Flanke von den rechten Seite kam der eben erst eingewechselte Ivan Perisic zum Abschluss, doch Leno parierte artistisch (67.). Die Vorzeichen hatten sich plötzlich komplett gedreht. Jetzt spielte nur noch Dortmund - und Dutt reagierte, indem er den offensiven Augusto durch den defensiven Hanno Balitisch ersetzte.

Doch Dortmund blieb am Drücker, kam durch Götze zur nächsten Möglichkeit. Der Dortmunder Edeltechniker stand jedoch bei Gündogans feinem Steilpass knapp im Abseits (71.). Fünf Minuten später hatte Kagawa Leno überwunden, doch bevor der Ball über die Linie kullern konnte, kratzte ihn ein Leverkusener ins Toraus. Das Remis - nun war es aus Leverkusener Sicht schmeichelhaft.

Das vorher schon hochdramatische Spiel fing nun endgültig Feuer, die Emotionen kochten hoch - und der nächste Spieler flog vom Platz. Diesmal erwischte es Götze, der gegen den heftig einsteigenden Ballitsch nachgetreten haben sollte (77.). Doch Dortmund blieb das bessere Team, und Klopp dachte gar nicht daran, seine Elf defensiver aufzustellen.

Für den entkräfteten Kagawa kam Jakub Blaszczykowski (81.), der Pole sollte noch einmal Dampf machen und dem Spiel die entscheidende Wende geben. Und keine zwei Minuten später zappelte der Ball im Netz der Leverkusener. Doch dann der Schock für die BVB-Fans: Schiedsrichter Stark gab den Treffer von Hummels nach einem Gündogan-Freistoß nicht, schickte den protestierenden Co-Trainer Zeljko Buvac auf die Tribüne - und ließ den Freistoß ein weiteres Mal ausführen. Wieder landete der Ball bei Hummels, diesmal ging er jedoch um Zentimeter am Tor vorbei.

Und weiter ging´s in einer Partie, die nun an Dramatik endgültig nicht mehr zu überbieten war. Leverkusen konterte, doch Subotic warf sich bravourös in die Schussbahn von Balitsch und verhinderte den Rückstand (84.). Beide Teams agierten nun mit offenem Visier und mobilisierten noch einmal ihre Kräfte. Tore wollten jedoch nicht mehr fallen. Es blieb beim Remis, das zweifellos zu den besseren 0:0 der Liga-Geschichte zählte.

Quelle: www.bvb.de


20.08.

Lewandowski und Großkreutz treffen gegen starken "Club"
 
Borussia Dortmund ist im Signal Iduna Park eine Macht! Mit einem 2:0 (0:0) über den 1. FC Nürnberg feierte der Deutsche Meister seinen fünften Heimsieg hintereinander und baute seine Serie auf 18 Heimspiele ohne Niederlage aus. Lewandowski und Großkreutz schossen die Tore gegen einen starken Gegner, der Schwarzgelb alles abverlangte.
 
Es berichtet Boris Rupert

Weil Nürnberg kurzfristig 3.500 Karten zurückgeschickt hatte, blieben 2.300 Plätze im erstmals seit November 2010 nicht ausverkauften Signal Iduna Park leer. Die 78.400 Zuschauer sahen ein intensives, gleichwohl diszipliniert geführtes Spiel beider Mannschaften, in der die Borussia ihre zweite Torchance zum ersten Treffer nutzte: Lewandowski erzielte in der 50. Minute das 1:0. Für die Entscheidung sorgte Großkreutz zehn Minuten vor dem Ende.

Ausgangslage:
Beide Mannschaften waren mit einem Sieg und einer Niederlage in die Saison gegangen. Nürnberg gewann in Berlin und verlor zu Hause gegen Hannover, der BVB startete mit einem Heimsieg gegen Hamburg sowie einer Auswärtsniederlage gegen Hoffenheim. Bei keiner anderen Bundesligamannschaft verlor Nürnberg häufiger als in Dortmund (20 Niederlagen). Der letzte Sieg datierte aus November 1990.

Personalien:
Nürnberg musste neben Keeper Schäfer, der durch Liga-Debütant Rakovsky ersetzt wurde, auf Didavi, Nilsson, Frantz sowie Zeitz verzichten. Beim BVB waren Barrios, Owomoyela, Koch und Bakalorz nicht dabei. Schmelzer und Subotic kehrten nach überstandenen Verletzungen in die erste Elf zurück. Santana musste auf die Bank, Löwe gemeinsam mit Leitner gar auf die Tribüne, weil das Reglement nur sieben Reservisten zulässt. Der BVB begann fast mit der gleichen Elf, die am 30. April mit 2:0 gegen den gleichen Gegner die Meisterschaft gewonnen hatte. Lediglich der seinerzeit verletzte Kagawa (für den diesmal verletzten Barrios) sowie Neuzugang Gündogan (für da Silva, Bank) waren neu dabei.

Taktik:
Während der BVB aus einer klaren 4-2-3-1-Grundordnung agierte, waren beim FCN die Übergänge fließend: Bei Dortmunder Ballbesitz waren es zwei Viererketten, zwischen denen Simons als Sechser agierte und Pekhart in vorderster Front schon mit der Abwehrarbeit begann. Die Franken machten die Räume extrem eng, und wenn sich die Chance bot, schossen Cohen oder Feulner aus der vorderen Viererlinie heraus. Nach Balleroberung schwärmten Eigler (links) und Hegeler (rechts) weit nach vorne aus, so dass aus dem 4-1-4-1 ein 4-1-2-3 wurde.

Spielverlauf & Analyse:
Die Nürnberger spielten so, wie Jürgen Klopp es angekündigt hatte: extrem diszipliniert in der Verteidigung, blitzschnell umschaltend nach Ballgewinn. Zwar gehörten die ersten Szenen des Spiels den mit viel Elan startenden Borussen (Götze,

Großkreutz), doch die erste zwingende Chance erspielte sich der "Club" mit seinen pfeilschnellen, zugleich ballsicher vorgetragenen Kontern: So war im letzten Moment ein Abwehrbein dazwischen, als Pekhart nach Chandlers Flanke am Fünfmeterraum zum Abschluss kam (12.).

Bei hochsommerlichen Temperaturen (23 Grad im Schatten auf den Rängen, deutlich mehr als 30 Grad unten auf dem Rasen, wo kein Lüftchen wehte) entwickelte sich ein rasanter Schlagabtausch. Beide Mannschaften schlugen ein irres Tempo an, und schon Mitte des ersten Durchgangs lautete die Frage: Welches Team würde eher nachlassen? Bis dahin hatten die 22 Aktiven bereits knapp 60 Kilometer zurückgelegt und 98 Sprints absolviert.

Das disziplinierte Defensivverhalten auf beiden Seiten führte zu einer zwar intensiven Partie, die jedoch in Durchgang eins fast ohne Torraumszenen blieb. Erst in der 37. Minute mussten zunächst Weidenfeller, dann Rakovsky erstmals ihr Können unter Beweis stellen: Zunächst verschätzte sich Schmelzer im Laufduell mit Hegeler, der aus 25 Metern einen Heber ansetzte, doch Weidenfeller konnte parieren. Den Nachschuss setzte Hegeler am Tor vorbei. Im Gegenzug spielte Großkreutz Lewandowski im Strafraum an, der aus halblinker Position sofort abzog, aber Rakovsky war auf dem Posten. Mit 57% Ballbesitz und 54% Zweikampfgewinn ging es in die Pause.

Der BVB erwischte einen traumhaften Start in Durchgang zwei: Götze spielte Doppelpass mit Piszczek, legte den Ball am Fünfer quer, Lewandowski rauschte heran und nagelte den Ball mit voller Wucht unter die Latte des Nürnberger Tores. Das 1:0 in der 50. Minute war das dritte Tor des Polen im dritten Spiel hintereinander gegen diesen Gegner.

Warum die Franken in der vergangenen Saison auswärts fünf Mal nach einem 0:1-Rückstand punkten konnten, zeigten sie postwendend. Unbeeindruckt vom Rückstand zog Pinola ab und zwang Weidenfeller zu einer Parade (51.). Die folgende Ecke köpfte Simons knapp am Tor vorbei.

Der Zwischenstand veränderte das Spiel: Nürnberg agierte offener und bot den Schwarzgelben Räume. Bender zog nach Götzes Zuspiel aus 25 Metern ab und verfehlte nur knapp (62.). Sekunden später bediente Kagawa Lewandowski, der frei vor Rakovsky auftauchte, den Ball aber nicht am glänzend reagierenden Schlussmann vorbei brachte.

Mit Kuba (ab der 66. Minute) und Perisic (72.) brachte Klopp frische Leute, denn der Erfolg gegen starke Gäste stand auf tönernden Füßen. Eine Co-Produktion dieses Duos hätte in Minute 75 beinahe die Vorentscheidung bedeutet, doch Perisic traf wie schon in Hoffenheim nur den Pfosten.

Nachdem der eingewechselte Wießmeier in der 78. Minute freistehend am Tor vorbeigeköpft hatte, fiel das erlösende 2:0. Gündogan erkämpfte sich an der Mittellinie den Ball, Großkreutz marschierte fast über den halben Platz, wurde dabei nicht angegriffen und zog dann aus gut 25 Metern ab. Klose fälschte den Schuss so unglücklich ab, dass sich daraus eine Bogenlampe entwickelte, die sich unhaltbar für Rakovsky unter die Latte senkte (80.).

Quelle: www.bvb.de


13.08.

0:1 in Hoffenheim:
Perisic trifft nur das Lattenkreuz
 
Borussia Dortmund hat am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga die erste Niederlage hinnehmen müssen. Der Deutsche Meister unterlag bei der TSG Hoffenheim mit 0:1 (0:1) und zahlte damit auch den Preis für die Länderspiel-Abestellungen unter der Woche. Kagawa und Götze kamen nicht auf Touren gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Gegner.
 
Aus Sinsheim berichten Boris Rupert
und Dennis-Julian Gottschlich


Gut 6.000 BVB-Fans hatten sich Karten für die 30.150 Zuschauer fassende und bis auf den letzten Platz ausverkaufte Rhein-Neckar-Arena sichern können. Sie sahen eine Hoffenheimer Elf, die den Spielstil der Borussia imitierte, lauf- und zweikampfstark auftrat und durch einen Freistoßknaller von Salihovic aus der achten Minute mit einer 1:0-Führung in die Kabine ging und diesen Vorsprung bis zum Schlusspfiff verteidigen konnte - auch weil Perisic´ Kopfball ans Lattenkreuz krachte.

Ausgangslage:
Nur eins der vorangegangenen sechs Ligaspiele hatte der BVB gegen die TSG gewinnen können. Auch die Auswärtsbilanz der letzten Monate war nicht positiv: Seit dem Sieg in München Ende Februar hatte es ein Remis und drei Niederlagen (u.a. auch in Hoffenheim) gegeben. Die Gastgeber hatte die letzten beiden Heimspiele der Saison 2010/2011 verloren.

Personalien:
Mit Ibertsberger, Jaissle, Sigurdsson, Vukcevic, Ibisevic und Weis fehlten den Gastgebern sechs namhafte Akteure, beim BVB waren mit Barrios, Subotic und Owomoyela drei Akteure aus der Meisterelf nicht dabei. Jürgen Klopp hatte sich die Entscheidung, wer beginnt, lange offen gelassen, da Kagawa ziemlich müde und Götze leicht lädiert von ihren Länderspielen zurückgekehrt waren. Letztlich ließ er beide von Beginn an ran.

Taktik:
Beide Mannschaften traten im in der Liga mittlerweile weit verbreiteten 4-2-3-1-Grundordnung an, wobei die Gastgeber auf den vier Offensivpositionen ständig rotierten, in der Rückwärtsbewegung die Räume extrem eng machten, den Ballführenden häufig mit zwei, teilweise drei Spielern attackierten. Götze spielte sehr weit innen, so dass die rechte Bahn defensiv wie offensiv ins Aufgabengebiet von Piszczek fiel.

Spielverlauf & Analyse:
Pünktlich um 15.30 Uhr pfiff der Unparteiische Deniz Aytekin aus Oberasbach die Begegnung im sonnigen Sinsheim an, und der BVB kam zunächst nicht so gut ins Spiel wie in der Vorwoche beim Duell mit dem Hamburger SV. Die Gastgeber aus Hoffenheim gestalteten die Anfangsphase druckvoll, setzten sich zunächst in der Hälfte der Borussia fest, und die Schwarzgelben mussten bei Firminos Distanzschuss an die Latte bereits das erste Mal tief durchatmen (6.). Auch danach machte die TSG weiter Druck, und so war es Salihovic, der die zahlreich angereisten BVB-Fans in der achten Spielminute zunächst zum Schweigen brachte. Sein direkt geschossener Freistoß aus fast 30 Metern in halbrechter Position landetet exakt im linken oberen Winkel des BVB-Tors - 1:0 für die Gastgeber, Roman Weidenfeller hatte keine Abwehrchance.

Trotz des frühen Rückstandes wirkte die Borussia wenig geschockt und versuchte nun ihrerseits, mit schnellem Kombinationsspiel Druck auf die Hoffenheimer Abwehr aufzubauen. Es entwickelte sich ein munteres und intensives Spiel, in dem der BVB immer wieder über die Außen mit Piszczek und Löwe versuchte, in den Strafraum von 1899 vorzudringen, zunächst jedoch ohne großen Erfolg. Die Hoffenheimer wussten die BVB-Angriffe mit klugem Stellungsspiel wirkungsvoll zu unterbinden und setzten ihrerseits immer wieder mit Kontern Nadelstiche. Besonders an der Passgenauigkeit mangelte es dem BVB - 34% Fehlpassquote in der ersten Hälfte sprachen eine deutliche Sprache.

Es dauerte bis zur 30. Minute, ehe die Zuschauer wieder eine gefährliche Torchance erleben durften. Jetzt jedoch direkt im Dreierpack: Zunächst fasste sich Kevin Großkreutz aus 25 Metern ein Herz und hielt mit einem strammen halbhohen Schuss auf den Kasten von Tom Starke, der aber auf der Hut war und den Ball glänzend zur Seite abwehren konnte. Nur eine Minute später war es wieder Borussias Nummer 19, die von der Strafraumlinie abzog - doch Starke war wiederum auf der Hut. Ein Santana-Kopfball nach Ecke von Löwe stellte den

Hoffenheimer Keeper nicht vor Probleme (33.). Kurz vor der Pause brachte dann eine strittige Entscheidung die Gemüter der Schwarzgelben in Aufruhr: Kagawa wurde im Strafraum von Vorsah zu Fall gebracht (43.), den fälligen Elfmeter verweigerte Aytekin dem BVB.

Auch nach der Pause wirkte der BVB zunächst nicht so frisch und ballsicher wie zuletzt. Es haperte weiter am sicheren Kombinationsspiel, und so war es wiederum Hoffenheim, das die erste Chance der zweiten Hälfte verzeichnete: Wie schon in Halbzeit eins zog Firmino aus halbrechter Position ab - Weidenfeller klärte glänzend zur Ecke (53.). Jürgen Klopp reagierte alsbald und brachte in der 53. Minute Kuba für den nach seinem Länderspieleinsatz unter der Woche müde wirkenden Götze, eine Minute später folgte Perisic, der Gündogan ersetzte (Großkreutz ging eine Position zurück). Und die beiden Neuen sollten sofort mehr Schwung ins BVB-Spiel bringen. 59 Minuten waren gespielt, als Kuba vom rechten Strafraumeck auf Perisic am linken Pfosten flankte, dessen Kopfball strich nur knapp am Gehäuse vorbei.

Der BVB baute nun immer mehr Druck auf, und auch die nächsten gefährlichen Szenen gingen auf das Konto von Neuzugang Ivan Perisic. Nach einer Löwe-Ecke kam er ungedeckt im Strafraum zum Kopfball - Pfosten (62.). Sekunden später war es wieder die Nummer 14, die nach wunderschöner Hereingabe von Piszczek aus sieben Metern abzog, aber an Starke scheiterte.

Danach ebbte das Spielgeschehen etwas ab und spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab. Keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend vor das Tor des Gegners vorarbeiten, der BVB biss sich regelrecht die Zähne an der Hoffenheimer Abwehr aus. 30150 Zuschauer, darunter auch Bundestrainer Joachim Löw, sahen eine kämpfende Borussia, der am heutigen Tage aber anscheinend die Mittel gegen gut gestaffelte Kraichgauer fehlten.

Gegen Ende der Partie waren es so auch wieder die Hoffenheimer, die für Torgefahr sorgten. Der eingewechselte Kaiser schoss nach einer Ecke aus 15 Metern knapp am linken Pfosten vorbei (83.), kurz zuvor hatte Mlapa bereits Hummels zu einer Rettungstat am eigenen Fünfmeterraum gezwungen.

Auch die Schlussoffensive der Borussia brachte keine Tore mehr: Sowohl Lewandowskis Drehschuss aus elf Metern (86.) als auch Kubas Schuss von der Strafraumkante strichen am Tor vorbei (88.).

Quelle: www.bvb.de


05.08.

3:1 - Neue Saison, bekannter Fußball: BVB lässt
Hamburg beim Eröffnungsspiel keine Chance
 
Der Deutsche Meister ist mit einem Sieg in die neue Saison gestartet! Zur Eröffnung der 49. Spielzeit der Fußball-Bundesliga gewann Borussia Dortmund am Freitagabend gegen den Hamburger SV hochverdient mit 3:1 (2:0).
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK spielte Borussia Dortmund, als hätte es die Sommerpause nicht gegeben: mit Tempofußball und sehenswerten Kombinationen. Die hochverdiente Führung erzielte Großkreutz in der 17. Minute. Einen Angriff wie aus dem Lehrbuch krönte Götze mit seinem Treffer zum 2:0 (29.). Borussia Dortmund spielte tollen Fußball und erhöhte kurz nach dem Seitenwechsel in Person von Großkreutz auf 3:0 (47.). Hamburg gelang zwar durch Tesche in der Schlussphase der Ehrentreffer (79.), insgesamt hatten die Gäste den Borussen aber wenig entgegenzusetzen.

Ausgangslage:
Der Deutsche Meister empfing den Tabllenachten der vergangenen Saison. Beide Mannschaften hatten ihre erste Pflichtspielaufgabe im Pokal erfolgreich erledigt: Der BVB siegte mit 3:0 in Sandhausen, der HSV mit 2:1 in Oldenburg. Den souveränen 2:0-Sieg seines Teams vor 16 Tagen gegen den Hamburger SV im Finale um den "Liga-Total-Cup" bezeichnete BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp im Hinblick auf das Kräftemessen in der Bundesliga als "Muster ohne Wert".

Personalien:
Mit Subotic, der wegen eines Faserrisses im Adduktorenbereich kurzfristig ausfiel, Barrios und Schmelzer fehlten drei Säulen aus der Meisterelf. Für Subotic rückte Santana in die Innenverteidigung. Zudem musste Jürgen Klopp auf die Dienste von Owomoyela, Koch und Bakalorz verzichten. Bei der Besetzung der Doppelsechs entschied sich der BVB-Trainer für das Duo Bender/Gündogan. Die Gäste aus Hamburg reisten ohne Bruma, Berg, Sala, Stepanek und Arslan an.

Taktik:
Die Hanseaten agierten wie die Westfalen in einer 4-2-3-1-Grundordnung. Der HSV trat jedoch insgesamt defensiver auf, da sich mit Petric zu Beginn die einzige Sturmspitze oft weit ins Mittelfeld neben Guerrero zurückfallen ließ. Auch der BVB agierte kompakt, brachte die Defensive der Gäste mit überfallartigen Angriffen immer wieder in Bedrängnis. Nach der Einwechslung von Perisic für Löwe (75.) rückte Großkreutz auf die linke Abwehrseite.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB begann die neue Saison, wie die alte geendet hatte: mit Kurzpassspiel und Hochgeschwindigkeitsfußball in der Vorwärtsbewegung. So dauerte es keine vier Minuten bis zur ersten Chance: Nach einem Sololauf über die linke Seite verpasste Lewandowski mit seiner Flanke Götze im Strafraum nur knapp. Obwohl Hamburg seine kompakte Ordnung nach rund zehn Minuten etwas lockerte, waren die Schwarzgelben das dominierende Team und agierten mit zunehmender Spieldauer immer zwingender.

Bei einem wuchtigen Distanzschuss von Kagawa aus rund 20 Metern wäre HSV-Keeper Drobny ohne Abwehrchance gewesen, das Leder verfehlte sein Ziel jedoch um Zentimeter (14.). Die nächste Chance ließ nicht lange auf sich warten: Einen Pass aus der eigenen Hälfte verarbeitete Lewandowski mit viel Geschick kurz hinter Mittellinie und passte zu Götze, der das Leder direkt zum mitlaufenden Großkreutz durchsteckte. Der zog mit viel Tempo vor das Hamburger Tor und legte eiskalt an Drobny vorbei - 1:0 (17.). Der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem ersten Tor neuen Saison Kopf!

Der BVB war haushoch überlegen und drängte auf den zweiten Treffer. Dabei stand Kagawa zwei Mal im Blickpunkt. Der Japaner scheiterte nach einem tollen Dribbling im gegnerischen Strafraum zunächst am Pfosten (25.), dann ging sein Abschluss nach Vorlage von Großkreutz um Haaresbreite am HSV-Tor vorbei (28.). Der nächste sehenswerte Angriff brachte das 2:0: Gündogan spielte Götze frei, der im Mittelfeld Tempo aufnahm und beim Doppelpass mit Lewandowski per Hacke wieder bedient wurde. Der Nationalspieler fackelte nicht lange und schob das Leder ins rechte Eck (29.). Das 2:0 war ein Tor wie aus dem Lehrbuch!

Der Zwischenstand war hochverdient. Hamburg fiel gegen die kompakte Ordnung der Borussen nichts ein. Der BVB spielte, als hätte es die Sommerpause nicht gegeben.

Bezeichnenderweise war das Spiel der Hanseaten von zahlreichen Querpässen geprägt. Auch die letzte Möglichkeit vor dem Seitenwechsel gehörte den Hausherren. Nach sehenswertem Angriff über Lewandowski und Götze scheiterte Gündogan nur knapp (45.).

Wie so häufig in der vergangenen Saison kam der BVB auch jetzt mit viel Schwung aus der Kabine. Nach einem Doppelpass mit Bender legte Götze im Strafraum für Großkreutz auf, dessen Schuss von Drobny zunächst noch geklärt werden konnte. Vor den Augen "seiner" Südtribüne stocherte Großkreutz den Abpraller jedoch zum 3:0 über die Linie (47.): Doppelpack! Die Zuschauer sahen traumhaften Fußball, daher war die 3:0-Führung auch in der Höhe verdient.

Der BVB agierte abgeklärt im Stile eines echten Champions. Die Schwarzgelben ließen das Leder sicher durch die eigenen Reihen laufen, um immer wieder gut dosierte Angriffe zu fahren. Hamburg konnte lange Zeit nichts entgegensetzen und schöpfte nach dem 3:1-Anschlusstreffer durch Tesche (79.) nur kurzzeitig Hoffnung. Zu dominant trat der BVB an diesem Abend auf, zumal Lewandowski vier Minuten vor dem Ende im Strafraum nur knapp an einer harten Hereingabe des eingewechselten Kuba vorbeirutschte.

Quelle: www.bvb.de


30.07.
Lewandowski und Kagawa treffen:
3:0 - BVB springt souverän in Runde zwei
 
Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde um den DFB-Vereinspokal. Mit einer starken Leistung übersprang der BVB die Hürde Sandhausen und gewann beim Drittligisten verdient mit 3:0 (1:0). In einer einseitigen Partie erzielten Robert Lewandowski (2) und Shinji Kagawa die Tore für den BVB, der in Runde zwei auf ein Heimspiel hofft. Gelost wird nächste Woche Samstag.
 
Aus Sandhausen berichtet Boris Rupert

11.300 Zuschauer im ausverkauften Hardtwaldstadions, darunter 6.500 Anhänger in Schwarz und Gelb, sahen Einbahnstraßenfußball der Dortmunder Borussia, die nach 45 Minuten höher als 1:0 durch den Treffer von Lewandowski hätte führen müssen. Zehn Minuten nach Wiederbeginn machte Kagawa mit einem technisch perfekten Treffer alles klar. Den Schlusspunkt setzte Lewandowski in der 90. Minute.

Ausgangslage:
Als einer der 32 besten Profivereine Deutschlands war Borussia Dortmund automatisch für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert, Drittligist SV Sandhausen erreichte sie durch den Sieg im badischen Pokal.

Personalien:
Mit Barrios (Faserriss im Oberschenkel), Schmelzer (Hüft- und Rückenprobleme), da Silva (Entzündung an der Patellasehne) und Owomoyela (Sehnenriss in der Hüfte) fehlten vier potenzielle Stammkräfte. Bei der Besetzung der Doppel-Sechs entschied sich der Trainer für das Pärchen Kehl/Gündogan, was nach Benders längerer Auszeit und Kehls Leistungen in den Testspielen allerdings keine große Überraschung war. Im offensiven Mittelfeld agierten Götze, Kagawa und Großkreutz. In Person von Glibo fehlte den Gastgebern ihr "Staubsauger vor der Abwehr".

Taktik:
Der Drittligist, der keine seiner letzten 25 Partien, darunter 14 Pflichtspiele, verloren hatte, igelte sich in einer 4-1-4-1-Grundordnung tief in der eigenen Hälfte ein. Wenn der BVB, der in der bekannten 4-2-3-1-Grundordnung antrat, Anlauf nahm in Richtung Tor, traf er auf ein Bollwerk: Neun Feldspieler deckten eine Tiefe von etwa 15 Metern ab und gestatteten den Borussen kaum ein Durchkommen. Diese versuchten, das Geflecht durch lange Ballpassagen, auch mal mittels Rückwärtsgang, aufzureißen.

Spielverlauf & Analyse:
Kaum einmal konnte sich der SV Sandhausen in den ersten 45 Minuten aus der Umklammerung des drückend überlegenen BVB (75% Ballbesitz) befreien, der einen traumhaften Start in dieses Spiel fand und bereits in der zehnten Minute das 0:1 erzielte: Kagawa lupfte auf Lewandowski, der viel Zeit hatte, den Ball anzunehmen und ihn aus elf Metern überlegt an Ischdonat vorbei ins linke Eck schob.

Der Pole stellte seine Torgefährlichkeit und seine gute Form mehrfach unter Beweis, unter anderem mit einem Fallrückzieher in der 14. Minute, wobei er sich den Ball selbst vorgelegt hatte. Auch bei den nächsten guten BVB-Angriffen stand Lewandowski im Brennpunkt: In der 21. Minute verpasste er eine - nicht exakt genug getimte - Kagawa-Hereingabe, dann war er zu überrascht, als Kagawa von rechts in den Strafraum eingedrungen war, Ischdonat "tunneln" konnte, aber am Leder vorbei segelte (29.).

Die Borussen hätten die Führung noch in Durchgang eins zwei weitere Male ausbauen können: Nach einem abgewehrten Gündogan-Freistoß hielt Götze aus 25 Metern per Vollspann drauf - es fehlten nur die berühmten Zentimeter (34.). Dann schlug Hummels einen langen Ball nach vorne, Lewandowski lief Pischorn davon und allein auf Ischdonat zu, doch der Keeper bekam noch eine Hand an das Spielgerät (42.).

Durchgang zwei erlebte einen "dramatischen Einbruch" bei den statistischen Erhebungen zu diesem Spiel: Die Ballbesitzquote beim Deutschen Meister sank von 75 auf 74 Prozent, aber auch auf der Anzeigetafel tat sich was: Nachdem Kagawa nach Götzes Vorarbeit mit einem Schuss aus zwölf Metern noch an Ischdonat gescheitert war (55.), machte es der Japaner 60 Sekunden später besser: Er spielte vor dem Sechzehner Doppelpass mit Gündogan, der butterweich dem in den Strafraum startenden Kagawa wieder auflegte. Technisch perfekt vollendete dieser aus halblinker Position mit einem Schlenzer ins lange Eck. Seinen zweiten Treffer verpasste er in der 63. Minute, als er nach Vorarbeit von Lewandowski und Kagawa frei vor dem Torwart stand, den Ball aber am Gehäuse vorbei setzte.

Der Drittligist kam in der 61. Minute zu seiner ersten Torchance, als Blum aus spitzem Winkel aufs kurze Eck zog, doch Weidenfeller war auf dem Posten. Mit Blacha und Kandziora kamen in der Folge zwei Ex-Borussen zum Einsatz, und auch Klopp wechselte, besetzte 20 Minuten vor dem Ende die Flügel mit Kuba und Perisic neu. Der leitete mit einem Flügellauf auch den Endstand ein, als Lewandowski nach einem Abwehrfehler nur noch einzudrücken brauchte (90.).

Quelle: www.bvb.de


23.07.

Starker BVB scheitert im Elfmeterschießen
 
Borussia Dortmund hat den fünften Triumph im Supercup nach 1989, 1995, 1996 und 2008 verpasst. Im Duell zwischen Meister und Pokalsieger war der BVB die deutlich bessere Mannschaft und erspielte sich ein großes Chancenplus. Doch weil es nach 90 Minuten torlos 0:0 stand, musste ein Elfmeterschießen entscheiden. Hier parierte Fährmann gegen Großkreutz und Perisic.
 
Aus Gelsenkirchen berichtet Boris Rupert

61.673 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen eine starke Vorstellung des Deutschen Meisters, der sich hochkarätige Chancen herausspielte, aber am Pfosten oder am starken Schalker Torhüter Fährmann scheiterte, so dass die Lotterie vom Elfmeterpunkt die Entscheidung bringen musste.

Personalien:
Bender und Götze kehrten in den Kader bzw. in die erste Elf zurück, in der Löwe erstmals Derby-Luft schnupperte. Es fehlten Subotic, Schmelzer, Bender, Barrios, Kuba, da Silva und Owomoyela.

Taktik:
Schalke trat in einer 4-4-2-Grundordnung mit offensiven Außen im Mittelfeld an. Raul stieß als zweiter Stürmer häufig aus der zweiten Reihe in die Spitze. Der BVB agierte im bewährten 4-2-3-1-System. Kehl und Gündogan bekleideten die "Doppel-Sechs" im defensiven Mittelfeld.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB agierte ähnlich überlegen wie beim 3:1-Auswärtssieg an gleicher Stelle im September. Mit Ausnahme einer viertelstündigen Phase in der ersten Hälfte zwischen der sechsten und 23. Minute, in der das Spiel so vor sich hin plätscherte, Schalke aber auch keine Akzente setzen konnte, meist "hinten herum" operierte, strahlte der Meister nicht nur Dominanz, sondern auch Spielfreude aus, die sich in fünf guten Tormöglichkeiten in Hälfte eins niederschlugen.

Bereits nach 103 Sekunden gab es die erste dicke Chance für Schwarzgelb, doch Höwedes verhinderte gegen Kagawa Schlimmeres. In der sechsten Minute köpfte Kehl eine Gündogan-Ecke an den Pfosten. Dann rückte Torhüter Fährmann in den Mittelpunkt: Zunächst parierte er nach Piszczeks Flanke Großkreutz´ Kopfball (23.), dann riss er beide Fäuste hoch, als Gündogan aus 17 Metern abgezogen hatte (27.), und vollbrachte seine größte Tat, als Lewandowski nach einem Alleingang den Ball am Schalker Keeper vorbei spielen wollte, doch dieser tatsächlich noch ran kam (43.).

Wenn es ein Manko im Dortmunder Spiel gab, dann war es das Verwerten der - großartig herausgespielten! - Torchancen. Nach Wiederbeginn kam der Pokalsieger aus Gelsenkirchen kaum zum Luftholen. Zunächst passte Götze zu Lewandowski, der aus spitzer werdendem Winkel knapp verzog (47.). Dann die 57. Minute: Nach einer Schalker Ecke schaltete der BVB blitzschnell um, kam zu einem 5-gegen-2-Konter: Lewandowski trieb das Leder nach vorne, Kagawa passte scharf nach innen, doch ein Blauer konnte retten. Kurz darauf setzte Großkreutz Kagawa in Szene, der an der Strafraumlinie entlang dribbelte, aber nicht abzog, sondern raus legte auf Götze, der am famos haltenden Fährmann scheiterte (60.).

Der BVB blieb das überlegene Team, aber Schalke kam fast aus dem Nichts zu zwei Großchancen: Zunächst dribbelte sich Holtby in aussichtsreiche Position, doch Santana konnte ihn blocken (70.). Vier Minuten später zog Moravek aus spitzem Winkel ab, Weidenfeller klärte per Fuß zur Ecke.

Klopp wechselte binnen einer Minute drei Mal: Bender, Perisic und Leitner kamen ins Spiel, Großkreutz wechselte in die Abwehrkette. Und seine Mannschaft blieb bissig. Zwei Wochen vor Bundesligastart präsentierte sie sich nicht nur spielerisch, sondern auch körperlich sehr stark. Doch der erlösende und aufgrund des Spielverlaufs auch hoch verdiente Siegtreffer wollte nicht fallen (Kagawa vergab die letzte Möglichkeit in der 85. Minute), so dass es ins Elfmeterschießen ging.

Quelle: www.bvb.de


 21.07.

Revierderby um den Supercup:
"Die Vorfreude ist richtig groß!"
 
Zwei Wochen sind es noch bis zum Bundesligastart. Die Saison 2011/2012 hat für den Deutschen Meister Borussia Dortmund aber längst begonnen. Nur drei Tage nach Gewinn des "Liga-Total-Cups" in Mainz können die Borussen am Samstag (Anstoß 20.30 Uhr) schon den zweiten Titel der noch jungen Spielzeit einfahren. Im Revierderby mit dem FC Schalke wird der Gewinner des "DFL-Supercups" ermittelt.
 
Dass ausgerechnet der Meister und der Pokalsieger die größten Rivalen sind, erhöht den Reiz dieses Finalspiels. Holger Hieronymus von der DFL-Geschäftsführung wagte sogar den Vergleich mit dem spanischen "Classico": "Dortmund gegen Schalke, das erinnert an Barcelona gegen Real Madrid."

Auch Jürgen Klopp freut sich auf den Supercup. Vor allem beim Anblick des Pokals wurde seine Gier nach weiteren Titeln geweckt. "Der Pokal ist schöner als ich dachte", witzelte der Cheftrainer. "Den würden wir gerne mit nach Dortmund nehmen." Allerdings muss Klopp auch am Samstag auf einen Großteil seiner Spieler verzichten. Die verletzten Antonio da Silva, Jakub Blaszczykowski, Marvin Bakalorz und Marcel Schmelzer werden definitiv nicht dabei sein. Für Sven Bender reicht die verbleibende Zeit möglicherweise noch für einen Einsatz, genauso wie für Kevin Großkreutz und für Mario Götze. "Mario hat zwei dicke Zehen. Jeder, der schon mal nur einen dicken Zeh hatte, weiß, wie schmerzhaft das ist", lässt Klopp auch den Einsatz von Mario Götze offen. Ob Innenverteidiger Neven Subotic nach seiner Gehirnerschütterung wieder spielen kann, ist ebenfalls ungewiss: "Neven hat uns zumindest wiedererkannt..."

Klopp hofft auf Bender, Götze und Subotic
Genauere Personalentscheidungen will Jürgen Klopp erst am Freitag treffen. Er verspricht aber: "Alle Jungs, die mit dabei sind, werden 100 Prozent geben. Die Vorfreude ist richtig groß."

Ob es nach dem "Liga-Total-Cup" in Mainz, den Jürgen Klopp als "reizvolles Turnier, das Spaß gemacht hat" bezeichnete, zum ersten offiziellen Titel der Saison reicht, bleibt natürlich spannend. Schalkes Cheftrainer Ralf Rangnick, der mit weniger Personalsorgen, dafür aber mit einer umstrukturierten Mannschaft planen muss, verspricht zumindest gleiches Engagement wie in einem Bundesligaspiel: "Es geht nicht nur um den Pokal, sondern vor allem um Emotionen."

Nach dieser von Spielpraxis geprägten Woche will Jürgen Klopp vor allem Erkenntnisse über den Zustand seiner Mannschaft ziehen: "Die Jungs haben ihr Können schon aufblitzen lassen, wir fühlen uns aber noch nicht mal im Ansatz da, wo wir hinwollen."

In der ausverkauften Veltins-Arena in Gelsenkirchen wird die "Messlatte extrem hochgelegt", wie Holger Hieronymus es ausdrückte. "Es wäre aber schlimm, wenn das beste Spiel der Saison der Supercup gegen Schalke war", schraubt "Kloppo" die Erwartungen herunter. Der Meister hat in dieser Saison noch vieles vor.

Quelle: www.bvb.de


15.05.

Schwarz-gelbe Meistersause mit 400.000 Fans
 
Mit einer großen Party hat Dortmund die Deutsche Meisterschaft des BVB gefeiert. Rund 400.000 Fans waren in der Stadt unterwegs, davon ein Großteil an der gesperrten B1. Höhepunkt war der Auftritt der Mannschaft auf einer Bühne vor den Westfalenhallen.
 
Als Letzter auf der Bühne: der frenetisch gefeierte Jürgen Klopp.
Von der Westfalenhalle
berichtet Christina Reinke

Für den knapp sechs Kilometer langen Weg des Autokorsos vom Borsigplatz zur B1 waren viereinhalb Stunden veranschlagt worden, fast auf die Minute genau rief Norbert Dickel anschließend die Meisterspieler nacheinander unter schwarz-gelbem Konfettiregen auf die Bühne. Alle wurden frenetisch von den Fans gefeiert, besonders laut wurde es bei Dede und Shinji Kagawa.

Kapitän Sebastian Kehl präsentierte den Anhängern die Meisterschale, nachdem er am Vortag noch Roman Weidenfeller den Vortritt ließ, der den Spielführer während seiner Verletzung vertreten hatte. Als Letzter nach Spielern und dem "Team hinter dem Team" betrat Trainer Jürgen Klopp zur Musik von "Kloppo, Du Popstar" die Bühne. Mit krächzender Stimme wollte er einige Worte an die Fans richten, scheiterte jedoch. Der "Dortmunder Junge" Kevin Großkreutz ließ sich von seiner Heiserkeit nicht beeindrucken und stimmte Fangesänge der Südtribüne an.

 


Emotionaler Höhepunkt waren die finalen Abschiedsmomente von Nuri Sahin und Dede. Gemeinsam standen beide mit der Meisterschale in vorderster Reihe. "Ich werde Euch alle vermissen", sagte Sahin, der im Sommer zu Real Madrid wechseln wird. Mit den Worten: "Er ist eine lebende Legende, feiert ihn!" überließ Sahin die Bühne Dede, der den Verein nach 13 Jahren verlassen wird. Zu den Tönen von "You´ll never walk alone" ließ er seinen Tränen freien Lauf: "Das sind schwere Tage für mich. Danke für alles!" gab er mit brüchiger Stimme Einblick in sein Seelenleben. Immer wieder war der Deutsch-Brasilianer von den Fans mit "Allez Dede"-Rufen gewürdigt worden.

Seit dem frühen Vormittag war der Platz vor der Bühne an den Westfalenhallen rappelvoll. Ein Meer aus Schwarz und Gelb strahlte Moderator Hansi Küpper entgegen, als es um 12 Uhr unter dem Motto "Die Schale ist wieder da" mit dem offiziellen Programm losging. Über vier LED-Flächen wurden der Autokorso und das Bühnenprogramm übertragen. Norbert Dickel meldete sich immer wieder über die Videoleinwände aus dem Mannschaftstruck und interviewte die Spieler, die ihre müden Augen hinter großen Sonnenbrillen versteckten.

Abschied mit Tränen: Dede.













Um das Warten auf den Auftritt des neuen Deutschen Meisters zu verkürzen, hatten die Organisatoren ein buntes Bühnenprogramm zusammengestellt. Musiker wie Andy Schade, die H-Blockx, Kasche Kartner, Guildo Horn, die Hermes House Band sowie die Comedians Matze Knop (als Jürgen Klopp verkleidet) und Atze Schröder unterhielten die wartenden Fans. Schröder hatte bei einem Auftritt in der Westfalenhalle vor einigen Monaten, bei dem auch einige Spieler zu Gast waren, versprochen, beim Gewinn der Meisterschaft aufzutreten.

Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt von Nena, deren Lied "Leuchtturm" sich vor allem in der Hinrunde auf der Südtribüne großer Beliebtheit erfreute. Zum Abschluss der großen Meisterparty sang die Band Krypteria gemeinsam mit dem BVB-Jahrhundertchor die neue BVB-Hymne "Borussia".

Quelle: www.bvb.de

14.05.

3:1 - Sensationelles Finale einer historischen Saison -
BVB dreht Rückstand innerhalb von 20 Minuten
 
Tolle Aufholjagd beim Finale einer historischen Saison: Der neue Deutsche Meister Borussia Dortmund hat die Spielzeit 2010/2011 mit einem 3:1 (0:0)-Sieg gegen Eintracht Frankfurt beendet. Während die Borussen von BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball die Meisterschale in Empfang nahmen, müssen die Frankfurter den bitteren Gang in die Zweitklassigkeit antreten.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK war der Deutsche Meister gegen Eintracht Frankfurt das überlegene Team mit den besseren Tormöglichkeiten. Die größte Chance der ersten Halbzeit vergab Barrios, der mit einem Elfmeter an Eintracht-Torwart Fährmann scheiterte (12.). Sekunden nach dem Seitenwechsel gingen die Gäste durch ein Kopfballtor von Rode in Führung (46.). Den 1:1-Ausgleich besorgte Barrios in der 68. Minute. Vier Minuten später ging der BVB durch ein Eigentor von Russ mit 2:1 in Führung. Dede blieb in seinem letzten Spiel für Borussia Dortmund ein Treffer verwehrt, als er mit einem Elfmeter an Fährmann scheiterte (81.). Titsch-Rivero hatte zuvor die Rote Karte gesehen. Den 3:1-Endstand besorgte Barrios in der Schlussminute.

Ausgangslage:
Erster gegen Vorletzter: Borussia Dortmund wollte die Meister-Saison mit einem Heimsieg krönen, Eintracht Frankfurt reichte nur im Fall einer Gladbacher Niederlage ein Remis, um auf den Relegationsrang zu springen. Auch der direkte Klassenerhalt war für die Hessen mit einem Sieg möglich, wenn auch nicht aus eigener Kraft. Die Gäste waren in der Fremde seit zehn Spielen sieglos - so lange wie kein anderes Team. Allerdings hatten nur drei Teams auswärts weniger Gegentore als die Eintracht (22) kassiert.

Personalien:
Beim neuen Deutschen Meister fiel Subotic mit einer Rachenentzündung aus. Auch Sahin, Owomoyela und Kehl standen nicht zur Verfügung. Zudem nahm Bender wegen einer Reizung im Knie auf der Bank Platz. Im Vergleich zum Spiel in Bremen rückten Santana und Kuba neu in die Startelf. Erfreuliche Nachricht: Kagawa zählte zum ersten Mal seit dem Hinrunden-Spiel in Frankfurt wieder zum Kader, ebenso wie Kringe, der zuletzt vor zwei Jahren dabei gewesen war. Die Gäste aus Frankfurt traten ohne die verletzten Chris, Franz, Tzavellas, Bajramovic, Clark, Meier und Kittel an.

Taktik
:
Borussia Dortmund agierte in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung, personell so offensiv besetzt wie lange nicht mehr: Mit Götze und da Silva agierten zwei gelernte Zehner nebeneinander als "Doppelsechs" im defensiven Mittelfeld. Zusätzlich gestärkt wurde die Offensive durch Großkreutz, Lewandowski und Kuba, die hinter der einzigen Spitze Barrios spielten. Eintracht-Trainer Christoph Daum schickte seine Mannschaft in der gleichen taktischen Grundordnung aufs Feld, allerdings defensiver eingestellt als der BVB. So rückten Ochs und Fenin bei Dortmunder Ballbesitz in die defensive Abwehrreihe.

Spielverlauf & Analyse:
Pünktlich zum Spielbeginn verzog sich der Regen und machte der Sonne Platz. Borussia Dortmund war das aktivere Team und näherte sich durch einen Distanzschuss von Lewandowski zum ersten Mal dem gegnerischen Tor an. Der Ball ging allerdings einen Meter an seinem Ziel vorbei (8.). Der Deutsche Meister bot seinen Fans den gewohnt attraktiven Tempofußball dieser Saison, mit dem er die Gäste aus Frankfurt regelmäßig in Bedrängnis brachte.

Aufregung in der 10. Minute: Kuba enteilte Köhler auf der rechten Seite und wurde von dem Frankfurter im Strafraum zu Boden gezogen. Zusätzlich rasselte auch noch Eintracht-Torwart Fährmann mit dem Polen zusammen, der anschließend minutenlang behandelt werden musste. Schiedsrichter Gagelmann zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt - eine berechtigte Entscheidung, wie die TV-Bilder belegten. Barrios trat zum Punkt, nahm einen langen Anlauf und schoss den Ball halbhoch in die linke Ecke. Doch Fährmann konnte parieren. Es war bereits der vierte verschossene Strafstoß in dieser Saison.

Die vergebene Chance brachte den BVB nicht aus dem Konzept, zumal Frankfurt offensiv weiterhin wenig zu bieten hatte. Das Team von Jürgen Klopp war feldüberlegen und kam durch schnelle Zuspiele in die Spitze zu guten Chancen. Allerdings konnten weder Barrios nach feinem Pass von Götze (14.) noch Lewandowski (15.) und Hummels (16./29.) den Ball im gegnerischen Tor unterbringen.

Nach einer halben Stunde verlor die Partie an Tempo, da Borussia verhaltener agierte. Die Torchance von Lewandowski, der in der 36. Minute an Fährmann scheiterte, bildete die Ausnahme.

Frankfurt wurde ein bisschen mutiger und wäre Sekunden vor dem Seitenwechsel fast belohnt worden: Ein Freistoß von Schwegler landete bei Gekas, der das Leder mit dem Knie auf das Tor der Borussen verlängerte. Weidenfeller bekam noch die Fingerspitzen dran und lenkte das Leder an die Querlatte.

Die zweite Halbzeit begann aus Dortmunder Sicht wenig erfreulich. Eine Flanke von Altintop verlängerte Gekas im Strafraum mit einem Sprung artistisch in die Mitte, wo sich Rode gegen seinen Bewacher Santana durchsetzte und den Ball aus kurzer Distanz zum 0:1 über die Linie köpfte (46.). Danach musste das Spiel wegen Knallkörpern und Rauchentwicklung aus dem Frankfurter Block mehrere Minuten unterbrochen werden.

Der BVB war zwar feldüberlegen, den Dortmunder Offensivbemühungen fehlte es gegen die tief stehenden Gäste jedoch (noch) an Präzision. Dies änderte sich in der 68. Minute: Piszczek dribbelte sich über rechts in den Strafraum und legte den Ball mit der Hacke für Barrios auf. Der Torjäger fackelte nicht lange und vollstreckte mit seinem 15. Saisontor eiskalt zum 1:1-Ausgleich. Eine meisterliche Kombination!

Die Party ging weiter: Hummels erkämpfte sich den Ball im Mittelfeld, kurvte vor den Frankfurter Strafraum und steckte zu Barrios durch. Dessen Schuss konnte Fährmann noch abblocken, doch der Abpraller landete auf den Füßen von Russ und sprang von dort hinter die Linie (72.). Das 2:1 war ein klassisches Eigentor!

Und als Jürgen Klopp in der 73. Minute Dede in seinem letzten BVB-Spiel für Großkreutz einwechselte, kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Geschichte nahm ihren Lauf: Schmelzer wurde von Titsch-Rivero im Strafraum gelegt, Schiedsrichter Gagelmann zeigte auf den Punkt und schickte Titsch-Rivero mit Rot vom Platz. Die Südtribüne forderte Dede. Der Brasilianer musste von seinen Mitspielern zum Schießen überredet werden und trat zum Elfmeter an. Sein Schuss war zwar hart, aber nicht platziert genug, so dass Fährmann auch diesen Versuch parieren konnte (81.).

Den 3:1-Endstand besorgte Barrios in der Schlussminute. Zuvor war der eingewechselte Kagawa knapp an einem Treffer gescheitert. Es war das meisterliche Ende einer historischen Saison!

Quelle: www.bvb.de


07.05.

0:2 - Borussia geht an der Weser baden
 
Auswärtsrekord verfehlt! Borussia Dortmund hat es verpasst, einer sensationellen Saison einen weiteren Superlativ hinzufügen: Bei der 0:2 (0:1)-Niederlage am 33. und vorletzten Spieltag der Bundesliga-Saison 2010/2011 gegen Werder Bremen schrammte der BVB am zwölften Auswärtssieg vorbei und ist damit nicht alleiniger Rekordhalter. Der Deutsche Meister ließ sich zunächst kalt erwischen - und dann auskontern.
 
Aus Bremen berichtet Boris Rupert

40.600 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion sahen das schnellste Gegentor des BVB in dieser Saison, als Silvestre nach genau fünf Minuten zum 1:0 für Werder einschoss. Ausgerechnet in der Phase, als die Borussia deutlich am Drücker war, erhöhte Pizarro in der 64. Minute auf 2:0. Damit verlor der BVB erstmals seit über drei Jahren (März 2008) wieder ein Ligaspiel gegen Bremen.

Ausgangslage:
Nach acht aufeinander folgenden Spielen ohne Niederlage blieb Werder durch das 0:1 vor einer Woche gegen Wolfsburg im Abstiegskampf - Rang 13 suggerierte eine trügerische Sicherheit. "Gegen Dortmund alles klar machen", lautete das Motto der Bremer, die jedoch keine der vorangegangenen fünf Partien gegen die Borussia hatten gewinnen können und als fünftschwächstes Heimteam in diese Begegnung gingen: Keine der letzten sieben Partien vor eigenem Publikum konnte gewonnen werden. Aber auch der BVB riss zuletzt auswärts keine Bäume aus (ein Remis, zwei Niederlagen).

Personalien:
Arnautovic suspendiert, Naldo, Boenisch, Prödl, Borowski, Hunt und Ayik verletzt. Die Personaldecke war dünn bei den Gastgebern, so dass nur drei Feldspieler auf der Bank saßen! Der BVB musste mit Sahin (Teilriss des Innenbandes im Knie), Owomoyela (Sehnenriss in der Hüfte), Kehl (Knie-OP) und Kagawa (Aufbautraining nach Mittelfußbruch) weiterhin vier Eckpfeiler ersetzen. Der angeschlagene Schmelzer konnte spielen, so dass die gleiche Elf auflief wie zuletzt beim 2:0 gegen Nürnberg.

Taktik:
Ein 4-2-3-1 gegen eine "Raute" (4-4-2) - es war spannend zu beobachten, wie die Schwarzgelben mit dieser ungewohnten Konstellation zurechtkommen sollten. "Vorteil" bei solchen Zuordnungen sind doppelt besetzte Außenbahnen gegen einfach besetzte Flügel des Gegners. "Nachteil" sind drei Spieler im Zentrum gegen vier des Gegners. Kompensiert werden sollte dies zu Beginn durch einen Systemwechsel: Großkreutz (gegen Wesley), Bender (gegen Marin) und da Silva (gegen Bargfrede) spielten auf einer Linie in einer 4-3-2-1-Grundordnung. Somit aber hatten Götze und Lewandowski mit Frings nur einen direkten Gegenspieler. Sie nutzten dies aber kaum. Nach der Pause agierte der BVB wieder im 4-2-3-1.

Spielverlauf & Analyse:
Mehr Fairplay geht nicht: In ebenso bemerkenswerter wie vorbildlicher Weise wurde der Deutsche Meister im Weserstadion willkommen geheißen, und viele gelbe Farbtupfer außerhalb des Gästeblocks zeugten von bestimmt 8.000 BVB-Fans unter den 40.000 Besuchern. Besonders gut sichtbar wurde es immer dann, wenn es aus der Fankurve erschallte: "Deutscher Meister, steht auf!"

Doch dann war aber auch schon Schluss mit lustig: Gleich mit dem ersten Eckball ging Werder in Führung. Wagner holte diesen gegen Schmelzer heraus, Silvestre schlug ihn scharf nach innen, Weidenfeller boxte ihn nach oben statt nach außen, Piszczek bekam ihn dann nicht weg, und Silvestre zog aus halbrechter Position wuchtig ab und traf nach genau fünf gespielten Minuten zum 1:0. Zwölf der nun 21 Rückrundentore erzielten die Bremer nach einer Standardsituation. Und sie machten weiter: Fritz aus spitzen Winkel vorbei (10.), Marin nach einem Dribbling an den linken Pfosten (13.).

Werder war wacher, war aggressiver. Im ungewohnten System und bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad auf dem Rasen kam der Deutsche Meister spät auf Touren und demnach auch nur zu einer Chance in Halbzeit eins, als Silvestre schon in der Nachspielzeit vor dem einschussbereiten Großkreutz klärte.

Aus der Kabine kehrte der BVB im gewohnten 4-2-3-1-System zurück und übernahm nun das Kommando. Ein Freistoß von da Silva strich hauchdünn über das Bremer Tor (57.), 60 Sekunden später schnappte sich Wiese nach Piszczeks Flanke das Leder vor Barrios. 60 Prozent Ballbesitz für den BVB, der sich dann aber auskontern ließ.

Zunächst konnte Hummels noch auf der Linie klären, nachdem Marin an Subotic vorbei gekommen war (63.), doch nur eine Minute später erhöhte Pizarro auf 2:0. Der Bremer war bei seinem Dribbling entlang der Strafraumlinie nicht zu stoppen und schoss mit links unhaltbar ein gegen Roman Weidenfeller, der damit das 21. BVB-Gegentor der Saison hinnehmen musste und den Liga-Rekord von Oliver Kahn nicht mehr toppen kann. Erstmals seit 31 Spielen und erstmals überhaupt in einer Auswärtspartie kassierte Borussia zwei Gegentore, denen Marin nur Sekunden später beinahe noch das dritte folgen ließ, aber knapp verzog. Für Pizzarro war es sein sechstes Tor in seinem siebten Heimspiel gegen Borussia.

Klopp versuchte, mit einem Doppelwechsel (Zidan und Stiepermann für Lewandowski und Götze) frische Impulse zu geben, der BVB agierte auch weiterhin feldüberlegen (8:2 Ecken, 8:9 Torschüsse nach 75 Minuten), doch eine Wende in diesem Spiel gab es nicht mehr. Die Bremer Fans feierten lautstark den Klassenerhalt, die Dortmunder noch lauter die Meisterschaft. Und gemeinsam bejubelten alle den Schalker Rückstand gegen Mainz...

Quelle: www.bvb.de


30.04.
Deutscher Meister! BVB macht den siebten Titel
durch ein 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg perfekt
 
Der schwarzgelbe Jubel kennt keine Grenzen: Durch einen 2:0 (2:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg hat Borussia Dortmund am 32. Spieltag der Fußball-Bundesliga den siebten Deutschen Meistertitel seiner Vereinsgeschichte perfekt gemacht! Barrios und Lewandowski trafen für den BVB, der von der gleichzeitigen Niederlage seines Verfolgers Leverkusen in Köln profitierte.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK, darunter 6.500 Fans aus Nürnberg, ging Borussia Dortmund durch ein Tor von Barrios in Führung (32.). Kurz vor dem Seitenwechsel konnte Lewandowski auf 2:0 erhöhen (43.). Als die Kölner Führung gegen Leverkusen bekannt wurde, kannte der Jubel kein Halten mehr: Der Deutsche Meister 2011 heißt Borussia Dortmund!

Ausgangslage:
Der Tabellenerste gegen den Sechsten: Der zweitbeste Angriff traf auf die viertbeste Abwehr der Bundesliga. In der Rückrundentabelle trennte den BVB (26 Punkte) und den 1. FC Nürnberg (25) sogar nur ein Zähler. Spannung war garantiert: Der BVB kämpfte im Fernduell mit Leverkusen (trat parallel in Köln an) um die Meisterschaft, ebenso wie Nürnberg mit Mainz (Heimspiel gegen Frankfurt) um einen Platz in der Europa League.

Personalien:
Die gute Nachricht vorab: Barrios und Großkreutz, die am Donnerstag wegen Oberschenkelproblemen bzw. Kniebeschwerden mit dem Training ausgesetzt hatten, standen in der Startelf, in der es im Vergleich zur Vorwoche nur eine Änderung gab: Barrios ersetzte Kuba. Verzichten musste Jürgen Klopp auf die Dienste von Sahin, Owomoyela, Kehl und Kagawa. Bei Nürnberg waren Frantz, Chandler und Bunjaku nicht dabei.

Taktik:
Der BVB agierte im gewohnten 4-2-3-1-System mit Barrios als einziger Spitze. Lewandowski rückte wieder auf die zentrale Position im offensiven Mittelfeld zwischen Großkreutz und Götze. Die Gäste agierten in der gleichen Grundordnung. Schieber stand bei den Franken als einziger nomineller Stürmer auf dem Platz und wurde durch Mak, Ekici und Eigler in der Offensivarbeit unterstützt. Zum zweiten Durchgang stellte Hecking um und ließ sein Team im 4-1-4-1-System agieren, um offensiv mehr Impulse zu setzen.

Spielverlauf & Analyse:
Strahlender Sonnenschein und ausverkauftes Haus: Bei besten äußeren Bedingungen entwickelte sich ein intensives Spiel. Beide Mannschaften waren zu Beginn um Passsicherheit bemüht und standen kompakt, um bei Ballgewinn blitzschnell nach vorne umzuschalten. Echte Torraumszenen sprangen in der Anfangsviertelstunde nicht heraus. Zu aufmerksam agierten beide Abwehrreihen. Ausnahme auf Dortmunder Seite war ein wuchtiger Distanzschuss von Großkreutz, den Nürnbergs Keeper Schäfer zur Seite wegfausten musste (12.).

Die Franken kamen durch eine Standardsituation zu ihrer ersten Möglichkeit. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld rauschte erst Wolf, dann Wollscheid freistehend im Dortmunder Strafraum an der halbhohen Hereingabe vorbei (21.). Auch der BVB tat sich in dieser Phase schwer, gegen die Nürnberger Defensive aus dem Spiel heraus zu Möglichkeiten zu kommen.

Aufregung in der 26. Minute: Lewandowski steckte den Ball zu Barrios durch, der allein auf Schäfer zulief und unglücklich mit dem Torwart zusammenprallte. Die Nürnberger beschwerten sich vehement und unterstellten Dortmunds Torjäger - zu Unrecht - Absicht. Beide Spieler blieben am Boden liegen, konnten aber nach kurzer Behandlungspause weitermachen. Barrios sah von Schiedsrichter Schmidt noch die Gelbe Karte - eine harte Entscheidung.

Sechs Minuten später standen die beiden Protagonisten erneut im Blickpunkt: Nürnberg konnte einen Ball nicht konsequent aus dem eigenen Strafraum klären. Das Leder landete bei Götze, der aus 20 Metern mit voller Wucht draufhielt. Schäfer ließ den Ball zu kurz zur Seite wegprallen, Barrios reagierte gedankenschnell und versenkte den Abpraller eiskalt zum 1:0 im Netz (32.). Gegen die Franken beißt der "Panther" gerne zu: Es war bereits sein fünftes Tor im dritten Spiel.

Mit der Führung kam die Sicherheit in die Kombinationen. Bei einer zielgenauen Flanke von Piszczek kam Barrios beim Kopfball um Zentimeter zu hoch an den Ball, sonst hätte der Torjäger wohlmöglich einen zweiten Treffer nachgelegt (37.). Dies besorgten kurz vor der Pause seine Teamkollegen:

Nach einem langen Ball von Hummels aus der eigenen Hälfte setzte sich Lewandowski gegen Pinola durch und lupfte das Leder über Schäfer hinweg zum 2:0 in die Maschen (43.). Der achte Saisontreffer des Polen war ein Traumtor! Der schwarzgelbe Jubel ließ den SIGNAL IDUNA PARK in seinen Grundfesten wanken.

Der BVB hielt das Tempo auch nach dem Seitenwechsel hoch und verlagerte das Spielgeschehen zunehmend in die Hälfte der Gäste. Die Nürnberger, die gut ins Spiel gestartet waren, konnten kaum noch Entlastungsangriffe fahren. Wenn sie doch mal vor dem Dortmunder Tor auftauchten, wie Eigler in der 56. Minute, dann war Weidenfeller zur Stelle, der den Schuss des Nürnbergers mit einem guten Reflex ins Seitenaus lenkte. Die nächste Chance gehörte wieder dem BVB. Nach einer Ecke von da Silva verfehlte Subotic das Tor mit seinem Kopfball nur knapp (60.).

Die ohnehin schon gute Stimmung steigerte sich noch weiter, als Stadionsprecher Norbert Dickel um 16.54 Uhr die Kölner Führung gegen Leverkusen bekanntgab. "Deutscher Meister wird nur der BVB", skandierten die Fans. Auch BVB-Trainer Jürgen Klopp jubelte kurz, um sein Team danach wieder lautstark zu taktischer Disziplin zu ermahnen.

Nürnberg wollte oder konnte nichts mehr hinzusetzen, der BVB spielte die verbleibenden Minuten souverän herunter. Stehende Ovationen gab es für Lewandowski, für den Kuba in der Schlussphase in die Partie kam (78.). Minuten später hatte Barrios noch das 3:0 auf dem Kopf, verfehlte das Tor aber um Zentimeter. Als Schiedsrichter Schmidt die Partie beendete, kannte der Jubel keine Grenzen: Der Deutsche Meister 2011 heißt Borussia Dortmund!

Quelle: www.bvb.de


23.04.

0:1 - BVB scheitert an Pfosten und Latte
 
22.000 BVB-Fans im Gladbacher Stadion konnten ihre Mannschaft nicht zum Sieg tragen. Im Gegenteil. Am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga unterlag Tabellenführer Borussia Dortmund nach 92 hoch überlegen geführten Minuten mit 0:1 (0:1) beim Tabellenletzten VfL Borussia Mönchengladbach. Das Alu-Pech blieb den Schwarzgelben treu: Götze und Schmelzer trafen zum 21. und 22. Mal in dieser Saison für den BVB Latte oder Pfosten.
 
Aus Mönchengladbach berichten
Boris Rupert und Dennis Julian-Gottschlich


54.057 Zuschauer im ausverkauften Stadion im Borussia Park, darunter gut und gerne 22.000 Anhänger von Borussia Dortmund, sahen eine höchst einseitige Partie in der Gladbach von Beginn an tief stand, sich nach Idrissous Treffer in der 35. Minute vor dem eigenen Strafraum verrammelte und mit einer gehörigen Portion Glück den schmeichelhaften Sieg ins Ziel rettete.

Ausgangslage:
Nach Leverkusens 2:1 gegen Hoffenheim war eine vorzeitige Entscheidung im Titelkampf nicht mehr möglich. Gladbach konnte mit einem Sieg zu St. Pauli und zunächst auch auf die erst Sonntag spielenden Wolfsburger aufschließen. Sowohl die Tabellensituation (Letzter gegen Erster, schlechteste Heimmannschaft gegen bestes Auswärtsteam) als auch die direkte Bilanz sprachen für die Schwarzgelben, die die letzten drei Aufeinandertreffen für sich entscheiden konnten und in den letzten sieben Vergleichen nie mehr als einen Gegentreffer hinnehmen mussten.

Personalien:
Neben Kringe und Kagawa waren die operierten Kehl und Owomoyela sowie Sahin, der sich im letzten Heimspiel gegen Freiburg verletzt hatte, nicht dabei. Das Trio fehlt bis Saisonende. Für Sahin spielte da Silva, ansonsten lief die gleiche Elf wie in der Vorwoche auf. Barrios und Stiepermann komplettierten den Kader. Gladbach musste unter anderem auf Abwehrchef Dante sowie die Angreifer Hanke und De Camargo verzichten.

Taktik:
Dem 4-4-2 der Gladbacher begegneten die Schwarzgelben aus der bekannten 4-2-3-1-Grundordnung, vermochten die nominelle Überzahl im Mittelfeld aber zunächst nicht geltend zu machen und hatten gegen früh störende und hohem Aufwand operierenden Gladbacher Probleme, ihr Kurzpassspiel aufzuziehen.

Spielverlauf & Analyse:
Bei traumhaften äußeren Bedingungen führte Referee Wolfgang Stark die beiden Mannschaften um 18:30 Uhr auf das Spielfeld des Borussia-Parks. Der BVB legte direkt los wie die Feuerwehr: Bereits nach 24 Sekunden lag die Führung für den BVB in der Luft. Piszczek hatte aus halbrechter Position genau auf den Kopf von Mario Götze im Strafraum geflankt, doch der Abschluss des jungen Borussen segelte leider wenige Zentimeter über den Querbalken des Kastens von VfL-Torwart ter Steegen.

Auch in der Folge diktierte der Tabellenführer aus Dortmund die Begegnung gegen den Tabellenletzten aus Mönchengladbach. Der war zwar bemüht, dem Druck der Schwarzgelben stand zu halten, geriet durch geschicktes Kombinationsspiel des BVB-Mittelfelds allerdings ein ums andere Mal in Bedrängnis. So auch in der 10. Spielminute, als es wieder Götze war, der den Gladbacher Keeper mit einem satten Schuss aus gut 16 Metern zu einer Glanzparade zwang.

Die Elf vom Niederrhein wirkte gehemmt angesichts des stark aufspielenden Tabellenführers. Sie konnte lediglich durch einen Arrango-Freistoß (13.) sowie Marco Reus, dem der Ball in guter Schussposition über den Spann rutschte (17.) zwei kleinere Chancen verzeichnen. Erst in der 27. Minute verlor die BVB-Abwehr in einem Moment kurzer Unaufmerksamkeit wiederum Reus aus den Augen, der einen langen Ball von Idrissou im Fallen an Weidenfeller vorbeispitzelte - aber auch knapp am BVB-Gehäuse.

Nur zwei Minuten später glichen sich dann die Bilder. Allerdings auf der anderen Seite des Platzes. Diesmal war es Lewandowski, der nach einem langen Ball am linken Strafraumeck allein vor ter Steegen auftauchte. Er lupfte den Ball geschickt über den Gladbacher Keeper - Jantschke konnte aber für Gladbach vor der Linie klären (29.).

In der 35. Minute dann der Schock für die 22.000 mitgereisten BVB-Fans. Abermals ein langer Pass leitete die 1:0-Führung für Mönchengladbach ein. Idrissou ergatterte diesen gut 30 Meter vor dem Tor, schüttelte Subotic ab, stürmte alleine auf Weidenfeller zu und ließ diesem im Eins gegen Eins mit seinem Linksschuss aus kurzer Distanz keine Chance.

Der BVB zeigte sich vom gerade kassierten Rückstand allerdings unbeeindruckt. Er drückte nun auf den Ausgleich, schnürte Gladbach bis zur Halbzeit phasenweise am eigenen Strafraum ein. Besonders der stark aufspielende Piszczek sowie Schmelzer sorgten mit brandgefährlichen Hereingaben von Außen ein ums andere Mal für Torgefahr im Strafraum der "Fohlen". Die größte Chance hatte wieder Lewandowski, der nach feinem Zuspiel von Götze zum zweiten Mal frei vor ter Steegen auftauchte, den Ball aber nicht am Gladbacher Torhüter vorbei bekam (45.). So verabschiedete sich der BVB mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine, und auch das Spielgeschehen blieb so, wie es in der ersten Hälfte aufgehört hatte. Der BVB machte Druck und kam bereits nach wenigen Sekunden zur ersten Großchance. Schmelzer brachte den Ball flach und scharf in die Mitte, dort verpassten aber sowohl Kuba als auch Lewandowski haarscharf (46.).

Gladbach versuchte nun, die Räume enger zu machen, um den Schwarzgelben weniger Kombinationsmöglichkeiten zu bieten. Chancen für den BVB gab´s aber trotzdem, und zwar durch Standardsituationen: Zunächst köpfte Hummels nach einer Ecke knapp über das Tor (55.). Drei Minuten war es wieder der Innenverteidiger, der nach einem langen Freistoß den Ball von der Grundlinie per Kopf zurück in den Strafraum brachte, drei BVB-Spieler verpassten diesen aber, so dass die Abwehr klären konnte (58.).

8:2 Torchancen und 7:1 Ecken nach 60 gespielten Minuten waren Indiz genug für die deutliche schwarzgelbe Überlegenheit im Borussia-Park. Einzig das Ergebnis stimmte nicht. Trainer Jürgen Klopp versuchte dann in der 64. Minute mit einem Doppelwechsel (Zidan für Kuba; Barrios für Lewandowski) noch mehr Schwung in die BVB-Offensive zu bringen. Diese musste aber erst einmal eine kurze Schrecksekunde überleben, als Barrios nach einer Gladbacher Ecke versuchte mit dem Kopf zu klären, dabei aber fast das eigene Tor getroffen hätte (65.).

Zwei Minuten später dann die nächste Ecke auf der anderen Seite: Götze ergatterte den Ball, nachdem die Abwehr zunächst klären konnte, gut 25 Meter vor dem Tor in zentraler Position. Er nahm sich ein Herz und zog fulminant ab - der Ball klatschte aber von der Latte zurück ins Feld (67.).

"Wann fällt endlich der Ausgleich?", fragten sich alle mitgereisten BVB-Fans, die in der Folge weitere Großchancen durch Zidan (73.) und Schmelzer (75.) sahen. Der Linksverteidiger hatte aus halblinker Position abgezogen, traf aber nur den Pfosten - bereits Aluminiumtreffer Nr. 22 für die Borussia in dieser Saison. Zwischenzeitlich hatte der ansonsten souverän agierende Schiedsrichter Stark einen fälligen Elfmeter an Lucas Barrios nicht gepfiffen.

Der Argentinier hatte kurz darauf die große Chance zum Ausgleich, scheiterte aber per Kopf an Keeper ter Steegen (83.). Mit Stiepermann für Großkreutz brachte Jürgen Klopp dann nochmals eine frische Offensivkraft (85.), die Marschroute für die letzten fünf Minuten war also klar: bedingungslose Offensive. Der BVB stürmte und stürmte, kam durch Subotic (86.) zur nächsten riesigen Gelegenheit, aber ter Steegen war bei seinem Fernschuss wieder auf dem Posten.

Quelle: www.bvb.de


17.04.

:3 : 0 - BVB verwandelt die Steilvorlage aus München -
Götze, Lewandowski und Großkreutz treffen
 
Steilvorlage verwandelt: Am "Super-Sonntag" hat Borussia Dortmund einen Riesenschritt zum siebten Deutschen Meistertitel getan. Der BVB bezwang am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga den SC Freiburg mit 3:0 (2:0) und führt die Tabelle vier Spieltage vor Saisonende mit acht Punkten Vorsprung an. Zuvor hatte Verfolger Bayer Leverkusen 1:5 in München verloren.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK ging Borussia Dortmund durch ein Tor von Götze in Führung (23.). Kurz vor dem Seitenwechsel erhöhte Lewandowski auf 2:0 (44.). Den 3:0-Endstand einer einseitigen Partie besorgte Großkreutz mit seinem Tor in der 78. Minute.

Ausgangslage:
Sieben Plätze und 25 Punkte trennten Borussia Dortmund vom Tabellenachten SC Freiburg, der 15 seiner 41 Punkte in fremden Stadien eingefahren hatte. Von den letzten acht Gastspielen war allerdings nur eins gewonnen worden (1:0 in Stuttgart). Der BVB hatte als bislang einziges Team nur eine Heimniederlage (0:2 am 1. Spieltag gegen Leverkusen) kassiert und war zu Hause so lange ungeschlagen wie kein anderes Team der Liga (seit 13 Spielen).

Personalien:
Neben Kagawa und Kehl fehlte auch Barrios, so dass Klopp die Mannschaft im Vergleich zum Spiel in Hamburg auf einer Position umstellen musste. Kuba rückte in die Startelf. Bei Freiburg waren Bastians, Bechmann und Krmas nicht dabei.

Taktik:
Trotz des Ausfalls von Barrios hielt Jürgen Klopp an der bewährten 4-2-3-1-Grundordnung fest und bot Lewandowski als einzige Sturmspitze auf. Dessen Platz im zentralen Mittelfeld übernahm Götze, Kuba besetzte die rechte Außenbahn. Die Gäste aus dem Breisgau traten in einem 4-1-4-1-System an, in dem Torjäger Cissé (20 Treffer) oft die Unterstützung aus dem Mittelfeld fehlte.

Spielverlauf & Analyse:
Die Zuschauer sahen in den ersten 20 Minuten zwar keine Torchancen, trotzdem ein durchaus interessantes Spiel. Denn Dortmund kombinierte schnell nach vorne und auch die Gäste aus Freiburg versteckten sich nicht in der eigenen Hälfte. Ärgerlich: Nach einem Foul an Götze pfiff Schiedsrichter Zwayer dem BVB den Vorteil ab. Götze hatte den Ball im Fallen noch zu Piszczek weiterleiten können, der nun mit Volldampf unterwegs zum Freiburger Tor war (12.).

Der BVB erhöhte den Druck und schnürte die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Während Kuba ein Zuspiel von Götze im Strafraum in der 23. Minute noch knapp verfehlte, setzte Hummels quasi im Anschluss Schmelzer mit einem gefühlvollen Pass auf der linken Außenbahn in Szene. Im Sprint zog der Nationalspieler bis zur Grundlinie und flankte den Ball mit Übersicht in den Strafraum. Dort ließ sich Götze völlig ungedeckt die Riesenmöglichkeit nicht nehmen und verwandelte aus zehn Metern eiskalt ins rechte Eck - 1:0 (23.). Es war bereits das sechste Saisontor des Jung-Nationalspielers.

Die Führung verlieh Flügel. Um ein Haar hätte der BVB Sekunden nach Wiederanpfiff erneut zugeschlagen. Bei dem feinen Zuspiel von Götze behinderten sich Lewandowski und Großkreutz jedoch gegenseitig und bugsierten das Leder aus kurzer Distanz über das Freiburger Tor (25.). Kurz danach musste Klopp zum ersten Mal wechseln: Bei einem Foul von Mujdza in der Anfangsphase hatte sich Sahin offenbar am Knöchel verletzt und musste vom Platz. Er wurde von da Silva ersetzt (28.).

Freiburg brauchte 38 Minuten bis zum ersten Torschuss. Den Versuch von Makiadi fing Weidenfeller sicher aus der Luft. Den Spieltakt bestimmten die Gastgeber, die durch Lewandowski zu zwei weiteren guten Möglichkeiten kamen (36./40.).

Hummels leitete den nächsten Gegenstoß ein, Toprak konnte den Ball nicht kontrollieren und setzte Lewandowski unfreiwillig in Szene. Der Pole umkurvte SC-Torwart Baumann und vollstreckte im Fallen zum 2:0 (44.). Der SIGNAL IDUNA PARK bebte nach dem siebten Saisontreffer des Polen in seinen Grundfesten. Freiburg hatte erneut ein Gegentor nach einem schweren individuellen Fehler kassiert - ligaweit die zweitmeisten!

Auch nach dem Seitenwechsel dominierte der BVB die Partie und konnte wieder die erste Tormöglichkeit verbuchen. Einen Freistoß von Götze verlängerte Piszczek in die Strafraummitte, wo Großkreutz bei seinem Schuss aus zehn Metern jedoch in Rücklage geriet und den Ball weit über das Tor schaufelte (58.). Freiburg musste sein Spiel öffnen und bot dem BVB mehr Räume, die das Team geschickt zu nutzen wusste. Kuba setzte Lewandowski mit einem Heber über die Viererkette in Szene, dessen Schuss in der 62. Minute ebenso knapp am Tor vorbei flog wie Kubas Versuch mit dem Außenrist sieben Minuten später.

Freiburgs Offensive versuchte sich Chancen zu erspielen, fand aber in der wachsamen Dortmunder Defensive spätestens an der Strafraumgrenze seinen Meister. Während die Laola-Welle und "Meister-Sprechchöre" durchs Stadion schwappten, beseitigte der BVB die letzten Zweifel. Lewandowski schickte Götze mit einem Pass durch die Nahtstelle der Viererkette steil. Der Youngster zog mit Tempo vors gegnerische Tor und legte quer zu Großkreutz, der keine Mühe mehr hatte, den Ball zum 3:0 im Freiburger Tor zu versenken (78.).

Kurz darauf wurde es emotional: Jürgen Klopp wechselte Götze nach einer überragenden Partie für Dede aus, der von den Fans mit Begeisterungsstürmen empfangen wurde (82.). Gewohnt souverän spielte der BVB die verbleibende Zeit zu Ende.

Quelle: www.bvb.de


09.04.

1:1 - Kuba trifft in der Nachspielzeit
 
9.04.Borussia Dortmund bleibt auf Erfolgskurs und hat auch die nächste schwere Aufgabe zumindest mit einem Teilerfolg gemeistert. Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga erreichte der BVB beim Hamburger SV ein 1:1 (0:1)-Unentschieden und führt die Tabelle zumindest bis Sonntag mit acht Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen an. Borussia scheiterte zwei Mal an Pfosten oder Latte, Kacar klärte auf der Linie - und dann kam Kuba...
 
Aus Hamburg berichtet Boris Rupert

57.000 Zuschauer in der ausverkauften Imtech-Arena, darunter gut 8.000 BVB-Fans, sahen ein fast 45 Minuten lang von der Taktik geprägtes Spiel, in dem dem BVB ein (Abseits-)Treffer durch Barrios abgepfiffen und dem HSV ein Foulelfmeter zugesprochen wurde, den van Nistelrooy zur 1:0-Halbzeitführung verwandelte. In Durchgang zwei spielte Borussia groß auf, traf aber nur durch Piszczek und Barrios zum 19. und 20. Mal in dieser Saison Pfosten und Latte. Erst in der zweiten Minute der Nachspielzeit schaffte Kuba den verdienten Ausgleich.

Ausgangslage:
Unter dem neuen Coach Michael Oenning hatte der HSV vier von sechs möglichen Punkten geholt und schielte vor dem Heimspiel-Doppelpack gegen den BVB und Hannover als Tabellensiebter Richtung Europa. Bei den Norddeutschen wechselten sich in den voran gegangenen sieben Heimspielen stets Sieg und Niederlage ab - zuletzt hatte es ein 6:2 gegen Köln gegeben, das Jürgen Klopp mächtig imponierte. Der Tabellenführer setzte auf seine Auswärtsstärke und wollte dem HSV den Ligarekord mit elf Auswärtssiegen in einer Saison entreißen. In elf der 14 Gastspiele gelangen zwei oder mehr Tore. Im direkten Duell hatte der HSV im eigenen Stadion zuletzt vier Mal hintereinander die Nase vorn, nachdem es zwischen 1997 und 2007 nicht einen Heimsieg der Rothosen gegen Schwarzgelb gegeben hatte.

Personalien:
Weitgehend in Bestbesetzung gingen beide Mannschaften ins Spiel. Beim HSV fehlten Mathijsen und Castelen, beim BVB Kagawa und Kringe.

Taktik:
4-1-3-2 beim HSV, 4-2-3-1 beim BVB, dessen Grundordnung nominell etwas defensiver ausgerichtet war. Klare Zuordnungen gab es kaum. Hummels und Subotic wechselten sich mit der Bewachung der viel rochierenden van Nistelrooy und Petric ab, Schmelzer bekam im Duell mit Ben-Hatira häufig Unterstützung von Sahin, ebenso wie Piszczek auf der rechten Seite gegen Elia durch Bender, der sich häufig, aber nicht durchgängig um Zé Roberto "kümmerte", so dass Sahin etwas mehr Freiheiten hatte, die offensive Dreierreihe mit Großkreutz (traf auf Diekmeier), Lewandowski (Jarolim) und Götze (Aogo) einzusetzen. Naturgemäß einen schweren Stand hatte Barrios gegen Kacar und Westermann.

Der HSV verstand es lange Zeit, immer genügend Spieler gegen den Ball zu bekommen und das Umschaltspiel der Schwarzgelben nicht zum Tragen kommen zu lassen.

Spielverlauf & Analyse:
Es dauerte fast fünf Minuten, bis sich die HSV-Akteure und -Helfer dazu aufrafften, den von HSV-Fans mit (Toiletten-)papier zugemüllten Torraum zu säubern. Erst um 15.35 Uhr ging es los, und es dauerte, bis zur 33. Minute, ehe es die erste wirklich echte Torchance gab: Nach Sahins Pass war Barrios durch und brachte den Ball auch an Rost vorbei, doch die Fahne des Schiedsrichters war oben: eine knappe, aber wohl vertretbare Abseitsentscheidung verhinderte das 0:1.

Bis dahin boten beide Mannschaften zwar gefälligen Kombinationsfußball, doch die Abwehrreihen standen bombensicher. Weder Rost noch Weidenfeller waren gefordert. Intensive Duelle im Mittelfeld kennzeichneten das Geschehen. Sahin sah nach Foul an Zé Roberto seine vierte Gelbe Karte in dieser Saison, Ben-Hatira für ein rüdes Einsteigen gegen Schmelzer (21./26.). Der HSV besaß links leichte Vorteile; Piszczek hatte es oft mit Elia und Aogo zu tun, die fast ungebremst attackieren konnten.

Dann aber nahm die Partie Fahrt auf. Hummels brachte Petric im Strafraum ins Straucheln (38,): Es war eine ebenso knifflige Situation wie fünf Minuten zuvor bei Barrios´ Abseitstor, und abermals legte der Bremer Unparteiische Gagelmann sie für die Hanseaten aus, zeigte auf den Elfmeterpunkt. Weidenfeller flog zwar ins richtige Eck, hatte aber gegen den wuchtigen und von van Nistelrooy präzise geschossenen Ball keine Abwehrchance. Kurz darauf verhinderte Borussias Schlussmann das zweite Gegentor, als er Ben-Hatiras Direktabnahme mit einer Glanzparade über die Latte lenkte (40.).

Auf der anderen Seite war Götze nicht stoppen, legte von der Torauslinie zurück Richtung Elfmeterpunkt. Jarolims Klärungsversuch wäre beinahe im eigenen Netz gelandet, doch Kacar klärte zunächst, Götze kam noch mal ran, und wieder war es Kacar, der in höchster Not rettete. Der Ball hatte wohl nicht mit vollem Umfang die Linie überschritten (45).

Durchgang zwei begannen die Borussen deutlich zielstrebiger. Zwar hatten sie zunächst eine weitere Schrecksekunde zu überstehen (doch Ben-Hatiras Freistoß aus 17 Metern landete genau in Weidenfellers Armen), doch dann lupfte Sahin den Ball viel Gefühl in den Sechzehner, Götze nahm ihn auf, schoss ihn aber drüber. Allerdings war die Abseitsfahne auch oben (50.).

Es ging hin und her. Elia zwang Weidenfeller zu einer Parade (58.), dann rettete Alu für den HSV. Sahins Hereingabe konnte Barrios nicht richtig kontrollieren, von Rechtsaußen kam Piszczek, der voll drauf hielt, mit Kacars Oberam Bande spielte und den rechten Pfosten traf (64.). Zum 19. Mal in dieser Saison verhinderte der gegnerische Torpfosten ein Dortmunder Tor. Und dann war es Torwart Rost, der mit dem Fuß gegen den durchgebrochenen Götze rettete und auch Großkreutz´ "Nachschuss-Kopfball" parierte (68.).

Fünf Minuten später bediente Großkreutz Bender: Der legte von der Torauslinie zurück zu Barrios, der aus elf Metern voll drauf hielt - und die Latte traf! 7:2 Torschüsse zu diesem Zeitpunkt in Halbzeit zwei für den BVB, der die letzte Viertelstunde mit einem Mann mehr spielte: Der bereits verwarnte Ben-Hatira sah nach Foul an Schmelzer Gelb-Rot (78.). Barrios musste verletzt raus, auch Bender ging. Die Ex-Hamburger Zidan und Owomoyela, der ins Sturmzentrum rückte, kamen.

Es war ein teilweise groteskes Powerplay rund um den Hamburger Sechzehner, aber es gab zunächst kaum ein Durchkommen. Hamburg spielte wie Sevilla - auf Zeit... Doch dann gab es noch diesen einen Angriff: Sahin stoppe Demels langen Ball, setzte Schmelzer auf dem linken Flügel in Szene. Dessen Flanke verlängerte Owomoyela, von rechts kam Kuba der die Kugel in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 1:1 in die Maschen donnerte. Doch das war noch nicht das Ende: Rost verhinderte gegen Großkreutz sogar noch den Sieg (90.+4).

Quelle: www.bvb.de


02.04.

4:1 - BVB bleibt auf Kurs - Götze und Barrios
drehen Rückstand innerhalb von fünf Minuten
 
Borussia Dortmund bleibt auf der Zielgeraden der Saison 2010/2011 fest in der Spur. Durch einen 4:1 (0:0)-Sieg gegen Hannover 96 hat der Spitzenreiter am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga seinen Sieben-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Bayer Leverkusen gewahrt.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

80.720 Besucher im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK erlebten eine erste Halbzeit, in der Borussia Dortmund leicht feldüberlegen war, seine Dominanz jedoch nicht in Zählbares ummünzen konnte. Wie aus heiterem Himmel fiel nach dem Seitenwechsel die Führung für Hannover durch Abdellaoue (57.). Der BVB ließ sich nicht verunsichern und drehte das Ergebnis durch Tore von Götze (59.) und Barrios (64.) innerhalb von fünf Minuten. Erneut Barrios (73.) sowie Großkreutz (83.) machten den 4:1-Sieg für den BVB perfekt.

Ausgangslage:
Tabellenerster gegen den Dritten: Mit Borussia Dortmund und Hannover 96 trafen zwei der Überraschungsteams der Liga aufeinander. 19 ihrer 50 Punkte hatten die Niedersachsen auswärts gesammelt, wobei sechs Siegen (u.a. in Schalke) ein Remis und sechs zum Teil deutliche Niederlagen gegenüberstanden. Der BVB hatte in dieser Saison acht seiner 13 Heimspiele gewonnen, aus den letzten beiden Bundesligaspielen aber nur einen Zähler entführen können.

Personalien:
Die gute Nachricht vorab: Subotic bestand den Test beim Warmmachen und konnte von Beginn an auflaufen. Kuba gehörte nach seiner Blessur zwar zum Aufgebot, nahm aber zunächst auf der Bank Platz. Für ihn rückte Lewandowski im Vergleich zum Spiel gegen Mainz neu in die Startelf. Weiterhin verzichten musste Jürgen Klopp auf Kagawa und Kringe. Owomoyela zählte nach seiner Verletzung zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder zum Kader. Bei den Gästen, die das Spiel in gleicher personeller Besetzung wie vor zwei Wochen gegen Hoffenheim (2:0) begannen, fehlten Zieler, Avevor und Andreasen.

Taktik:
Der BVB-Cheftrainer hielt am bewährten 4-2-3-1-System fest. Lewandowski agierte hinter Barrios, Großkreutz (dieses Mal wieder über links) und Götze (rechts) besetzten die Außen. Hannovers Coach Mirko Slomka ließ sein Team in einer 4-4-2-Grundordnung antreten. Bei gegnerischem Ballbesitz reihten die Niedersachsen zwei Viererketten auf: Der Abwehrverbund operierte vor dem Strafraum, die zweite Linie, in die sich die Stürmer dann einreihten, auf Höhe der Mittellinie. Dazwischen machten die beiden Sechser die Räume noch enger.

Spielverlauf & Analyse:
Beide Teams waren um ein kompaktes Auftreten bemüht und versuchten, bei eigenem Ballbesitz das Mittelfeld mit schnellen Kombinationen zu überbrücken. Der BVB erspielte sich mit zunehmender Spieldauer eine leichte Feldüberlegenheit, konnte Hannovers Torwart Fromlowitz bei den ersten Abschlussversuchen von Götze (6.) und Sahin (10.) aber noch nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen.

Die Niedersachsen schalteten schnell um und tauchten in Person von Ya Konan nach 16 Minuten zum ersten Mal gefährlich im Dortmunder Strafraum auf. Bei seinem Schussversuch trat der Stürmer aber über den Ball. Die größte Chance des ersten Durchgangs hatte Borussia Dortmund in der 18. Minute. Einen schnellen Gegenstoß schloss Götze mit einem sauberen Pass in die Mitte des Strafraums ab, wo Barrios der Ball in aussichtsreicher Position über den Fuß sprang. Auch ein Hammer von Lewandowski aus rund 35 Metern verfehlte das Tor denkbar knapp (19.).

Danach verflachte die Partie ein wenig. Der BVB versuchte den Druck weiter hoch zu halten. Zu oft fehlten den Dortmunder Aktionen vor dem gegnerischen Tor aber nun die Präzision und das richtige Timing, zumal Hannovers Defensive äußerst konzentriert agierte. Echte Torraumszenen waren in der Phase vor dem Seitenwechsel Mangelware. Die Ausnahme bildete ein Kopfball von Subotic (34.), der knapp über die Querlatte segelte. Knifflige Szene kurz vor der Pause: Bender wurde von Götze im Strafraum steil geschickt, soll jedoch beim Pass im Abseits gestanden haben.

Wie aus heiterem Himmel fiel nach dem Kabinengang die Führung der Gäste. Eine kurz ausgeführte Ecke flankte Pinto hoch in den Strafraum, wo Ya Konan noch verpasste, Abdellaoue seinen Bewachern jedoch entwischt war und das Leder aus kurzer Distanz zum 0:1 über die Linie drückte (57.). Es war in der Rückrunde bereits das fünfte Tor der Gäste nach einer Ecke - Ligabestwert.

Die Antwort der Borussen folgte postwendend. Götze schnappte sich kurz hinter der Mittellinie den Ball und dribbelte sich durch die komplette Defensive der Gäste. Seinen Sololauf krönte der Nationalspieler mit einem Schuss zum 1:1-Ausgleich ins rechte Eck - sein fünftes Saisontor (59.)! Der BVB war auf den Geschmack gekommen: Keine fünf Minuten später servierte Piszczek seinem Teamkollegen Barrios einen Ball mustergültig in den Strafraum, wo der Torjäger das Leder mit dem Kopf unhaltbar für Fromlowitz in die Maschen wuchtete (64.). Innerhalb von fünf Minuten hatte der BVB das Spiel gedreht, der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem 2:1 Kopf.

Die Führung gab den Schwarzgelben die nötige Sicherheit und mehr Zielstrebigkeit in den Aktionen. Die Fans kamen aus dem Feiern nicht mehr heraus. Götze setzte Barrios mit einem feinen Zuspiel in die Nahtstelle der Viererkette an der Strafraumgrenze in Szene. Konnte Haggui den ersten Versuch des Torjägers noch abblocken, netzte Barrios mit dem Nachschuss durch die Beine von Fromlowitz eiskalt zum 3:1 ein (73.). Sein 13. Saisontor brachte den BVB endgültig auf die Siegerstraße.

Die schwarzgelben Festspiele waren noch nicht beendet: Ein Zuspiel von Piszczek verlängerte Barrios mit der Hacke zu Großkreutz, der den Ball von der Strafraumgrenze zum 4:1 im Tor der Gäste versenkte (83.). Unter dem Jubel und den "Meister"-Sprechchören der Fans spielten die Schwarzgelben die Partie souverän zu Ende.

Quelle: www.bvb.de


19.03.

1:1 - BVB und Mainz teilen die Punkte - Hummels´
Führungstreffer hält nur bis zur 89. Minute
 
Tabellenführer Borussia Dortmund hat den neunten Heimerfolg der Saison verpasst und muss sich im Topspiel des 27. Spieltags der Fußball-Bundesliga mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden gegen den FSV Mainz 05 begnügen. Bitterer Beigeschmack: Der Mainzer Ausgleich in der Schlussphase fiel, als ein Dortmunder Spieler verletzt am Boden lag.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im erneut ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK brachte Hummels den BVB durch einen kuriosen Treffer mit dem Rücken früh in Führung (8.). Nach einem Foul an Barrios vergab Sahin vom Elfmeterpunkt die große Chance zum zweiten Treffer (19.). Nach einem äußerst intensiven Spiel sah der BVB schon wie der sichere Sieger aus, als dem eingewechselten Sliskovic in der 89. Minute der Ausgleich gelang. Der Treffer hatte einen äußerst bitteren Beigeschmack: Während des Mainzer Angriffs lag Subotic verletzt am Boden. Doch anstatt den Ball ins Aus zu spielen, spielte Mainz weiter und traf.


Ausgangslage:
Topspiel in Dortmund: Der Erste traf auf den Fünften - oder der Dritte auf den Dritten, wenn man Heim- und Auswärtstabelle gegenüberstellte. 27 seiner 61 Punkte hatte der BVB im eigenen Stadion geholt, wo er seit dem ersten Spieltag ungeschlagen war. Demgegenüber hatten die Mainzer 27 von 43 Zählern (63 Prozent!) in fremden Stadien gesammelt. Neun Auswärtssiege in einer Saison waren für Mainz Vereinsrekord - ihre letzten vier Siege hatten die Rheinhessen allesamt in der Fremde gefeiert.

Personalien:
BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp konnte wieder auf Hummels bauen, der neben Subotic in die Innenverteidigung zurückkehrte. Im Vergleich zum Spiel in Sinsheim gab es eine weitere Änderung in der Startelf: Klopp, der personell annähernd aus dem Vollen schöpfen konnte, schickte zudem Kuba für Lewandowski aufs Feld. Nicht dabei waren Kagawa, Owomoyela und Kringe. Bei den Gästen aus Mainz standen Karhan, Szalai und Caligiuri nicht zur Verfügung.

Taktik:
Die Schwarzgelben agierten zu Beginn wieder im 4-2-3-1-System, dieses Mal allerdings mit Götze zentral hinter Barrios sowie Kuba auf der linken Außenbahn, dafür Grokreutz über rechts. Die Mainzer traten in einer 4-3-2-1-Grundordnung an, dem so genannten "Mainzer Tannenbaum". Ab der 15. Minute stellte Klopp wie im Hinspiel auf die gleiche Taktik um. Großkreutz rückte zu Bender und Sahin ins Mittelfeld. Nach dem Seitenwechsel beorderte der BVB-Coach Großkreutz auf links, Kuba dafür auf die rechte Seite.

Spielverlauf & Analyse:
Es entwickelte sich ein munteres Spiel. Beide Mannschaften versteckten sich nicht und suchten den Weg nach vorne. Mangelnde Effektivität war dem BVB nicht vorzuwerfen, der gleich die erste Chance zur Führung nutzte. Einen Freistoß von Götze aus dem Mittelfeld verlängerte Hummels im Strafraum mit dem Rücken auf das gegnerische Tor. FSV-Torwart Wetklo konnte noch parieren, der Ball hatte jedoch so viel Effet bekommen, dass er anschließend über die Linie des Mainzer Tores sprang - 1:0 (8.). Auch wenn die Mainzer kurz protestierten: An der Gültigkeit von Hummels fünftem Saisontreffer bestanden keine Zweifel. Der Ball hatte die Linie eindeutig überschritten, wie die TV-Bilder belegten.

Der BVB war nun das bessere Team und kombinierte schnell nach vorne. Es ergaben sich weitere Chancen. Mustergültig bedient, lief Barrios alleine auf das Mainzer Tor zu und probierte es im Strafraum mit einem Lupfer gegen Wetklo, der mit den Knien voraus in den Dortmunder Torjäger sprang. Schiedsrichter Dr. Brych entschied sofort auf Strafstoß, Barrios musste minutenlang behandelt werden. Sahin trat an den Elfmeterpunkt und vergab. Wetklo hatte die Ecke geahnt und faustete den stramm geschossenen Ball ins Seitenaus (19.), es war Sahins dritter verschossener Elfmeter.

Die Partie wurde intensiver und zerfahrener. Das Dortmunder Offensivspiel verlor an Tempo und Struktur. Hinten weiterhin sicher agierend, blieben die Schwarzgelben nun oft bei Zweikämpfen im Mittelfeld hängen. Für Barrios ging es nach 31 Minuten nicht mehr weiter, er wurde durch Lewandowski ersetzt. Nach dem Zusammenprall mit Wetklo klagte der Stürmer über Probleme in der Rippengegend. Torraumszenen blieben bis zur Pause Mangelware. Ein Kopfball von Lewandowski nach 43 Minuten war die Ausnahme. Die Statistiker notierten 141 Zweikämpfe in der ersten Halbzeit und dokumentierten damit die Intensität der Partie.

Die erste Chance nach dem Seitenwechsel gehörte dem BVB. Nach einer Kopfballverlängerung von Lewandowski kam Kuba im Strafraum zum Abschluss, jagte den Ball aus 12 Metern aber knapp über das Mainzer Tor (52.). Die Zuschauer sahen weiterhin ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld. In der 59. Minute stockte den BVB-Fans der Atem: Einen Schuss von Polanski musste Weidenfeller nach vorne abprallen lassen, Allagui war zu Stelle und schob ein. Das Schiedsrichterteam um Dr. Brych bewies ein gutes Auge und erkannte den Treffer nicht an. Zu Recht, denn beim Schuss von Polanski hatte Allagui knapp im Abseits gestanden und Weidenfeller irritiert.

Der BVB agierte nun wieder strukturierter und mit mehr Klarheit in seinen Aktionen. Schmelzer flankte scharf in die Mitte zu Lewandowski, der den Ball jedoch aus zwölf Metern über das Tor schaufelte (64.). Schwarzgelb kämpfte leidenschaftlich und suchte die Entscheidung. Der eingewechselte Zidan fand Großkreutz im Strafraum, dessen Schuss jedoch von einem Mainzer Abwehrspieler zur Ecke abgeblockt wurde (75.). Auch einem Versuch von Sahin aus der Distanz fehlten nur wenige Zentimeter (82.).

Nach einem äußerst intensiven Spiel sah der BVB schon wie der sichere Sieger aus, als dem eingewechselten Sliskovic in der 89. Minute der Ausgleich gelang. Der Treffer hatte einen äußerst bitteren Beigeschmack: Während des Mainzer Angriffs lag Subotic verletzt am Boden. Doch anstatt den Ball ins Aus zu spielen, spielte Mainz unfairerweise weiter - und kam durch Subotic´ Gegenspieler zum 1:1-Ausgleich.

Quelle: www.bvb.de


12.03.

1:0 - Hoffenheims Taktik geht auf:
Ibisevic´ Konter beschert der TSG den Sieg
 
Als letzte Mannschaft im Jahr 2011 hat es nun auch den BVB erwischt: Am 26. Spieltag der Fußball-Bundesliga musste Borussia Dortmund die erste Rückrunden-Niederlage hinnehmen. Bei der TSG Hoffenheim unterlag der BVB unglücklich mit 0:1 (0:0), bleibt aber mit zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen souverän an der Tabellenspitze.
 
Aus Sinsheim berichtet Boris Rupert

30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena, darunter gut 7.000 BVB-Fans, sahen einen optisch deutlich überlegenen BVB gegen allein auf Konter lauernde Hoffenheimer, die mit einem ihrer wenigen Vorstöße jedoch das 1:0 erzielten: Ibisivec traf in der 63. Minute. Barrios verpasste nach Ablauf der Nachspielzeit den möglichen Ausgleich nur um wenige Zentimeter.

Ausgangslage:
Mit nur einem Punkt aus den letzten vier Partien hatte sich die TSG unter Zugzwang gesetzt. Mit 33 Punkten - neun Zähler Rückstand auf einen internationalen Startplatz, acht Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang - rangierte das ambitionierte Hoffenheim als Neunter genau in der Tabellenmitte. Von den letzten sechs Heimspielen hatte man nur eins verloren, aber auch nur eins gewonnen. Mit elf Siegen, einem Remis und einer Niederlage trat der BVB als bestes Auswärtsteam im Kraichgau an.

Personalien:
Hoffenheim musste auf Mlapa, Ibertsberger, Weis und Obasi verzichten. Bei Borussia kehrte Zidan in den Kader zurück, dafür fehlten Kehl und - weiterhin - Hummels neben Kagawa und Kringe. Es spielte die gleiche Elf, die zuletzt mit 1:0 gegen Köln gewonnen hatte.

Taktik:
Hoffenheim trat in der erwarteten 4-3-3-Grundordnung an, hatte die Protagonisten aber kräftig durchgemischt: Rudy spielte auf der "Sechs", Vukcevic und Alaba bekleideten die eigentlich offensiven Halbpositionen, Babel stürmte über rechts, Salihovic über links, Ibisevic (wie erwartet) im Zentrum. Die Umstellungen entsprangen offenbar der Überlegung, mit Vukcevic und Alaba zweikampfstarke Spieler ins Zentrum zu stellen und den zweikampfschwächeren Salihovic auf Linksaußen zu versetzen. Aus dem 4-3-3 wurde bei Dortmunder Ballbesitz ein 4-5-1 - die TSG machte die Räume sehr eng und war allein auf Spielzerstörung des im 4-2-3-1 operierenden Tabellenführers bedacht.

Spielverlauf & Analyse:
Die Blauen überließen den Schwarzgelben weite Teile des Spielfelds, standen tief in der eigenen Hälfte und unterbanden das Kombinationsspiel der Borussen mit hohem Einsatz. 16 Mal pfiff Schiedsrichter Dr. Drees in der ersten Hälfte Foulspiel gegen die TSG, zeigte Salihovic und Braafheid die Gelbe Karte. Bei aller optischer Dominanz gab es kaum ein Durchkommen für die auswärtsstärkste Elf der Liga, die kurz vor der Pause Bender verlor. Bei einem Zweikampf an der Seitenlinie prallte Beck dem stürzenden Dortmunder mit dem Knie in die linke Schulter. Bender musste raus, da Silva kam (44.).

Bis dahin hatte es auf dem Spielfeld nur wenig Aufregung gegeben. Hoffenheim lauerte auf Konter, einer davon war gefährlich: Salihovic flankte von links, Ibisevic war zur Stelle, doch Weidenfeller klärte klasse mit dem Fuß (11.). Ein Treffer aber hätte ohnehin nicht gezählt: Die Abseitsfahne war oben - ebenso wie in der 20. Minute, als Santana die Unterkante der Latte getroffen hatte. Der Brasilianer besaß auch die erste Chance des Spiels, doch statt mit links wollte er es nach einem Freistoß am Fünfmetereck mit rechts versuchen - und traf den Ball nicht richtig (8.). Die beste Möglichkeit in Durchgang eins verpasste Lewandowski nach einer tollen Schmelzer-Flanke direkt von der Eckfahne: Der Pole nahm den Ball sechs Meter vor dem Tor volley, verzog aber, weil in Rücklage geraten, deutlich (35.).

Durchgang zwei begann deutlich temperamentvoller. Zunächst musste Weidenfeller gegen den von Santana glücklicherweise in eine nicht mehr ganz so gute Schussposition abgedrängten Ibisevic klären (47.), dann leitete Schmelzer, der bis dahin fünf von fünf Zweikämpfen gewonnen hatte, die zweite Dortmunder Großchance beherzt ein: Zunächst konnten die Hoffenheimer nach einem Flügellauf des Linksverteidigers noch klären, doch Großkreutz brachte Schmelzer in Schussposition: Der zog aus 16 Metern halblinker Position knallhart ab - Starke fischte das Geschoss aus dem linken Winkel (54.).

Doch die Taktik der Gastgeber ging auf. Sie überstanden die Dortmunder Überlegenheit ohne Gegentreffer und schlugen selbst eiskalt zu: Beck flankte nach Doppelpass mit Ibisevic von rechts scharf und flach nach innen, Santana war nicht eng genug bei Ibisevic, der den Ball ungestört über die Linie drücken konnte (63.). In seinem fünften Spiel gegen den BVB war es für Ibisevic der fünfte Treffer.

Am Spielverlauf änderte sich wenig: Der BVB dominierte, Hoffenheim unterband den Spielfluss mit vielen - auch versteckten - Fouls. Mit der Hereinnahme von Kuba und Zidan erhoffte sich Klopp weitere Impulse; Götze wechselte zwei Mal die Position: von rechts übers Zentrum auf die linke Seite. Das Kombinationsspiel kam aber nur selten zum Tragen. Und wenn, wie in der 79. Minute über Götze und da Silva, landete Piszczeks Flanke in den Armen des Torwarts.

Klopp beorderte Santana als kopfballstarke zweite Spitze nach vorne und stellte da Silva als "Libero" neben Subotic in die Abwehrkette. Der eine Brasilianer sollte die Angriffe einfädeln, der andere veredeln. Beinahe wäre es sogar nach von Erfolg gekrönt gewesen: Nachdem Ibisevic das Lattenkreuz getroffen (87.) und Sigurdsson knapp verfehlt hatte (90.), wäre nach Ablauf der dreiminütigen Nachspielzeit beinahe noch der Ausgleich gefallen: Schmelzer köpfte den Ball vors Tor, Barrios reagierte blitzschnell, doch ein Blauer war noch dazwischen und rettete zur Ecke gegen und zum Sieg für die TSG.

Quelle: www.bvb.de


04.03.

1:0 - Nur Lewandowski trifft - Rensing und
die Torlatte verhindern höheren BVB-Sieg
 
Borussia Dortmund hat die "Hürde" 1. FC Köln souverän gemeistert. Am 25. Spieltag der Bundesliga besiegte der BVB die Domstädter mit 1:0 (1:0), baute den Vorsprung auf seine Verfolger - zumindest bis Samstag - auf 15 Punkte aus und schenkte seinem Trainer ein Jubiläum: den 50. Bundesligasieg mit Schwarzgelb.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK war Borussia Dortmund das dominante Team, tat sich gegen defensive Kölner aber mitunter schwer, aus dem Spiel heraus Torgefahr zu entwickeln. Mit einem Schuss von der Strafraumgrenze markierte Lewandowski kurz vor dem Seitenwechsel die verdiente 1:0-Führung. Nach dem Seitenwechsel wurde das Spiel offener, der BVB erspielte sich Chance um Chance, scheiterte aber immer wieder an Kölns Torwart Rensing und dem Aluminium.

Ausgangslage:
Der Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga traf auf den Elftplatzierten. Die scheinbar klare Ausgangslage war trügerisch, denn der 1. FC Köln war nach Borussia Dortmund das erfolgreichste Team im Jahr 2011! Der BVB führte die Rückrundentabelle mit 15 Punkten an, Köln folgte dicht dahinter mit 14 Zählern. Allerdings hatten die Rheinländer als auswärtsschwächstes Team der Liga erst sechs Punkte in fremden Stadien ergattern können (Remis in München, Hoffenheim, Kaiserslautern, Sieg in Stuttgart).

Personalien:
Kurzfristig fiel Hummels wegen leichter Bauchmuskelbeschwerden aus. Der Nationalspieler wurde von Santana ersetzt, der sein drittes Heimspiel in Folge absolvierte. Zudem kehrte Weidenfeller ins Tor zurück. Ansonsten schickte Jürgen Klopp die gleiche Elf auf den Platz, die in der Vorwoche 3:1 in München gewonnen hatte. Zidan, Kagawa, Kringe und Owomoyela waren nicht dabei. Auch bei Köln gab es zwei Veränderungen: Petit und Brecko kehrten nach Gelbsperren ins Team zurück. Verzichten musste FC-Trainer Frank Schaefer auf die verletzten Geromel, Chihi, Matuschyk, McKenna und Schorch.

Taktik:
Beide Mannschaften agierten in einer 4-2-3-1-Grundordnung und setzten in Person von Lewandowski beim BVB und Podolski beim FC den nominell zweiten Stürmer auf die Position "10". Die Interpretation der Spielsysteme fiel allerdings sehr unterschiedlich aus: Weit aufgerückte Dortmunder liefen auf tief stehende Kölner zu. Dortmunds Außen Schmelzer und Piszczek schalteten sich immer wieder ins Angriffsspiel ein.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB war das dominante Team und suchte auf spielerischem Wege die Lücke im Defensivverbund der kompakten Kölner. Keine leichte Aufgabe, weil die Gäste nicht nur tief standen, sondern auch aufmerksam agierten und die Borussen fast immer doppelten. Erste Annäherungen an das Kölner erzielten Barrios, der eine Vorlage von Schmelzer im Strafraum aber nicht kontrollieren konnte (7.), und Subotic mit einem Freistoß-Hammer aus 35 Metern (10.). Von den Gästen war bis auf eine Offensivaktion von Novakovic wenig zu sehen.

Die erste Großchance wurde von Bender eingeleitet. Der Ball gelangte im Strafraum zu Barrios. Beim Abschluss entschied sich Dortmunds Torjäger für den Außenrist und legte den Ball an Rensing vorbei. Die falsche Wahl. Kölns Verteidiger Pezzoni konnte den Schuss in letzter Sekunde von der Linie kratzen (18.). Die Statistik dokumentierte die Dortmunder Überlegenheit: 70 Prozent Ballbesitz konnte das Team von Jürgen Klopp nach 20 Minuten verzeichnen.

Das einzige Manko: Der BVB tat sich schwer, aus dem Spiel heraus zu Möglichkeiten zu kommen. Nach einem Eckball von Götze stieg Santana höher als sein Bewacher und köpfte das Leder aus fünf Metern mit voller Wucht auf das Kölner Tor. Doch FC-Keeper Rensing konnte den Ball mit einem Blitzreflex noch von der Linie wischen (31.). Dortmund drückte, Kölns Abwehr hielt (noch).

Eine Minute vor dem Seitenwechsel packte Lewandowski das Präzisionswerkzeug aus. Nach einem langen Ball von Sahin servierte Götze dem Polen den Ball mit der Fußspitze. Lewandowski fackelte nicht lange und zog von der Strafraumgrenze ab. Rensing streckte sich vergeblich.

Rechts unten schlug der Schuss zum 1:0 im Kölner Tor ein (44.). Die Dortmunder Führung, erzielt durch Lewandowskis ersten Treffer seit dem 5. Dezember, war hochverdient.

Kurz nach dem Seitenwechsel stockte den Zuschauern kurz der Atem: Bei einem Befreiungsversuch hatte Subotic seinen Mitspieler Bender angeschossen, das Leder war Novakovic im Strafraum vor die Füße gefallen. Doch Weidenfeller hatte aufgepasst und spitzelte dem Kölner Stürmer den Ball vom Fuß (50.). Die nächste Szene gehörte den Schwarzgelben: Einen Tempo-Angriff schloss Großkreutz mit einem wuchtigen Schuss von der Strafraumkante ab. Doch Rensing war zur Stelle und lenkte das Leder zur Ecke (51.).

Köln agierte offener, das Spiel gewann deutlich an Attraktivität. Torraumszenen ergaben sich in dieser Phase fast am laufenden Band. In der 53. Minute verwehrte der ansonsten souveräne Schiedsrichter Perl dem BVB einen Elfmeter, als er ein Handspiel von Pezzoni im eigenen Strafraum nicht ahndete. Auf der Gegenseite hätte Novakovic nach einem mustergültigen Pass von Jajalo in die Nahtstelle der Dortmunder Innenverteidigung fast den Ausgleich erzielt, der Kölner Stürmer legte den Ball aber um wenige Zentimeter am Tor vorbei (56.).

Mit schnellem Kombinationsfußball erspielte sich der BVB weitere gute Möglichkeiten. Doch Kölns Torwart lieferte eine bärenstarke Leistung ab. Eine missglückte Flanke von Großkreutz entschärfte er ebenso souverän wie einen wuchtigen Subotic-Kopfball (57.). Auch in der 71. Minute reagierte Rensing blitzschnell, als Santana nach einem Kopfball von Lewandowski aus kurzer Distanz abzog.

Rensing, Rensing, immer wieder Rensing. Es war ein Spiel auf ein Tor. Einen sehenswerten Dortmunder Angriff über Barrios und Götze schloss Lewandowski mit einem Schuss aus spitzem Winkel ab. Im Fallen konnte Kölns Torwart den Ball noch ins Toraus befördern (74.). Und als Rensing fünf Minuten später endllich geschlagen war, stand das Aluminium dem Schuss von Barrios und damit dem zweiten Dortmunder Treffer im Weg (79.).

Es war wie verhext. Das Tor lag förmlich in der Luft, wollte aber nicht fallen. Erst fand Lewandowski bei einem Angriff den freistehenden Barrios im Strafraum nicht (84.), dann traf Sahin mit einem Schuss aus rund 20 Metern nur die Latte (85.). Die Dortmunder Chancen waren nun nicht mehr an zwei Händen abzuzählen. Den Fans war das egal. Sie feierten ihr Team für einen starken Auftritt und den 19. Saisonsieg mit "Meister"-Sprechchören.

Quelle: www.bvb.de


26.02.
3:1 - Jüngste Elf aller Zeiten feiert einen historischen Sieg in München
 
Die jüngste BVB-Elf aller Zeiten hat die längste Negativserie der Vereinsgeschichte beendet! Erstmals seit fast 20 Jahren gewann der BVB wieder ein Bundesligaspiel in München und baute mit dem 3:1 (2:1)-Auswärtssieg beim FC Bayern die Tabellenführung zumindest bis Sonntag auf 13 Punkte aus. Barrios, Sahin und Hummels schossen die Toren für eine bärenstarke BVB-Elf.
 
Aus München berichten Boris Rupert und Felix Ulrich

69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz-Arena, darunter knapp 10.000 Schwarzgelbe, sahen eine temporeiche und packende Partie, die Borussia zunächst dominierte und durch Tore von Barrios (9.) und Sahin (18.) zwei Mal in Führung ging. Zwischenzeitlich hatte Luiz Gustavo egalisieren können (16.). Gegen energisch drückende Bayern zeigte der BVB eine starke Leistung, ging nach einer Stunde durch Hummels mit 3:1 in Führung und verteidigte diesen Vorsprung geschickt. Mit dem elften Auswärtssieg stellte der BVB zudem den historischen Bundesliga-Rekord ein.

Ausgangslage:
Beste Heim-Elf gegen bestes Auswärtsteam. Erfolgreichster Angriff (Rückrunde bzw. nach Heim- und Stürmertoren) gegen die beste Abwehr der Liga. Das Spitzenspiel zwischen dem Tabellendritten Bayern München und Spitzenreiter Borussia Dortmund war ein Duell der Superlative. Mit 13 Punkten führte der Rekordmeister auch die Rückrundentabelle knapp vor dem BVB (12) an. Der letzte Dortmunder Auswärtssieg in München datierte vom 12. Oktober 1991.

Personalien:
Während die Bayern lediglich auf Stürmer Olic verzichten mussten, fehlten dem BVB mit Weidenfeller, Kagawa und Owomoyela drei Stammspieler. Außerdem waren Zidan und Kringe nicht dabei. Kehl (erstmals seit dem 3. Spieltag) und Kuba (nach zweiwöchiger Pause wegen einer Knieverletzung) standen zumindest im Kader. Gegenüber dem 2:0 gegen St. Pauli gab es zwei Änderungen: Subotic (nach abgesessener Sperre für Santana) und Langerak (für den am Knie verletzten Weidenfeller) kamen neu in die Startelf, die mit einem Durchschnittsalter von 22,75 Jahren die jüngste der Vereinsgeschichte war.

Taktik:
Beide Mannschaften agierten im gewohnten 4-2-3-1-System. Auffällig: Der BVB hatte den in den letzten Wochen sich in überragender Form befindlichen Robben gut im Griff. War der Niederländer in Ballbesitz, wurde sofort mindestens gedoppelt (durch Großkreutz) und der Weg nach innen versperrt. Zum Torabschluss kam Robben daher nie. Beachtlich zudem: Nuri Sahin und Sven Bender waren von Bayerns Müller und Pranjic kaum zu stoppen.

Spielverlauf und Analyse:
Die im Vorfeld zum Duell "Die Besten gegen die Besten" titulierte Partie hielt, was sie versprach. Schon nach wenigen Minuten war den 69.000 Zuschauern in der Allianz-Arena klar: Mehr Spitzenspiel geht nicht!

Beide Teams agierten von Beginn an offensiv, wobei der BVB gerade in den ersten 20 Minuten stets einen Tick schneller und aggressiver war. Das Spiel gegen den Ball funktionierte beim Tabellenführer erneut vorzüglich, so dass es bereits nach vier Minuten 1:0 für die Borussia hätte stehen können - wenn Lewandowski nach einer Schmelzer-Flanke volley nicht über das Gehäuse geschossen hätte.

Das Tor fiel dann fünf Minuten später: Großkreutz eroberte das Leder gegen Schweinsteiger, zog in die Mitte und bediente Barrios, der dem herauslaufenden Kraft mit einem Schuss in die linke Ecke keine Chance ließ. Borussia Dortmund war zu diesem Zeitpunkt Herr im fremden Haus, hätte durch Bender (11.) sogar nachlegen können, kassierte aber mit der ersten Bayern-Chance den Ausgleich. Nach einer Ribery-Ecke war Gustavo vor Piszczek zur Stelle und schoss aus etwa elf Metern unhaltbar ein - 1:1 (16.).

Schwarzgelb reagierte jedoch keineswegs geschockt, spielte weiter munter nach vorne und wurde fast postwendend belohnt. Barrios behauptete in der 18. Minute zunächst hervorragend den Ball, ehe Sahin aus 18 Metern mit einem herrlichen Schlenzer ins rechte Torwarteck zum 2:1 traf. Wie dominant der BVB auftrat, verdeutlichten 64 Prozent Ballbesitz nach 20 Minuten...

In der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit änderte sich ein wenig das Bild: Die Bayern suchten immer wieder ihr Glück über die linke Angriffseite. Dort war Ribery der Dreh- und Angelpunkt. Nach seiner Ecke köpfte Schweinsteiger (23.) knapp vorbei am rechten Pfosten. Drei Zeigerumdrehungen später hatte die Borussia Glück, dass Gomez bei seinem von Ribery eingeleiteten Tor hauchdünn im Abseits stand. Ebenso, als Gomez zu lange beim Torschuss zögerte und schlussendlich Piszczek gegen Müller blocken konnte.

Der BVB löste sich erst ab der 30. Minute wieder aus der Umklammerung. Lewandoswkis Distanzschuss (30.) ging noch relativ klar am Tor vorbei, Pech hatte kurz danach jedoch Hummels, als er nach einem Sahin-Freistoß plötzlich alleine vor Kraft auftauchte, seine Versuche aber zwei Mal abgeblockt wurden. Und auch der Nachschuss von Barrios saß nicht.

Nach der Pause wechselten die Gastgeber aus: Für Badstuber kam Breno in die Partie - und mit ihm auch erneuter Angriffsschwung der Bayern. Dortmunds Defensive - inklusive von Mitchell Langerak im Tor - stand sicher. Und offensiv konnten sich die Borussen vor allem auf den nie zu bändigenden Mario Götze verlassen. In der 59. Minute konnte Kraft im Kasten der Bayern den Schuss des Jung-Nationalspielers noch klären. Bei der darauffolgenden Götze-Ecke war er bei Hummels-Kopfball aber machtlos - 3:1.

Der FCB stürmte danach mit dem Mute der Verzweiflung. Nachdem Langerak einen Schuss von Gomez (75.) toll entschärft hatte, brachte Trainer Louis van Gaal mit Klose für Müller sogar einen zweiten Stürmer. Allerdings ohne zählbaren Erfolg.

Am Ende wies der BVB die Bayern, die sich im Vorfeld nur über die Höhe des eigenen Sieges unsicher waren, deutlich in die Schranken und brachte den Vorsprung mit einer "meisterlichen Leistung" (Kommentator Marcel Reif) über die Zeit.

Quelle: www.bvb.de


19.02.

2:0 - Barrios bricht den Bann - BVB feiert
gegen St. Pauli dritten Sieg der Rückrunde
Von wegen "Mini-Krise"! Mit einem 2:0 (1:0)-Sieg am 23. Spieltag gegen den FC St. Pauli hat Bundesliga-Spitzenreiter Borussia Dortmund nach den zwei Unentschieden gegen Schalke und Kaiserslautern ein weiteres spielerisches Ausrufezeichen gesetzt. Die drückende Überlegenheit (28:3 Torschüsse) münzte Barrios in Tore um.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK, darunter 7.600 Fans aus Hamburg, schienen starke Dortmunder am überragenden Gäste-Torwart Kessler zu verzweifeln, bevor Barrios kurz vor dem Seitenwechsel mit seinem Treffer zum 1:0 den Bann brach (39.). Ein Eigentor von Gunesch (49.), an dem Barrios erneut großen "Anteil" hatte, brachte den BVB endgültig auf die Siegerstraße. Das Team von Jürgen Klopp brachte die 2:0-Führung souverän über die Zeit und hatte dabei noch mehrere gute Gelegenheiten.

Ausgangslage:
24 Punkte trennten beide Klubs in der Tabelle: Mit Borussia Dortmund traf der Spitzenreiter auf den Elften FC St. Pauli. Aber aufgepasst: Im Jahr 2011 war der Aufsteiger bis dato die Nummer eins! St. Pauli führte die Rückrundentabelle mit elf Punkten an, der BVB hatte nach der Winterpause "erst" neun Punkte holen können. Am Mittwoch hatten die "Kicker vom Kiez" beim Sieg (1:0) im Stadtderby gegen den Hamburger SV viel Selbstbewusstsein getankt.

Personalien:
Der BVB ging mit einer personellen Änderung in die Partie: Für den gesperrten Subotic rückte Santana zu Hummels in die Innenverteidigung. Verzichten musste Jürgen Klopp auf die Dienste von Kuba, Kagawa, Owomoyela und Kringe. Kehl zählte nach seinem Comeback bei der BVB-Reserve noch nicht zum Kader gegen St. Pauli. Bei den Gästen fehlte mit dem verletzten Asamoah der Topscorer der Rückrunde, zudem standen Zambrano, Rothenbach, Lechner und Boll nicht zur Verfügung.

Taktik:
Während der BVB im gewohnten 4-2-3-1-System agierte, schickte Holger Stanislawski sein Team in einer 4-1-4-1-Grundordnung aufs Feld. Obwohl die Gäste mit fünf nominellen Offensivakteuren in die Partie gegangen waren, standen sie kompakt und arbeiteten aus einer massierten Defensive gegen den Ball.

Spielverlauf & Analyse:
Auf dem frisch verlegten Rasen versprühte der BVB viel Offensivdrang und schnürte die Gäste in der Anfangsphase in der eigenen Hälfte ein. Schön herausgespielte Tormöglichkeiten konnten Großkreutz (2.), Sahin (6.) und Barrios (13.) nicht nutzen. Letzterer verpasste eine Hereingabe von Götze im Strafraum nur um wenige Zentimeter. Der Szene vorausgegangen war eine starke Aktion Götzes, der den Ball im Fallen mit einem beherzten Einsatz vor das gegnerische Tor befördert hatte.

Die Gäste aus Hamburg brauchten rund 20 Minuten, um sich vom Dauerdruck der Dortmunder etwas zu befreien. Offensiv brachte St. Pauli weiterhin wenig zustande. Der BVB spielte kombinationssicher, schaltete schnell um, fand jedoch (noch) im bärenstarken Torwart des Gegners seinen Meister. Zunächst scheiterte Barrios nach Pass von Götze an der Strafraumgrenze am heraus gerückten Kessler, dann bekam Großkreutz den Nachschuss nicht mit voller Wucht auf das leer stehende Tor (29.), so dass St. Paulis Keeper den Ball ohne Probleme aus der Luft pflücken konnte. Zwei Minuten später fischte Kessler einen Distanzschuss von Sahin aus dem Torwinkel.

Den Bann brach Barrios. In Szene gesetzt von Sahin behauptete der Torjäger den Ball im Strafraum, dreht sich um die eigene Achse und schob zum 1:0 unten links ein (39.). Kessler war machtlos, während Barrios vor der Südtribüne seinen 10. Saisontreffer feiern durfte. Die Führung der Schwarzgelben vor dem Seitenwechsel war hochverdient.

Der zweite Durchgang begann mit einer Schrecksekunde: Großkreutz und Thorandt stießen bei einem Luftduell mit den Köpfen zusammen, konnten aber nach kurzer Behandlungspause weiterspielen (46.). Die Borussen wirkten nach der Führung wie befreit. Nach Zuspiel von Schmelzer setzte sich Barrios im Strafraum gegen Morena durch, zog fast bis zur Grundlinie und passte das Leder in die Mitte. Dort bugsierte Gunesch den Ball zum 2:0 aus kurzer Distanz in die eigenen Maschen (49.). Der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem Eigentor der Gäste Kopf.

Unverständlicherweise ließ es der BVB nun etwas ruhiger angehen. St. Pauli kam besser ins Spiel, agierte mutiger nach vorne und hätte nach einer schönen Kombination fast durch Bartels den Anschluss geschafft. Weidenfeller konnte den wuchtigen Schuss jedoch parieren (60.). Quasi im Gegenzug vergab Großkreutz die Riesenschance zum 3:0, als er einen Abpraller im Strafraum nicht richtig verwerten konnte.

Die Chance der Gäste wirkte wie ein Weckruf für den BVB, der sich wieder auf seine gewaltiges Offensivpotential besann. Zunächst zirkelte Lewandwoski einen Ball aus 20 Metern halblinker Position knapp am rechten Pfosten vorbei (69.), dann durfte Kessler wieder glänzen, als er einen Schuss von Piszczek zur Seite parierte (71.).

Während die Zuschauer ihre Mannschaft feierten, ließen die Schwarzgelben in der Schlussviertelstunde keine Zweifel aufkommen, welches Team an diesem Nachmittag den Sieg verdient hatte. Souverän spielte der BVB die Partie zu Ende. St. Pauli wollte und konnte dem nichts mehr entgegensetzen.

Quelle: www.bvb.de


12.02.

1:1 - Bender trifft auf Lauterer Acker zur
Führung, Moravek gleicht in der 90. Minute aus
 
Borussia Dortmund bleibt in der Rückrunde ungeschlagen und hat auch die nächste schwere Aufgabe zum Rückrundenstart zumindest mit einem Teilerfolg gewahrt. Am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga erreichte der BVB auf äußerst schwer bespielbarem Boden beim 1. FC Kaiserslautern ein 1:1 (0:0)-Unentschieden und führt die Tabelle mit zehn Punkten Vorsprung auf Verfolger Leverkusen an. In einer spektakulären Schlussphase fiel der Ausgleich für Lautern erst in der 90. Minute.
 
Aus Kaiserslautern berichtet Boris Rupert

49.780 Zuschauer im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion sahen zunächst einen offenen Schlagabtausch mit frühen Alu-Treffern durch Barrios (4.) und Tiffert (7.). Der BVB schaffte es zunächst nicht, seine Überlegenheit in Treffer umzumünzen, und die Freude über Benders Führungstreffer (81.) währte nur neun Minuten: Dann knallte Moravek die Kugel zum 1:1-Endstand in den Giebel. Bitter: Schiedsrichter Meyer versagte den Borussen einen klaren Elfmeter und stellte Subotic in der 85. Minute zu Unrecht mit Gelb-Rot vom Platz.

Ausgangslage:
Mit nur einem Punkt war der FCK in die Rückrunde gestartet und rangierte vor dem Anpfiff des Traditionsduells auf Platz 15. Mit drei Siegen gegenüber vier Remis und drei Niederlagen war die Heimbilanz ausgeglichen. Die direkte Bilanz sprach für und gegen die Pfälzer zugleich: Der FCK hatte nur eins der letzten 18 Heimspiele gegen den BVB verloren, insgesamt aber auch nur eins der letzten neun Duelle (zu Hause und auswärts) gegen eine Borussia gewonnen, die historisch allein gegen Frankfurt (35) mehr Bundesliga-Siege errungen hatte als gegen Kaiserslautern (31). Für die Schwarzgelben sprach vor der 78. Auflage des Traditionsduells die Auswärtsstärke in der laufenden Saison: zehn Siege, eine Niederlage, 30 Punkte, unangefochten Platz eins. Der BVB schoss auswärts die meisten Tore (27) und kassierte die wenigsten Gegentreffer (7).

Personalien:
Die angespannte Situation im Defensivbereich linderte Amedick, der nach überstandenem Faserriss zurückkehrte bei den Pfälzern, die auf Dick, Kirch und Simunek verzichten musste. Beim BVB hatte Subotic seine Gelbsperre abgesessen und kam für Santana in die Mannschaft. Stattdessen musste Kuba mit einer (weniger schweren) Knieverletzung passen. Lewandowski kam für ihn in die Mannschaft, Stiepermann in den Kader. Es fehlten zudem die Langzeitverletzten Kagawa, Kehl, Kringe und Owomoyela.

Taktik:
Beide Teams begegneten sich aus einer 4-2-3-1-Grundformation. Kubas Ausfall bedingte Götzes Wechsel auf die rechte Mittelfeldseite, wo er mit Piszczek ein Tandem bildete. Lewandowski übernahm den zentralen Part in der offensiven Dreierreihe - und interpretierte ihn anders als Kagawa oder Götze, die für feine Zuspiele stehen. Der Pole warf seinen Körper, seine Präsenz, seinen Torriecher in die Waagschale. Götze interpretierte seine Rolle sehr variabel, zog häufig nach innen, Lewandowski orientierte sich dann ein Stück weit nach links, Großkreutz ließ sich zurückfallen. Beide Mannschaften setzten auf schnelles Umschaltspiel nach Balleroberung. Blitzschnell ging es dann nach vorne.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB, der letztmals vor fast genau zehn Jahren (1. April 2001) auf dem Betzenberg gewonnen hatte, versuchte, mit schnellem, flachem Kombinationsspiel die Schwächen des Aufsteigers aufzudecken, der bekanntermaßen im Saisonverlauf Probleme mit quirligen Gegenspielern gezeigt hatte - und diese auch heute offenbarte. Götze wirbelte, Lewandowski legte an der Strafraumlinie zurück auf Barrios, der aus dem Stand mit links abzog - und den rechten Pfosten traf (4.). Es war bereits Alu-Treffer Nummer 16 in der laufenden Saison!

Kaiserslauterns Antwort krachte gegen das Gebälk: Tiffert zog nach 30 Metern ab, der Ball senkte sich und schlug gegen die Querlatte. Weidenfeller flog zwar, wäre aber nicht heran gekommen. Alu-Treffer Nummer 14 für den FCK in dieser Spielzeit!

Und es ging mit hohem Tempo auf beiden Seiten weiter. Zunächst tauchte Ilicevic, der heute über die rechte Seite kam, frei vor Weidenfeller auf, doch der BVB-Keeper hatte die Situation erahnt, stellte sich dem Pfälzer 14 Meter vor seinem Kasten - und entschied das Duell für sich (18.). Fast im Gegenzug setzte sich Götze im Kopfballduell durch, passte am Strafraum klug auf den mitgelaufenen Großkreutz, der aus 15 Metern halblinker Position den Abschluss hätte suchen können, sich aber dafür entschied, nach innen zu ziehen, jedoch an Rodnei hängen blieb (20.). Fast eine identische Situation zwei Minuten später, als Lewandowski das Spielgerät gegen Rodnei erobert hatte, Großkreutz sich abermals gegen den Torschuss entschied und diesmal am Elfmeterpunkt an Sippel nicht vorbei kam.

Bei schwierigen Bodenverhältnissen erarbeitete sich der BVB ein optisches Übergewicht, kam aber bis zur Pause zu keiner zwingenden Chance mehr. Beide

Abwehrreihen hatten sich Mitte der ersten Hälfte besser auf ihre Gegenspieler eingestellt.

Der BVB im zweiten Durchgang mit Großkreutz auf der rechten und Götze auf der linken Seite. Und der Youngster war kaum zu fassen. In der 52. Minute wurde er zunächst von Petsos gefoult, anschließend spielte der Lauterer den Ball auch noch mit der Hand. Das war ein doppelter Elfmeter - aber Schiedsrichter Meyer ließ weiterspielen. 60 Sekunden später spielte Lewandowski Götze frei, der tauchte frei vor Sippel auf, brachte den Ball aber nicht am Lauterer Keeper vorbei.

Die Pfälzer sahen sich immer weiter in die Defensive gedrängt, verteidigten aber geschickt und profitierten auch davon, dass die Borussen zu häufig mit hohen Bällen operierten, die allesamt von Amedick und Rodnei abgeräumt wurden. Flach spielen war allerdings auf dem ramponierten Rasen auch kaum mehr möglich.

Klopp reagierte, brachte mit Zidan ein "Leichtgewicht" für Lewandowski, der bestimmt nicht schlecht gespielt hatte (75.). Doch für den Ägypter war schon wenige Sekunden später Schluss, nachdem ihm Rodnei in den Rücken gesprungen war. Da Silva kam.

Dazwischen fiel das 0:1. Piszczek marschierte bis zur Grundlinie, legte zurück zu Götze, der am Fünfmetereck an Jessen scheiterte, doch Bender reagierte blitzschnell und schoss mit links ins lange Eck (81.). Es war das erste Tor überhaupt für den Mittelfeldspieler.

Dann überschlugen sich die Ereignisse: Lakic rannte in Subotic, ließ sich fallen - und Meyer fiel drauf rein, zeigte dem bereits verwarnten Abwehrspieler die Gelb-Rote Karte. In der 90. Minute wehrte Hummels eine Tiffert-Ecke nicht weit genug ab. Der Ball fiel Moravek vor die Füße, der ihn aus 16 Metern in den linken Torgiebel jagte. Keine Abwehrchance für Weidenfeller. Ein sehenswerter, aber ärgerlicher Treffer...

Quelle: www.bvb.de


04.02.
0:0 - Neuer und zwei Mal der Pfosten
verhindern Borussias Doppel-Derby-Sieg
 
Das emotionalste Fußballspiel auf diesem Planeten endete ohne Sieger. Im 137. Revierderby trennten sich Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 mit 0:0 (0:0). Wie schon im letzten Heimspiel gegen Stuttgart ließ Borussia beste Chancen aus und musste sich am Ende mit einem Zähler begnügen, den Königsblau allein seinem Torhüter und dem Pfosten zu verdanken hatte.
 
Es berichtet Boris Rupert

Eine unbeschreibliche Atmosphäre herrschte im mit 80.720 Zuschauern bis auf den letzten Platz gefüllten Signal Iduna Park. Es hatte den Charakter eines Champions-League-Finales. Großen Fußball sahen die Fans aber nur von der Borussia, die ein irres Tempo vorlegte, aber beste Chancen ausließ und in der Schlussphase dem hohen Tempo auch etwas Tribut zollen musste. Schalke brachte ein sehr schmeichelhaftes 0:0 über die Bühne. Barrios und Götze trafen nur den Pfosten!

Ausgangslage:
Zehn Plätze und 25 Punkte trennten Borussia Dortmund vom Tabellenelften Schalke 04. Die Königsblauen hatten mit nur acht geschossenen Auswärtstoren elf ihrer 25 Saisonpunkte in fremden Stadien (Siege in Freiburg, Mainz, Hannover) errungen. Die Tendenz zeigte aber nach oben: Schalke reiste mit der Empfehlung von sieben Siegen aus den letzten neun Pflichtspielen an. Der BVB war seit acht Heimspielen ungeschlagen (so lange, wie kein anderes Team). Doch die Zahlen bedeuteten vor dem 137. Revierderby nichts, denn für dieses Duell gilt mehr als für jedes Pokalspiel: Es hat seine eigenen Gesetze.

Personalien:
Borussia Dortmund trat ohne Subotic (Gelbsperre), Kagawa (Mittelfuß gebrochen) sowie Kehl, Kringe und Owomoyela an. Gegenüber dem 3:0 in Wolfsburg kam Santana neu in die Mannschaft. Schalke fehlten Hoogland, Moritz, Kenia und Charisteas.

Taktik:
Der BVB agierte aus der bekannten 4-2-3-1-Grundordnung und machte von Beginn an Druck. Dass Schalke in einem 4-4-2-System spielte, zeichnete sich erst ab, als sich das Geschehen gegen Ende der ersten Hälfte etwas beruhigte. Bis dahin fanden die Gäste überhaupt keine Ordnung, geschweige denn ein System. Von den Flügelspielern (Farfan, rechts) rückte Jurado auf der linken Seite weit nach innen, so dass Außenverteidiger Schmitz die Bahn allein abdecken musste.

Spielverlauf & Analyse:
Mit dem böigen Wind im Rücken spielte in der ersten Halbzeit nur eine Mannschaft. Von Beginn an legte der BVB ein Atem beraubendes Tempo vor. Götze spielte Annan schwindelig, Kuba lief Schmitz davon, Sahin verteilte die Bälle im Mittelfeld, Barrios im Angriff. Besser konnte man nicht Fußball spielen als der Tabellenführer in den ersten 45 Minuten. Einziges, aber gravierendes Manko, weil nun mal die Tore zählen, war die Chancenverwertung. Sieben dicke Möglichkeiten standen bis zur Pause zu Buche, 9:3 Torschüsse, doch es ging mit einem 0:0 in die Kabinen.

Schon nach vier Minuten hätte es 2:0 stehen können. Zunächst verlor der bei jedem Ballkontakt ausgepfiffene Metzelder einen Zweikampf gegen Barrios. Bender legte quer zu Großkreutz, der hatte das Auge für den 16 Meter frei vor dem Tor lauernden Götze, doch der scheiterte mit seinem Flachschuss an Neuer, dem

auffälligsten Schalker im Signal Iduna Park (3.). 85 Sekunden später legte Barrios eine Schmelzer-Flanke uneigennützig ab für Kuba, der aus sieben Metern halbrechter Position freie Bahn hatte, doch Neuer verkürzte geschickt den Winkel, parierte auch diesen Schuss.

Hummels mit einem Seitfallzieher nach Sahin-Freistoß (7.) und erneut Kuba aus kurzer Distanz (21.), hier nach einem Fehler von Höwedes, konnten den Ball nicht an Neuer vorbei ins Netz bugsieren. Und weiter ging´s: Sahin schlug einen Freistoß aus dem Mittelkreis vors Tor, Schalkes Deckung verlor Hummels aus den Augen, doch dessen Versuch, den Ball ins lange Eck zu spitzeln, misslang (25.) - ebenso

wie Barrios´ Alleingang in der 35. Minute, als er den Ball zwar an Neuer, aber auch am Tor vorbei schoss.

Die BVB-Fans wussten nicht, ob sie sich über die herausragende Leistung ihrer Mannschaft freuen oder über die vergebenen Chancen ärgern sollten. Durchgang zwei begann jedenfalls so, wie der erste geendet hatte. Schalke spielte etwas besser mit, suchte nun auch den Abschluss, kam durch Farfan in der 56. Minute zur ersten Torchance, doch für die klareren, dynamischeren Aktionen zeichneten weiterhin die Schwarzgelben verantwortlich. Sahin erkämpfte sich am Boden liegend den Ball, spitzelte ihn zu Götze, der Barrios bediente, doch aus recht spitzem Winkel verzog der Torjäger (51.).

Dann die 50. Minute: Piszczek flankte von rechts, Barrios war von Höwedes nicht zu halten, traf aber nur den rechten Pfosten. Auch Bender hatte kein Glück: Nach Barrios´ Kopfballvorlage war Neuer bei 17-Meter-Kracher des Neu-Nationalspielers auf dem Posten (65.).

Das Spiel hatte zwischenzeitlich nicht mehr die Rasanz der ersten Hälfte. Dafür nahmen die Nickeligkeiten zu. Mit Haken und Ösen wurde gekämpft. Huntelaar trat

dem am Boden liegenden Santana mit den Stollen in die Brust. Absicht war´s wohl nicht, ausweichen hätte man aber vielleicht doch können.

Turbulent wurde es dann in der 77. Minute: Nach Rauls Zuspiel war Jurado durchgebrochen, Weidenfeller parierte mit dem rechten Fuß, und Piszczek klärte vor der Linie zur Ecke, die im Gegenzug die elfte Chance für Schwarzgelb einleitete: Der eingewechselte Lewandowski hatte frei Bahn, Neuer stürzte aus seinem Kasten, klärte 30 Meter vor seinem Kasten mit der Brust und war auch schon wieder zurück, als Götze den Abpraller aufgenommen und Richtung Schalker Tor geschossen hatte.

Das erlösende Tor wollte nicht fallen, dabei hatte Götze es auf dem Fuß, als er nach einem Traumpass aus dem Mittelfeld frei vor Neuer auftauchte, den Schalker Keeper umkurvte, in halbrechter Position das leere Tor vor sich hatte, aber nur den Pfosten traf (85.). Mehr Pech geht nicht!

Quelle: www.bvb.de


29.01.

3:0 - Sahin führt Borussia in Wolfsburg zum 16. Saisonsieg
 
Mit dem zehnten Auswärtssieg in der laufenden Saison hat Borussia Dortmund ein weiteres dickes Ausrufezeichen gesetzt und den Elf-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Leverkusen gewahrt! Am 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der BVB durch Tore von Barrios, Sahin und Hummels beim VfL Wolfsburg mit 3:0 (2:0). "Deutscher Meister wird nur der BVB!", skandierte der schwarzgelbe Anhang.
 
Aus Wolfsburg berichten Boris Rupert und Felix Ulrich

Vor 30.000 Zuschauern in der ausverkauften Volkswagen-Arena, darunter 8.000 Schwarzgelbe, ging der BVB bereits in der zweiten Minute durch das neunte Saisontor von Barrios in Führung. Götze bereitete fünf Minuten vor der Pause auch das 0:2 durch den alles überragenden Sahin vor. Hummels machte mit dem dritten Treffer in der 71. Minute alles klar.

Ausgangslage:

Zehn Plätze und 24 Punkte trennten beide Mannschaften vor dem Anpfiff. Allerdings zeigte der Trend beim VfL deutlich nach oben: Acht Spiele hintereinander waren die Niedersachsen ungeschlagen (die längste Serie in der Liga). Die Westfalen reisten mit 27 Auswärtspunkten und 24 -toren an (beides absolute Ligaspitze). In neun von zehn Gastspielen gelangen mindestens zwei Treffer. Auch der direkte Vergleich sprach für die Borussen, die nur zwei der voran gegangenen sieben Gastspiele in Wolfsburg verloren hatten.

Personalien:
Mit den verletzten Kagawa, Kehl und Owomoyela musste der Tabellenführer drei Stammspieler ersetzen. Die fraglichen Bender, Kuba und da Silva waren mit dabei. Gegenüber dem 1:1 gegen Stuttgart gab es zwei Änderungen: Für Bender und Barrios mussten da Silva und Lewandowski auf die Bank. Bei Wolfsburg fehlten Hasebe und Kjaer. Die fraglichen Grafite, Mandzukic und Riether waren dabei.

Taktik:
Beide Mannschaften begegneten sich in einem 4-2-3-1-System. Während beim BVB die Dreierreihe hinter Barrios mit Kuba, Götze und Großkreutz besetzt war, ließ Wolfsburgs Trainer Steve Mclaren hinter Stoßstürmer Grafite Dejagah, Diego und Mandzukic spielen. Trotz der Systemgleichheit, war Borussia Dortmund über weite Phasen deutlich handlungsschneller, schien den Gastgebern immer einen Schritt voraus zu sein. Vor allem auf der rechten Angriffsseite erspielte sich der BVB ein deutliches Übergewicht.

Spielverlauf & Analyse:
Der Tabellenführer ließ sich beim VfL Wolfsburg nicht lange bitten: Die Partie hatte kaum begonnen, da zappelte das Leder schon das erste Mal im Netz. Lucas Barrios, der im Gegensatz zum 1:1 gegen den VfB Stuttgart diesmal von Beginn an auflaufen durfte, bewies nach einer Hereingabe von Mario Götze Vollstrecker-Mentalitäten und erzielte das schnellste BVB-Saisontor - 1:0 (2.). Für den VfL war es bereits das 20. Gegentor über die linke Abwehrseite.

Kurz darauf wäre Barrios beinahe erneut zur Stelle gewesen, seinen Kopfball nach einer Sahin-Ecke konnte jedoch Wolfsburgs Josue auf der Torlinie klären. Der BVB war in der ersten Halbzeit die klar dominierende Mannschaft. Die Gastgeber, bei denen Spielmacher Diego sich zwar redlich mühte und noch vor dem Dortmunder Führungstreffer einen Freistoß ans Außennetz setzte (1.), blieben weitestgehend blass.

Einer der Gründe: Nuri Sahin und Sven "Manni" Bender räumten im defensiven Mittelfeld alles ab, setzten die "Wölfe" früh unter Druck und hatten sogar noch Luft für offensive Akzente: Götze zum Beispiel traf mit einem Distanzschuss in der 23. Minute das Außennetz, kurz darauf schoss Barrios in die Arme von Benaglio.

Ein zweiter Dortmunder Treffer lag in der Luft - fiel aber erst in der 40. Minute: Hummels geschickte Spieleröffnung, nahm Götze auf passte von der rechten Seite zurück in den Strafraum, wo Madlung allerdings den Schuss von Barrios blocken konnte. Weil Nuri Sahin allerdings viel schneller reagierte als Wolfsburgs Pekarik hieß es trotzdem 2:0.

Für Nuri Sahin war sein fünftes Saisontor schon zur Pause die Belohnung für eine bärenstarke Partie. Der junge Türke, der am 6. August 2005 im Alter von 16 Jahren in Wolfsburg sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte, brachte 88 Prozent aller seine Pässe an den Mann, war Abräumer und Antreiber in einer Person.

In der zweiten Hälfte agierten die heimischen "Wölfe" bissiger, Dortmund hielt aber mit dem Selbstverständnis eines Tabellenführers dagegen, spielte ruhig und abgeklärt. Schrecksekunden gab es dennoch, und zwar als zunächst Roman Weidenfeller, nachdem er mit dem für Mandzukic eingewechselten Johnson zusammengeprallt war (48.), und kurz danach auch Sven Bender behandelt wurden.
Bis die 30.000 Zuschauer wieder ein Tor sehen konnten, dauerte es bis zur 71. Minute - und fast schon natürlich fiel es für den BVB: Nach einer Ecke gab Sahin den Ball erneut in die Mitte, Subotic köpfte unter der Hereingabe vorbei, Hummels hielt seinen Fuß am zweiten Pfosten hin - 3:0. Zu diesem Zeitpunkt war Wolfsburg Sturmspitze Grafite gar nicht mehr auf dem Rasen. Der Brasilianer hing völlig in der Luft und gewann keinen einzigen Zweikampf.

In der Schlussphase machte der BVB weiter Druck, spielte sogar auf das vierte Tor. Barrios traf das Leder bei einem Konter jedoch nicht richtig (73.). Und drei Minuten zuvor musste Benaglio gegen einen Schlenzer von Großkreutz und einen Distanzschuss von Schmelzer retten. Am Ende blieb es bei einem hochverdienten 3:0-Erfolg. Kleiner Wehrmutstropfen: Subotic sah nach einem Foulspiel an Pekarik die fünfte Gelbe Karte und wird dem BVB im Revierderby gegen Schalke am kommenden Freitag fehlen.

Quelle: www.bvb.de


22.01.

1:1 - BVB muss sich trotz bester Möglichkeiten
mit einem Punkt begnügen - nur Götze trifft
 
Borussia Dortmund muss sich im ersten Heimspiel des Jahres 2011 mit einer Punkteteilung begnügen. Am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga trennten sich der BVB und der VfB Stuttgart mit 1:1 (1:0).
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK sahen ein für die Winterverhältnisse gutes Spiel, in dem Borussia Dortmund nach einem Lehrbuch-Angriff zwei Minuten vor dem Seitenwechsel durch Götze in Führung ging (43.). Auch im zweiten Durchgang blieb das Spiel auf hohem Niveau, beide Mannschaften ließen dabei beste Möglichkeiten aus. Bitter für den BVB: In der Schlussphase gelang Stuttgart durch Pogrebnyak das 1:1 (84.).

Ausgangslage:
Tabellenführer Borussia Dortmund traf auf den Vorletzten VfB Stuttgart, der lediglich zwei seiner insgesamt 15 Punkte in fremden Stadien hatte erringen können. Dass die Schwaben (immerhin Vorjahressechste) aber eine viel höhere Qualität besitzen, bewiesen sie zuletzt beim 1:0-Sieg gegen den FSV Mainz zum Rückrundenauftakt in der vergangenen Woche.

Personalien:
Dem BVB fehlten Kehl, Kagawa, Bender, Owomoyela, Zidan und Kringe. Götze, dessen Einsatz wegen einer Bronchitis lange Zeit fraglich war, meldete sich einsatzbereit und stand ebenso in der Startelf wie da Silva, der nach überstandenem Infekt (wie schon in der zweiten Halbzeit in Leverkusen) Bender ersetzte. Dagegen blieb Barrios, ebenfalls noch leicht geschwächt, aus taktischen Gründen zunächst auf der Bank. Drei Rekonvaleszenten in der Startelf waren Jürgen Klopp offenbar zu riskant. Auch die Gäste reisten mit einem personellen Engpass an: Cacau, Marica, Boulahrouz, Celozzi, Audel und Bah standen nicht zur Verfügung.

Taktik:
Trotz der schwierigen personellen Situation im Mittelfeld sah der BVB-Cheftrainer keinen Grund zu einer Systemumstellung und schickte seine Mannschaft in der bewährten 4-2-3-1-Grundordnung auf das Spielfeld. Den Part neben Sahin im defensiven Mittelfeld übernahm da Silva, als einzige Sturmspitze agierte Lewandowski. VfB-Coach Bruno Labbadia vertraute weiterhin einem 4-4-2 mit "Doppelsechs".

Spielverlauf & Analyse:
Beide Mannschaften zeigten den Zuschauern ein offenes Spiel mit einigen guten Aktionen. Die erste Chance hatte der BVB: Von da Silva mit einem Zuckerpass an der Strafraumkante in Szene gesetzt, vergab Lewandowski die gute Tormöglichkeit, als ihm der Ball beim Schussversuch über den Fuß rutschte (3.). Auch der Tabellenvorletzte aus Stuttgart versteckte sich nicht. In der sechsten Minute stürmte Pogrebnyak nach einem Fehler der Dortmunder Defensive alleine auf Weidenfeller zu und kam - ohne Berührung des Dortmunder Torwarts - im Strafraum zu Fall. Glücklicherweise hatte Schiedsrichter Dr. Brych den Täuschungsversuch des Stürmers erkannt und entschied auf Weiterspielen.

Das Spiel nahm an Intensität im Kampf um die Positionen im Mittelfeld zu. Stuttgart erspielte sich in dieser Phase zwei gute Gelegenheiten: Zunächst konnte Weidenfeller nur mit einem Blitzreflex Gentners Kopfball noch parieren (15.), dann köpfte der junge Schipplock eine Hereingabe knapp am Dortmunder Tor vorbei (19.). Der BVB hielt dagegen, war jedoch im Abschluss (noch) nicht präzise genug. So legte sich Kuba in der 29. Minute den Ball zu weit vor, zwei Minuten später verfehlte Sahin mit seinem Zuspiel den mitlaufenden Lewandowski im Strafraum.

Die Schwarzgelben setzten nach. Mit einem langen Ball aus der eigenen Hälfte leitete Hummels den nächsten vielversprechenden Angriff ein. Über Sahin und Großkreutz gelangte das Leder mit jeweils einer Berührung bei Götze.

Der Youngster nahm den Ball im Strafraum mit links an und vollstreckte eiskalt mit rechts - 1:0 (43.). Ulreich war bei Götzes viertem Saisontreffer ohne jede Abwehrchance. Der SIGNAL IDUNA PARK stand Kopf, zumal Lewandowski kurz vor dem Seitenwechsel nach einem Freistoß von Sahin fast noch nachgelegt hätte.

Das Offensiv-Feuerwerk ging nach der Pause weiter. Götze kam im Strafraum zu Fall, der Unparteiische entschied auf Weiterspielen, das Leder gelangte zu Lewandowski, der aus spitzem Winkel nur das Außennetz traf (50.). Den Zuschauern blieb kaum Zeit, um Luft zu holen, denn keine Minute später köpfte Großkreutz eine Hereingabe von Sahin um wenige Zentimeter über das gegnerische Tor. Stuttgart blieb brandgefährlich, Schmelzer klärte eine Flanke von Gebhart in letzter Sekunde zur Ecke (52.).

Es ging rauf und runter. Beide Mannschaften vergaben Riesenmöglichkeiten. Lewandowski schoss nach Zuspiel von Götze im Strafraum freistehend am Tor vorbei (57.). Auch Sahins Versuch aus der Distanz, der von einem Stuttgarter Spieler noch abgefälscht wurde, verfehlte sein Ziel nur um Zentimeter (60.). Nicht viel mehr fehlte auf der Gegenseite Schipplock zum Ausgleich (61.). Glücklicherweise war der Stuttgarter Stürmer nicht mehr ganz an die Flanke von Molinaro herangekommen.

Der BVB blieb das bessere Team und erspielte sich Chance um Chance. Der eingewechselte Barrios hatte die Entscheidung nach einem Zuspiel von Großkreutz auf dem Fuß, traf jedoch den Ball nicht richtig (68.). Und sieben Minuten später stand dem Torjäger Stuttgarts Keeper Ulreich im Weg, der seinen Schuss noch mit den Fäusten zur Ecke abblocken konnte.

Es kam, wie es kommen musste. Die Gäste steckten nicht auf. Pogrebnyak schloss einen schnellen Stuttgarter Angriff mit einem wuchtigen Schuss in den Winkel ab. Weidenfellers war beim 1:1-Ausgleich machtlos (84.). Der BVB versuchte noch einmal nachzulegen, blieb jedoch im Abschluss ohne Glück: 21:7 Torschüsse und 13:6 Chancen notierten die Statistiker nach 90 Minuten.

Quelle: www.bvb.de


14.01.

3:1 - BVB setzt ein dickes Ausrufezeichen!
Die "Dortmunder Jungs" treffen im Spitzenspiel
 
Mit dem größten anzunehmenden Ausrufezeichen ist Borussia Dortmund in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga gestartet. Am 18. Spieltag gewann der BVB das Spitzenspiel bei Bayer 04 Leverkusen mit 3:1 (0:0) und baute den Abstand auf den Verfolger auf 13 Punkte aus. Phasenweise war es eine Fußball-Demonstration des Tabellenführers, der seine Überlegenheit nach dem Wechsel in Tore ummünzte. Die "Dortmunder Jungs" Kevin Großkreutz als Doppeltorschütze sowie Mario Götze erzielten die Treffer.
 
Aus Leverkusen berichtet Boris Rupert

30.290 Zuschauer in der BayArena sowie zig Millionen an den Fernsehschirmen in 140 Ländern der Erde sahen einen stark aufspielenden BVB, der durch Bender den Pfosten traf (3.) und durch Lewandowski eine Großchance ausließ (23.). Doch zu Beginn des zweiten Durchgangs stellten die Borussen innerhalb von sechs Minuten die Weichen auf Sieg: Großkreutz (49./53.) und Götze (55.) schossen eine schnelle 3:0-Führung heraus. Kießling verkürzte zehn Minuten vor Schluss auf 1:3.

Ausgangslage:
Die Paarung "Dritter gegen Erster" eröffnete die Rückrunde. Der BVB hatte keines der letzten drei Gastspiele am Rhein verloren (ein Sieg, zwei Remis). Kein anderes Team feierte in dieser Saison so viele Auswärtssiege wie der BVB (acht). Leverkusen holte auswärts deutlich mehr Punkte (20) als zu Hause (13), obwohl daheim ein Spiel mehr ausgetragen wurde. Beide Saisonniederlagen gab es für Bayer im eigenen Stadion.

Personalien:
Bis auf Kaplan war Bayer komplett und stellte mit Hyypiä, Ballack, Barnetta, Vidal, Derdiyok und Balitsch die wohl prominenteste Bank der Liga. Beim BVB meldeten sich Weidenfeller, Götze und Barrios einsatzfähig - der Torjäger musste aber zunächst auf die Bank. Lewandowski begann. Kagawa (mit Japan beim Asien-Cup), Kehl, Kringe und Owomoyela (alle Aufbautraining) fehlten.

Taktik:
Dem 4-2-3-1 der Borussen stellten die Gastgeber eine 4-4-2-Grundordnung mit zwei Spitzen und ebenfalls offensiv ausgerichteten Mittelfeldaußen gegenüber. Nominell agierte die Viererkette der Dortmunder damit ohne Absicherung, doch die kam aus dem zentralen Mittelfeld durch die immens laufstarken Sahin und Sven Bender. Götze suchte immer wieder den freien Raum; entzog sich so auch der Bewachung durch die Doppelsechs Rolfes und Lars Bender.

Spielverlauf & Analyse:
Es war eine phantastische Kulisse - dank der 7.000 Dortmunder Fußball-Fans in der Arena, die auf den Rängen eindeutig den Ton angaben, genauso wie auf dem Rasen die ganz in Gelb gekleidete Borussia, die das Zepter mit dem Anpfiff von Schiedsrichter Gagelmann in die Hand nahm und nach zwei Minuten und 31 Sekunden den Torschrei auf den Lippen hatte: Nach Sahins gefühlvoller Freistoßflanke krachte Benders Kopfball an den linken Pfosten des Leverkusener Gehäuses. Es war Borussias bereits zehnter Alu-Treffer in dieser Saison!

Drei Minuten später brachten die nachsetzenden Götze und Lewandowski Abwehrspieler Reinartz in Bedrängnis, kamen aber nicht zum Abschluss, Hummels köpfte nach einer Ecke knapp am Ziel vorbei (20.), nachdem Schwaab zuvor vor dem einschussbereiten Großkreutz gerettet hatte.

Energisch zupackend, die Fehler aus dem Hinspiel vermeidend, als das Mittelfeld fest in Bayer-Hand gewesen war - so agierte der BVB im Spitzenspiel, entschied in der ersten Viertelstunde 23 der bis dato 33 Zweikämpfe für sich, was einer Quote von 70 Prozent entspricht! Leverkusen fand bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs hinein überhaupt nicht statt, kam bis dahin nur einmal gefährlich vors Tor, als Hummels das Abseits aufgehoben und Kießling zunächst freie Bahn hatte. Doch Subotic klärte stark (11.). Später war es Kießling, der einen Kopfball aufs Tornetz setzte (40.).

Doch viel gefährlicher war die Szene auf der anderen Seite, als Subotic´ Pass an Leverkusens Deckung vorbei den Weg zu Lewandowski fand, der der frei vor Adler auftauchte, aber den Ball nicht am Torhüter vorbei brachte (23.). Dann jagte Großkreutz Schwaab das Leder ab, Lewandowski hielt aus 20 Metern drauf. Der von Friedrich abgefälschte Ball strich knapp am rechten Pfosten vorbei. 5:1 Torschüsse für den BVB nach 33 Minuten!

Durchgang zwei begann mit da Silva für Sven Bender (Innenbanddehnung im linken Knie) und mit einem klasse Pass von Sahin auf Kuba, der seinen Landsmann Lewandowski fand, doch Adler rettete zur Ecke (48.). Daraus resultierte ein Einwurf für den BVB, den Piszczek nach innen brachte. Schwaab spielte den Ball mit der Hand, doch Schiedsrichter Gagelmann wartete den Vorteil ab, der sich tatsächlich ergab: Großkreutz schloss aus sechs Metern halblinker Position eiskalt ab zum 0:1 (49.).

Es war der Auftakt zu den sechs vielleicht verrücktesten Minuten der Saison, die die bundesweit vier Millionen BVB-Anhänger in einen kollektiven Freudentaumel tauchten. Borussia schockte die Konkurrenz! Lewandowski verlängerte Weidenfellers Abschlag in den Lauf von Großkreutz, der aus 16 Metern abschloss und Adler abermals nicht den Hauch einer Chance ließ (53.). Zwei Minuten später passte Lewandowski nach vorne, Großkreutz stocherte den Ball zu Götze, der freie Bahn hatte, von rechts in den Strafraum eindrang und durch Adlers Beine hindurch zum 0:3 einschoss.

Leverkusen reagierte mit einem Dreifachwechsel, doch Chancen hatten zunächst weiterhin die Gäste durch Lewandowski (60.) und den eingewechselten Barrios, dessen raffinierten Heber Adler so eben noch klären konnte (70.).

Dann aber schienen sich die Gastgeber von dem Schock zu erholen, kamen besser ins Spiel und auch zu Chancen. Hummels blockte Renato Augustos Schuss in höchster Not ab (75.). Fünf Minuten später verkürzte Kießling nach Renato Augustos Flanke auf 1:3. Friedrich (83.) und Kießling (85.) hatten den Anschlusstreffer auf dem Fuß, verzogen aber.

Quelle: www.bvb.de


03.01.

Trainingslager in Jerez, Tag 1:
Optimale Bedingungen für einen optimalen Start in die Vorbereitung
 
Im schönen und vor allem warmen (15 bis 19°C) Andalusien geht Borussia Dortmund die Vorbereitung auf die Rückrunde der Bundesligasaison 2010/2011 an. In Jerez de la Frontera soll in der nächsten Woche mit intensiver Trainingsarbeit der Grundstein dafür gelegt werden, die nahende Rückrunde ähnlich erfolgreich zu gestalten, wie es schon in der zurückliegenden Hinrunde der Fall war.
 
Aus Jerez de la Frontera berichtet Dennis-Julian Gottschlich

Andalusien hieß das Ziel, als heute um 15.15 Uhr der Eurowings-Charterflug EW 4508 mit Mannschaft und Stab von Borussia Dortmund vom Düsseldorfer Flughafen abhob. Insgesamt 48 Personen waren mit an Bord der Maschine Typ "Bombardier-CRJ-200", darunter 26 Spieler sowie Trainer, Betreuer und Offizielle.

Verletzungsbedingt nicht mitfliegen konnten Patrick Owomoyela und Florian Kringe. Ebenfalls nicht an Bord waren Shinji Kagawa, der den Januar über mit der japanischen Nationalmannschaft bei den Kontinentalmeisterschaften in Katar weilt, sowie Lucas Barrios. Der Argentinier trat die Reise nach Südspanien aus dem Weihnachtsurlaub auf eigene Faust an.

Bei der Landung in Jerez gegen 18.00 Uhr zeigte das Thermometer satte 15°C an, und die Sonne war bei wolkenlosem Himmel gerade im Begriff, unterzugehen. Optimale Bedingungen also, vor allem im Vergleich zu den kalten und schneereichen Tagen der letzten Wochen in Westfalen. Direkt nach der Ankunft ging es für die Spieler mit dem Bus ins ca. 30 Minuten vom Flughafen entfernte Fünf-Sterne-Hotel "Barceló Montecastillo", welches unweit der berühmten Rennstrecke von Jerez liegt. Sportfans werden sich erinnern: Hier verspielte Michael Schumacher 1997 mit einem unrühmlichen Manöver gegen Jacques Villeneuve den Weltmeistertitel im letzten Rennen.

Nachdem die Spieler ihre Zimmer bezogen hatten, ging es zum gemeinsamen Abendessen. Eine Trainingseinheit stand in Anbetracht der bereits fortgeschrittenen Zeit aber nicht mehr auf der Agenda. Morgen früh ab zehn Uhr heißt es für die Spieler dann aber, hart ackern auf den beiden ausgezeichneten Trainingsplätzen des Hotels, damit die gesamte Mannschaft top-vorbereitet in die Rückrunde gehen kann.

Aber nicht nur die Mannschaft und der Stab des BVB haben den Weg nach Spanien gefunden. Auch das Team von BVB-Total ist mit fünf Mann (darunter u.a. BVB-Legende "Nobby" Dickel) und einer riesigen Menge an Equipment vor Ort. In der nächsten Woche werden exklusive Reportagen, Berichte, Interviews (u.a. mit Mario Götze) und viel mehr für Borussias neuen TV-Sender produziert. BVB-Total ist ab heute über das IP-TV-Angebot "Entertain" der Deutschen Telekom buchbar. Ab morgen sind auch über die Homepage wie gewohnt die ersten Berichte aus dem Trainingslager abrufbar.

Für die schwarzgelben Anhänger ist Petra Stüker von der BVB-Fanbetreuung vor Ort. Sie wird sich um die ca. 70 Fans kümmern, die die lange Reise aus Deutschland nach Spanien auf sich genommen haben und ihre Mannschaft beim Training begutachten sowie im Testspiel gegen den RC Lens am kommenden Mittwoch (15 Uhr) anfeuern.

Quelle: www.bvb.de


18.12.
0:1 - Gekas stellt den Spielverlauf auf den Kopf
- Sahin und Barrios treffen nur die Querlatte
 
Borussia Dortmund geht mit einer Niederlage in die Winterpause der Fußball-Bundesliga. Am 17. Spieltag unterlag der BVB bei Eintracht Frankfurt mit 0:1(0:0) und kassierte damit die erste Auswärts-Niederlage der Saison. Gekas erzielte in der 87. Minute das einzige Tor einer Partie, die der BVB im zweiten Durchgang deutlich dominierte.
 
Aus Frankfurt berichten
Boris Rupert und Dennis-Julian Gottschlich


51.500 Zuschauer in der ausverkauften Commerzbank-Arena sahen nach verhaltener erster Halbzeit mit nur jeweils einer Großchance auf beiden Seiten (Gekas, Barrios) einen temporeichen und intensiven zweiten Durchgang mit guten Chancen für den BVB: Sahin und Barrios trafen nur Aluminium. In der 87. Minute stellte Gekas den Spielverlauf mit seinem 14. Saisontreffer auf den Kopf.

Ausgangslage:
Achter gegen Erster: Die Frankfurter hatten - nicht zuletzt aufgrund einer angespannten Personalsituation - drei der letzten vier Partien verloren, die Dortmunder dagegen sieben Mal hintereinander gewonnen. Ein weiterer Sieg hätte einen neuen Vereinsrekord bedeutet. Nur Mönchengladbach und St. Pauli fuhren bislang zu Hause weniger Punkte ein als die Hessen (zehn), die mit drei Siegen, einem Remis und drei Heimniederlagen eine ausgeglichene Bilanz auswiesen. Der BVB trat dagegen mit der besten Auswärtsbilanz aller Zeiten (acht Spiele, acht Siege) in Frankfurt an, wo er seit vier Jahren ungeschlagen war.

Personalien:
Mit Nikolov, Franz, Chris und Russ fehlten den Gastgebern vier Defensivspieler, außerdem Bajramovic. Beim BVB waren weiterhin Owomoyela, Kehl und Kringe (alle im Aufbautraining) nicht dabei, außerdem Zidan, der am Freitag Vater geworden war. Gegenüber den letzten beiden Spielen gegen Bremen und Sevilla nahm Jürgen Klopp eine Änderung vor: Großkreutz spielte für Kuba, der zunächst auf die Bank musste.

Taktik:
Beide Mannschaften begegneten sich aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, wobei sich auf Dortmunder Seite überwiegend Bender um Frankfurts Spielmacher Meier kümmerte. Sahin wurde früh und wechselweise von Clark oder Köhler attackiert, die sich zudem um Kagawa "kümmerten". Barrios hatte es vorne mit zwei Gegenspielern (Vasoski und Schwegler) zu tun.

Spielverlauf & Analyse:
Beiden Mannschaften war anzumerken, dass sie die Hinrunde mit einem positiven Ergebnis beenden wollten. So kam Alexander Meier bereits in der zweiten Spielminute gefährlich aus acht Metern zum Abschluss - doch Weidenfeller konnte parieren. Nur drei Minuten später brach Schmelzer von links in den Strafraum der Eintracht durch, seine Ablage auf Kagawa im Rücken der Abwehr erreichte den Adressaten aber leider nicht.

In der Folge nahmen die Schwarzgelben nach und nach das Heft in die Hand und schnürten die Hausherren in der eigenen Hälfte ein. Zwingende Torchancen konnten dabei aber nicht herausgespielt werden, denn die Eintracht war in der Hauptsache darauf bedacht, das schnelle Aufbauspiel des BVB nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Sie nahmen immer wieder das Tempo aus der Partie und versuchten, durch lange Bälle auf den gefährlichen Gekas zu Torchancen zu kommen. Hummels und Subotic wussten dies allerdings zu verhindern.

Erst in der 30. Minute nahm das Spiel Fahrt auf. Von nun an sahen die Zuschauer engagierte Frankfurter, die immer mehr Torgefahr ausstrahlten. Ochs konnte sich auf der rechten Seite bis zum Strafraum durchsetzen, passte auf Gekas, der aber freistehend am herauseilenden Weidenfeller scheiterte. Auch die darauf folgende Ecke war gefährlich: Tzavellas setzte sich im Fünfmeterraum in der Luft durch, sein Kopfball landete nur Zentimeter neben dem linken Pfosten. Nur kurze Zeit später zog Meier aus gut 25 Metern ab. Sein Schuss ging ebenfalls nur knapp am linken Pfosten vorbei (37.). Ein Indiz für die Frankfurter Überlegenheit zu diesem Zeitpunkt: 6:1 Torschüsse für die Hausherren.

Bis zur 40. Minute mussten die BVB-Fans warten, um die erste Großchance ihrer Mannschaft zu sehen. Sahin flankte wunderschön von der Mittellinie zu Götze am linken Strafraumrand, der junge Dortmunder nahm den Ball mit und zog in die Mitte, wo er das Leder auf Kagawa abtropfen ließ. Dieser sah wiederum Piszczek, der legte zurück in die Mitte, doch Götze scheiterte an Fährmann im Kasten der Eintracht. In der 44. Minute dann eine viel versprechende Freistoßchance für den

BVB: Doch Sahin zirkelte den Ball aus gut 20 Metern in halblinker Position knapp am Toreck vorbei. Sekunden vor dem Pausenpfiff lupfte Barrios den Ball nach Sahins tollem Pass allein vor Fährmann über den Frankfurter Keeper, aber auch über das Tor.

In der zweiten Halbzeit begann der BVB mit einem Wechsel: Sven Bender musste wegen Hüftbeschwerden in der Kabine bleiben, dafür nahm Toni da Silva den Platz neben Nuri Sahin auf der "Doppelsechs" ein. Und dieser Wechsel zahlte sich bereits in der 51. Minute fast aus: Nach einem schönen Konter legte Götze von rechts zurück auf den Brasilianer in die Mitte, dessen brandgefährlicher Schuss wurde allerdings von Tzavellas Kopf abgefälscht und ging am Kasten von Fährmann vorbei.

Von nun an sah das Publikum in der Commerzbank-Arena eine flotte Begegnung mit viel Engagement auf beiden Seiten. 63 Minuten waren gespielt, als Sahin Kagawa mit einem Zuckerpass im Strafraum anspielte, der Japaner versuchte es mit einem Lupfer über Fährmann, der den Ball in allerhöchster Not noch über den Kasten lenken konnte. Die resultierende Ecke führten die Borussen kurz aus, Sahin flankte von Rechts in den Strafraum, doch seine Flanke entwickelte sich zum Torschuss: Kein Spieler konnte den Ball mit dem Kopf erreichen, und so knallte er gegen die Unterkante der Latte (64.).

Erst in der Schlussphase kam es wieder zu gefährlichen Torraumszenen. Götze passte von rechts in den Strafraum, wo Barrios knapp verpasste (80.). Kurze Zeit später setzte sich wiederum Barrios nach einer Ecke im Getümmel im Fünfmeterraum durch, scheiterte jedoch an Fährmann (82.). In der 86. Minute war es wieder der Argentinier, der nach feiner Vorarbeit vom eingewechselten Kuba völlig frei aus sechs Metern an die Latte zielte.

Kurz darauf dann völlig überraschend die Führung für die Eintracht: Gekas vollendete freistehend aus gut zehn Metern in den rechten oberen Winkel des Tores (87.). Ein Nackenschlag für den BVB kurz vor Schluss der Begegnung, von dem er sich auch nicht mehr erholte, und der den Spielverlauf der zweiten Halbzeit auf den Kopf stellte.

Quelle: www.bvb.de


15.12.

2:2 in Sevilla - Kagawa und Subotic treffen -
Vier verflixte Minuten bescheren das Aus
 
Borussia Dortmund hat den Einzug ins Sechzehntelfinale der UEFA Europa League hauchdünn verpasst! Am sechsten und letzten Spieltag in der Gruppe J erreichte der BVB beim FC Sevilla zwar ein 2:2 (1:2)-Unentschieden, konnte damit aber die Spanier nicht vom zweiten Platz verdrängen und schied aus dem Wettbewerb aus. Dabei hatten die Schwarzgelben einen Start nach Maß erwischt und waren bereits nach drei Minuten durch Kagawa in Führung gegangen. Doch zu mehr als Subotic´ 2:2 reichte es nicht.
 
Aus Sevilla berichtet Boris Rupert

Vor etwa 30.000 Zuschauern im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán ging der BVB bereits in der vierten Minute durch Kagawa in Führung, doch Romaric und Kanouté drehten die Partie innerhalb von vier Minuten (31./35.) mit ihren Toren. Auch in Halbzeit zwei erwischte der Bundesliga-Tabellenführer einen Blitzstart und glich drei Minuten nach Wiederbeginn durch Subotic aus. Doch der zum Überwintern erforderliche dritte Treffer wollte trotz überlegenen Spiels nicht gelingen.

Ausgangslage:
Den Spaniern reichte mit neun Punkten aus den ersten fünf Spielen ein Unentschieden, um Platz zwei zu behaupten und damit in der UEFA Europa League zu überwintern. Der BVB (Dritter mit acht Zählern) musste unbedingt gewinnen. Paris Saint-Germain stand bereits als Gruppensieger fest.

Personalien:
20 Spieler hatte Jürgen Klopp mit nach Andalusien genommen, alle 20 meldeten sich nach dem "Geheimtraining" am Mittwochvormittag einsatzfähig, so dass zwei Spieler (Hajnal und Zidan) auf die Tribüne mussten. Der BVB, der weiterhin auf Kehl, Owomoyela und Kringe verzichten musste, begann mit der gleichen Elf, die in der Liga zuletzt mit 2:0 gegen Werder Bremen gewonnen hatte.

Taktik:
4-2-3-1 oder 4-4-2 - die Übergänge waren fließend beim FC Sevilla, bei dem Kanouté zwischen zentraler Mittelfeldrolle und zweiter Spitze neben Luis Fabiano pendelte. Klar umrissen dagegen die 4-2-3-1-Grundordnung der Schwarzgelben, die häufig mit langen Bällen in die Schnittstellen operierten.

Spielverlauf & Analyse:
Nach 21 Grad am Dienstag Mittag war das Thermometer am Mittwoch Abend auf sieben Grad gefallen. Hinzu kam ein böiger, kalter Wind. Doch die 30.000 Zuschauer sahen ein heißes Spiel. Von Beginn an hohes Tempo, energisch geführte Zweikämpfe, packende Strafraumszenen und ein Spielverlauf, der den 3.500 mitgereisten BVB-Fans zunächst warm ums Herz werden ließ.

Nachdem die Spanier, die zuletzt fünf Mal hintereinander verloren hatten, die erste brenzlige Situation nach Kubas Flügellauf überstanden hatten (1.), ging der BVB mit dem ersten Torschuss in Führung. Die langen, steilen Bälle waren ein häufig verwendetes Stilmittel an diesem Abend, und diesmal war es Schmelzer, der über den linken Flügel sprintete, als gebe es kein Morgen. Escudé wehrte zwar vor dem einschussbereiten Barrios ab, doch viel zu kurz. Kagawa schnappte sich die Kugel, hielt aus 18 Metern drauf, Escudé fälschte noch leicht ab, und Palop kam nicht mehr ran (4.).

Sevilla brauchte zehn Minuten, um sich von diesem Schock zu erholen - und zog das ohnehin schon hohe Tempo noch mal an. Romaric legte von der Grundlinie zurück auf Luis Fabiano, der aus fünf Metern zum Schuss kam, doch Weidenfeller lenkte den Ball mit einer Riesenparade über die Latte (15.). Noch in der gleichen Minute zog Alexis scharf ab, Weidenfeller parierte und fasste nochmals beherzt zu, bevor Kanouté zum Abschluss kommen konnte.

Nach genau einer halben Stunde setzte sich Kanouté gegen drei Schwarzgelbe durch, flankte auf Luis Fabiano, der mit der Brust abtropfen ließ. Piszczek schien zu retten, doch zu kurz: Romaric schoss unhaltbar zum 1:1 ein. Fast postwendend wäre dem BVB die erneute Führung gelungen, doch Barrios köpfte Piszczeks Flanke knapp am rechten Pfosten vorbei. Stattdessen schlug der spanische

Pokalsieger ein zweites Mal zu. Perotti flankte nach einer abgewehrten Ecke aus dem Halbfeld, Kanouté stieg höher als Bender und köpfte zum 2:1 ein (35.). Erstmals seit September ließ die Abwehr wieder mehr als ein Gegentor zu.

Die Schwarzgelben, die im Mittelfeld nach starkem Beginn zwischenzeitlich den Zugriff verloren und sich durch hochriskante Pässe nicht selten Kontersituationen ausgesetzt hatten, machten nach Wiederbeginn vieles besser. Kuba und Piszczek zwangen Capel, der in Halbzeit eins einen viel zu großen Aktionsradius hatte, in die Defensive. So in der 49. Minute, als Sevillas Linksaußen hinten aushelfen musste und Piszczek erst im letzten Moment stoppen konnte - auf Kosten eines Eckballs, den Sahin hereinbrachte und Subotic mit Anlauf und Brachialgewalt per Kopf ins linke Eck jagte.

Sevillas Trainer Manzano reagierte. Hatte er schon vor der Pause Kanouté herunternehmen müssen, brachte er nach einer Stunde Abwehrspieler Cáceres für Rechtsaußen Perotti. Rechtsverteidiger Konko übernahm dessen Position. Denn die Andalusier kamen kaum noch dazu, den Vorwärtsgang einzuschalten und hatten Glück, dass Kagawa nach Kubas Zuspiel aus spitzem Winkel am heraus stürzenden Palop scheiterte (62.). 6:0 Torschüsse für den BVB zu diesem Zeitpunkt in Halbzeit zwei!

Auch Klopp änderte die Formation, brachte Lewandowski für Kuba. Götze stürmte nun über rechts, Kagawa über links. Es spielte und schoss nur eine Mannschaft, doch die Spanier fingen sich wieder, stellten sich besser auf das stürmische Spiel der Borussia ein, störten früh und unterbanden die Flügelläufe.

Der BVB setzte alles auf eine Karte, brachte noch Le Tallec für Schmelzer, Hummels ging auch mit nach vorne und wäre beinahe noch belohnt worden: Nach einer weiten Flanke hatte sich Torwart Palop verschätzt, verlor den Ball am Strafraumeck aus den Händen, Götze war zur Stelle, doch auch ein Abwehrspieler, der den Ball kompromisslos aus der Gefahrenzone drosch. Auf der anderen Seite rettete Piszczek gegen Luis Fabiano auf der Torlinie.

Quelle: www.bvb.de


02.12

3:0 - Schnee und Eis lassen den BVB kalt - Kagawa,
Hummels und Lewandowski sorgen für souveränen Sieg
 
.Das Zittern wurde belohnt: Durch einen 3:0 (1:0)-Sieg gegen Karpaty Lwiw hat sich Borussia Dortmund am vorletzten Spieltag der UEFA Europa League bei arktischen Temperaturen seine Chance bewahrt, im internationalen Geschäft zu überwintern. In 13 Tagen erwartet das Team in Sevilla nun ein echtes Endspiel um den Einzug in die Zwischenrunde.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

40.100 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK sahen bei arktischen Temperaturen Einbahnstraßenfußball. Kagawa brachte den BVB mit einem Kopfballtreffer früh in Führung (5.). Bis zum Seitenwechsel ließen drückend überlegene Dortmunder mehrere gute Möglichkeiten ungenutzt. Die überfällige 2:0-Führung köpfte Hummels nach einem Freistoß von Sahin kurz nach dem Seitenwechsel (49.). In der Schlussphase sorgte Lewandowski mit seinem Tor zum 3:0 für die endgültige Entscheidung.

Ausgangslage:
Borussia Dortmund rangierte mit fünf Punkten aus vier Spielen hinter dem FC Sevilla und Paris St. Germain auf dem dritten Rang der Gruppe J. Gegen Karpaty Lwiw aus der Ukraine - noch ohne Punktgewinn in der Europa League und ohne Chance auf ein Weiterkommen - war für den Tabellenführer der Bundesliga ein Sieg Pflicht, um mit einer guten Ausgangslage zum letzten Gruppenspiel nach Sevilla reisen zu können. Das Hinspiel in der Ukraine hatte der BVB in letzter Sekunde mit 4:3 gewonnen.

Personalien:
Die guten Nachrichten vorab: Die angeschlagenen Kuba (Schulterbeschwerden) und Kagawa (Rippenprobleme) konnten spielen. Auch Zidan stand erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder im Kader. Verzichten musste BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp auf Barrios (Kapselreizung im Knie) sowie die Langzeitverletzen Owomoyela, Kehl und Kringe. Im Vergleich zum 4:1-Sieg gegen Mönchengladbach gab es zwei Änderungen: Lewandowski für Barrios sowie Großkreutz für Götze standen neu in der Startelf.

Taktik:
Jürgen Klopp vertraut auch auf internationalem Parkett dem bewährten 4-2-3-1-System. Nach dem Ausfall von Barrios übernahm Lewandowski die Rolle der nominell einzigen Sturmspitze. Karpaty Lwiw agierte in einer (defensiv interpretierten) 4-3-3-Grundordnung, in der sich die beiden Außen Guruli und Kopolovets in der Anfangsphase weit zurückfallen ließen, um die Abwehrarbeit zu unterstützen.

Spielverlauf & Analyse:
Schon Stunden vor dem Anpfiff waren Räumkommandos damit beschäftigt, die Spielfläche in Europas größtem "Gefrierschrank" von Schnee- und Eismassen zu befreien, um für halbwegs reguläre Bedingungen zu sorgen.

Von Beginn an ergriff der BVB die Initiative und setzte Karpaty auf dem eisigen Geläuf mit seinem Kurzpassspiel unter Druck. Keine 40 Sekunden waren vorüber, als Lewandowski nach Pass von Kagawa zum ersten Mal gefährlich vor dem Tor der Gäste auftauchte und nur knapp das Ziel verfehlte. Die Schwarzgelben zwangen den Gegner zu Fehlern. Eine Sahin-Ecke klärte Karpaty zu kurz aus dem eigenen Strafraum, Sahin reagierte gedankenschnell und brachte den roten Ball zurück vor das Tor. Dort warteten vier Borussen ungedeckt, Kagawa ließ sich nicht zweimal bitten und nickte mit dem Kopf zum 1:0 ein (5.) - der dritte Treffer des Japaners in der Europa League.

Lewandowski hatte kurze Zeit später die Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte nach einem Stellungsfehler der Gäste-Abwehr jedoch freistehend aus drei Metern an Karpaty-Keeper Rudenko (13.). Eine Riesenmöglichkeit! Die Zuschauer sahen weiter Einbahnstraßenfußball. Nach einer Kombination über Kuba und Piszczek ließ Kagawa im Strafraum zwei Gegner aussteigen und setzte den Abschluss am Kasten vorbei. 10:2 Torschüsse nach 30 Spielminuten dokumentierten die drückende Dortmunder Überlegenheit.

Auch wenn Karpaty nun besser ins Spiel fand, blieb der BVB das bestimmende Team mit den besseren Möglichkeiten. Erst setzte Lewandowski einen Kopfball aus aussichtsreicher Position vorbei (36.), dann verfehlte Großkreutz nach langem Abschlag von Weidenfeller das Tor mit seinem Heber über Rudenko um wenige Zentimeter (38.). Kagawa hatte Pech, als ihm eine Flanke von Kuba im Strafraum über den Spann rutschte (45.).

Wie auch in den vergangenen Spielen kamen die Schwarzgelben mit höchster Zielstrebigkeit aus der Kabine. Einen Freistoß aus dem Halbfeld schlenzte Sahin hoch ins Zentrum. Hummels war mit nach vorne geeilt, stieg höher als seine Bewacher und köpfte den Ball aufs Tor. Abgefälscht von Kuznetsov senkte sich das Leder unhaltbar zum 2:0 in den linken Winkel (49.). Der erste Treffer von Hummels auf internationaler Bühne bescherte dem BVB die überfällige Zwei-Tore-Führung.

Auf der Gegenseite bewahrte Weidenfeller sein Team quasi im Gegenzug vor dem Anschlusstreffer, als er eine Chance des heranstürmenden Kopolovets im Strafraum vereitelte (52.). Die Chance der Gäste bildete eine Ausnahme. Offensive Qualität versprühte vorrangig das Team von Jürgen Klopp, das durch einen Kopfball von Lewandowski seine nächste Torgelegenheit hatte (57.). Bewegender Moment in der 67. Minute: Fast sieben Monate nach seinem Kreuzbandriss feierte Zidan sein Comeback.

Niemand wollte es den Schwarzgelben angesichts eisiger Temperaturen verdenken, dass sie kurzzeitig einen Gang zurückschalteten. Die Fans feierten ihr Team heißblütig und hielten sich hüpfend warm. In der Schlussphase zog der BVB das Tempo wieder an. Zidan (78.) und Lewandowski (79.) hatten die nächsten guten Chancen. Sie vergaben ebenso wie Piszczek, der nach schönem Doppelpass mit Kuba im Strafraum zum Abschluss gekommen war (84.).

Kurz vor Schluss durfte Lewandowski doch noch Selbstvertrauen tanken: Nach Balleroberung von Zidan setzte Sahin den polnischen Neuzugang im Strafraum in Szene. Der Stürmer behauptete sich gegen zwei Abwehrspieler und netzte mit einem trockenen Schuss unten links ein - 3:0 (89.).

Quelle: www.bvb.de


27.11.

4:1 - Dortmund siegt im Borussen-Derby -
Subotic und Kagawa drehen die Partie
 
Borussia Dortmund schwimmt weiter ganz oben auf der Welle des Erfolgs! Am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der BVB nach einem Rückstand gegen Borussia Mönchengladbach mit 4:1 (1:1) und verteidigte durch den fünften Sieg in Serie seinen souveränen Sieben-Punkte-Vorsprung auf den Tabellenzweiten Mainz.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 79.200 Zuschauern im SIGNAL IDUNA PARK stellte Borussia Mönchengladbach den Spielverlauf auf den Kopf, als die Gäste durch einen Sonntagsschuss von Reus nach 30 Minuten wie aus heiterem Himmel in Führung gingen. Doch durch einen Kopfballtreffer von Subotic gelang dem BVB noch vor dem Seitenwechsel der Ausgleich. Fünf Minuten nach der Pause schoss Kagawa den BVB nach Zuckerpass von Götze zur verdienten 2:1-Führung. Für die Entscheidung sorgten der eingewechselte Großkreutz und Barrios mit den Toren zum 3:1 (77.) und 4:1 (88.).

Ausgangslage:
Der Erste gegen den Letzten: Noch nie hatten beide Klubs so weit auseinander gelegen, wenn sie im Kampf um Bundesliga-Punkte aufeinander trafen. Allerdings hatten die Gladbacher ihre beiden einzigen Saisonsiege auswärts gefeiert (6:3 in Leverkusen, 4:0 in Köln) und sieben ihrer zehn Punkte in fremden Stadien geholt. Der BVB hatte zu Hause bislang 13 Zähler eingefahren.

Personalien:
Owomoyela, dem bei einem operativen Eingriff Vernarbungen und entzündete Gewebeanteile um die Achillessehnen gelöst und entfernt worden waren, fehlte dem BVB ebenso wie die Langzeitverletzten Kehl und Kringe. Gute Nachrichten gab es von Barrios und Piszczek, die sich rechtzeitig einsatzbereit meldeten. Im Vergleich zum Spiel in Freiburg baute Jürgen Klopp sein Team auf einer Position um (Kuba für Großkreutz). Gladbach-Trainer Michael Frontzock sah sich mit einer beinahe prekären personellen Situation konfrontiert. Neben Bailly, Brouwers, Dante, Jaures, Jantschke, Dorda und Janeczek musste er auch auf den grippekranken Meeuwis verzichten.

Taktik:
Borussia Dortmund agierte in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung mit Barrios als einziger Spitze und einer offensiven Dreierreihe im Mittelfeld. Das gleiche System hatten die Gladbacher zuletzt beim 4:0-Auswärtssieg in Köln gewählt. Gegen den BVB traten sie aber wieder in einem 4-4-2 mit Doppelsechs und offensiven Außen im Mittelfeld an.

Spielverlauf & Analyse:
Die Zuschauer sahen in der Anfangsphase ein von der Taktik geprägtes Spiel: Gladbach stand tief in der eigenen Hälfte und beschränkte sein Offensivspiel auf Kontergelegenheiten. Der BVB war bei der Suche nach der Lücke im Defensivverbund der Gäste um Ballbesitz und einen strukturierten Spielaufbau bemüht. 72 Prozent Ballbesitz dokumentierten die Feldüberlegenheit der Schwarzgelben nach 23 Spielminuten, die durch zwei Kopfbälle (7. und 22.) und einen Schussversuch aus kurzer Distanz (19.) von Barrios mehrere gute Möglichkeiten hatten.

Trotz der spielerischen Dominanz kam der BVB gegen die aufmerksam agierenden und dicht gestaffelten Gäste nur noch selten zum Abschluss. Chancen erspielten sich die Borussen vor allem über die Außen. So auch in der 30. Minute, als Piszczek über links flankte und Kagawa den Ball per Kopf aufs rechte Toreck drückte. Doch zum Leidwesen der BVB-Fans bewahrte Gladbachs Torwart Heimeroth sein Team mit einem guten Reflex vor dem Rückstand.

Dortmund drückte, doch Gladbach schlug eiskalt zu. Nach einem Befreiungsschlag landete das Leder bei Reus, der nach kurzem Dribbling aus 20 Metern draufhielt. Unhaltbar für Weidenfeller flatterte das Leder zum 0:1 ins linke Eck (34.). Die Führung der Gäste fiel wie aus heiterem Himmel und stellte den bisherigen Spielverlauf auf den Kopf.

Der vierte Offizielle Tobias Welz hatte schon die Minute Nachspielzeit für den ersten Durchgang angekündigt, als der BVB zurückschlug. Nach einer Ecke von Götze stieg Subotic im Strafraum am höchsten und wuchtete den Ball vor der Südtribüne mit dem Kopf zum hochverdienten 1:1-Ausgleich in die Maschen. Es war der erste Saisontreffer des kopfballstarken Innenverteidigers.

Wieder einmal kam der BVB mit viel Tempo aus der Kabine. Götze setzte mit feinem Zuspiel in die Nahtstelle der Gladbacher Viererkette seinen Teamkollegen Kagawa in Szene. Der flinke Japaner stürmte auf das Tor der Gäste zu, umkurvte Heimeroth und schob das Leder souverän zur 2:1-Führung ein (52.) - der siebte Saisontreffer des Neuzugangs!

Dass die Gäste aus Gladbach ihr Spiel nun offener gestalten mussten, spielte den Tempofußballern von Borussia Dortmund natürlich in die Karten. Keine zwei Minuten nach der Führung hätte Barrios für die Vorentscheidung sorgen können, scheiterte mit seinem Schussversuch aber an Heimeroth. Auf der Gegenseite rettete Weidenfeller sein Team vor dem Ausgleich, als er dem heranstürmenden De Camargo den Ball vom Fuß spitzelte (63.). Der Gladbacher Treffer wäre umso ärgerlicher gewesen, da der Szene ein klares Foul von Idrissou an Subotic vorausgegangen war.

Der BVB kontrollierte weiterhin das Spielgeschehen und lauerte auf die Möglichkeit zur Vorentscheidung. Einmal mehr bewies das Team von Jürgen Klopp sein riesiges spielerisches Potential mit einem Traumtor: Nach Kopfballverlängerung von Götze bediente Barrios per Hacke den mitgelaufenen Großkreutz im Strafraum. Der Nationalspieler ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte eiskalt zum 3:1 ins linke Eck (77.).

Der Rest war Zugabe. Trotz frostiger Temperaturen feierten die Fans ihr Team für eine überragende Leistung. Und es kam noch besser: Zwei Minuten vor dem Abpfiff krönte Barrios seine tolle Leistung mit seinem achten Saisontreffer. Die Gäste waren nach dem 4:1 endgültig bedient.

Quelle: www.bvb.de


20.11.

2:1 - Zwei Eigentore und Lewandowski
 
Siebter Sieg im siebten Auswärtsspiel! Borussia Dortmund bleibt weiterhin souverän an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Am 13. Spieltag gewann der BVB das Spitzenspiel beim SC Freiburg mit 2:1 (0:1) und holte damit die Punkte 32, 33 und 34. In einer turbulenten Partie mit zwei Eigentoren leitete Lewandowskis Treffer die Wende ein.
 
Aus Freiburg berichten
Boris Rupert und Dennis-Julian Gottschlich


Vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften badenova-Stadion bescherte eine doppelte Fehlentscheidung von Schiedsrichter Fritz dem Sportclub eine 1:0-Halbzeitführung: Der Freistoß, den Schuster in der 26. Minute vor das Tor brachte, war keiner, und anschließend behinderte Makiadi Weidenfeller regelwidrig - der Treffer (Eigentor Hummels, angeschossen von Subotic) hätte nicht zählen dürfen. Kleinlich aber die Entscheidung, Barrios´ Treffer in der 48. Minute nicht zu geben. Es schien so, als sollte der BVB an einem überragenden Baumann zu scheitern, doch in der 75. Minute schaffte Lewandowski das 1:1, drei Minuten später unterlief Mujdza ein Eigentor. Auch im neunten Spiel in Folge zwischen dem SC Freiburg und Borussia Dortmund gewann nie die Mannschaft, die an der Dreisam das erste Tor erzielte.

Ausgangslage:
Vierter gegen Erster: Zehn Punkte trennten beide Teams vor dem Anpfiff. Spitzenreiter Borussia Dortmund hatte alle sechs voran gegangenen Auswärtsspiele der Saison gewonnen, der Sportclub eine positive Heimbilanz. Vier Siegen (gegen Kaiserslautern, Mainz, Köln und Stuttgart) standen zwei Heimniederlagen (gegen Schalke und und St. Pauli) gegenüber. 21 Punkte nach zwölf Spieltagen hatte der Sportclub nie zuvor.

Personalien:
Die angeschlagenen Mujzda und Putsila konnten auflaufen beim Gastgeber, der weiterhin auf Pouplin, Butscher, Krmas, Jäger sowie Bechmann verzichten musste und die gleiche Elf aufbot, die vor einer Woche mit 1:0 in Hoffenheim siegte. Jürgen Klopp stellte im fünften Pflichtspiel in Folge die gleiche Elf auf. Es fehlten Kehl, Owomoyela und Kringe.

Taktik:
Bis auf eine Ausnahme (4-4-2 beim 2:1 gegen Kaiserslautern) hatte Robin Dutt sein Team in allen anderen Heimspielen der Saison in einer 4-1-4-1-Grundordnung aufgereiht. Demgegenüber stand eine 4-2-3-1-Grundordnung der Borussen, so dass sich - ähnlich wie vor einer Woche gegen den HSV - viele direkte Duelle ergaben. Lediglich in der Innenverteidigung hatten beide Mannschaften gegen die jeweils einzige Sturmspitze des Gegners Überzahl.

Spielverlauf & Analyse:
Die ersten Minuten verliefen sehr zerfahren. Beide Mannschaften versuchten, konstruktiv nach vorne zu spielen, scheiterten dabei aber immer wieder an Ungenauigkeiten im Passspiel. So spielte sich die Begegnung hauptsächlich im Mittelfeld ab.

In der Folge nahm der BVB aber immer mehr das Heft in die Hand und kam durch Barrios, nach Stockfehler von Toprak, zur ersten guten Gelegenheit. Der Heber des Argentiniers über SC-Keeper Baumann hinweg landete allerdings nur am Außennetz - zuvor hatte Schiedsrichter Marco Fritz die Partie aber schon unterbrochen (8.). Drei Minuten später versuchte es Sahin aus gut 30 Metern mit einem Gewaltschuss, dieser ging weit über das Freiburger Tor.

Auch im weiteren Spielverlauf übte der BVB weiter Druck auf die tiefstehende Freiburger Mannschaft aus: Götze sah Piszczek auf der rechten Außenbahn, der Pole flankte klug in den Strafraum, dort traf der völlig allein gelassene Bender das Leder aber nicht richtig - eine gute Möglichkeit zur Führung in der 17. Spielminute. Im direkten Gegenzug lief der Toptorjäger Cissé alleine auf Weidenfeller zu, Subotic konnte dem Senegalesen mit einem super Tackling den Ball im letzten Moment noch vom Fuß jagen.

Diese Chance wirkte wie ein Weckruf für die Mannschaft von der Dreisam. Schuster brachte in der 26. Minute einen unberechtigten Freistoß (kein Foul von Götze an Rosenthal) aus 30 Metern gefährlich in den Strafraum, Makiadi behinderte Weidenfeller, Cissé köpfte mit dem Hinterkopf in Richtung Tor. Im Gewühl unmittelbar vor der Torlinie versuchte Subotic, den Ball zu klären, schoss aber Hummels an, von dessen Oberschenkel der Ball ins Tor prallte - 1:0 für den Sportclub.

Auch danach wirkten die Schwarzgelben nicht so sicher wie in den vergangenen Partien. Immer wieder scheiterten die Angriffsbemühungen an der sicher stehenden Freiburger Abwehr. So gehörte auch die nächste hochkarätige Chance den Breisgauern: Nach scharfer Hereingabe kam Rosenthal links im Strafraum zum Kopfball, verfehlte Weidenfellers Kasten aber knapp (37.). Der Sportclub wirkte in dieser Phase aufgeweckter als die Borussen, immer wieder konnten die gefährlichen Außen direkt in den Strafraum flanken, was die BVB-Abwehr ein ums andere Mal vor Probleme stellte.

In der 43. Minute war es dann Rosenthal, der Cissé mit einem Traumpass in Richtung Dortmunder Tor schickte, Weidenfeller konnte dem Freiburger den Ball nicht mehr vom Fuß spitzeln, Hummels klärte aber in letzter Sekunde vor der Linie. Eine insgesamt durchaus verdiente Führung der Freiburger zur Halbzeit. Der Sportclub präsentierte sich über die ersten 45. Minuten mit mehr Zug zum Tor.

Beide Mannschaften starteten unverändert in die zweite Hälfte, und der BVB begann mit viel Engagement. Bereits nach einer Minute verpasste Götze eine schöne Schmelzer-Flanke sechs Meter vor dem Tor, Sekunden später zog Bender von der Strafraumgrenze ab, der Schuss strich knapp über den Freiburger Kasten. Kurz darauf hatte Kagawa nach Barrios Vorlage die Riesenchance aus acht Metern in zentraler Position. Baumann konnte dessen Schuss nicht richtig festhalten, so dass Barrios ihm den Ball aus der Hand klaute und im Freiburger Tor versenkte. Der Ausgleich für die Borussia in der 48. Minute - dachten alle -, aber Schiedsrichter Fritz hatte ein Foul von Barrios am Freiburger Torwart gesehen und gab den Treffer nicht. Eine sehr fragwürdige Entscheidung.

Auch in der Folge spielte nur die Borussia. Chance reihte sich an Chance: Zunächst lief Kagawa an der Strafraumgrenze von links in die Mitte und zog ab - Baumann parierte riesig (51.). Dann kam Sahin aus acht Metern freistehend zum Abschluss, aber die Rotschwarzen konnten sich wieder bei ihrem guten Torwart bedanken, dass es hier noch nicht 1:1 stand. Barrios Kopfball nach Ecke Götze hielt Baumann ebenfalls sicher.

Nachdem das Torschussverhältnis im ersten Durchgang mit 5:5 noch ausgeglichen war, konnte der BVB bereits nach zehn gespielten Minuten in der zweiten Hälfte eine Bilanz von 8:0 Torschüssen für sich beanspruchen. Ein deutliches Indiz für die drückende Überlegenheit der Schwarzgelben in dieser Phase des Spiels.

Es schien, als hätten sich die Verhältnisse nach der Halbzeit um 180 Grad gedreht. Die Borussen kombinierten nun sicher nach vorne, wohingegen die Freiburger kaum mehr Entlastungsangriffe zu Stande brachten. Die Abwehr der Borussia wirkte nun viel sicherer, hatte den brandgefährlichen Cissé viel besser im Griff als noch in Durchgang eins.

Doch es sollte bis zur 75. Minute dauern, bis die BVB-Fans den längst verdienten Ausgleich bejubeln durften. Schmelzer hatte von der linken Seite präzise in den Strafraum geflankt, wo der eingewechselte Lewandowski mit dem Kopf zur Stelle war und zum 1:1-Ausgleich traf. Nur eine Minute später war es wieder der Pole mit der Chance zum Ausgleich. Sein abgefälschter Schuss strich nur Millimeter am linken Pfosten vorbei.

Doch die Schwarzgelben ließen nicht nach, setzten die Freiburger nun unter enormen Druck. Piszczek flankte von rechts in den Strafraum auf den nicht im Abseits befindlichen Barrios. Der kam allerdings nicht an den Ball, sondern der Freiburger Mujdza , der das Leder im eigenen Tor unterbrachte (77.). Die hochverdiente 2:1-Führung für den BVB durch ein Eigentor. Die größte Chance, die Führung auszubauen, vergab Kuba in der 86. Minute, als er aus 14 Metern das leere Tor nicht traf. Auch Lewandowski scheiterte freistehend aus fünf Metern an Baumann (89.). In der Nachspielzeit hatten die Freiburger noch die Chance zum Ausgleich, scheiterten jedoch durch Schuster an der Latte.

Quelle: www.bvb.de


12.11.

2:0 gegen den Hamburger SV:
Kagawa und Barrios verwandeln die Oper in ein Tollhaus
 
Borussia Dortmund ist nicht zu stoppen! 20 Minuten vor dem Abpfiff stand der Signal Iduna Park kopf. Das "M-Lied" wurde in einer Lautstärke geschmettert, dass die Grundfeste des Stadions bebten: Fußball-Dortmund feierte den Treffer von Lucas Barrios zum 2:0 (0:0)-Heimsieg gegen den Hamburger SV, der dem BVB am zwölften Spieltag die Punkte 29, 30 und 31 bescherte.
 
Aus dem Signal Iduna Park berichten
Boris Rupert und Dennis-Julian Gottschlich


80.720 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park sahen eine von der Taktik geprägte erste Hälfte mit nur einer Torszene (Götze) und Atem beraubend schnell heraus gespielte Treffer in Durchgang zwei durch Shinji Kagawa in der 49. sowie Lucas Barrios in der 70. Minute.

Ausgangslage:
Der BVB war seit zehn Spielen ungeschlagen und hatte dabei neun Mal den Rasen als Gewinner verlassen. Der HSV hatte fünf der bis dato elf Partien gewonnen und konnte mit einem Sieg in Dortmund zumindest bis Samstag mit Leverkusen auf Platz drei gleich ziehen. Kein Team war zu Hause länger ungeschlagen als der BVB (vier Spiele), der HSV wies eine ausgeglichene Auswärtsbilanz (zwei Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen) aus.

Personalien:
Barrios und Großkreutz konnten spielen, so dass Klopp zum vierten Mal hintereinander in einem Pflichtspiel die gleiche Elf aufstellen konnte. Für die wiedergenesenen Zidan und Hajnal war noch kein Platz im Kader. Es fehlten Owomoyela, Kehl und Kringe. Beim HSV standen zehn Spieler, darunter Rost, van Nistelrooy, Aogo, Jansen und Elia, nicht zur Verfügung. Da sich Pitroipa rechtzeitig einsatzfähig meldete, konnte der HSV mit der gleichen Elf starten, die Hoffenheim 2:1 besiegt hatte.

Taktik:
4-2-3-1 beim BVB, das "holländische" 4-3-3 beim HSV - zwei Grundordnungen, die sich fast komplett neutralisierten, so dass sich eine zweikampfbetonte Partie mit vielen direkten Duellen entwickelte: Borussias "Doppel-Sechs" mit Bender und Sahin traf auf die Halbpositionen im Hamburger Mittelfeld, Trochowski und Kacar. Die Außenverteidiger Piszczek und Schmelzer hatten es mit den schnellen und wendigen Guerrero und Pitroipa zu tun, Kagawa sah sich Jarolim gegenüber, Götze und Großkreutz den HSV-Außenverteidigern Zé Roberto und Demel. Lediglich im Sturmzentrum gab es Überzahl: für Subotic und Hummels gegen Petric, aber auch für Mathijsen und Westermann gegen Barrios.

Spielverlauf & Analyse:
Strömender Regen empfing beide Mannschaften, als das Spiel um 20.30 Uhr angepfiffen wurde. Der BVB mit dem Ziel, den Hanseaten ihre 500. Niederlage in der Bundesligageschichte zuzufügen, begann mit viel Engagement. Der Spielaufbau des HSV wurde frühzeitig gestört, so hatte die Borussia in den Anfangsminuten deutlich mehr Spielanteile, einzig das Kombinationsspiel verlief etwas hektisch und noch nicht so flüssig wie in den letzten Partien.

Man konnte sich zwar bis zum Strafraum des Gegners durchspielen, zumeist scheiterten die Angriffsbemühungen aber an der fehlenden Präzision beim letzten Pass oder an der sicheren Hamburger Abwehr.

In der Folge waren beide Mannschaften sehr um einen konstruktiven Spielaufbau bemüht. Den Schwarzgelben gelang dies nur bedingt, allerdings agierten die Rothosen aus der Hansestadt mit noch weniger Durchschlagskraft. Dies war wohl auch den äußeren Bedingungen und dem schlüpfrigen Geläuf geschuldet, das kein sicheres Passspiel zuließ.

So dauerte es bis zur 40. Minute, ehe der BVB das erste Mal wirklich gefährlich vor das gegnerische Tor kam: Götze kam nach schöner Flanke von Schmelzer aus elf Metern zum Abschluss, schoss aber mit dem schwächeren rechten Fuß knapp am linken Pfosten vorbei.

Doch Jürgen Klopp schien in der Halbzeitpause die richtigen Worte gefunden zu haben: Gerade drei Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt,als Piszczek nach Benders Traumpass von rechts in den Hamburger Strafraum durchbrach und den Ball fein auf den völlig allein stehenden Kagawa in die Mitte legte. Diese Chance ließ sich der junge Japaner nicht nehmen und versenkte den Ball mit einem satten Schuss aus 13 Metern im rechten unteren Eck des Hamburger Kastens - 1:0 für Borussia Dortmund (49.) und bereits Kagawas sechstes Saisontor. Westermann hatte unhaltbar abgefälscht.

Beflügelt von diesem Tor machte der BVB weiter Druck: Sahins strammen Freistoß aus gut 30 Metern konnte Drobny gerade noch mit den Fäusten klären (53.), Götzes Kopfball aus spitzem Winkel strich nur knapp über die Querlatte (55.). Die Hamburger wirkten konsterniert, es war ihnen anzumerken, dass sie das Gegentor erst einmal verdauen mussten.

So blieben die Schwarzgelben weiter am Drücker und kamen zum verdienten 2:0 in der 70. Minute: Kagawa schickte Götze mit einem feinen Pass steil in Richtung Hamburger Tor, Dortmunds Nummer 31 nahm den Ball geschickt mit bis zur Grundlinie und lupfte den Ball über Drobny hinweg parallel auf die andere Seite des Tores, wo Großkreutz wartete. Der versuchte sein Glück aus spitzem Winkel allerdings nicht selbst, sondern passte klug in die Mitte, wo Barrios eiskalt abstaubte und die Führung erhöhte. Vor allem von Götze und Großkreutz war dies eine riesige Aktion: Beide hätten selber den Abschluss suchen können, entschieden sich aber für die uneigennützige Variante und wurden belohnt.

Auch im weiteren Spielverlauf spielte nur die Borussia. Zunächst hätte der eingewechselte Kuba aus halb rechter Position erhöhen können, verfehlte das Tor allerdings knapp (78.). Nur zwei Minuten später war es wiederum der Pole, der punktgenau auf Barrios am Elfmeterpunkt flankte. Der Kopfball des Argentiniers konnte von Drobny nur mit viel Mühe noch um den Pfosten gelenkt werden (80.). Von den Hamburgern kam bis zum Abpfiff bis auf einen Petric-Kopfball nichts mehr, und so siegte der BVB am Ende hoch verdient mit 2:0 und festigte fürs Erste seine Tabellenführung.

Quelle: www.bvb.de


07.11.

4:0 - BVB stürmt die AWD-Arena in Hannover
und baut die Tabellenführung auf vier Punkte aus
 
Borussia Dortmund hat die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga auf vier Punkte ausgebaut und führt die Rangliste zum 98. Mal in der Vereinsgeschichte an! Am elften Spieltag siegte der BVB mit 4:0 (1:0) bei Hannover 96 und schaffte den sechsten Auswärtssieg in Folge. Kagawa, Barrios, Lewandowski und Kuba schossen die Tore für die Schwarzgelben, die von 10.000 mitgereisten Fans begeistert gefeiert wurden.
 
Aus Hannover berichtet Boris Rupert

Vor 49.000 Zuschauern in der ausverkauften AWD-Arena entwickelte sich zunächst eine einseitige Angelegenheit: Borussias drückende Überlegenheit in der ersten Halbzeit nutzte Kagawa in der elften Minute zum 0:1. 10.000 BVB-Fans waren zur Pause hoch zufrieden. Doch nach dem Wechsel geriet ihre Mannschaft kurzzeitig unter Druck, entschied durch Tore von Barrios (72.), Lewandowski (81.) und Kuba (90.+1) das Spiel hochverdient für sich. Für den BVB war es der erste Auswärtssieg in Hannover seit fünf Jahren.

Ausgangslage:
Nach den Samstag-Spielen war es das Duell Zehnter gegen Erster. Hannover ging mit drei Niederlagen aus den letzten vier Begegnungen in diese Partie, während der BVB mit fünf Siegen in den ersten fünf Auswärtsspielen einen neuen Liga-Rekord aufgestellt hatte. In allen fünf Gastspielen gelangen mindestens zwei Treffer, aber insgesamt nur vier Gegentore (Bestwert). In Hannover hatten die Borussen seit 1966 immer mindestens ein Mal getroffen.

Personalien:
Von den fünf fehlenden 96ern (Andreasen, Carlitos, Pogatetz, Schmiedebach, Schulz) zählten die drei Letztgenannten zum Stamm. Ahnlich wie beim BVB, der mit Kehl, Kuba, Owomoyela und Zidan weiterhin auf vier Eckpfeiler verzichten musste, dazu auch Hajnal und Kringe nicht zur Verfügung hatte. Piszczek meldete sich einsatzfähig, so dass die gleiche Elf auflaufen konnte wie beim 0:0 in Paris und beim 2:0 in Mainz.

Taktik:
Borussias offensive Dreier-Reihe im Mittelfeld lief wieder in der eingespielten Staffelung mit Götze und Großkreutz auf den Flügeln sowie Kagawa hinter Stoßstürmer Barrios auf. Dem 4-2-3-1 der Westfalen begegneten die Niedersachsen im 4-4-2 mit "flacher Vier", also zwei Defensiven im Zentrum ("Doppel-Sechs") und nominell offensiven Außen im Mittelfeld. Hannover verschanzte sich aber im Stile einer Auswärtsmannschaft in der eigenen Hälfte, baute zwei Sperrriegel in Form von Viererketten auf, um den Dortmundern das Durchkommen so schwer wie möglich zu machen.

Spielverlauf & Analyse:
Seit neun Spielen und damit so lange wie kein anderer Bundesligist war der BVB ungeschlagen. Und dieses Selbstbewusstsein zeigte er von Beginn an, machte das Spiel, schnürte Hannover in der eigenen Hälfte ein. Die optische Dominanz war ähnlich erdrückend wie vor anderthalb Wochen im Pokalspiel beim Drittligisten Offenbach.

Es schien so, als hätte der BVB einen Mann mehr auf dem Rasen, zog ein wahres Powerplay auf, tauchte durch Großkreutz und Barrios schon früh vor Fromlowitz auf, doch beide wurden zurückgepfiffen (Abseits). Um das Spiel aufzureißen, wurde häufig über die Flügel gespielt. In der elften Minute startete Piszczek auf der rechten Seite, Eggimann klärte dessen Flanke unzureichend, Götze spielte blitzschnell weiter zu Sahin, der Kagawa einsetzte. Und der kleine Japaner hatte seinen großen Auftritt: Er dribbelte sich auf der Strafraumlinie entlang, ließ drei Gegenspieler aussteigen und schoss dann mit links flach ins rechte Eck, unhaltbar für Fromlowitz.

Tor Kagawa (sein fünftes), Vorlage Sahin (seine sechste): Damit kam das Dortmunder Mittelfeld auf 34 Torbeteiligungen. Das zweitbeste Mittelfeld der Liga, Mainz 05, weist 19 Torbeteiligungen aus.

Und Kagawa wirbelte weiter. Barrios verpasste seine etwas zu hoch angesetzte Flanke (22.), dann kam der Japaner wieder von rechts, wollte Barrios anspielen, doch Eggimann grätschte dazwischen, spielte unfreiwillig Doppelpass, doch Kagawas 17-Meter-Schuss ging am Tor vorbei. Noch in der gleichen Minute (24) legte Barrios Schmelzers Flanke zurück auf Kagawa, dessen 16-Meter-Schuss indes strich knapp über den Querbalken. Der BVB verpasste es, die drückende Überlegenheit in einen zweiten Treffer umzumünzen. Piszczek tauchte nach Doppelpass mit Götze an der Strafraumkante auf, verdribbelte sich aber (27.).

Erst in der 31. Minute gab Hannover den ersten Torschuss ab (Stoppelkamps Schlenzer ging weit am Tor vorbei), doch gegen Ende der ersten Halbzeit kamen die Niedersachsen besser ins Spiel. Ya Konan zog aus halbrechter Position ab, verfehlte aber den Kasten (40.).

Hannover kam druckvoll aus der Kabine, doch die erste Chance im zweiten Durchgang hatte der BVB - und was für eine: Nach einem Einwurf (Piszczek) hielt Götze aus acht Metern drauf, doch Fromlowitz parierte glänzend und wehrte auch Barrios´ Nachschuss aus spitzem Winkel ab (54.). Im Gegenzug tauchte Stoppelkamp frei vor Weidenfeller auf, Schmelzer blockte den Schuss ab, Weidenfeller konnte parieren. In dieser Szene trat Schmelzer dem Hannoveraner unabsichtlich auf den Fuß, so dass für Stoppelkamp das Spiel vorzeitig beendet war.

Borussia gab das Spiel in der ersten Viertelstunde nach dem Wechsel kurzzeitig aus der Hand. Hannover kämpfte sich buchstäblich in die Partie, gewann zunehmend die Zweikämpfe und setzte die Gäste - meist über rechts - unter Druck. Weidenfeller bekam Arbeit, parierte gegen den eingewechselten Forssell (59.).

Auf der anderen Seite lenkte Fromlowitz einen 20-Meter-Freistoß von Sahin über die Querlatte (64.) und war in der 72. Minute das zweite Mal geschlagen: Piszczek stürmte über den rechten Flügel, flankte präzise nach innen, Barrios war zur Stelle und bejubelte seinen fünften Saisontreffer.

Fünf Minuten später trat Haggui abseits des Spielgeschehens gegen den eingewechselten Kuba im eigenen Strafraum nach. Schiedsrichter Brych hatte es nicht gesehen, dafür sein Assistent. Für den Tunesier gibt es Rot - und Strafstoß für den BVB. Es war der neunte Elfmeter in den letzten neun Partien zwischen beiden Klubs an der Leine, aber erst der dritte für Schwarzgelb. Sahin trat an, scheiterte mit seinem unplatzierten Schuss an Fromlowitz (78.).

Doch das war nicht weiter bedeutend für den Spielverlauf. Lewandowski leitete drei Minuten später mit der Hacke auf Kuba weiter, der an Fromlowitz scheiterte. Doch Lewandowski brachte den Abpraller im leeren Tor unter (81.).

Fromlowitz verhinderte gegen Piszczek (85.) und da Silva (88.) ein Debabel, war aber in der Nachspielzeit abermals machtlos: Nach da Silvas Zauberpass war Kuba durch und traf knallhart ins linke obere Eck (90.+1).

Quelle: www.bvb.de


04.11.

BVB mit Pech im Abschluss:
Edel hält stark und rettet Paris das 0:0 gegen den BVB
 
Borussia Dortmund bleibt in der UEFA Europa League im Rennen und erreichte bei Gruppen-Primus Paris Saint-Germain das Minimalziel in Form eines 0:0 (0:0)-Unentschiedens, hat aber den in der Endabrechnung möglicherweise entscheidenden direkten Vergleich verloren.
 
Aus Paris berichtet Boris Rupert

Zahlenmäßig waren die Franzosen auf den Rängen knapp in der Überzahl. Doch akustisch hatten die 8.000 Schlachtenbummler aus Westfalen deutlich die Überhand im mit 20.000 Besuchern nur zur Hälfte gefüllten Prinzenparkstadion. Die sahen ein temporeiches Spiel, zwei Riesenchancen für die Franzosen, dreii für die Deutschen - und am Ende ein torloses 0:0, das PSG deutlich mehr hilft als dem BVB.

Ausgangslage:
Mit Siegen gegen Sevilla und Lwiw sowie dem 1:1-Unentschieden im Hinspiel in Dortmund verschaffte sich PSG eine glänzende Ausgangsposition: Ein Erfolg gegen den BVB hätte bereits den Einzug ins Sechzehntelfinale gesichert. Borussia stand nach dem 4:3-Erfolg in Lwiw und den beiden sieglosen Heimspielen gegen Sevilla (0:1) sowie Paris (1:1) unter Druck, durfte keineswegs verlieren. Klopp: "Wir haben in den ersten drei Spielen sehr gute Leistungen gezeigt, aber nur vier Punkte bekommen."

Personalien:
Weiterhin ohne Owomoyela (Entzündung an der Achillessehne), Hajnal (Faserriss), Kehl (Sehnenanriss im Hüftbeuger), Zidan (Aufbautraining) und Kringe (Mittelfußbruch) hatte der BVB die Reise an die Seine angetreten. Kuba war aber wieder mit dabei und rückte für Le Tallec in den Kader; der Franzose musste in seiner Heimat das Spiel von der Tribüne aus verfolgen. Klopp vertraute der gleichen Elf, die überzeugend in Mainz gewonnen hatte. Bei Saint-Germain saßen die Stars Makelele, Giuly und Hoarau ebenso auf der Bank wie Chantome und Armand. Mit zwei Änderungen (Ceará für Jallet und Clément für Makelele) war es die gleiche Mannschaft wie vor zwei Wochen in Dortmund.

Taktik:
Der BVB kehrte im Prinzenparkstadion zur 4-2-3-1-Grundordnung zurück. Die Gastgeber agierten wie im Hinspiel im 4-4-2 mit "flacher Vier" (Doppel-Sechs und offensiven Außen im Mittelfeld). Somit ergaben sich klare Zuordnungen. Piszczek und Götze auf der rechten sowie Schmelzer und Großkreutz auf der linken Seite knöpften sich in der Regel gleich doppelt die schnellen und technisch versierten Außenbahnspieler Nene und Sessegnon vor. Ohne direkte Gegenspieler drehten Sahin und der ebenfalls häufig aufrückende Bender die Schwungräder bei den Gästen.

Spielverlauf & Analyse:
Die Borussia trat sehr offensiv an, kam bereits in der zweiten Minute erstmals gefährlich in den Strafraum des Tabellensiebten der Ligue 1, doch Kagawa, Götze, Großkreutz und dann auch noch Barrios kamen nicht zum Abschluss. Es entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch, denn auch PSG suchte den direkten Weg nach vorn.

Auch im 18. Pflichtspiel binnen zweieinhalb Monaten hielten die Schwarzgelben das Tempo hoch, so dass es neben dem akustischen Übergewicht auf den Rängen auch ein optisches auf dem Rasen gab, wenngleich die erste größere Chance bis zur 44. Minute auf sich warten ließ. Nach Piszczeks Hereingabe konnte Edel den Ball nicht festhalten, doch im Nachfassen war er dann einen Tick schneller als Kagawa, der blitzschnell geschaltet hatte. Unmittelbar im Anschluss schoss Sahin aus der Distanz knapp über die Latte, dann patzte Edel erneut, hatte aber Glück, dass Barrios nicht mehr an den Ball heran kam.

Ebenfalls vier Mal zum Abschluss kamen die Gastgeber in Halbzeit eins: in der 18. Minute, als Erdinc´ Kopfball über die Querlatte strich, und nach einer halben Stunde, als der PSG-Stürmer halblinks in sehr guter Schussposition war, jedoch deutlich verzog.

Halbzeit zwei begann mit einer Schrecksekunde: Erdinc tauchte stark abseitsverdächtig frei vor Weidenfeller auf, der verkürzte geschickt den Winkel und rettete zur Ecke (50.). Auf der anderen Seite strich Barrios´ Drehschuss aus 14 Metern nur knapp am Tor vorbei (54.).

Der BVB erhöhte den Druck, kam nun mit Götze über den linken und mit dem nach der Pause für den verletzten Piszczek (Verhärtung im Oberschenkel) eingewechselten Kuba über die rechte Seite. Großkreutz übernahm die Rechtsverteidiger-Position. Doch den Angriffen fehlte weiterhin die Präzision, der "letzte Pass" kam nicht an.

Es ging hin und her. Nene lupfte in den Lauf von Erdinc, der sich klasse durchsetzte gegen Schmelzer, nur noch Weidenfeller vor sich hatte, doch Borussias Nummer eins machte diese Chance des Türken mit einer großartigen Parade zunichte. Auch sein Gegenüber Édel konnte sich auszeichnen, als er in der 72. Minute Kagawas wuchtigen und platzierten 18 Meter-Schuss zur Ecke abwehrte. Mühe hatte er auch bei Sahins Distanzschuss fünf Minuten später. Bei Benders Schuss fehlten nur die "berühmten Zentimeter" (81.). Dann zog Großkreutz ab, traf einen Gegenspieler, Édel war schon in der "falschen" Ecke, doch der Ball strich am linken Pfosten vorbei (87.).

Es überschlugen sich die Ereignisse: Lewandowski setzte sich klasse durch, tauchte frei vor Édel auf, doch der Schlussmann parierte bravourös und rettete dann auch noch vor Kagawa (90.)

Gegen die seit vier Jahren im eigenen Stadion international ungeschlagenen Franzosen machte der BVB ein gutes Spiel, aber kein überragendes, und so reichte es am Ende "nur" zu einem 0:0 an der Seine. Die Borussen müssen nun die letzten beiden Spiele gegen Lwiw sowie in Sevilla gewinnen und darauf hoffen, dass entweder die Spanier am 2. Dezember hier in Paris nicht gewinnen oder Saint-Germain in den beiden Spielen gegen Sevilla und Lwiw (auswärts) nicht über ein Remis hinaus kommt.

Quelle: www.bvb.de


31.10.

2:0 - Mainz bleibt nicht mehr Eins -
Dortmund wie es singt und lacht
 
Mit Sieg in Mainz zurück auf Eins! Borussia Dortmund hat die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga zurück erobert und führt die Rangliste zum 97. Mal in der Vereinsgeschichte an. Am zehnten Spieltag siegte der BVB beim bisherigen Spitzenreiter FSV Mainz 05 mit 2:0 (1:0). Mario Götze und Lucas Barrios schossen Schwarzgelb wieder auf Platz eins!
 
Aus Mainz berichten
Boris Rupert und Dennis-Julian Gottschlich


20.300 Zuschauer im bis auf den letzten Platz gefüllten "Stadion am Bruchweg" sahen intensives, hoch interessantes Spiel, in dem Borussia nach 25 Minuten durch Götze verdient in Führung ging. Sechs hochkarätige BVB-Chancen, darunter ein Alleingang und ein Pfostenteffer von Barrios, standen zur Pause zu Buche. Durchgang zwei begann mit einem Elfmetergeschenk für Mainz, doch Weidenfeller parierte Polanskis Schuss (48.). Die Drangphase der Mainzer beendete Barrios mit dem 0:2 (67.).

Ausgangslage:
Erster gegen Zweiter: Erstmals seit dem 24. Februar 2002 gab es wieder ein solches Spitzenspiel mit Beteiligung von Borussia Dortmund. Nur gegen Hamburg (0:1) hatte Mainz zuvor Punkte gelassen, die Borussen alle Auswärtsspiele (Stuttgart, Schalke, St. Pauli, Köln) gewonnen und nie zuvor vor dem zehnten Spieltag eine bessere Bilanz (sieben Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage). Doch der FSV war nie ein "bequemer Gegner" für die Borussen, die nur eins der voran gegangenen acht Duelle gewinnen konnten, in Mainz noch nie (zwei Remis, zwei Niederlagen).

Personalien:
Von den fünf fehlenden Mainzern (Müller, Gopko, Löw, Simak, Heller) zählte keiner in dieser Saison zum Stamm (nur Heller war fünf Mal dabei, davon drei Mal als Einwechselspieler). Anders der BVB, der mit Kehl, Kuba, Owomoyela und Zidan auf vier Eckpfeiler verzichten musste, dazu auch Hajnal und Kringe nicht zur Verfügung hatte. Götze und Bender meldeten sich einsatzfähig, so dass es folgende Änderungen gegenüber dem Pokalspiel in Offenbach gab: da Silva und Lewandowski mussten für Bender und Großkreutz auf die Bank. Mainz mit der gleichen Elf, die 1:0 in Leverkusen siegte..

Taktik:
Borussias offensive Dreier-Reihe im Mittelfeld lief wieder in der eingespielten Staffelung mit Götze und Großkreutz auf den Flügeln sowie Kagawa hinter Stoßstürmer Barrios auf. Dem 4-2-3-1 der Dortmunder begegneten die Mainzer im 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld. Im Gegensatz zu den voran gegangenen direkten Duellen am Bruchweg reagierten die 05er dieses Mal nicht, sondern sie agierten, suchten den Weg nach vorn.

Spielverlauf & Analyse:
Die ersten Minuten des Spiels gehörten den Gastgebern, die das Ausscheiden im Pokal unter der Woche anscheinend gut verkraftet hatten. Bereits in den ersten drei Minuten kamen sie mit zwei Ecken gefährlich vor das Tor der Borussen, beide Male konnte der Ball allerdings nach einigen Turbulenzen von den Schwarz-Gelben aus dem Strafraum befördert werden. Im direkten Gegenzug kam Großkreutz aus 20 Metern zum Abschluss für den BVB; der Schuss stellte allerdings kein Problem für Mainz Torwart Wetklo dar.

In der Folge kamen die Borussen besser ins Spiel und versuchten, dem druckvollen Mainzer Offensivspiel immer wieder mit gut vorgetragenen Kontern entgegenzutreten. So setzte wiederum Großkreutz mit einem schönen Pass Barrios in Szene (13.), der Argentinier vergab den Alleingang freistehend vor Wetklo allerdings um ein paar Zentimeter. Der Mainzer Keeper trat kurz darauf bei Noveskis Rückpass über den Ball, aber auch dieser landete knapp neben dem Pfosten.

Es entwickelte sich ein munteres Spiel, mit vielen Strafraumszenen. Allaguis Schuss aus fünf Metern konnte Subotic gerade noch klären (16.), dann wieder der BVB mit Barrios (19.) und der nächsten spektakulären Chance durch Götze, der nach einem tollen Angriff über Piszczek im Strafraum Bungert aussteigen ließ, aus acht Metern abzog, aber Wetklo sensationell parierte (20.).

Sechs Minuten später klingelte es dann aber doch im Mainzer Kasten: Wiederum BVB-Youngster Götze brach nach feinem Pass von Sahin in den Strafraum der 05er durch, umkurvte mehrere Mainzer Abwehrspieler und vollstreckte aus 16 Metern eiskalt in die linke untere Ecke des Mainzer Tores - das 1:0 für Borussia Dortmund nach 26 Minuten und gleichzeitig ein Jubiläum: Das 2.500. Bundesligator für den BVB.

Danach bekam die Borussia den Gastgeber immer besser in den Griff. Mainz spielte weiter offensiv, konnte das druckvolle Pressing der Anfangsminuten allerdings nicht fortführen. Sie wirkten nach dem Gegentor wie geschockt. So kam Schmelzer aus 25 Metern in halblinker Position zum Abschluss - Wetklo konnte so eben noch zur Ecke klären (34.). Diese wurde von Sahin punktgenau auf den sträflich allein gelassenen Subotic ausgeführt, der legte per Kopf auf Barrios ab, dessen Abschluss prallte allerdings vom Mainzer Pfosten ab (35.).

Der BVB begann die zweite Hälfte unverändert, die Gastgeber aus Mainz wechselten den in der ersten Hälfte oft unsicheren Bungert aus, dafür kam Risse in die Mannschaft. Und bereits in der 47. Minute gab es die erste Schrecksekunde für die Schwarz-Gelben: Subotic soll im Strafraum gefoult haben, und der bis dahin sichere Schiedsrichter Weiner zeigte auf den Punkt - Elfmeter für Mainz 05 und wohl eine Fehlentscheidung des Unparteiischen aus Giesen.

Polanski trat für die Gastgeber an, scheiterte jedoch an Roman Weidenfeller, der den Ball aus der unteren rechten Ecke kratzte (48.). Die Mainzer, nun beflügelt, kamen nur zwei Minuten später wieder gefährlich vor das Tor der Borussen, doch Weidenfeller konnte Allagui den Ball in höchster Not gerade noch vom Fuß schnappen und zur Ecke klären. Die Mainzer waren nun am Drücker und stürmten ein ums andere mal auf das Tor der Borussen. Zunächst schoss Polanski über das Tor (58.), danach strich Allaguis Schuss aus 20 Metern nur knapp am linken Pfosten des Dortmunder Tores vorbei (61.).

Die Schwarz-Gelben konnten dem Druck jedoch zumeist gut standhalten und sorgten immer wieder durch Konter für Nadelstiche: Hummels´ Kopfball nach Sahins Freistoß parierte Wetklo glänzend (60.), und auch an Kagawas fulminantem Schuss aus 25 Metern kam der Mainzer Torhüter so gerade noch dran.
Mitten in der Mainzer Drangphase stach der BVB dann wieder eiskalt zu: Barrios ergatterte das Ball halblinks im Strafraum der Rot-Weißen, ließ den herauseilenden Wetklo mit einer Finte stehen und schob zum 2:0 für Borussia ein (67.). Ein unwahrscheinlich wichtiges Tor für den BVB, der damit die richtige Antwort auf das druckvolle Mainzer Spiel gab.

Im weiteren Spielverlauf ebbte das hohe Tempo der Partie etwas ab und beide Mannschaften waren mit vielen intensiven Zweikämpfen im Mittelfeld beschäftigt. Die Mainzer blieben jedoch stetig gefährlich, so konnte Weidenfeller einen Freistoß von Fuchs aus gut 30 Metern so gerade noch über das Tor lenken (76.). Auch der BVB kam weiter zu Chancen, aber Barrios verfehlte das Mainzer Tor deutlich (78.).
Die letzten zehn Minuten verliefen mehr oder weniger ereignisslos, einzig Fuchs prüfte Weidenfeller nochmals per Freistoß (83.), dieser stellte allerdings kein Problem für den sicheren BVB-Torhüter dar.

Quelle: www.bvb.de


27.10.

BVB scheitert im Elfmeterschießen in Offenbach
 
Borussia Dortmund ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden und hat die erste echte Enttäuschung in dieser Saison zu verdauen. In der zweiten Hauptrunde unterlag der BVB am Mittwoch Abend mit 2:4 nach Elfmeterschießen beim Drittliga-Spitzenreiter Kickers Offenbach. Der BVB war 120 Minuten lang die überlegene Mannschaft, scheiterte aber wiederholt an OFC-Keeper Wulnikowski. So fiel die Entscheidung vom Strafstoßpunkt.
 
Aus Offenbach berichtet Boris Rupert

Vor 25.000 Zuschauern - darunter mehr als 5.000 BVB-Fans - spielte nur eine Mannschaft, aber die spielte nur im ersten Durchgang und gegen Ende der regulären 90 Minuten richtig gut. Mit tollen Paraden rettete OFC-Keeper Wulnikowski den Außenseiter ins Elfmeterschießen. Und auch da parierte er die Schüsse von Barrios und Lewandowski. Um 23.06 Uhr war der BVB ausgeschieden.

Ausgangslage:
Durch ein 3:0 über den VfL Bochum hatte Offenbach die zweite Runde erreicht. Die Heimstärke der Kickers war bekannt - und sie galt nicht nur für die laufende Saison (acht Spiele, acht Siege in Liga und Pokal), sondern auch historisch: Der BVB, der sich in Runde eins mit 3:0 in Burghausen durchgesetzt hatte, hatte noch nie auf dem Bieberer Berg gewonnen.

Personalien:
Lewandowski, in 14 der voran gegangenen 15 Pflichtspiele eingewechselt, und da Silva standen erstmals in der Startformation beim BVB. Trotz der dünnen Personaldecke insbesondere im Mittelfeld (Kuba - Adduktorenzerrung, hofft auf Einsatz in Mainz - Bender, Kehl, Zidan, Hajnal, Kringe fehlten) erhielt "Marathon-Mann" Großkreutz die dringend notwendige Pause.

Taktik:
Offenbach agierte in einer 4-1-4-1-Grundordnung; ähnlich wie der 1. FC Köln vor anderthalb Wochen im Spiel gegen den BVB, der im bekannten 4-2-3-1-System auflief, diesmal mit da Silva als Sahins Partner auf der "Doppel-Sechs". Lewandowski übernahm den zentralen Part in der offensiven Dreier-Reihe, so dass Kagawa auf die linke Seite rückte. Götze kam über rechts. Bei Dortmunder Ballbesitz stand Offenbach erwartungsgemäß tief und mit allen Feldspielern in der eigenen Hälfte.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB, der alle sieben Auswärtsspiele in dieser Saison gewonnen hatte, bestimmte von Beginn an das Geschehen. Die Kickers hielten mit viel Engagement dagegen, so dass sich ein echter "Pokal-Fight" entwickelte, wobei sich die Strafraumszenen allerdings ausnahmslos vor Kickers-Keeper Wulnikowski abspielten, der ab der 20. Minute zunehmend in den Blickpunkt rückte.

Zunächst hatte er leichtes Spiel, 18-Meter-Schüsse von Lewandowski (20.) und Piszczek (23.) abzuwehren und Glück, dass Barrios Lewandowskis Flanke über das Tor köpfte (24.). Doch dann wurde es turbulent: Nach perfektem Zuspiel setzte sich Barrios an der Strafraumkante gegen seinen Bewacher Husterer durch, ließ auch den heraus stürzenden Wulnikowski ins Leere laufen, doch auf der Linie standen zwei Offenbacher: Teixeira verhinderte das 0:1 (39.).

Offenbachs Linksverteidiger war es auch, der für das Highlight der ersten 45 Minuten auf der anderen Seite verantwortlich zeichnete: Nach zwei Mal abgewehrter Flanke nahm Teixeira den Abpraller aus 30 Metern auf und hielt einfach drauf. Weidenfeller machte sich lang und länger und lenkte das Geschoss, das links oben im Winkel eingeschlagen wäre, tatsächlich noch gegen die Latte und begrub den Abpraller unter sich (25.).

Bei Hummels´ Handspiel im Strafraum reklamierte ganz Offenbach einen Elfmeter, doch Schiedsrichter Kircher hatte genau hingesehen und erkannt, dass dem Handspiel ein klares Foul von Occean voran gegangen war (26.). Die letzte Szene

eines unterhaltsamen ersten Durchgangs gehörte dann wieder den Borussen, die durch Barrios nach Doppelpass mit Sahin noch einmal im Strafraum zum Abschluss kamen, doch ein Abwehrbein rettete zur Ecke (43.).

Konzentrationsmängel mischten sich im zweiten Durchgang in den weiterhin optisch dominanten Auftritt der Borussia, die sich schwer tat, spielerisch vor das Tor zu kommen. Offenbach stand mit elf Mann in der eigenen Hälfte und machte die Räume natürlich auch unangenehm eng für den BVB, dessen Freistöße auch nicht die Präzision hatten wie zuletzt bei da Silva (gegen Hoffenheim) oder Sahin (gegen Bayern). Beide traten aus 24 bzw. 29 Metern an, blieben aber mit ihren Schüssen in der Mauer hängen.

In den Schlussminuten ging Klopp volles Risiko, brachte mit Le Tallec einen Stürmer für da Silva; Götze kam nun aus der Tiefe. Powerplay am Bieberer Berg. Und beinahe hätte es wieder geklappt mit einem späten BVB-Tor: In der 90. Minute kam Götze am Elfmeterpunkt zwei Mal zum Abschluss, doch jedes Mal blockte ein Offenbacher ab. Der Ball prallte zu Lewandowski, der aus fünf Metern sofort abzog, doch Wulnikowski parierte mit einem irren Reflex. In der zweiten Minute der Nachspielzeit zog Le Tallec aus 16 Metern ab, wieder war Wulnikowski da, konnte zur Ecke abwehren und rettete den OFC damit in die Verlängerung.

Im 16. Pflichtspiel der Saison wurden die Beine offenbar schwer. Kaum noch Tempo in der Verlängerung, was Offenbach die nötige Zeit verschaffte, sich zu organisieren. Immer das gleiche Bild: 21 Spieler in der Offenbacher Hälfte, aber kaum Bewegung, kaum Raumgewinn, keine überraschenden Momente. Die erste zwingende Situation gab es erst wieder in der 106. Minute, als sich Barrios an der Strafraumlinie schön durchsetzte, in der Drehung aufs Tor schoss, doch Wulnikowski den Ball über die Latte abwehren konnte. Und so kam es zum Elfmeterschießen (siehe "Teams & Tore").

Quelle: www.bvb.de


24.10.

1:1 - BVB für leidenschaftlichen Kampf belohnt -
Da Silva gelingt in letzter Sekunde der Ausgleich
 
Wahnsinn im SIGNAL IDUNA PARK! In letzter Sekunde hat Antonio da Silva dem BVB gegen die TSG Hoffenheim durch einen direkt verwandelten Freistoß zum 1:1-Ausgleich am neunten Spieltag der Fußball-Bundesliga einen Punkt gesichert. In der ersten Hälfte war Hoffenheim durch Ba in Führung gegangen.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.720 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK ging Hoffenheim durch einen frühen Treffer von Ba in Führung (9.). Äußerst ärgerlich: Schiedsrichter Stark verwehrte dem BVB den Ausgleichstreffer, als er einen verwandelten Handelfmeter von Sahin fälschlicherweise wiederholen ließ und Dortmunds Mittelfeldmann beim zweiten Versuch an TSG-Torwart Starke scheiterte. In der zweiten Halbzeit zeigte der BVB großen Einsatzwillen und viel Leidenschaft und wurde am Ende belohnt: Quasi mit dem Schlusspfiff erzielte der eingewechselte Da Silva den hoch verdienten 1:1-Ausgleich (90.+3).

Ausgangslage:
Spitzenspiel am Sonntagnachmittag: Der Erste traf auf den Vierten der Tabelle. Die Hoffenheimer hatten bislang von allen Klubs aus der oberen Tabellenhälfte die schwächste Auswärtsbilanz. Nur fünf ihrer 14 Punkte hatten sie aus fremden Stadien entführt. Der BVB hatte die letzten drei Heimspiele in der Bundesliga mit der makellosen Bilanz von 9:0 Toren gewonnen, unter der Woche beim 1:1 gegen Paris St. Germain allerdings einen späten und unglücklichen Ausgleichstreffer hinnehmen müssen.

Personalien:
Hoffenheim reiste ohne die verletzten Ibertsberger und Simunic an. Beim BVB hatte Hajnal das Lauftraining nach einem Faserriss zwar wieder aufgenommen, fehlte dem BVB aber ebenso wie Owomoyela, Kehl, Zidan und Kringe. Gute Nachrichten gab es von Bender, der seine Muskelverletzung aus dem Europa-League-Spiel in nicht einmal 67 Stunden auskuriert hatte und auflaufen konnte. Als einzige personelle Änderung rückte der gegen Paris gesperrte Schmelzer wieder für Dede in die Startelf.

Taktik:
Während Jürgen Klopp seine Mannschaft im bewährten 4-2-3-1-System agieren ließ, schickte Ralf Rangnick Hoffenheim im bevorzugten Auswärtssystem aufs Feld (4-3-3). Bei Ballbesitz des BVB ließen sich die beiden offensiven Außen Vukcevic und Sigurdsson weit zurückfallen, um die Defensivarbeit zu unterstützen.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB hatte nach dem intensiven Spiel am Donnerstagabend offenbar optimal regeneriert. Die Schwarzgelben gingen mit viel Tempo in die Partie und suchten in den ersten Minuten über die Außen den Weg zum gegnerischen Tor. Kuba sprintete bis an die Grundlinie, seine scharfe Hereingabe konnte jedoch von Starke aus der Gefahrenzone gefaustet werden (2.). Wie in dieser Szene agierte der BVB insgesamt sehr ansehnlich in der Anfangsphase, doch Hoffenheim schlug eiskalt zu.

Mlapa steckte den Ball auf links zu Luiz Gustavo durch, der in den Strafraum kurvte und Ba am zweiten Pfosten bediente. Hoffenheims Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und vollstreckte aus kurzer Distanz zum 0:1 (9.). Ein böses Omen? Bisher hatte in allen Bundespielen des BVB in dieser Saison am Ende die Mannschaft gewonnen, der das erste Tor gelungen war.

Die Antwort der Borussen ließ keine fünf Minuten auf sich warten. Kagawa drang in den Sechzehnmeterraum ein, dort spielte Vorsah den Ball mit dem Ellenbogen ins Seitenaus. Schiedsrichter Stark bewies zunächst ein gutes Auge und entschied auf Elfmeter (15.). Wie auch am Donnerstag trat Sahin an und verwandelte eiskalt. Doch der Jubel der Schwarzgelben war vergeblich. Stark ließ den Elfmeter wiederholen, da zwei Dortmunder Spieler angeblich zu früh in den gegnerischen Strafraum gelaufen waren. Eine falsche Entscheidung, die umso folgenreicher war, da Hoffenheims Torwart Starke den zweiten Strafstoß von Sahin parieren konnte.

Nach diesen Nackenschlägen agierte der BVB verhaltener, zumal dem Spiel durch viel Hektik und Emotionen die Struktur verloren ging. Zu oft probierten es die Borussen in dieser Phase mit Distanzschüssen, die Hoffenheims Torwart aber nicht ernsthaft in Bedrängnis brachten.

Die Gäste agierten sehr clever, indem sie eng standen, die Räume dicht machten und immer wieder blitzartig auf Offensive umschalteten. Kurz vor Halbzeitpfiff setzte Sahin Kagawa im Strafraum in Szene. Luiz Gustavo konnte dem Japaner den Ball leider noch vom Fuß spitzeln (45.+2).

Wie auch gegen Paris wurde Bender zur zweiten Halbzeit durch Götze ersetzt. Der BVB agierte jetzt druckvoller, blieb aber im Abschluss zu ungenau. Kagawa spitzelte den Ball im Strafraum zu Großkreutz, der die Möglichkeit zum Ausgleich vergab, als er beim Schussversuch in Rücklage geriet und das Leder aus zehn Metern über das Hoffenheimer Tor setzte (49.).

Dem Spiel der Schwarzgelben fehlten gegen die kompakte Ordnung der Gäste zwar die Klarheit und Zielstrebigkeit der vergangenen Wochen, doch durch hohen Einsatz und viel Laufarbeit erkämpfte sich der BVB seine Möglichkeiten. Nach einem Freistoß von Sahin verfehlte ein Kopfball von Großkreutz sein Ziel nur knapp (59.). Und auch der wuchtige Distanzschuss von Barrios zwei Minuten später ging wenige Zentimeter am Tor vorbei. Die TSG nutzte die Räume zu Gegenstößen. Weidenfeller bewahrte seine Mannschaft vor dem zweiten Gegentor, als er einen Schuss von Vukcevic mit einem Riesenreflex noch an die Latte lenkte (63.).

Mangelnder Einsatzwille war den Schwarzgelben auch in der Schlussphase nicht vorzuwerfen. Das Team kämpfte leidenschaftlich, doch Hoffenheims Strafraum schien an diesem Nachmittag wie verhext. Ein Schuss von Kagawa wurde abgeblockt (81.), der nächste Versuch von Hummels ging knapp am Tor vorbei (85.). Doch quasi mit dem Schlusspfiff wurde der BVB noch belohnt: Der eingewechselte Da Silva streichelte einen Freistoß in der dritten Minute der Nachspielzeit in den Winkel. Der SIGNAL IDUNA PARK stand Kopf. Hoffenheims Salihovic sah in den Tumulten der Nachspielzeit die gelb-rote Karte.

Quelle: www.bvb.de


21.10.

1:1 - Dortmund und Paris teilen die Punkte -Sahins Elfmetertor reichte nicht zum Sieg
Am dritten Spieltag der UEFA Europa League verpasste der BVB gegen Paris St. Germain nach dem Führungstor durch Nuri Sahin trotz guter Möglichkeiten die Vorentscheidung und musste sich am Ende mit einem 1:1 (0:0)-Unentschieden begnügen, hat mit vier Punkten aber weiterhin die Chance, die Zwischenrunde aus eigener Kraft zu erreichen.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 50.200 Zuschauern war Borussia Dortmund in der ersten Halbzeit das aktivere Team und hatte bei einem Pfostenschuss von Barrios seine beste Möglichkeit (14.). Der BVB ging mit viel Schwung in die zweite Halbzeit und wurde belohnt: Per Elfmeter gelang Sahin die verdiente Führung (51.). Der BVB verpasste trotz guter Chancen die Vorentscheidung und musste in der 87. Minute durch den eingewechselten Chantome den bitteren 1:1-Ausgleich hinnehmen.

Ausgangslage:
Nach sieben Siegen in Serie und dem Sprung auf den ersten Tabellenplatz hatte der BVB viel Selbstbewusstsein in der Bundesliga schöpfen können. Die Bilanz in der UEFA Europa League gestaltete sich ausgeglichen. Dem 4:3-Sieg in Lwiw war eine unglückliche 0:1-Heimniederlage gegen Sevilla gefolgt. Paris St. Germain, Tabellendritter der französischen Ligue 1, hatte beide Partien in der Europa League gewonnen (2:0 gegen Lwiw, 1:0 in Sevilla) und führte die Gruppe J an. "Es wird ein Hauen und Stechen auf höchstem Niveau", so die Vorhersage von BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp.

Personalien:
Borussia fehlte neben den Verletzten Hajnal, Kehl, Zidan, Kringe und Owomoyela auch der (zu Unrecht) gesperrte Schmelzer. Die Position des Linksverteidigers nahm Routinier Dede in seinem 47. Europapokalspiel ein - die einzige Änderung in der Startelf im Vergleich zum 2:1-Sieg in Köln. Komplettiert wurde der BVB-Kader vom jungen Hornschuh. PSG-Trainer Antoine Kombouare konnte in personeller Hinsicht aus dem Vollen schöpfen und ließ Hochkaräter wie Hoarau und Giuly zunächst auf der Bank.

Taktik:
Auch in der UEFA Europa League agiert Borussia Dortmund im gewohnten 4-2-3-1-System. Paris St. Germain trat in einer 4-4-2-Grundordnung mit Doppelsechs (Makelele und Bodmer) an und versuchte vor allem über die Außen Nené und Sessegnon offensiven Druck zu erzeugen. Unterstützung erhielten sie durch Stürmer Luyindula, der sich oft weit zurückfallen ließ, um sich am Spielaufbau zu beteiligen.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB präsentierte sich bei frühwinterlichen Temperaturen als das aktivere Team und überbrückte mit schnellem Kombinationsspiel das Mittelfeld. So verwunderte es nicht, dass die ersten Torchancen den Gastgebern gehörten. Nach einem Schussversuch von Kagawa (3.) und einem Kopfball von Hummels (12.) sorgte Barrios für das erste dicke Ausrufezeichen in der Offensive, als er eine scharfe Hereingabe von Kagawa an seinem Bewacher vorbei an den Pfosten lenkte (14.). Auch fünf Minuten später hatten viele Schwarzgelbe den Torjubel auf den Lippen, doch Kagawa verfehlte das Leder im Strafraum um Haaresbreite. Paris´ Torwart Édel wäre in dieser Szene wohl machtlos gewesen, ebenso wie in der 25. Minute, als Barrios nach einer Ecke von Dede das Leder mit der Sohle am linken Torpfosten vorbeidrückte.

Die Gäste aus der französischen Hauptstadt erhöhten nach einer halben Stunde das Tempo. Der BVB tat sich nun schwerer und kam gegen die clever agierende Defensive von PSG kaum noch zu Möglichkeiten. Ein Distanzschuss von Großkreutz bildete die Ausnahme (33.), verfehlte sein Ziel aber um einige Meter. PSG kam auf der Gegenseite zu ersten Chancen. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld köpfte Innenverteidiger Camara das Leder knapp am Tor von Weidenfeller vorbei (36.). Keine Minute später traf der agile Luyindula das Außennetz.

Zur zweiten Halbzeit kam Götze für Bender in die Partie und macht prompt auf sich aufmerksam. Ein Schuss des 18-Jährigen von der Strafraumgrenze wurde abgefälscht und flog knapp am Torpfosten vorbei (47.). Jürgen Klopp hatte in der Kabine offenbar die richtigen Worte gewählt. Sein Team agierte mutiger und wieder mit mehr Zug nach vorne. Dies sollte sich schnell auszahlen. Kuba drang in den Strafraum ein, wurde von Sakho am Oberkörper gezogen und geschoben und ging zu Boden. Ohne zu zögern entschied der schwedische Schiedsrichter Eriksson auf Strafstoß. "Nuri, Nuri", forderte die Südtribüne. Sahin ließ sich nicht zweimal bitten, schritt zum Elfmeterpunkt, verlud Édel in die rechte Ecke und schob eiskalt links zur verdienten Führung ein - 1:0 (51.).

Das Tor beflügelte die Borussen weiter und sorgte für einen schwarzgelben Offensivwirbel in der Pariser Hälfte. Chancen ergaben sich nun fast im Minutentakt. Erst köpfte Subotic das Leder nach einem Freistoß von Kuba hauchdünn am Tor vorbei (53.), dann scheiterten Kagawa (57.), Barrios (64.), Großkreutz (66.) und der eingewechselte Lewandowski (67.) bei ihren Möglichkeiten jeweils nur knapp.

Der BVB verpasste in dieser Phase die Vorentscheidung, Paris blieb bei seinen Gegenstößen brandgefährlich und drängte auf den Ausgleich. In der 67. Minute konnte Weidenfeller das Leder in letzter Sekunde vor dem heranstürmenden Erdinc aus dem Strafraum fausten, vier Minuten später klärte Lewandowski einen Kopfball von Sakho von der Torlinie. Auf der Gegenseite scheiterte Barrios bei einer Riesenchance an Édel (76.).

Es ging jetzt rauf und runter, die Partie war rasant. Barrios schoss seinem Gegenspieler im Strafraum aus kurzer Distanz an die Hand (85.). Die Schwarzgelben forderten den fälligen Elfmeter, doch Schiedsrichter Eriksson entschied auf Weiterspielen. Es kam noch bitterer: Drei Minuten vor dem Abpfiff kam der eingewechselte Chantome im Dortmunder Strafraum unbedrängt an den Ball und schoss das Leder im Fallen zum 1:1-Ausgleich in den rechten Winkel (87.). Der Treffer hätte wegen der Abseitsstellung eines Pariser Spielers, der Weidenfeller die Sicht behinderte, nicht zählen dürfen.

Quelle: www.bvb.de


15.10.

2:1 - Sahin schießt Borussia in der 91. Minute an die Tabellenspitze
 
Nach 3.086 Tagen steht Borussia Dortmund wieder an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga! Der BVB feierte mit dem 2:1 (1:0)-Auswärtssieg beim 1. FC Köln den siebten Bundesligasieg in Folge und belegt erstmals seit der Meisterschaft 2002 Platz eins. In einer spektakulären Partie glich Podolski in der 82. Minute Kubas Führungstreffer aus, doch Sahin traf in der Nachspielzeit für den BVB!
 
Aus Köln berichtet Boris Rupert

Tolle Stimmung auf den Rängen! 50.000 Zuschauer im bis auf den letzten Platz ausverkauften RheinEnergie-Stadion, darunter knapp 10.000 Anhänger aus Westfalen, sahen eine rassige Partie mit zahlreichen Torraumszenen, überwiegend für die Borussia, die nach 20 Minuten durch Kubas Abstaubertor in Führung ging, es aber verpasste, die weiteren guten Chancen in einen deutlichen Vorsprung umzumünzen. Podolski traf in der 82. Minute zum 1:1, doch in der Nachspielzeit schlug Sahin zu!

Ausgangslage:
In 49 der zuvor absolvierten 74 Duelle nahm der BVB Punkte mit, seit der Jahrtausendwende hatte er nur eins von zwölf Spielen gegen Köln verloren, seit dem Wiederaufstieg des FC vor zwei Jahren sogar alle vier Partien gewonnen. Köln ging als Tabellensechzehnter ins Spiel und wartete seit vier Spieltagen auf einen Sieg.

Personalien:
Köln musste auf die verletzten McKenna, Schorch, Freis und Ishiaku verzichten, beim BVB fehlten Owomoyela (Achillessehne), Hajnal (Faserriss), Kehl (Sehnenanriss im Hüftbeuger), Zidan (Aufbautraining) und Kringe (Mittelfußbruch). Es begann die gleiche Elf, die vor der Länderspielpause den FC Bayern mit 2:0 bezwungen hatte. Denn Marcel Schmelzer konnte nach dem Aufwärmen Entwarnung signalisieren. Der Linksverteidiger war am Donnerstag umgeknickt, bestand aber den Härtetest vor dem Spiel. Der FC wechselte ein Mal: Für Mondragon stand Varvodic zwischen den Pfosten.

Taktik:
Der FC wechselte zwischen 4-1-4-1 und 4-2-3-1. Bei Dortmunder Ballbesitz agierten vor dem "Sechser" Petit mit Lanig und Matuschyk zwei zusätzliche Abfangjäger, und Clemens (rechts) sowie Jajalo machten auf den Außen die Räume eng. War der FC im Angriff, verschob sich die Grundordnung in ein 4-2-3-1: Clemens und Jajalo unterstützten die einzige nominelle Spitze, Podolski, nach Kräften, Matuschyk rückte vor in die zentral-offensive Position, Lanig gesellte sich dann zur Absicherung an die Seite von Petit. Dem sehr variablen Kölner Spiel, in dem Podolski zudem häufig auf die Flügel auswich und vor allem links auch Ehret häufig nachrückte, begegnete der BVB aus der bekannten 4-2-3-1-Grundordnung und mit hoher Laufbereitschaft im zentralen Mittelfeld (Sahin, Bender).

Spielverlauf & Analyse:
Bei strömendem Regen und entsprechend schnellem Platz lieferten sich beide Teams von Beginn an einen offenen Schlagabtausch. Beide verzeichneten in den ersten 15 Minuten zwei Großchancen samt Lattentreffer, wobei die Borussia für die spielerischen Akzente zuständig war, und der FC mit Kontern für die Brandherde sorgte.

Dabei hätte Barrios seine Mannschaft früh in Front bringen können: Eine perfekt getimte Flanke von Kuba köpfte er in der sechsten Minute unbedrängt aus etwa fünf Metern über das Tor, 60 Sekunden später war es eine Flanke von Piszczek, die er neben den Kasten setzte. Schiedsrichter Perl hatte allerdings zuvor abgepfiffen und auf Stürmerfoul erkannt.

Barrios zum Dritten dann in der 16. Minute, als er einen Sahin-Freistoß an die Querlatte köpfte. Es war schon der zweite Alu-Treffer in dieser rassigen, kampfbetonten Partie, denn sechs Minuten zuvor hatte Podolski nach einem langen Abschlag Kagawa umkurvt und das Lattenkreuz getroffen. Direkt im Anschluss bewahrte Weidenfeller die Schwarzgelben mit einer prächtigen Parade gegen Clemens´ Nachschuss vor einem Rückstand.

Es ging hin und her in dieser Phase: Kagawa erkämpfte sich den Ball, flankte von links ans rechte Eck zu Barrios, der aus kurzer Distanz erneut an den Pfosten köpfte. Der Abpraller landete genau bei Kuba, der aus wenigen Zentimetern abstaubte (20.). Zwei Minuten später hatte Schmelzer nach toller Vorarbeit von Kuba und Kagawa das 0:2 auf dem Fuß, doch er traf nur das Außennetz. "Spitzenreiter, Spitzenreiter", skandierten die BVB-Fans, denen aber kurz darauf der Atem stockte: An Podolskis abgefälschten 18-Meter-Schuss wäre Weidenfeller nicht mehr heran gekommen. Der Ball strich knapp am rechten Pfosten vorbei (28.).

In einer rasanten ersten Hälfte gehörten die beiden letzten Szenen wieder dem BVB: Barrios köpfte Kagawas Flanke (diesmal von rechts) knapp neben das Tor (42.), zwei Minuten später spielte Barrios Sahin im Sechzehner an, der blitzschnell weiterleitete zu Großkreutz, doch der heraus stürzende Varvodic konnte das 0:2 verhindern. 10:8 Torschüsse zur Pause für die Borussia.

Es ging verbissen weiter in dieser höchst intensiv geführten Partie. Köln öffnete die Deckung, kam zu einer sehr guten Chance durch Matuschyk, der Lanigs Kopfballablage über das Gehäuse köpfte (57.), und einer weiteren durch Petit, dessen scharfen Freistoß Weidenfeller parieren konnte (61.). Der FC gab den Borussen aber auch Raum für schnelle Gegenangriffe, die mehrheitlich über die rechte Seite, über Kuba vorgetragen wurden. Nach genialem Zuspiel Sahins blieb Kagawa doch noch hängen (62.), kurz darauf machte Großkreutz in guter Schussposition einen Haken zu viel (65.).

Die BVB-Fans spürten: Ein zweiter Treffer musste jetzt her, denn bei den tückischen äußeren Bedingungen lag der FC-Ausgleich förmlich in der Luft. Lanig zog aus 25 Metern ab, doch auf Weidenfeller war auch hier Verlass (67.). Bender schmiss sich in einen Podolski-Freistoß - es war ein toller Kampf; doch das Spielerische war mittlerweile auf der Strecke geblieben.

Knapp 20 Minuten vor Schluss brachte Klopp Götze für Kagawa, der gleich eine gute Möglichkeit für Kuba vorbereitete, aber verzog (73.). Im Anschluss köpfte Barrios einen Sahin-Freistoß über das Tor, dann rutschte Lewandowski an einer Großkreutz-Hereingabe vorbei (80.).

0:2 - oder doch 1:1? Podolski beantwortete die Frage mit einem knallharten 16-Meter-Schuss in den rechten Winkel. Der ansonsten überragende Hummels hatte einen weiten Abschlag des Kölner Keepers zu kurz abgewehrt, Weidenfeller gegen Podolskis Schuss nicht den Hauch einer Chance (82.). Doch nur zwei Minuten später hätte Lewandowski den BVB wieder in Führung bringen können, doch Varvodic rettete spektakulär. Die Borussen forcierten in den Schlussminuten noch mal das Tempo und kamen wie in der letzten Saison in der Nachspielzeit noch zum Sieg: Lewandowski bediente Götze auf dem rechten Flügel, der behielt den Durchblick, passte zu Sahin, der den starken Varvodic in der 91. Minute überwand!

Quelle: www.bvb.de


03.10. 

2:0 - BVB schlägt gegen Bayern eiskalt zu - Barrios
und Sahin treffen beim sechsten Liga-Sieg in Serie
 
Borussia Dortmund ist zurück auf der Welle der Euphorie und des Erfolgs! Drei Tage nach der unglücklichen Niederlage gegen Sevilla besiegte der BVB am siebten Spieltag der Fußball-Bundesliga den FC Bayern München mit 2:0 (0:0) und baute den eigenen Startrekord auf 18 Punkte nach sieben Partien aus.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

In dem mit 80.720 Zuschauern seit Wochen ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein intensives, von der Taktik geprägtes Fußballspiel mit wenigen Torraumszenen. In der zweiten Halbzeit schlug der BVB dann eiskalt zu. Barrios gelang mit dem ersten richtigen Torschuss die Führung (52.), Sahin konnte mit einem traumhaften Freistoß in den Winkel auf 2:0 erhöhen - zugleich Endstand der Partie (60.).

Ausgangslage:
Erstmals seit dem 4. April 1992 wurde der BVB vor einem Duell mit den Bayern in der Tabelle sieben Plätze vor dem Rekordmeister aus München gelistet (damals Dritter gegen Elfter, 3:0). Während die Borussen mit fünf Siegen aus den ersten sechs Spielen den besten Start aller Zeiten verzeichneten, traten die Bayern mit der gleichen Ausbeute wie nach der EM 2008 an (zwei Siege, zwei Remis, zwei Niederlagen; am Saisonende Platz zwei).

Personalien:
Borussia Dortmunds Trainer Jürgen Klopp schickte die gleiche Elf wie gegen Sevilla auf den Platz, da neben Kehl, Dede, Zidan und Kringe erneut auch Owomoyela (Beschwerden am Sprunggelenk und der Achillessehne) und Götze (Muskelverhärtung und Erkältung) nicht zur Verfügung standen. Hajnal kehrte dagegen in den Kader zurück, der von Hornschuh komplettiert wurde. Die Bayern mussten auf Altintop (Adduktorenprobleme), Robben (Muskelriss), Ribery, Alaba (beide Außenbandriss) und Contento (Leisten-OP) verzichten.

Taktik:
Die Dortmunder 4-2-3-1-Grundordnung ist zementiert. Trotz des Fehlens seiner Flügelzangen Ribery und Robben hatte FCB-Coach Louis van Gaal bis zum Champions-League-Spiel in Basel an einem 4-4-2 mit offensiven Außen im Mittelfeld festgehalten. In der Schweiz (2:1) agierte Klose dann in einem 4-2-3-1 als einzige Spitze, Müller zentral dahinter in einer offensiven Dreier-Reihe. In diesem System traten die Bayern auch beim BVB an, allerdings mit Gomez anstelle von Klose.

Spielverlauf & Analyse:
Ermüdungserscheinungen nach dem kraftzehrenden UEFA-Europa-League-Spiel gegen Sevilla waren nicht zu erkennen. Die Schwarzgelben agierten in der Anfangsphase zwar defensiver als die Gäste aus München, wirkten aber hoch konzentriert und versuchten, die sich bietenden Räume durch schnelle Gegenstöße zu nutzen. Bayern hatte in der Anfangsphase mehr Ballbesitz, konnte jedoch fast nur durch Standardsituationen Gefahr entwickeln.

Echte Torchancen sprangen in den ersten 40 Minuten nicht heraus. Viele intensive Zweikämpfe im Mittelfeld und zahlreiche Abseitsstellungen behinderten auf beiden Seiten den Spielfluss. Wenn sie gefordert wurde, war die Dortmunder Defensive zur Stelle. So auch in der 26. Minute, als van Bommel nach einem Sololauf Gomez im Strafraum in Szene setzte, Subotic das Leder aber im Liegen aus der Gefahrenzone spitzeln konnte.

Vor der Pause gewann die Partie an Tempo, der BVB spielten nun immer öfter sein großes Offensivpotential aus. Kuba setzte sich bei einem schnellen Angriff über rechts durch und flankte scharf in die Mitte. Dort fischte Butt das Leder gerade noch vor den einschussbereiten Kagawa und Barrios aus der Luft (38.). Auf der Gegenseite bewahrte Weidenfeller sein Team vor dem Rückstand, als er einen Schuss von Gomez mit der Innenseite seines Unterschenkels über die Latte lenkte (43.). Eine Riesenparade des Dortmunder Torwarts!

Im zweiten Durchgang eröffnete ein Missverständnis zwischen Lahm und Butt die erste Chance. Bei einer Rückgabe von Lahm trudelte der Ball nur knapp am Tor der Bayern vorbei (47.). Die Schwarzgelben agierten nun mit mehr Zug nach vorne. Nach einem langen Einwurf von Schmelzer konnte der eingewechselte Demichelis den Ball nur bis zur Strafraumgrenze klären, dort setzte sich Bender beherzt gegen Gomez durch, Barrios schnappte sich das Leder im Strafraum und fackelte nicht lange. Sein Schuss wurde von Badstuber noch abgefälscht und flog über Butt hinweg ins Bayern-Tor - 1:0 (52.). Der SIGNAL IDUNA PARK stand nach dem vierten Saisontor des Argentiniers Kopf.

Die Schwarzgelben setzten nach und erwiesen sich als Meister der Effizienz. Bei einem Vorstoß von Hummels konnte Demichelis den Ball nur mit der Hand abwehren. "Nuri, Nuri", forderten die Fans beim fälligen Freistoß. Sahin ließ sich nicht zweimal bitten und zirkelte das Leder aus 20 Metern über die Mauer hinweg in den rechten Winkel - ein absolutes Traumtor des jungen Türken vor den Augen von Nationaltrainer Guus Hiddink! (60.).

Während die elektrisierten Fans das Stadion endgültig in einen schwarzgelben Hexenkessel verwandelten, nutzte der BVB die größer werdenden Räume zu Tempogegenstößen. Der Pfosten wackelte bedenklich, als Barrios bei einem Konter an der Strafraumgrenze den Hammer auspackte und das Aluminium traf (69.). Bayern mühte sich gegen die aufmerksame Defensive der Schwarzgelben vergeblich. Ansatzweise Gefahr strahlte der Rekordmeister weiterhin nur bei Standardsituationen aus.

Zu Tormöglichkeiten aus dem Spiel heraus kam dagegen der BVB. Nach Vorlage von Großkreutz verfehlte der eingewechselte Lewandowski das Tor von Butt nur knapp, sonst hätte das Leder zum dritten Mal an diesem Abend im Netz der Bayern gezappelt (82.). Auf der Gegenseite bewahrte Weidenfeller sein Team mit einer tollen Parade gegen den heranstürmenden Olic vor dem Anschlusstreffer (89.). Nach 120 Sekunden Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Meyer die Partie.

Quelle: www.bvb.de


30.09.

0:1 - BVB verzweifelt am gegnerischen Torpfosten,
an der Chancenverwertung und an Schiedsrichter Dean
 
Die Siegesserie ist gerissen. Nach zuletzt überragenden Leistungen muss Borussia Dortmund im ersten Heimspiel der Europa League einen Dämpfer verdauen. Am zweiten Spieltag der Gruppe J unterlag der BVB dem FC Sevilla mit 0:1 (0:1). Schmelzer wurde dabei zur Unrecht des Feldes verwiesen. Trotz der Niederlage hat der BVB weiterhin alle Chancen auf das Erreichen der Zwischenrunde.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 49.100 Zuschauern schnürte der BVB den Gegner von Beginn an mit konsequentem Pressing in der eigenen Hälfte ein und hatte Pech, dass Barrios bei zwei Riesenmöglichkeiten knapp an Sevillas Torwart Palop scheiterte (26./42.). In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit stellten die Spanier den Spielverlauf auf den Kopf, als sie durch einen Treffer von Cigarini überraschend in Führung gingen (45.+1). Im zweiten Durchgang sorgte Schiedsrichter Dean für den ersten (leider unrühmlichen) Höhepunkt, als er Schmelzer mit Gelb-Rot vom Platz schickte - eine falsche, völlig überzogene Entscheidung. Fortuna wollte an diesem Abend keine Borussin sein: In der 70. Minute prallte ein Schussversuch von Kagawa zu allem Überfluss noch gegen den Pfosten.

Ausgangslage:
Es war das erste Aufeinandertreffen beider Mannschaften in einem UEFA-Vereinswettbewerb. Der FC Sevilla war in der Qualifikation zur diesjährigen Champions League an Sporting Braga gescheitert und automatisch in die Europa League gerückt. Hier hatte Sevilla auch den Auftakt gegen Paris St. Germain (0:1) verloren. Vor wenigen Tagen war zudem Trainer Antonio Alvarez entlassen worden. Der BVB dagegen ging mit dem Selbstbewusstsein von neun Siegen aus zehn Pflichtspielen (unter anderem ein 4:3 in Lwiw) in die Partie gegen den Tabellensiebten der Primera Division. Auch wenn die Formkurve für Schwarzgelb sprach, warnte Jürgen Klopp eindringlich vor dem spanischen Team, das er - nicht beleidigend, sondern die sportliche Klasse herausstellend - als "das absolute Monster unserer Gruppe" bezeichnete.

Personalien:
Bei Borussia Dortmund fiel neben Kehl, Dede, Zidan, Kringe und Hajnal auch Götze (Verhärtung im Oberschenkel) aus. Der angeschlagene Owomoyela (Sprunggelenk) konnte immerhin auf der Bank Platz nehmen. Stattdessen begannen Kuba und Piszczek in der Startelf, Ginczek komplettierte den Kader. Bei den Gästen fehlten Renato, Fazio und Konko. Sevillas Superstar Jesus Navas, dessen Einsatz wegen einer Bänderverletzung fraglich war, konnte auflaufen.

Taktik:
Der BVB agierte in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung. Die beiden Außenverteidiger Schmelzer und Piszczek schalteten sich in der Anfangsphase häufig in die Dortmunder Angriffe ein. Gregorio Manzano, neuer Trainer des FC Sevilla, setzte auf das gleiche System wie Jürgen Klopp: Hinter der einzigen Spitze Luis Fabian wirbelte mit Perotti, Cigarini und Jesus Navas eine nicht minder prominent besetzte offensive Dreierkette.

Spielverlauf & Analyse:
Internationales Flair und Flutlicht im SIGNAL IDUNA PARK - wie lange hatte Dortmund auf diese Momente gewartet! Entsprechend engagiert begann der BVB das erste Heimspiel in der Europa League gegen den FC Sevilla, störte den Gegner früh im Spielaufbau und versuchte über die Außenbahnen Druck aufzubauen. Gerade vier Minuten waren gespielt, als die Zuschauer bei einer Hereingabe von Kagawa zum ersten Mal den Atem anhielten. Barrios kam jedoch nicht an die Flanke des Japaners heran.

Das spielstarke Sevilla stand dicht gestaffelt in der eigenen Hälfte, um blitzschnell seine Gegenstöße einzuleiten. Eine Hereingabe von Perotti konnte Luis Fabiano zum Glück nicht verwerten (14.). Tonangebend in der Partie blieb aber der BVB, der den Gegner durch konsequentes Pressing einschnürte und den Kreis um das gegnerische Tor immer enger zog. Die bis dato beste Möglichkeit hatte Barrios in der 26. Minute: Nach einer Flanke von Kuba schraubte sich der "Panther" am Elfmeterpunkt in die Luft und drückte den Ball per Kopf in Richtung rechtes Eck. Sevillas Torwart Palop konnte sein Team nur mit einem Riesenreflex vor dem Rückstand bewahren.

Sevilla bekam seine Defensive nun besser in den Griff. Der BVB sah sich gezwungen, auf der Suche nach der Lücke im gegnerischen Abwehrbollwerk, häufiger als gewollt mit hohen Bällen zu operieren. Die Borussen hatten Pech, als Barrios bei einer Riesenchance unmittelbar vor dem Seitenwechsel erneut an Palop scheiterte (42.).

Es kam noch bitterer: Nach einem Freistoß von Guarente und einem Kopfball von Caceres geriet der Klärungsversuch von Subotic, der durch seinen Gegenspieler bedrängt wurde, zu kurz. Das Leder fiel vor die Füße von Cigarini, der vom Elfmeterpunkt einschob - 0:1. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte Sevilla den Spielverlauf auf den Kopf gestellt.

Borussia kam mit viel Tempo aus der Kabine, für den ersten (leider unrühmlichen) Höhepunkt im zweiten Durchgang sorgte aber Schiedsrichter Dean aus England. Nachdem er Schmelzer unmittelbar vor dem Seitenwechsel mit Gelb verwarnt hatte, glaubte Dean bei einem Zweikampf zwischen dem Dortmunder Außenverteidiger und Dabo eine Schwalbe erkannt zu haben und schickte Schmelzer mit Gelb-Rot vom Platz (49.). Eine falsche, völlig überzogene Entscheidung, die die Emotionen nicht nur auf den Rängen hochkochen ließ. Viel Gift, viel Hektik, viele Wortgefechte waren nun in der Partie, auf der Strecke blieb der Fußball.

Der BVB brauchte nach diesen Geschehnissen rund zwanzig Minuten, um wieder Struktur in sein Spiel zu bringen. Doch Fortuna wollte an diesem Abend einfach keine Borussin werden: Nach feinem Zuspiel von Barrios schob Kagawa den Ball zwar an Sevillas Keeper vorbei, das Leder sprang jedoch vor den Pfosten und konnte von dort geklärt werden (70.).

Trotz allem gaben die Borussen nicht auf und suchten weiter nach der Lücke im Defensivverbund der Gäste. Doch das intensive Spiel forderte von den Schwarzgelben allmählich seinen Tribut, zumal Sevilla nun äußerst abgeklärt in der Abwehr agierte und häufiger Entlastungsangriffe fahren konnte. Weidenfeller bewahrte sein Team durch geschicktes Stellungsspiel vor dem zweiten Gegentreffer (88.). Es war wie verhext: Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit konnte Caceres einen Kopfball von Hummels (nach Flanke von Sahin) auf der Linie klären. Nach fünf Minuten Nachspielzeit beendete Dean die Partie.

Quelle: www.bvb.de


24.09.
3:1 - BVB baut die tolle Serie aus:
Großkreutz und Kagawa treffen am Millerntor
 
Borussia Dortmund schwimmt auf einer Welle der Euphorie und des Erfolges. Am sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga feierte der BVB mit dem 3:1 (1:1)-Auswärtssieg beim FC St. Pauli den sechsten Pflichtspielsieg hintereinander und baute den eigenen Start-Rekord auf 15 Punkte nach sechs Spieltagen aus. Zwei Mal Großkreutz sowie Kagawa trafen für Schwarzgelb. Tabellenführer bleibt aber Mainz.
 
Aus Hamburg berichtet Boris Rupert

Tolle Stimmung und weitgehend Fairness auf den Rängen! 24.082 Zuschauer im bis auf den letzten Platz ausverkauften Millerntor-Stadion erlebten Fußball in Reinkultur. Die BVB-Hymne vor dem Anpfiff eingespielt, kaum Pfiffe gegen den Gegner bei der Ansage der Aufstellung "einer Spitzenmannschaft der Bundesliga", so der Stadionsprecher. Leider fiel eine Handvoll BVB-Anhänger durch das Zünden von Pyrotechnik unangenehm auf.

Zum Spiel: Der BVB münzte seine anfängliche Überlegenheit in eine frühe Führung (Großkreutz, 17.) um, doch nach Hennings´ 1:1 (25.) war St. Pauli drin im Spiel. Doch nach dem Wechsel stellten Kagawa in der 50. und erneut Großkreutz in der 60. Minute die Weichen auf Sieg.

Ausgangslage:
Neunter gegen Zweiter - so weit oben war das Duell zwischen den beiden Traditionsklubs, die Fußball mit totaler Hingabe leben, noch nie angesiedelt. St. Pauli hatte allerdings nur einen der bis dato sieben Punkte im eigenen Stadion errungen, der BVB dagegen auswärts bislang optimal gepunktet (Siege in Stuttgart und Schalke). Und auch die Bilanz gegen FC St. Pauli sprach für die Borussen: Gegen keinen anderen Klub war sie besser (neun Siege, drei Unentschieden, zwei Niederlagen), die letzten vier Gastspiele am Millerntor waren ausnahmslos gewonnen worden (8:1 Tore).

Personalien:
St. Pauli ohne Hain, Zambrano, Boll, Morena, Sukuta-Pasu sowie Asamoah, der für die Startelf angekündigt war, sich aber beim Aufwärmen verletzte, und mit drei Änderungen gegenüber dem 2:1-Auswärtssieg in Gladbach: Gunesch, Hennings und Bartels waren für Kruse, Boll und Morena dabei. Beim BVB spielten Owomoyela und Götze für Piszczek und Kuba. Der 18-köpfige Kader blieb gegenüber dem 5:0 gegen Kaiserslautern unverändert.

Taktik:
St. Pauli änderte das System: Weg von der Doppel-Sechs, weg vom 4-2-3-1, hin zu einer 4-1-4-1-Grundordnung, aus der Takyi und Torjäger Ebbers bei den zunächst auf Konter angelegten Angriffen in die Spitze vorstießen. In der Regel war der Aufsteiger darum bemüht, mit möglichst vielen Leuten hinter dem Ball zu stehen. Durch schnelle Ballpassagen versuchte der BVB, Lücken im engmaschigen Defensivverband des Gegners zu finden.

Spielverlauf & Analyse:
St. Pauli, das gegen keinen anderen Klub - auch nicht gegen die Bayern - mehr Heimniederlagen (5) und mehr Gegentore (28) hatte hinnehmen müssen, war zunächst darauf bedacht, sicher zu stehen und schaltete den Vorwärtsgang erst nach dem frühen Gegentor (17.) ein, was dem Spiel gut tat. Denn die erste Viertelstunde verlief zäh.

Der BVB, der in dieser Saison die meisten Chancen (53) herausgespielt, die meisten Torschüsse (95) abgegeben und die meisten Tore (13) erzielt hatte, war zu Beginn deutlich feldüberlegen, kam aber erstmals in der 14. Minute gefährlich nach vorn. Kagawa bediente Barrios, der 15 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam, doch der aus seinem Kasten geeilte Kessler verhinderte mit einer Fußabwehr das 0:1. Keine 60 Sekunden später stolperte Oczipka in der Rückwärtsbewegung, Götze konnte von rechts unbedrängt flanken, Kagawa nahm die Hereingabe aus fünf Metern volley, schoss aber übers Tor.

Das torgefährlichste Mittelfeld der Liga (bis dahin sieben Treffer, elf Vorlagen) verbuchte in der 17. Minute zwei weitere Scorerpunkte: Sahin eröffnete das Spiel, Kagawa spielte Doppelpass mit Barrios, flankte von rechts, und Großkreutz köpfte aus etwa sechs Metern zum 0:1 ein.

St. Pauli gab die Defensivhaltung - wie schon beschrieben - jetzt auf, agierte sehr energisch in den Zweikämpfen, kam aber dann doch etwas überraschend schon nach 24 Minuten zum Ausgleich. Takyis Solo schien schon gestoppt, doch Bartels schaltete blitzschnell, spielte mit der Hacke auf Hennings, der aus etwa 15 Metern abzog und Weidenfeller keine Chance ließ. Flach im linken Eck schlug der Ball zum 1:1 ein - es war St. Paulis erster Treffer in Halbzeit eins überhaupt. Das Spiel war nun offen, und es war interessant. Thorandts Kopfball nach einer Ecke landete nicht im, sondern auf dem Netz (32.). Der BVB in der Viertelstunde vor der Pause mit Abstimmungsproblemen und einem Ballverlust (Barrios gegen Gunesch), der beinahe zum zweiten Gegentor geführt hätte, doch Ebbers konnte Bartels´ Flanke nicht verwerten (45.).

Die Kiez-Kicker verbuchten auch die erste Chance in Durchgang zwei: Takyi, der von den Borussen nur schwer zu fassen war, bediente Ebbers, der weiter zu Rothenbach: Flanke, Kopfball Ebbers, Glanzparade Weidenfeller, und Bartels versemmelte den Nachschuss (47.). Nur zwei Mannschaften nutzten in dieser Saison ihre Großchancen seltener als St. Pauli - bei Bartels´ Schuss über das leere Tor "schön" anzusehen.

War Paulis Ausgleich in der 25. Minute überraschend gefallen, traf dies auch auf den neuerlichen Führungstreffer der Borussen zu: Nach einem leichtfertigen Ballverlust nahm es Barrios mit der halben Hintermannschaft auf, bewies dabei großes Durchsetzungsvermögen und den Blick für den Mitspieler: Götze kam von hinten, stürmte bis an die Grundlinie, legte wieder zurück, und Kagawa hatte keine Mühe, zum 1:2 einzuschießen (50.).

Keine zehn Minuten später gab es eine ähnliche Situation, doch Kagawa machte es zu kompliziert, ließ die Chance zum 1:3 liegen. In der 59. Minute marschierte Sahin, zog ab - und traf aus der Distanz den Pfosten. Der BVB war nun wieder drin in der Partie. Klopps Halbzeit-Analyse hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Barrios zog knallhart ab, Kessler konnte nicht festhalten, und Großkreutz staubte ab zum 1:3 (60.).

Um 17 Uhr dann eine "Wunderheilung": Asamoah konnte dann doch noch spielen, und beim BVB kam Lewandowski in den letzten 20 Minuten für Kagawa ins Spiel. In der 79. Minute hätte der Pole alles klar machen und sein drittes Tor in Folge schießen können, doch er scheiterte frei vor und an Kessler.

Quelle: www.bvb.de


22.09.
5:0 gegen Kaiserslautern:
Startrekord und Platz zwei für den BVB!
 
Borussia Dortmund schwimmt auf einer Welle der Euphorie und des Erfolges. Am fünften Spieltag der Fußball-Bundesliga feierte der BVB mit dem 5:0 (2:0)-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern den sechsten Pflichtspielsieg hintereinander, stellte mit zwölf Punkten aus fünf Spielen einen neuen Startrekord auf und schob sich in der Tabelle auf Rang zwei vor. Zwei Mal Barrios sowie Großkreutz, Hummels und Lewandowski erzielten die Tore für einen wieder großartig aufspielenden BVB.
Es berichten Boris Rupert und Dennis Gottschlich

Vor 70.100 Zuschauern hatte der BVB zunächst Mühe, ins Spiel zu finden. Das 1:0 durch Barrios fiel in der 31. Minute noch etwas überraschend, doch dann lief´s. Großkreutz (38.), Hummels (65.), Lewandowski (75.) und zum Schluss noch einmal Barrios (88.) schossen einen hoch verdienten Sieg heraus - und die Borussia zum achten Sieg im neunten Pflichtspiel der Saison!

Ausgangslage:
Dritter gegen Sechster: So weit oben in der Tabelle angesiedelt war dieses Duell zuletzt im April 2002 (Zweiter gegen Sechster). Nach optimalem Start mit sechs Punkten aus den Begegnungen gegen Köln und München holte Kaiserslautern aus den folgenden Partien gegen Mainz und Hoffenheim lediglich einen Zähler. Der BVB legte mit neun Punkten den besten Saisonstart seit 2001/2002 hin (damals vier Spiele, vier Siege).

Personalien:
Mit Kehl, Dede, Hajnal, Zidan und Kringe fehlten auf Dortmunder Seite fünf Akteure, Kaiserslautern trat ohne Simunek, Amri sowie Rivic an - und in der gleichen Formation wie beim 2:2 gegen Hoffenheim. Gegenüber dem 3:1 vom Sonntag in Gelsenkirchen nahm Jürgen Klopp zwei Wechsel vor: Piszczek und Kuba kamen für Owomoyela und Götze in die Mannschaft.

Taktik:
Dem Dortmunder 4-2-3-1 stand eine 4-4-2-Grundordnung der Lauterer gegenüber. Bei Dortmunder Ballbesitz rückten Kirch und Ilicevic auf den Außenpositionen auf eine Höhe mit der "Doppel-Sechs" Tiffert und Bilek. Sahin und Bender hatten mit fortschreitender Spieldauer immer mehr Freiheiten und konnten schalten, wie sie wollten.

Spielverlauf & Analyse:
"Wir haben nicht vor diese Woche Fehler zu machen und wollen eine positive Heimbilanz", gab Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz am Dienstag die Marschroute für das Spiel gegen Kaiserslautern vor. Nach dem Derbysieg gegen den FC Schalke am vergangenen Sonntag war also klar, dass die Mannschaft nicht in allzu große Euphorie verfallen sollte um den äußerst positiven Trend des Saisonbeginns weiterzuführen.

Doch der BVB kam eher schleppend in die Partie. Die Pfälzer traten von Anfang an offensiv auf, setzten die Borussen früh unter Druck und kamen so bereits in den ersten zehn Minuten mehrmals gefährlich vor das Tor der Schwarz-Gelben. Doch Weidenfeller konnte den Ball sowohl beim Schuss von Lakic (6.) als auch bei einer gefährlichen Hereingabe von Jessen (9.) souverän abfangen. Die erste Chance für den BVB resultierte dann auch aus einem Konter. Einen langen Abschlag von Weidenfeller konnte Schmelzer auf der linken Seite gut mitnehmen, seine Flanke gelangte zu Barrios, der den Ball aber aus aussichtsreicher Position über den Kasten von Sippel köpfte.

In der Folge nahm der BVB immer mehr das Heft in die Hand, gewann mehr Zweikämpfe im Mittelfeld und präsentierte sich mit Zug zum Tor. Doch Kagawas Kopfball aus gut elf Metern (18.), sowie Großkreutz´ platzierter Schuss von der Strafraumlinie (27.) konnte Torwart Sippel noch gut parieren. In der 31. Spielminute sah dies dann allerdings anders aus: Nach einem "Zuckerpass" von Sahin aus dem Mittelfeld konnte Barrios den Ex-Dortmunder Amedick abhängen, kam alleine vor Sippel zum Abschluss und spitzelte das Leder souverän mit dem Außenriss durch die Beine des Keepers ins Tor - 1:0 für den BVB.

Und auch danach ließ Borussia nicht locker. Kaiserslautern nunmehr ohne Chance, sah einen Schwarz-Gelben Angriff nach dem anderen auf ihr Tor rollen. Nachdem Sippel sowohl Schmelzers Schuss vom Strafraumeck (34.), als auch Sahins Schuss aus gut 16 Metern (35.) noch halten konnte klingelte es kurz drauf zum zweiten Mal im Kasten der "Roten Teufel", die sich bis dahin, mit Ausnahme der

ersten zehn Minuten, gar nicht "teuflisch" präsentierten. Der gut aufgelegte Sahin sah den freistehenden Großkreutz´ auf der linken Seite. Dieser ließ Kaiserslauterns Dick mit einer Finte stehen und brachte den Ball hart und platziert aufs Tor, Sippel konnte das Leder zwar mit den Fingerspitzen noch erreichen, lenkte den Ball allerdings nur gegen den Innenpfosten, von wo er ins Tor sprang (38.). Binnen sieben Minuten machte Borussia also klar, wer der Herr im SIGNAL IDUNA PARK ist.

Mit 2:0 verabschiedeten sich dann auch beide Mannschaften zum Pausentee. Der BVB präsentierte sich, nach einer kurzen "Findungsphase" in den ersten zehn Minuten, wie auch schon in den letzten Spielen selbstbewusst und mit viel Zug zum Tor. Die Pfälzer offenbarten hingegen ein ums andere Mal Schwächen in der Abwehr und konnten dem Schwarz-Gelben Ansturm zum Ende der ersten Hälfte nur noch wenig entgegensetzen. Eine absolut gerechtfertigte Dortmunder Führung zur Halbzeit also.

Und die zweite Hälfte begann genau so, wie die erste aufgehört hatte. Der BVB mit viel mehr Spielanteilen, drückte weiter auf das Tor der Pfälzer, die vor allem Probleme hatten, das Dortmunder Mittelfeld um den bärenstarken Sahin in den Griff zu bekommen. So strich Benders strammer Schuss aus 20 Metern nur knapp am rechten Winkel des Tores vorbei (47.), Sahins Abschluss von der Strafraumgrenze hielt Sippel sicher (49.).

Chancen für den BVB nun im Minutentakt. In der 54. Minute setzte sich Großkreutz wiederum gegen den völlig indisponierten Dick im Strafraum durch, passte in die Mitte, wo Kagawa völlig unbedrängt zum Abschluss kam, jedoch an Sippel scheiterte. Nur wenige Sekunden später kam Piszczek rechts im Strafraum zum Schuss, dieser ging nur knapp am Gehäuse der Lauterer vorbei. Benders (57.) und Kagawas (59.) Kopfbälle konnte Sippel ebenfalls parieren.

In der 60. Minute dann, nach einer gefühlten Ewigkeit, die nächste halbwegs gefährliche Situation vor dem Tor der Schwarzgelben, doch den Freistoß von der rechten Seite konnte Weidenfeller in seinem 199. Bundesligaspiel souverän vor den herannahenden Stürmer abfangen.

Nur drei Minuten später jedoch wieder der BVB im Angriff - und wie: Sahin bringt einen Freistoß von der linken Seite hoch in den Sechzehner der Gäste, wo Torwart Sippel am Ball vorbei fliegt. Dahinter setzt sich Hummels im Zweikampf durch und bugsiert den Ball mit dem Kopf zum 3:0 für Borussia in die Maschen (64.).

Doch wer dachte, der BVB ließe es ruhiger angehen und schone sich mit diesem komfortablen Vorsprung für die bevorstehenden englischen Wochen, der hatte falsch gedacht. Nachdem Jürgen Klopp in der 70. Minute zunächst mit Götze und Lewandowski für die bis dahin großartig aufspielenden Kagawa und Großkreutz zwei frische Spieler aufs Feld brachte, rappelte es kurz darauf schon wieder im Kasten der Pfälzer. Kuba hatte scharf in die Mitte gepasst, wo Barrios uneigennützig für den "Neuen" Lewandowski durchließ, der den Ball locker über Sippel hinweg ins Tor lupfte (75.) - 4:0 für Borussia Dortmund.

Barrios komplettierte in der 88. Minute den Dortmunder Kantersieg, als er nach Hereingabe von Piszczek in der Mitte völlig frei zum Abschluss kam und mit seinem zweiten Tor den 5:0-Endstand markierte. Alles in allem also ein absolut überzeugender Auftritt der Mannschaft von Jürgen Klopp, die die Euphorie nach dem Derbysieg am vergangenen Sonntag mit in die Partie nahm, Kaiserslautern die meiste Zeit des Spiels völlig ausschaltete und teilweise grandiosen Fußball zelebrierte. Ein, auch in dieser Höhe, vollkommen verdienter Sieg der Borussen, der mit Sicherheit viel Selbstbewusstsein für die anstehenden Aufgaben geben wird.

Quelle: www.bvb.de

19.09.
3:1 - Kagawa schießt Borussia zum Derbysieg -
Drei Mal Latte durch Subotic, Großkreutz und Sahin
 
Ein Sahnehäubchen krönt den Traumstart in die Saison 2010/2011: Borussia Dortmund gewann das 136. Revierderby hoch überlegen mit 3:1 (1:0), kletterte in der Tabelle auf Rang drei und sorgte dafür, dass die "Rote Laterne" des Tabellenletzten vorerst in Gelsenkirchen leuchtet. Kagawa mit einem Doppelpack sowie Lewandowski machten den ersten Derbysieg seit 2007 und den ersten Triumph in der Arena seit 2005 perfekt.
Aus Gelsenkirchen berichtet Boris Rupert

60.069 Zuschauer in der erstmals seit zehn Jahren nicht ausverkauften Arena sahen eine Fußball-Demonstration in Schwarz und Gelb, das zur Pause aber höher hätte führen müssen als mit 1:0 durch Kagawa (20.). Subotic und Großkreutz trafen jeweils die Querlatte, Benders Treffer zählte wegen Abseits nicht. Zwölf Minuten nach dem Seitenwechsel erhöhte Kagawa auf 2:0, und Schalke spielte nach Plestans Platzverweis (61.) nur noch zu zehnt. Dortmunds dritter Lattentreffer in diesem einseitigen Derby ging auf das Konto von Sahin (65.). Den Schlusspunkt setzte Lewandowski in der 86. Minute. Huntelaar betrieb in der 89. Minute Ergebniskosmetik.

Ausgangslage:

Nach den Samstagspielen war es das Duell Letzter gegen Siebter - doch sowohl die Tabelle als auch die Statistik (Schalke seit 17. April und damit seit fünf Monaten ohne Heimsieg, Borussia in dieser Saison mit vier Siegen in vier Pflichtspielen auf des Gegners Platz) zählte vor dem 136. Revierderby nichts, denn für dieses Duell gilt mehr als für jedes Pokalspiel: Es hat seine eigenen Gesetze.

Personalien:
Schalke ohne Hoogland, Metzelder, Pander, Uchida und Kenia, Borussia ohne Kehl, Zidan, Dede sowie Hajnal und in der gleichen Formation wie beim 4:3 in Lwiw: Götze, der wegen einer leichten Gehirnerschütterung am Freitag und Samstag nur Lauftraining absolvieren konnte, erhielt von Mannschaftsarzt Dr. Braun grünes Licht für einen Einsatz im Derby.

Taktik:
Schalke in diesem Spiel in einer 4-4-2-Grundordnung mit Raul und Huntelaar in der Spitze sowie Farfan und Deac rochierend, rechts wie links, auf den Außenpositionen des Mittelfelds, bei Dortmunder Ballbesitz auf einer Höhe mit der "Doppel-Sechs" Kluge und Rakitic. Der BVB agierte wie immer aus einer 4-2-3-1-Grundordnung mit dem Offensiv-Trio Götze, Kagawa und Großkreutz hinter Stoßstürmer Barrios.

Spielverlauf & Analyse:
Totenstille in den Schalker Blöcken wechselte sich nach Ballverlusten der eigenen Mannschaft mit Unmutsbekundungen ab. "Absteiger, Absteiger!", höhnte es aus dem BVB-Block. Eine vor Selbstvertrauen strotzende Borussen-Elf hielt in der ersten Hälfte das Zepter so fest in der Hand wie selten in einem Derby. Schalkes erster Torschuss datierte aus der 19. Minute (Huntelaar). Einziges Manko im Dortmunder Spiel war die Chancenverwertung. Mitte der ersten Halbzeit hätte es 3:0 oder 4:0 stehen können, stehen müssen - angesichts eines Torschussverhältnisses von 10:1 sowie 6:0 Ecken und 8:0 Chancen zu diesem Zeitpunkt (24. Minute) mehr als verdient.
Zwei Mal lag der Ball bis dahin auch im Schalker Netz, doch auf der Anzeigetafel stand "nur" ein 0:1, weil Benders Treffer nach Sahin-Freistoß wegen einer Abseitsstellung nicht zählte (10.). Für den überfälligen Führungstreffer sorgte Kagawa erst in der 20. Minute, als er nach Götzes Zuspiel Höwedes umkurvte und aus 15 Metern unhaltbar für Neuer einschoss. In allen (Pflicht-)Spielen mit Dortmunder Beteiligung gewann in dieser Saison immer die Mannschaft, die das erste Tor erzielte.

Glück für Schalke, als Subotic nach einer Götze-Flanke die Querlatte traf (12.), Kagawa aus spitzem Winkel den besser postierten Götze übersah und stattdessen Neuer den Ball in die Arme schoss (15.), der Japaner nach einer tollen Kombination über Großkreutz an der Fußspitze des Schalker Schlussmanns scheiterte (16.), dieser anschließend spektakulär gegen Barrios parierte (23.) und kurz darauf auch Owomoyela stoppte (25.). Dazwischen gab es noch einen Hummels-Kopfball, der haarscharf übers Tor ging.

In dieser Phase hätte der BVB die Weichen auf Sieg stellen müssen. Stattdessen ließ man den Gegner gegen Ende des ersten Durchgangs kurzzeitig etwas besser ins Spiel kommen. Doch in den Schlusssekunden stockte den Zuschauern nochmals der Atem: Zunächst wehrte Neuer einen Barrios-Schuss zur Ecke ab, dann traf Großkreutz die Latte, Subotic scheiterte mit dem Nachschuss an Neuer. Es war die zehnte Torchance der Borussen in diesem höchst einseitigen Spiel. Ein gellendes

Pfeifkonzert der Schalke-Fans zur Pause war das größte Kompliment, das die Borussen für ihre überragende Leistung ernten konnten.

Götze, der Sarpai Knoten in die Beine gespielt hatte, blieb zur Pause verletzungsbedingt in der Kabine. Kuba kam. Und die Kräfteverhältnisse verschoben sich kurzzeitig. Schalke wurde aktiver, die Dortmunder Dominanz, die Leichtigkeit im Spiel, war zunächst dahin. Der erste gelungene Angriff, der erste Torschuss in Durchgang zwei, brachte dann aber das 0:2. Kuba schlug eine Flanke mit viel Effet in den Strafraum, Kagawa kam wie ein Kung-Fu-Kämpfer von hinten und drückte den Ball im Sprung mit gestrecktem Bein ins Tor (58.).

Mit gestrecktem Bein zur Sache ging auch Plestan, doch dies regelwidrig. Vier Minuten zuvor nach einem Foul an Bender mit Gelb verwarnt, holte der Schalker Abwehrspieler den durchgebrochenen Barrios von den Beinen: Schiedsrichter Gräfe zückte erst Gelb (61.), dann Rot. Den "Sack" zu machen können hätten kurz darauf Sahin und Kuba. Nach Barrios Rückgabe nagelte Borussias Nummer acht den Ball aus zwölf Metern ans Lattenkreuz (65.), noch in der selben Minute drang Kuba von rechts in den Strafraum ein, zog wuchtig ab, doch Neuer bekam gerade noch die Fäuste hoch.

Schalkes erste Torchance notierte aus Minute 73, als Höwedes und Matip den Anschlusstreffer auf dem Fuß hatten. Doch es brannte nichts mehr an. Klopp konnte es sich angesichts der Überlegenheit sogar leisten, Kagawa (74.) und Barrios (81.) vom Feld zu holen und ihnen angesichts des Mammutprogramms in diesen Wochen eine kleine Pause zu gönnen. So durften andere ran: Lewandowski köpfte in der 86. Minute eine Sahin-Ecke zum 0:3 ein. Auf der anderen Seite schönte Huntelaar mit seinem Treffer in der Schlussminute das Resultat für Königsblau.

Quelle: www.bvb.de


16.09.

4:3 in Lwiw: BVB verspielt Zwei-Tore-Führung
und jubelt über Götzes Last-Minute-Treffer
 
Traumstart für den BVB in der UEFA Europa League: Borussia Dortmund gewann am Donnerstag Abend das Auftaktspiel bei Karpaty Lwiw in der Ukraine mit 4:3 (2:1) und feierte damit im siebten Pflichtspiel der Saison den sechsten Sieg. In einer dramatischen Partie hatte Karpaty zunächst einen 0:2-Rückstand in eine eigene 3:2-Führung umgewandelt, doch dann schlugen Barrios und Götze nochmals zu.
 
Aus Lemberg berichtet Boris Rupert

28.051 Zuschauer - darunter 700 Schlachtenbummler aus Dortmund - sahen ein kampfbetontes und temporeiches Spiel, in dem der BVB nach frühen Toren von Sahin (Foulelfmeter, 12.) und Götze (27.) schon auf die Siegerstraße eingebogen schien, doch mit Golodyuks Anschlusstreffer kurz vor der Pause kam Karpaty zurück ins Spiel und glich sechs Minuten nach Wiederbeginn durch Kopolovets zum 2:2 aus. Zwölf Minuten vor dem Ende überschlugen sich die Ereignisse: Sahin und Hummels trafen jeweils die Torlatte, im Gegenzug brachte Kozhanov seine Mannschaft mit 3:2 in Führung. Doch der BVB kontere durch Barrios (87.) und Götze (90.+2).

Ausgangslage:
Nach elf Jahren Pause und zum vierten Mal überhaupt durfte Karpaty Lwiw im Europapokal antreten. Der Sowjet-Pokalsieger von 1969 und Vorjahresfünfte der ukrainischen Premier-Liga qualifizierte sich gegen Reykjavik (3:2, 3:0), Zestafoni (1:0, 1:0) und Galatasaray Istanbul (1:1, 2:2) für die Gruppenphase. In der laufenden Saison gewann Karpaty alle Heimspiele (4) in der Liga sowie in der Europa League- das in Unterzahl errungene 1:1 gegen Galatasaray war ein "gefühlter Sieg": Der Ausgleichstreffer, der das Weiterkommen bescherte, fiel in der dritten Minute der Nachspielzeit. Borussia Dortmund war mit Siegen gegen Qarabagh (4:0, 1:0) in die Gruppenphase gelangt.

Personalien:
Mit Ausnahme der verletzten Zidan, Dede, Hajnal und Kringe schien Trainer Klopp aus dem Vollen schöpfen zu können. Er nominierte mit einer Ausnahme die gleiche Elf, die überzeugend mit 2:0 gegen Wolfsburg gewonnen hatte. Kuba blieb jedoch draußen, Götze begann. Doch zehn Minuten vor dem Anpfiff musste er umdisponieren: Kapitän Kehl verletzte sich beim Aufwärmen (Faserriss im Leistenbereich) und konnte nicht spielen. Stattdessen lief Bender auf. Lwiws Coach Kononov, der 2009 beim BVB hospitiert hatte und sich als "großer Fan der Borussia" outete, musste auf die gesperrten Kuznetsov und Fedetskiy verzichten. Der als verletzt gemeldete Petrivsky konnte jedoch spielen.

Taktik:
Trainer Kononov reihte sein Personal so auf, wie man es beim BVB in der Zeit van Marwijks kannte: in einer 4-3-3-Grundordnung mit einem "Sechser" vor der Abwehr, zwei Mittelfeldakteuren auf den Halbpositionen sowie zwei Flügelspielspielern und einem zentralen Stoßstürmer. Bei Dortmunder Ballbesitz wurde aus diesem 4-3-3 jedoch ein 4-1-4-1, weil sich die Außenstürmer Kozhanov und Zenjov in den Mittelfeldverband einreihten und zehn Meter hinter der Mittellinie einen ersten Sperrriegel errichteten.

Der BVB agierte wie immer aus einer 4-2-3-1-Grundordnung, so dass sich klare personelle Zuordnungen ergaben: Überwiegend Subotic nahm sich im Abwehrzentrum der Bewachung Batistas bzw. später Kopolevets´ an, die Außenverteidiger trafen auf Lwiws Außenstürmer, die Doppel-Sechs mit Bender und Sahin auf die Halbpositionen des Gegners mit Spielmacher Khudobyak. Kagawa hatte es mit dem kompromisslosen Nigerianer Godwin zu tun und Barrios vorne mit beiden Innenverteidigern.

Spielverlauf & Analyse:
Mit Tempo und hoher Laufbereitschaft trat die aktuell viertbeste Elf der Ukraine an und versuchte, immer wieder gefährlich über die Flügel nach vorne zu kommen. Khudobyak dirigierte, und die anderen marschierten, vor allem über links, wo Außenverteidiger Avelar Götze häufig in die Defensive zwang.

Die wohl jüngste Dortmunder Europapokal-Elf aller Zeiten zeigte Respekt und wurde in den ersten Minuten kräftig durchgeschüttelt. Batista versetzte Hummels, doch der heraus stürzende Weidenfeller verhinderte mit einer Klasse-Tat den möglichen frühen Rückstand (2.).

Sahin hatte alle Hände voll zu tun, Khudobyaks Wirkungskreis einzuengen und selbst Ordnung ins Spiel zu bringen, das zunächst gar nicht zur Entfaltung kam, weil die Karpaten ihre Gegner wie Jagdhunde vor sich her trieben, den Ballführenden nicht mit einem, nicht mit zwei, sondern mit drei Spielern attackierten.

Im Hexenkessel des Ukrajner-Stadions hatte der BVB das Glück des Tüchtigen. Der erste gelungene Angriff führte zum 0:1 und sorgte für etwas Ruhe: Sahin setzte Götze in Szene, der klasse weiterleitete zu Barrios, der wiederum am Elfmeterpunkt von Torhüter Tlumak nur per Foulspiel gebremst werden konnte. Sahin übernahm die Verantwortung und verwandelte souverän zum 0:1 (12.). Für Lwiw nicht der einzige Rückschlag: Stürmer Batista musste verletzt raus, Kopolovets kam, Zenjov wechselte ins Zentrum.

Ein Klassespiel machte Barrios: Der Torjäger kämpfte um jeden Ball, suchte jede Möglichkeit zum Abschluss (Außennetz, 20.) und war entscheidend am 0:2 beteiligt, als er den perfekten Doppelpass mit Götze spielte, der aus acht Metern unbedrängt einschießen konnte (27.). Karpaty kannte nur den Vorwärtsgang und zeigte nicht nur in dieser Szene große Mängel im Abwehrverhalten. Die Weichen frühzeitig auf Sieg stellen können hätte Barrios, doch Keeper Tlumak parierte dessen ansatzlosen Schuss von der Strafraumlinie. Der Pass kam von Götze (36.).

Stattdessen fiel in der 44. Minute der Anschlusstreffer. Eigentlich schien der Angriff über die rechte Dortmunder Abwehrseite schon geklärt, doch nach zu kurzer Abwehr traf Golodyuk mit einem Flachschuss ins lange Eck. Hummels, Subotic und Weidenfeller waren sich nicht einig.

Der BVB geriet mit Wiederbeginn kräftig unter Druck, hatte zunächst Glück, dass - der im Abseits stehende - Zenjov aus 16 Metern verzog, doch in der 52. Minute war es passiert: Nach einem Rückspiel von Subotic hatte Hummels den an der Strafraumgrenze nachsetzenden Kopolovets nicht auf der Rechnung, verlor den Ball an den Ukrainer, der nur noch Weidenfeller vor sich hatte und aus 15 Metern unhaltbar einschoss.

Mit einem Doppelwechsel - Kuba und Lewandowski für Großkreutz und Kagawa - versuchte Klopp, dem Spiel noch mal eine Wende zu geben. Lewandowski hatte im Strafraum-Gestocher auch das 3:2 auf dem Fuß, doch irgendwie konnte ihm der Ball noch weggespitzelt werden. Sekunden später trafen Sahin mit einem Freistoß aus gut 25 Metern und Hummels mit einem Kopfball die Querlatte (76./77.). Stattdessen setzte Kozhanov einen Konter nach Tlumaks weitem Abschlag und traf den BVB mit seinem 3:2 ins Herz (78.).

Doch die Borussen zeigten Herz und Leidenschaft. Lewandowski machte den Weg frei für Barrios, der allein auf Tlumak zulief und eiskalt vollstreckte (87.). Kurz vor Schluss hatten Owomoyela und Sahin, dessen Schuss haarscharf daneben ging, sogar die Chance zum 4:3 für den BVB. Und tatsächlich fiel der Siegtreffer dann noch in der zweiten Minute der Nachspielzeit, als Barrios Götze frei spielte und der via rechtem Innenpfosten das Unmögliche möglich machte.

Quelle: www.bvb.de


11.09.

2:0 - Sahin und Kagawa schießen die "Wölfe"
ab - BVB springt in der Tabelle auf Platz sechs
 
Borussia Dortmund feiert in der Liga den zweiten "Dreier" in Serie! Am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga gewann der BVB gegen den VfL Wolfsburg mit 2:0 (0:0). In einer kampfbetonten Partie brachte Sahin die Schwarzgelben kurz nach dem Seitenwechsel mit einem wunderschönen Treffer aus der Distanz auf die Siegerstraße.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

73.600 Zuschauer sahen eine kampfbetonte erste Halbzeit mit wenigen Strafraumszenen, in der dem BVB nach einem Handspiel von Barzagli der fällige Strafstoß versagt blieb (17.). Zudem hätte Diego wegen Nachtretens die Rote Karte sehen müssen (45.). Im zweiten Durchgang brach Sahin den Bann mit einem Traumtor aus 25 Metern (50.). Kagawa machte den insgesamt verdienten 2:0-Sieg für den BVB mit seinem ersten Bundesligator perfekt (67.).

Ausgangslage:
Vier der fünf Pflichtspiele der noch jungen Saison hatte Borussia Dortmund gewonnen. Die einzige Niederlage hatte es im Liga-Auftaktspiel gegen Leverkusen (0:2) gegeben - gleichzeitig das dritte Heimspiel in Folge, das nicht gewonnen werden konnte. Obwohl Vorjahresmeister Wolfsburg mit zwei Niederlagen gegen München und Mainz in die Saison gestartet, nahm niemand das Duell auf die leichte Schulter. Im Gegenteil: "Der VfL", betonte BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp, "ist ein Mitfavorit auf die Deutsche Meisterschaft."

Personalien:
Jürgen Klopp vertraute personell mit einer Ausnahme der gleichen Elf, die vor zwei Wochen 3:1 in Stuttgart gewonnen hatte. Einzige Änderung war die Hereinnahme des genesenen Kuba, der für Götze ins Team rückte. Verzichten musste der BVB-Coach weiterhin auf Zidan und Kringe. Bei den Gästen aus Niedersachsen fehlte lediglich Nationalspieler Riether. Neuzugang Diego hatte nach einer Belastungsprobe am Donnerstag grünes Licht für einen Einsatz gegeben.

Taktik:
Das beim BVB schon seit geraumer Zeit etablierte 4-2-3-1-Spielsystem setzt sich bei immer mehr Mannschaften in der Bundesliga durch, auch in Wolfsburg. Einen Sonderbewacher für Diego, der in der Grundordnung der "Wölfe" hinter Weltklassestürmer Dzeko agierte, hatte Klopp nicht vorgesehen. Je nach Spielsituation mussten sich die Innenverteidiger Hummels und Subotic oder die beiden "Sechser" Kehl und Sahin um den offensivstarken Brasilianer kümmern.

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB hatte in der Anfangsphase zwar deutlich mehr Ballbesitz und konnte das Geschehen oft in die gegnerische Hälfte verlagern, fand jedoch kaum Lücken in der Defensive der kompakt gestaffelten Wolfsburger. Die Partie war von vielen intensiven Auseinandersetzungen im Mittelfeld geprägt, da auch die auf Konter lauernden Niedersachsen offensiv wenig zustande brachten. Die beste Chance der Gäste in den ersten 44 Minuten resultierte aus einem Fehler der Dortmunder Defensive. Dzekos Schuss im Strafraum konnte aber von Subotic abgeblockt werden (6.).

Wolfsburg war im Glück, als Schiedsrichter Aytekin ein Handspiel von Barzagli im Strafraum nicht ahndete (17.). Der BVB kam durch zwei Kopfbälle seiner Innenverteidiger Subotic und Hummels (19. und 23.) zu ersten Möglichkeiten, die VfL-Torwart Benaglio aber nicht ernsthaft in Bedrängnis brachten. Die geringe Anzahl guter Torchancen nach 35 Minuten spiegelte den Verlauf einer kampfbetonten Partie wider, die den Zuschauern kaum Strafraumszenen bot, zumal beide Teams das letzte Risiko (noch) scheuten.

Kurz vor dem Seitenwechsel zog der BVB das Tempo an. Nach einer Flanke von Schmelzer konnte Benaglio einen Kopfball von Barrios, der zuvor minutenlang außerhalb des Platzes behandelt worden war, gerade noch über die Querlatte lenken. Auch den Versuch von Hummels nach der anschließenden Ecke konnte Wolfsburg Torwart entschärfen (39.). Der BVB drückte. Einen wunderschönen Abgriff über Kehl und Kuba schloss Barrios mit einem wuchtigen Kopfball ab, der aber knapp einen Meter am Tor der "Wölfe" vorbeiflog. Dieses Mal wäre Benaglio chancenlos gewesen (41.). Auf Gegenseite stockte den BVB-Fans kurz vor dem Halbzeitpfiff der Atem: Quasi aus dem Nichts donnerte Dzeko den Ball aus rund 20 Metern gegen die Latte des Dortmunder Tores. Doch auch die "Wölfe" hatten Glück, als Diego nach rotwürdigem Nachtreten gegen Kehl mit einer Gelben Karte glimpflich davonkam (45.).

Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel war der Bann gebrochen. Nach einem Doppelpass mit Kehl fasste sich Sahin aus rund 25 Metern Entfernung ein Herz und schoss den Ball platziert in Richtung VfL-Tor. Benaglio kam mit den Fingerspitzen noch dran, blieb aber machtlos. Gnadenlos schlug das Leder im Winkel ein (50.). Das 1:0 war ein Traumtor, das den SIGNAL IDUNA PARK zum Beben brachte. Die Führung beflügelte nicht nur die Fans. Vier Minuten später hätte Barrios fast nachgelegt, Benaglio konnte den Drehschuss des Torjägers aber abwehren (54.).

"Scharfschütze" Sahin brachte die "Wölfe" immer wieder in Bedrängnis. Ein Freistoß des 22-Jährigen ging knapp am Tor der Gäste vorbei (63.). Der BVB war nun haushoch überlegen und durfte in der 67. Minute erneut jubeln. Von Großkreutz in der Nahtstelle der gegnerischen Viererkette in Szene gesetzt, vollstreckte Kagawa gegen den heraus stürmenden Benaglio eiskalt zum 2:0 ins linke Eck - sein erstes Tor in der Bundesliga, das der Publikumsliebling ausgiebig vor der Südtribüne feiern konnte.

Wolfsburg war nach den beiden Gegentoren geschlagen und hatte Glück, als Owomoyela mit einem wunderschönen Schuss aus dem Hintergrund nur die Latte traf (71.). Der BVB spielte den Rest der Partie nun souverän herunter, Wolfsburg wollte oder konnte nichts mehr hinzusetzen. Nach kurzer Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Aytekin die Partie.

Quelle: www.bvb.de


29.08.

3:1 - BVB holt drei Big Points beim VfB Stuttgart
 
Borussia Dortmund hat auch in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur gefunden: Nach den Siegen in den nationalen und internationalen Pokalwettbewerben gewann der BVB am zweiten Spieltag beim VfB Stuttgart mit 3:1 (3:0) und machte in der Tabelle einen großen Sprung fast bis ins obere Drittel. Schmelzer, Barrios und Götze schossen schon vor der Pause eine 3:0-Führung heraus. Cacau konnte im zweiten Durchgang nur noch verkürzen.
 
Aus Stuttgart berichtet Boris Rupert

Vor 40.500 Besuchern in der bis auf rund 500 Plätze ausverkauften Mercedes-Benz-Arena bestätigte der BVB in der ersten Halbzeit die guten Leistungen in beiden Pokalwettbewerben, geriet aber in der letzten halben Stunde arg in Bedrängnis.

Ausgangslage:
Mit dem VfB Stuttgart und Borussia Dortmund trafen zwei Klubs aufeinander, die am Donnerstag in der Europa League gefordert waren und den Einzug in die Gruppenphase schafften. Während der BVB mit 1:0 bei FK Qarabagh siegte, musste der VfB gegen Bratislava - wie schon eine Runde zuvor gegen Molde - einen 0:2-Rückstand im eigenen Stadion aufholen, um ein 2:2 zu erzielen. Dies sprach gegen die bekannte Heimstärke der Schwaben, die unter Trainer Gross sieben der neun Bundesliga-Heimspiele gewonnen hatten. Historisch war Stuttgart ohnehin kein gutes Pflaster für die Borussen: Gegen kein anderes Team kassierte der BVB mehr Niederlagen als gegen den VfB.

Personalien:
Mit einer Änderung gegenüber dem Europapokalspiel am Donnerstag in Baku trat der BVB beim VfB an: Götze ersetzte Piszczek, der ebenso wie Hajnal auf der Bank Platz nahm. Für den Ungarn war diesmal Rangelov zu Hause geblieben - ebenso wie die verletzten Kuba (Faserriss im Oberschenkel), Dede (Anriss Syndesmoseband), Zidan (Kreuzbandriss) und Kringe (Mittelfußbruch). Stuttgart musste auf Celozzi, Degen, Delpierre und Audel verzichten und brachte Defensivmann Niedermeier für den offensiven Didavi.

Taktik:
4-4-2 bei den Gastgebern, 4-2-3-1 bei den Gästen: Mit unterschiedlichen Systemen, die sich aber nur im Angriff bemerkbar machten, gingen beide Mannschaften in dieses Spiel. Während die Dortmunder Innenverteidiger Subotic und Hummels mit der Bewachung der Stuttgarter Spitzen Marica und Cacau klare Aufgaben hatten, wurden die offensiven Mittelfeld-Außen der Schwaben, Gebhart und Gentner, abwechselnd von Sahin und Kehl oder von den Außenverteidigern Schmelzer und Owomoyela übernommen - mitunter auch "gedoppelt". Gentners Rolle war zudem die eines Wanderers zwischen Defensive und Offensive: Bei Dortmunder Ballbesitz rückte er häufig zu Träsch und Kuzmanovic ins defensive Mittelfeld, so dass Stuttgart gegen den Ball aus einer 4-3-2-1-Grundordnung mit Marica auf der linken Seite agierte.

Sahin und Kehl schalteten sich bemerkenswert häufig ins Aufbauspiel ein, Kagawa rückte wiederholt mit nach vorn, um Barrios, der es wechselweise mit Tasci oder

Niedermeier zu tun hatte, zu entlasten. Großkreutz attackierte wie gewohnt über die linke Seite, Götze erstmals auf dem rechten Flügel.

Beim VfB waren die Positionen gegenüber dem 2:2 gegen Bratislava neu gemischt worden: Boulahrouz machte im Abwehrzentrum Platz für Niedermeier und rückte auf die rechte Verteidigerposition, so dass Träsch zu Kuzmanovic auf die Doppelsechs rochierte und Gentner auf links auswich.

Spielverlauf & Analyse:

Gegen die beste Mannschaft der Rückrunde 2009/2010 (39 Punkte) spielte der BVB frech und forsch auf und ging "hökscht" engagiert in die Zweikämpfe, wie es Joachim Löw formulieren würde. Die Borussen bestimmten in der ersten Halbzeit ebenso eindeutig wie eindrucksvoll das Spielgeschehen. Sahin und Kehl gaben im Zentrum Takt und Tempo vor, Kagawa wirbelte im Zentrum, und die Außen Götze, Großkreutz und Schmelzer setzten immer wieder Nadelstiche.

Die Schwaben fanden überhaupt keinen Zugriff auf das bemerkenswert reife Spiel der Westfalen, die beim Führungstreffer allerdings eine Portion Glück für sich reklamieren mussten: Sahin schlug einen präzisen Pass weit raus auf den linken Flügel, Schmelzer kam von hinten mit Tempo und wollte vors Tor flanken, doch der heute als Rechtsverteidiger aufgebotene Boulahrouz fälschte das Spielgerät unglücklich ab. Ulreich, der in Erwartung einer Flanke sein Tor verlassen hatte, blieb nur das Nachsehen (5.).

20 Minuten später lag der VfB im dritten Pflicht-Heimspiel der Saison mit 0:2 hinten: Erneut war es Sahin mit einem langen Ball, diesmal Niedermeier am Elfmeterpunkt mit einer schlechten Abwehr, die Großkreutz am linken Flügel erlief, klug zurücklegte auf Barrios, der aus exakt 16 Metern flach ins rechte Eck traf (26.). Für den Torjäger war es bereits Treffer Nummer fünf im fünften Pflichtspiel der Saison.

Doch es kam noch besser. Sahin - wer sonst? - unterband einen Stuttgarter Aufbaupass. Sein Rettungsversuch landete bei Großkreutz, der blitzschnell weiterleitete zu Kagawa. Ulreich wollte dessen Flanke aufnehmen, aber Niedermeier köpfte ihm den Ball weg - genau zu Götze, der locker einköpfen konnte (37.).

Der VfB kam mit zwei neuen Leuten (Harnik und Didavi für Marica und Niedermeier) aus der Kabine; Träsch rückte auf die Rechtsverteidiger-Position und Boulahrouz zu Tasci ins Abwehrzentrum. Doch abgesehen von einer Schrecksekunde direkt nach Wiederbeginn, als Didavi von der Torauslinie nach innen passen konnte, Harnik aber einen Schritt zu spät kam, spielte zunächst nur der BVB. Sahin setzte Kagawa in Szene, der leitete weiter zu Barrios, doch Ulreich war einen Tick schneller (49.). Keine 60 Sekunden später düpierte Kehl Stuttgarts Abwehrverband mit einem Klasse-Pass, Barrios schoss mit dem Außenrist aufs VfB-Tor, abemals Ulreich verhinderte mit einer Fußabwehr das 0:4.

Auf der anderen Seite hätte eine Unkonzentriertheit nach einem von Harnik schnell ausgeführten Freistoß beinahe zum Anschlusstreffer geführt, doch Hummels klärte im allerletzten Moment vor drei einschussbereiten Stuttgartern. Und gut, dass Schiedsrichter Gagelmann kurz darauf nicht auf eine Schwalbe Gebharts herein fiel. Der Stuttgarter war schon im ersten Durchgang mit Fouls gegen Schmelzer und Kehl unangenehm aufgefallen und im zweiten mit einem versuchten Nachtreten gegen Kehl.

Der BVB büßte in dieser Phase die bis dahin gezeigte Souveränität ein und konnte sich bei Weidenfeller bedanken, der einen wuchtigen und tückischen Cacau-Schuss mit einer tollen Parade zur Ecke ablenkte (63.). Sechs Minuten später war aber auch er geschlagen. Kuzmanovic sprintete über den rechten Flügel, Cacau war in der Luft nicht zu stellen und köpfte ein zum 1:3 (69.).

Stuttgarts Druck nahm zu. Harnik knallte aus 20 Metern drauf, Weidenfeller wehrte ab und rettete anschließend spektakulär vor Cacau (71.). Die Stuttgarter provozierten und übernahmen die Spielkontrolle. Dennoch gab es Konterchancen wie für Götze, der in der 79. Minute das 1:4 verpasste oder Kehl, der drei Mal an Ulreich scheiterte (82./83./85.).

Quelle: www.bvb.de


 26.08.
1:0 - Barrios trifft in der Nachspielzeit -
Qarabagh überdreht im ersten Durchgang
 
Borussia Dortmund hat sich für die Gruppenphase der UEFA Europa League qualifiziert. Dem 4:0 im Hinspiel gegen FK Qarabagh Agdam ließ die Mannschaft von Jürgen Klopp am Donnerstag Abend einen 1:0 (0:0)-Sieg im Play-Off-Rückspiel in Aserbaidschans Hauptstadt Baku folgen. Die Auslosung der Gruppenspiele erfolgt am Freitag ab 13 Uhr.
 
Aus Baku berichtet Boris Rupert

Unter den 15.000 Besuchern im nur zur Hälfte Tofiq-Bahramow-Stadion in Baku - dem Nationalstadion Aserbaidschans - waren auch 250 Fans von Borussia Dortmund, die sich zu Beginn schon etwas verwundert die Augen rieben: Qarabagh spielte in Halbzeit eins so stark wie schon im Hinspiel erwartet, baute nach dem Wechsel aber konditionell ab, so dass Borussia am Ende ein deutliches Chancenplus verzeichnete und durch Barrios in der Nachspielzeit zum Siegtor kam.

Ausgangslage:
Mit Rosenborg Trondheim und Wisla Krakau hatte der Vorjahresdritte der aserbaidschanischen Meisterschaft in dieser bzw. der vorangegangenen Saison prominente Vertreter ausgeschaltet, doch das Hinspiel konnte der BVB durch Tore von Kagawa und Barrios (je zwei) deutlich mit 4:0 für sich entscheiden. Qarabagh benötigte also einen Sieg mit fünf Toren Differenz, um in die Gruppenphase einzuziehen.
Personalien:
Gegenüber dem 0:2 zum Ligastart gegen Leverkusen gab es beim BVB, der weiterhin auf die verletzten Kuba, Dede und Zidan verzichten musste, eine Änderung: Piszczek kam für Götze ins Team; Großkreutz rückte damit wieder auf die linke Mittelfeldseite. Bei Qarabagh spielte der offensive Nadirov für Imamaliyev im rechten Mittelfeld.

Taktik:
Qarabagh setzte auf totale Offensive. Die offensiven Mittelfeldaußen Rubins (links) und besonders Nadirov (rechts) spielten weit vorn, machten aus dem 4-4-2 der Gastgeber häufig ein 4-3-3, wenn sich die zweite Spitze, der bewegliche Adamia, etwas zurückfallen ließ. Borussia operierte aus der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung und hatte zunächst große Probleme mit dem schnellen Spiel der Gastgeber.

Spielverlauf & Analyse:
Der Stadionsprecher verstieß mit Penetranz gegen die UEFA-Statuten und trieb "seine" Mannschaft verbal nach vorn. Qarabagh legte auf dem holprigen, stumpfen Rasen des Nationalstadions los wie die Feuerwehr. Nadirov stellte Schmelzer mit seiner Schnelligkeit häufig vor Probleme. Owomoyela löste seine Aufgaben auf der rechten Abwehrseite deutlich besser.

Trotz einiger Feldvorteile verbuchte Qarabagh im ersten Durchgang nur eine brandgefährliche Aktion: Nachdem Sadigov einen Freistoß vom rechten Flügel quer gelegt hatte, kam Nadirov aus zehn Metern zum Abschluss, schoss aber rechts am BVB-Tor vorbei (6.).

Der BVB kam selten zu Entlastungsangriffen. Aber wenn, dann hatten es diese in sich. Nach einer abgewehrten Ecke hielt Großkreutz aus dem Hinterhalt drauf. Sadygov klärte mit dem Kopf drei Meter vor der Torlinie (10.). In der 27. Minute spielte Kagawa einen feinen Pass auf Barrios, der sich am Elfmeterpunkt um die eigene Achse drehte und flach ins rechte Eck traf. Doch das belgische

Unparteiischen-Gespann entschied auf Abseits. Kurz vor der Pause war es Kehl, der nach einem weiteren Eckball am Fünfmetereck artistisch abzog, doch Valiyev, der im Hinspiel mehrfach gepatzt hatte, verhinderte mit einem irren Reflex das 0:1.

Borussia agierte im zweiten Durchgang deutlich sicherer. Jürgen Klopp schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden und die wichtigsten Szenen auf Video gezeigt zu haben. Nun kamen die Zuspiele viel häufiger an als noch vor dem Seitenwechsel, Schmelzer hatte den starken Nadirov nun immer besser im Griff, und im Mittelfeld wurde schneller und energischer zugepackt.

Nach einer Stunde wechselte Klopp zwei Mal. Götze und Lewandowski ersetzten Großkreutz und Kagawa 1:1 auf ihren Positionen. Und Barrios hatte nach einem

dicken Abwehrschnitzer das 0:1 auf dem Fuß, doch Sadygov spitzelte ihm das Leder noch vom selben und rettete zur Ecke (66.). Fünf Minuten später war es Kehl, der nach einem Eck- zum Kopfball kam, aber Torwart Valiyev tauchte rechtzeitig ins bedrohte Eck und klärte in der 74. Minute weit vor seinem Kasten, ehe Lewandowski ans Leder kommen konnte.

Die wackeren Aserbaidschaner, die sich unbedingt mit einem Sieg aus der Europa League verabschieden wollten, hatten im ersten Durchgang offenbar das Tempo überdreht. Von ihnen kam ab Mitte der zweiten Halbzeit kaum noch etwas. Der BVB kontrollierte das Spiel und kam in der Nachspielzeit sogar noch zum Siegtor: Nach Lewandowskis Pass spielte Götze perfekt weiter zu Barrios, der aus halblinker Position einschoss.

Quelle: www.bvb.de


22.08.

0:2 - Fehlentscheidung von Schiedsrichter
Meyer ebnet Bayer Leverkusen den Weg
 
Nach den Erfolgen in DFB-Pokal und UEFA Europa League muss Borussia Dortmund zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison 2010/2011 einen Dämpfer verkraften. Der BVB unterlag am ersten Spieltag Bayer Leverkusen mit 0:2 (0:2). Die Gäste, für die Barnetta und Renato Augusto trafen, wurden von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters begünstigt, der einen regulären Treffer von Kehl nicht anerkannte.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 73.300 Zuschauern gingen die Gäste aus Leverkusen in einer intensiven Partie durch ein Tor von Barnetta in Führung (19.). Kehls regulären Ausgleichstreffer unmittelbar nach Wiederanstoß erkannte das Schiedsrichtergespann um Florian Meyer wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht an (21.). Bitter: Im direkten Gegenzug erhöhte Renato Augusto für die Gäste auf 0:2 (22.) - zugleich auch Endergebnis der Partie.

Ausgangslage:
Beide Vereine hatten die erste Hürde im DFB-Pokal souverän genommen: Der BVB siegte beim Drittligisten Burghausen mit 3:0, Leverkusen beim Fünftligisten Pirmasens gar mit 11:1. Am Donnerstag hatten beide die Play-Off-Hinspiele zur UEFA Europa League im eigenen Stadion mit 4:0 bzw. 3:0 gewonnen.

Personalien:
Beim BVB fehlten Kuba (Faserriss im Oberschenkel), Dede (Syndesmoseband angerissen), Kringe und Zidan (beide im Aufbautraining). Im Vergleich zum Spiel gegen Qarabagh gab es zwei Änderungen in der Startelf. Für Kuba rückte Götze in die Startelf, die Position des Rechtsverteidigers übernahm nach auskuriertem Magen-Darm-Infekt Owomoyela wieder von Piszczek. Leverkusen musste auf die Dienste von Helmes (Muskelfaserriss), Sam (Rückenprobleme), Rolfes und Jörgensen (beide im Aufbautraining) verzichten.

Taktik:
Jupp Heynckes hat der für Kreativität und Angriffsfußball bekannten Werkself die nötige Balance zwischen Offensive und Defensive verpasst. In Leverkusens 4-4-2-System, in dem die Mittelfeldaußen Barnetta und Renato Augusto häufig ins Zentrum zogen, sicherten mit Ballack und Vidal zwei Defensive die Vorstöße ihrer Vorderleute ab. Cheftrainer Jürgen Klopp ließ den BVB aus der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung agieren. Kubas Position im rechten Mittelfeld übernahm Großkreutz, Götze rückte dafür auf die linke Seite.

Spielverlauf & Analyse:
Die Zuschauer erlebten im verregneten SIGNAL IDUNA PARK eine intensive Partie, mit vielen Zweikämpfen im Mittelfeld, in der sich beide Teams auf Augenhöhe duellierten. Die erste Chance erspielte sich der BVB in der 10. Minute. Nach schöner Seitenverlagerung durch Hummels setzte Großkreutz seinen Teamkollegen Kagawa mit dem Kopf im Strafraum in Szene. Der flinke Japaner kam gegen Adler nur einen Schritt zu spät an den Ball. Die Gäste aus Leverkusen versteckten sich keineswegs. Derdiyok donnerte einen Distanzschuss von der Strafraumgrenze an den linken Pfosten. Weidenfeller streckte sich, wäre aber ohne Chance gewesen (14.).

Es folgten turbulente, äußerst bittere Minuten für den BVB. Zunächst setzten sich Vidal und Castro auf der linken Seite gegen drei Borussen durch. Vidal drang in den Strafraum ein und legte quer zu Barnetta, der den Ball aus halbrechter Position an Hummels und Weidenfeller vorbei zum 0:1 ins Tor schoss - 0:1 (19.).

Fast unmittelbar nach Wiederanstoß gelang dem BVB der Ausgleich - dachten alle Zuschauer richtigerweise. Nach Kopfballvorlage von Götze war Kehl alleine vor Adler aufgetaucht und hatte den Ball aus kurzer Distanz in die Maschen gedrückt. Doch das Schiedsrichtergespann erkannte den Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstehlung des Dortmunder Kapitäns nicht an. Eine Fehlentscheidung, wie die TV-Bilder belegten, da sich Kehl auf Höhe seines Gegenspielers bewegt hatte. Es kam noch bitterer. Im direkten Gegenzug waren es Renato Augusto und Derdiyok, die sich mit einer schnellen Kombination gegen die komplette Dortmunder Abwehr durchsetzten. Renato Augusto drang in den Strafraum ein und schoss den Ball aus rund 15 Metern ins linke untere Eck - 0:2 (22.).

Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken zog sich Leverkusen mehr in die eigene Hälfte zurück und überließ den Borussen die Spielgestaltung.

Die taten sich gegen die kompakte Defensive um Routinier Hyypiä nun zunehmend schwer, zwingende Spielsituationen vor dem gegnerischen Tor zu erzeugen. Ausnahme war ein Schussversuch von Großkreutz nach Ablage von Barrios, der allerdings weit über das Leverkusener Tor flog (39.).

Der BVB kam mit mehr Elan aus der Kabine und probierte es in Person von Barrios und Kagawa auf nassem Untergrund nun zwei Mal aus der Distanz (48. und 50.). Kurz darauf verfehlte Owomoyela im Strafraum eine Vorlage von Kagawa nach schönem Doppelpass nur knapp. Beste Möglichkeit in dieser Phase war ein Freistoß von Sahin, den Adler in letzter Sekunde über die Latte lenken konnte (57.).

Klopp versuchte, in der Offensive Impulse zu setzen, indem er Neuzugang Lewandowski für Kehl einwechselte und zu seinem Bundesligadebüt verhalf (63.). Kurz darauf kam in Person von Piszczek auch noch der zweite polnische Neuzugang für den BVB aufs Feld (für Großkreutz). Der BVB war weiterhin bemüht, schaffte es jetzt aber viel zu selten, sich gegen die aufmerksame Leverkusener Defensive in Szene zu setzen.

Ein Fehlpass der Gäste vor dem eigenen Strafraum brachte Schmelzer in Position, der Adler mit einem Gewaltschuss aus knapp 20 Metern prüfte. Leverkusens Keeper konnte den wuchtigen Schuss gerade noch zur Seite abblocken (80.). Schmelzers Aktion blieb in der Schlussphase die beste Möglichkeit. Nach 92 Minuten beendete Schiedsrichter Meyer die Partie.

Quelle: www.bvb.de


19.08.
4:0 - Kagawa und Barrios schießen
das Tor zur Gruppenphase weit auf
 
Borussia Dortmund steht mit eineinhalb Beinen in der Gruppenphase der Europa League. Im Play-Off-Hinspiel gegen FK Qarabagh Agdam siegte der BVB im SIGNAL IDUNA PARK mit 4:0 (4:0). Für die Schwarzgelben trafen Kagawa und Barrios im ersten Durchgang jeweils doppelt. Der Gegner aus Aserbaidschan hatte dem Angriffswirbel streckenweise nichts entgegenzusetzen.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 47.800 Zuschauern ging Borussia Dortmund durch ein Tor von Neuzugang Kagawa in der 13. Minute in Führung. Unter großer Mithilfe des Gästetorwarts konnte Barrios auf 2:0 erhöhen (20.). Mit zwei weiteren Treffern im ersten Durchgang machten Barrios (29.) und Kagawa (41.) noch in der ersten Hälfte jeweils ihren Doppelpack perfekt. Im zweiten Durchgang verwehrte das Schiedsrichtergespann einem dritten Treffer des Japaners wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung.

Ausgangslage:
Als Drittplatzierter der aserbaidschanischen Liga hatte sich Qarabagh Agdam in den ersten drei Qualifikationsrunden zur Europa League gegen den mazedonischen Vertreter Metallurg Skopje (4:1 und 1:1), Portadown FC aus Nordirland (2:1, 1:1) sowie den polnischen Vizemeister Wisla Krakau (1:0, 3:2) durchgesetzt. Der BVB war als Fünfter der Bundesliga automatisch für die Play-Off-Runde vor der Gruppenphase qualifiziert. Für Borussia Dortmund war die Partie gegen Agdam das zweite Pflichtspiel der Saison 2010/2011, die am Samstag mit einem 3:0 im DFB-Pokal gegen Wacker Burghausen bereits vielversprechend eingeläutet worden war.

Personalien:
Die gute Nachricht vorab: Nach dem Ansatz-Anriss der Bauchmuskulatur, den er am Samsag in Burghausen erlitten hatte, konnte sich Großkreutz für die Partie gegen Agdam einsatzbereit melden. Trotzdem war BVB-Cheftrainer Jürgen Klopp im Vergleich zum DFB-Pokal zu einer personellen Änderung der Startelf gewzungen. Wegen eines Magen-Darm-Infekts fiel Owomoyela kurzfristig aus. Für den Rechtsverteidiger rückte Neuzugang Piszczek ins Team. Nicht zur Verfügung standen weiterhin Dede (Anriss Syndesmoseband), Zidan (Kreuzbandriss) und Kringe (Mittelfußbruch).

Taktik:
Borussia Dortmund agierte in der gewohnten 4-2-3-1-Grundordnung, in der Neuzugang Kagawa erneut die zentrale Position in der offensiven Mittelfeldreihe zwischen Großkreutz und Kuba besetzte. Gegen die defensiv stehenden Gäste (4-4-2 mit Doppelsechs) schalteten sich auch Borussias Außenverteidiger immer wieder in die Angriffe mit ein.

Spielverlauf & Analyse:
Kleinere Nervositäten, die sich angesichts der großen sportlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Partie ins Spiel der Borussen schlichen, vertrieb Neuzugang Kagawa mit einem Traumtor. Aus rund 25 Metern fasste sich der kleine Japaner ein Herz und hämmerte das Leder auf den Kasten. Agdams Keeper Valiyev konnte den Ball noch berühren, doch der wuchtige Schuss knallte gegen den Innenpfosten und von dort zum 1:0 ins Tor (13.).

Der Führungstreffer gab dem Gastgeber die nötige Sicherheit in den Kombinationen, das junge Dortmunder Team erspielte sich nun Chance um Chance. Nachdem Sahin (18.) und Hummels (20.) mit ihren Schussversuchen noch gescheitert waren, probierte es Barrios wieder aus der Distanz. Aus gut 20 Metern knallte der Torjäger den Ball aus zentraler Position zum 2:0 in die Maschen (20.). Allerdings erneut unter Mithilfe von Torwart Valiyev, der beim zweiten Gegentreffer eine noch unglücklichere Figur machte.

Die Zuschauer sahen jetzt Einbahnstraßenfußball. Die Gäste aus Aserbaidschan wirkten vom Angriffswirbel ihres Gegners in höchstem Maße beeindruckt und überließen den Schwarzgelben viel Raum zur Spielentfaltung. Piszczek konnte unbedrängt aus dem Halbfeld flanken, das Leder landete zielgenau bei Barrios, der mit einem platzierten Kopfball zum 3:0 vollstreckte (29.).

Der SIGNAL IDUNA PARK stand nun endgültig Kopf. Noch nie in seiner Geschichte hatte Borussia Dortmund nach 29 Minuten im Europapokal mit 3:0 geführt.

Doch es kam noch besser. Schmelzer flankte von links in den Strafraum, wo Kagawa lauerte und den Ball mit dem oberen Ende seiner 172 Zentimeter ins Tor köpfte (41.). Der Treffer des Japaners zum 4:0 machte den zweiten Doppelpack innerhalb der ersten Halbzeit perfekt. Zuvor hätten auch noch Großkreutz (38.) und Subotic (39.). Die Führung weiter ausbauen können.

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern das gleiche Bild. Das Spiel lief weiterhin nur in eine Richtung, im zweiten Durchgang allerdings auf die Südtribüne zu. Der BVB ließ es nun zwar etwas ruhiger angehen, blieb aber das klar spielbestimmende Team. Kagawa, an diesem Abend auffälligster Spieler in Reihen der Borussen, kam nach einem sehenswerten Dribbling im Strafraum nicht zum Abschluss, sonst hätte der Japaner wohl seinen dritten Treffer an diesem Abend bejubeln können (56.).

In der 70. Minute verhinderte eine Fehlentscheidung des rumänischen Schiedsrichtergespanns ein weiteres Tor Kagawas. Sahin hatte ihn mit einem präzisen Pass auf der Höhe der Viererkette der Gäste in Szene gesetzt, doch die Unparteiischen hatten Kagawa beim Abspiel im Abseits gesehen. Eine knappe, aber falsche Entscheidung, wie die TV-Bilder belegten. Nach dieser Szene war der Arbeitstag des Neuzugangs beendet. Mit stehenden Ovationen verabschiedeten die Zuschauer Kagawa auf seinem Weg zur Bank (70.). Für den Japaner kam mit Lewandowski ein weiterer Neuzugang in die Partie.

Kurios: Kurzzeitig ertönte im zweiten Durchgang ein lautes akustisches SIGNAL im Stadion. Fans und Betreuer hielten sich die Ohren zu. Wenig später gaben die beiden Anzeitafeln für kurze Zeit ihren Dienst auf. Von den Ereignissen völlig unbeeindruckt versuchten die Schwarzgelben auf dem Rasen nachzulegen. Doch oft endeten die Angriffe der Borussen auf der Höhe des gegnerischen Strafraums, da die Defensive der Gäste nun wesentlich aufmerksamer als in der ersten Spielhälfte agierten.

Den Zuschauern war das egal. Sie feierten ihr Team lautstark für eine mehr als überzeugende Rückkehr auf die europäische Fußballbühne. Mit dem 4:0-Sieg im Rücken hat der BVB nun im Rückspiel in Baku in einer Woche eine glänzende Ausgangsposition.

Quelle: www.bvb.de


14.08. 

3:0 - BVB springt souverän in Runde zwei
Barrios, Subotic und Großkreutz treffen
 
Borussia Dortmund steht in der zweiten Hauptrunde um den DFB-Vereinspokal. Mit einer starken Leistung übersprang der BVB die Hürde Burghausen und gewann beim Drittligisten verdient mit 3:0 (2:0). In einer über weite Strecken einseitigen Partie erzielten Lucas Barrios, Neven Subotic und Kevin Großkreutz die Tore für den BVB, der in Runde zwei auf ein Heimspiel hofft. Gelost wird nächsten Samstag.
 
Aus Burghausen berichtet Boris Rupert

10.000 Zuschauer in der ausverkauften Wacker-Arena, darunter deutlich mehr als 3.000 BVB-Anhänger, sahen eine einseitige Begegnung, in der der BVB durch Kopfballtore von Barrios (4.) und Subotic (13.) früh mit 2:0 in Führung ging und die zarten Hoffnungen der Gastgeber auf eine "Pokal-Sensation" im Keim erstickte. Drei Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Großkreutz auf 3:0 für den BVB.

Ausgangslage:
Als einer der 32 besten Profivereine Deutschlands war Borussia Dortmund automatisch für die erste Hauptrunde im DFB-Pokal qualifiziert, Drittligist Wacker Burghausen erreichte sie durch den Einzug ins bayerische Landespokalfinale (2:4 gegen Regensburg). Während der BVB in der Saisonvorbereitung eine weiße Weste bewahrt hatte (sechs Siege, zwei Unentschieden), war der Klub aus Oberbayern saisonübergreifend seit neun Meisterschaftsspielen ohne Sieg und überraschte drei Tage vor der Partie gegen den BVB mit einem Trainerwechsel: Mario Basler wurde verpflichtet.

Personalien:
Mit Ausnahme der verletzten Zidan, Dede und Kringe reiste der BVB in Bestbesetzung an und bot auch seine stärkste Elf auf, in der auch der "Gewinner der Vorbereitung" stand: Der Japaner Shinji Kagawa bekleidete die zentrale Position in der offensiven Mittelfeldreihe der Borussia, in der Kuba und Großkreutz wie in der vergangenen Saison die Flügel besetzten. Im Angriff entschied sich Trainer Klopp für Barrios, der sich nach 25-Stunden-Flug ausgeruht und einsatzfähig meldete.

Taktik:
Basler hatte sein neues Team vollständig umgekrempelt und ihr ein neues taktisches Konzept verpasst: Fischer rückte zu Hess in den Angriff, Spielmacher Holzer zu Hertl auf die "Doppel-Sechs". Dem 4-4-2 der Gastgeber begegnete der BVB aus der bekannten 4-2-3-1-Grundordnung. Sahin und Kehl hatten zahlreiche Freiheiten und nutzten diese, sich immer wieder ins Angriffsspiel einzuschalten. Auch Schmelzer mischte auf der linken Seite häufig mit.

Spielverlauf & Analyse:
Es war mehr als ein Klassenunterschied: Der BVB war von Beginn an Herr im Haus, gefiel mit klugen Ballpassagen und verstand es häufig, die Angriffe auch zum Abschluss zu bringen. Das, was Jürgen Klopp seiner Mannschaft in der Vorbereitung vermittelt hatte, war deutlich zu erkennen. Zudem sorgten zwei frühe Tore schnell für klare Verhältnisse an der Salzach.

Nach Doppelpass mit Kuba flankte Kagawa vom rechten Flügel nach innen, Barrios bugsierte das Leder mit dem Kopf an den linken Innenpfosten, und es hieß bereits nach 3:59 Minuten 1:0 für den BVB. Die Entscheidung, auf Barrios zu setzen, der in der vergangenen Saison jedes zweite Pokal-Tor der Schwarzgelben markiert hatte (vier von acht), ging also auf.

Nach der frühen Führung ließ sich der BVB nicht etwa zurückfallen, sondern spielte weiter offensiv. Sahin zog von rechts nach innen und aus 17 Metern mit dem starken linken Fuß ab. Torwart Michl, der manche Unsicherheit zeigte, konnte das Leder über die Querlatte abwehren (12.). Sahin brachte diesen ersten Eckball scharf nach innen, Subotic kam mit Wucht von hinten und köpfte unhaltbar ein zum 0:2.

Und weiter ging´s: Der spielfreudige Kuba marschierte die Torauslinie entlang, passte nach innen, doch im Fünfmeterraum klärte Michl vor dem einschussbereiten Kagawa (16.). Burghausens Schlussmann hatte in der Folge Glück, dass Kopfbälle von Barrios (23.) und Owomoyela (31.) auf dem Tornetz landeten.

30 Minuten lang war von den Gastgebern gar nichts zu sehen. Dann aber führten Nachlässigkeiten der Borussen zu zwei, drei Angriffsmöglichkeiten des Drittligisten.

Die einzige Chance im ersten Durchgang vergab Burkhard, als er aus neun Metern zum Schuss kam, aber deutlich zu hoch zielte (40.).

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich an den Kräfteverhältnissen nichts. Burghausen, das von Beginn an großen Respekt, aber kaum Leidenschaft gezeigt hatte, patzte auch zu Beginn des zweiten Durchgangs. Diesmal dauerte es nur drei Minuten, bis die Kugel erneut im Netz lag. Götze, auf dem linken Flügel freigespielt, passte mit dem Außenrist zurück auf Barrios, der aus 16 Metern abzog. Der - verunglückte - Schuss geriet zu einer Vorlage für Großkreutz, der von rechts energisch nachsetzte und das Leder zum 0:3 über die Linie drückte (55.). Drei Minuten später wurde ein Owomoyela-Kopfball von einem Verteidiger auf der Linie geklärt.

Klopp nutzte den klaren Vorsprung, um mit Blick auf die anstehenden Aufgaben in Europapokal und Bundesliga weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Schon mit Wiederbeginn kam Götze für Kuba; Großkreutz rückte auf die rechte Seite. Zehn Minuten später löste Lewandowski Barrios ab, und in der 67. Minute kam Bender für Sahin.

Auf dem Feld passierte nicht mehr so viel. Lewandowski war über links in den Strafraum eingedrungen, traf den Ball aber nicht richtig (65.), und sorgte für einen kleinen Aufreger, als Michl seinen Schuss durch die Beine passieren ließ, aber im Nachfassen parierte (80.). Auf der anderen Seite schoss Holzer aus zwölf Metern in Rücklage übers Gehäuse (71.), traf Grübl das Außennetz (85.).

Einziger Wermutstropfen: Borussia beendete die Partie zu zehnt: Offenbar wegen einer Rippenverletzung musste Großkreutz nach mehreren Behandlungspausen vorzeitig runter (85.).

Ausblick:
Das Pokalspiel in Burghausen war der Auftakt zu zwei "englischen Wochen". Weiter geht es mit einem Heimspiel-Doppelpack am Donnerstag (21.05 Uhr) in den Europa-League-Play-Offs gegen FK Qarabagh Agdam sowie am nächsten Sonntag (17.30 Uhr) zum Bundesliga-Auftakt gegen Bayer Leverkusen. Karten für diese Partien im Signal Iduna Park können Sie hier bequem online bestellen. Die Paarungen für die zweite Hauptrunde im DFB-Pokal (Spieltermine: 26./27. Oktober) werden am kommenden Samstag (21.8.) gegen 21 Uhr beim Pay-TV-Sender "sky" ausgelost.

Quelle: www.bvb.de


06.08. 

BVB reist in den Play-Offs ans Kaspische Meer:
Hinspiel gegen Qarabag Agdam im Signal Iduma Park
 
Auf dem Weg in die Gruppenphase der UEFA Europa League muss sich Borussia Dortmund mit dem FK Qarabag Agdam aus Aserbaidschan auseinandersetzen. Das Hinspiel findet am 19. August 2010 im Signal Iduna Park statt. Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt eine Woche später, am 26. August, in Baku am Kaspischen Meer.
 
Bei der Auslosung am Freitag Mittag in Nyon (Schweiz) zählte der BVB zu den 37 gesetzten Mannschaften und konnte so nicht auf ein Schwergewicht des europäischen Fußballs treffen. Die UEFA hatte die gesetzten und die ungesetzten Klubs in sieben Gruppen mit jeweils fünf bzw. sechs gesetzten und ungesetzten Klubs unterteilt. Mögliche Gegner waren demnach für den BVB Grasshopper Club Zürich (SUI), Trabzonspor AS (TUR), FC Utrecht (NED), AIK Solna (SWE) und eben FK Qarabag Agdam aus Aserbaidschan, mit einem UEFA-Koeffizienten von 2,599 das vermeintlich leichteste Los.

Aber Achtung: Der Vorjahresdritte der nationalen Meisterschaft schaltete in der dritten Qualifikationsrunde Wisla Krakau aus Polen mit 1:0 und 3:1 aus und hatte sich in den Runden zuvor gegen Portadown aus Nordirland (2:1, 1:1) und Metalurg Skopje aus Mazedonien (4:1, 1:1) durchgesetzt.

Seit der Besetzung der Stadt Agdam durch armenische Einheiten im Jahre 1993 ist der Klub in Baku am Kaspischen Meer ansässig. Vier Meisterschaften und vier Pokalsiege hat der Verein vorzuweisen.

Der Vorverkauf für das Spiel am 19. August im SIGNAL IDUNA PARK beginnt für Vereinsmitglieder von Borussia Dortmund bereits am morgigen Samstag ab 8:30 Uhr über unseren Callcenter 01805/309000 (0,14 €/min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 €/Minute). Der freie Verkauf startet am Montag, 9. August. Für Dauerkarten-Inhaber (bei Stehplätzen "mit Option") ist das Spiel in der Jahreskarte inkludiert.

Quelle: www.bvb.de

"Eine machbare Aufgabe. Wir müssen sie nur lösen!"
 
"Wer den polnischen Vizemeister ausschaltet, ist sportlich ernst zu nehmen", kommentierte Cheftrainer Jürgen Klopp die Auslosung für die Europa-League-Play-Offs. "Qarabag Agdam halte ich für eine machbare Aufgabe. Wir müssen sie nur lösen", erklärte BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball.
 
Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung (bei der Auslosung in Nyon/Schweiz vor Ort): "FK Qarabag hat die Mannschaft von Wisla Krakau ausgeschaltet, die in der polnischen Liga eine sehr gute Rolle gespielt hat. Die große Unbekannte aus Aserbaidschan verdient auf jeden Fall unseren Respekt. Wir werden die Aufgabe entschlossen anpacken."

Dr. Reinhard Rauball
, Präsident: "Ich bin im letzten Jahr mit der deutschen Nationalmannschaft in Baku gewesen. Unter Berti Vogts hat das Team von Aserbaidschan große Fortschritte gemacht. Qarabag Agdam halte ich für eine machbare Aufgabe. Wir müssen sie nur lösen."

Michael Zorc
, Sportdirektor: "Wir werden uns umgehend alle verfügbaren Informationen über die Mannschaft aus Aserbaidschan beschaffen. Dass die Reise ans Kaspische Meer weit und möglicherweise beschwerlich ist, darf für uns keine Rolle spielen. Wir wollen in die Gruppenphase der Europa League."

Jürgen Klopp,
Cheftrainer: "Wer den polnischen Vizemeister ausschaltet, ist sportlich ernst zu nehmen. Die logistischen Aufgaben werden für einen Club mit der internationalen Erfahrung des BVB kein Problem sein. An unserer Zielsetzung ändert sich nichts. Wir wollen in die Gruppenphase und nehmen die Aufgabe an."

Sebastian Kehl
, Mannschaftskapitän: "Agdam Qarabag? Da muss ich mal in den Atlas schauen. Trotz der langen Reise sage ich: Es hätte sportlich schlimmer kommen können. Wir werden die Gruppenphase erreichen."

Quelle: www.bvb.de


25.05.

Bundesliga-Spieler in der "Kicker"-Umfrage:
Stimmungsvollstes Stadion ist der Signal Iduna Park
 
Noch kompetenter hätte die Abstimmung nicht sein können: Sage und schreibe 43,2 Prozent von 241 Spielern aus 18 Bundesliga-Clubs haben sich bei einer Umfrage des Sportmagazins "Kicker" für den Signal Iduna Park als das deutsche Stadion ausgesprochen, in dem die schönste und stimmungsvollste Atmosphäre herrscht.
 
Weit abgeschlagen landeten hinter dem Dortmunder Stadion auf Platz zwei Köln (14,0 Prozent) und Schalke (11,4 Prozent). Das Ergebnis für den Signal Iduna Park ist auch deshalb so bemerkenswert, weil die Bundesligaspieler das eigene Stadion bei dieser Abstimmung gar nicht nennen durften.

Quelle: www.bvb.de


BVB beendet Saison auf Platz fünf:
Eine Play-Off-Runde auf dem Weg nach Europa
 
[8.05.] Mit dem 1:3 beim SC Freiburg beendete Borussia Dortmund die Bundesliga-Saison 2009/2010 auf dem fünften Tabellenplatz. Damit qualifizierte sich der BVB direkt für die Play-Offs zur UEFA Europa League und muss nicht den "Umweg" über eine weitere Qualifikationsrunde nehmen. Trainingsstart zur neuen Saison ist am 4. Juli.
 
Mit dem Abpfiff der Partie in Freiburg ist das Fußball-Jahr 2009/2010 für die BVB-Profis aber noch nicht beendet. Es folgen noch zwei Testspiele am 11. Mai in Zwickau und zwei Tage später in Holzwickede. Anschließend bezieht die Mannschaft vom 14. bis 17. Mai ein Regenerationstrainingslager auf Mallorca.

Der Startschuss zur neuen Saison erfolgt am 4. Juli (Sonntag, vsl. 14 Uhr) im SIGNAL IDUNA PARK mit der ersten Trainingseinheit.

Am 6. August werden die Paarungen für die Play-Off-Spiele zur UEFA Europa League ausgelost, die am 19. und 26. August ausgetragen werden. Das erste Pflichtspiel steht zuvor am 14. August mit der Erstrunden-Partie im DFB-Pokal auf dem Spielplan. Vsl. am Sonntag, 22. August, startet der BVB in die neue Bundesliga-Saison. (br)

Quelle: www.bvb.de


Quelle: www.bvb.de


23.01. 

1:0 gegen den HSV - Nelson Valdez erzielt den
goldenen Treffer - BVB klettert auf Rang vier
 
Borussia Dortmund feiert den sechsten Sieg in Serie! Im Topspiel des 19. Spieltags der Fußball-Bundesliga schlug der BVB den Hamburger SV verdient mit 1:0 (1:0) und zog an den Hanseaten vorbei auf Platz vier der Tabelle - mit nun achten Punkten Vorsprung auf den Tabellensechsten Werder Bremen.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.552 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK ging Borussia Dortmund durch einen Treffer von Valdez verdient in Führung (36.). Das dritte Saisontor des Angreifers blieb der einzige Treffer der Partie - der BVB konnte den sechsten Sieg in Serie feiern.

Ausgangslage:
Topspiel in der Fußball-Bundesliga - der Tabellenfünfte traf auf den Vierten. Der BVB war seit elf Spielen ungeschlagen und hatte zuletzt sogar fünf Mal hintereinander den Rasen als Gewinner verlassen. Die Borussen setzen im Duell mit dem Hamburger SV auf ihre Heimstärke: Im SIGNAL IDUNA PARK hatten sie zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten geholt. Die Partie war jedoch alles andere als ein Selbstläufer: Die Norddeutschen waren neben Leverkusen als einziges Team auswärts noch ungeschlagen.

Personalien:
Die Liste der Fehlenden war bei beiden Klubs lang. Der BVB musste auf Weidenfeller, Kehl, Tinga, Rangelov, Feulner, Öztekin und Zidan (Afrika-Cup) verzichten. Doch es gab auch Lichtblicke: Hajnal kehrte nach fast viermonatiger Pause in den Kader zurück und Kuba, Sahin, Bender und Owomoyela, die in der vergangenen Woche nur eingeschränkt hatten trainieren können, meldeten sich einsatzbereit. Es gab daher nur eine Veränderung in der Startelf: Wie schon ab der 22. Minute in Köln vertrat Ziegler den verletzten Weidenfeller im Tor. Beim HSV fehlten Zé Roberto, Guerrero, Benjamin, Demel, Alex Silva, Reinhardt, Stepanek und Castelen. Die angeschlagenen Pitroipa, Elia und Berg standen dagegen im Kader.

Taktik:
Borussia trat im bewährten 4-2-3-1-System an, worin Valdez erneut die zentrale Mittelfeldposition hinter der einzigen Spitze Barrios übernahm. Der HSV, im eigenen Stadion für taktische Flexibilität bekannt, setzte auch in Dortmund wieder auf ein 4-4-2 mit zwei offensiven Mittelfeld-Außen und zwei Stürmern - wie in bisher allen Partien in fremden Stadien.

Spielverlauf & Analyse:
Die Zuschauer sahen in der Anfangsphase ein recht ausgeglichenes Spiel. Beide Teams agierten aus einer kontrollierten Defensive und wollten kein allzu großes Risiko gehen. Trotzdem kam der BVB schon früh zu einer richtig guten Chance. Barrios konnte eine maßgenaue Flanke von Kuba aber nicht verwerten - offenbar hatte ihn der forsch herauslaufende HSV-Torwart Rost irritiert (2). Die Gäste hatten nach acht Minuten durch einen Standard ihre erste Tormöglichkeit. Der Freistoß von Trochowski ging knapp am Gehäuse von Ziegler vorbei.

Schreck in der 15. Minute: Kuba wurde bei einem Zweikampf mit Rincon vom Schuh seines Gegners (unbeabsichtigt) im Gesicht getroffen und blutete aus einer Risswunde am Mund. Der Pole musste minutenlang behandelt werden, konnte aber weitermachen. Sein Team fand immer besser ins Spiel. Um ein Haar hätte Bender mit einem Distanzknaller (107 km/h) die Führung erzielt, das Leder rauschte keinen halben Meter am Pfosten der Gäste vorbei. Solche Chancen blieben in dieser Spielphase zwar die Ausnahme, doch die Borussen kontrollierten nun weitgehend das Spielgeschehen.

Der Druck auf das Tor der Gäste wurde kontinuierlich größer. Schmelzer drang über links in den Strafraum ein und ging nach einem Zweikampf mit Trochowski zu Boden (27.). Schiedsrichter Gräfe entschied auf Weiterspielen. Eine knifflige Entscheidung, die auch nach Ansicht der TV-Bilder nicht abschließend zu bewerten war.

Die Schwarzgelben setzten nach. Einen langen Ball von Hummels klärte HSV-Verteidiger Aogo zu kurz aus dem eigenen Strafraum - vor die Füße von Valdez. Diese Chance ließ sich der Paraguayer nicht nehmen und versenkte den Ball aus gut 20 Metern im gegnerischen Tor - 1:0 (36.).

Rost war bei Valdez´ drittem Saisontor ohne jede Abwehrchance. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, zumal Großkreutz nach einem Tempogegenstoß fast noch das 2:0 gelungen wäre (39.).

Die BVB-Fans hielten kurz nach dem Seitenwechsel für einen Augenblick den Atem an. Owomoyela hatte den Ball im Strafraum an seinen Gegenspieler Torun verloren. Doch der aufmerksame Ziegler kam rechtzeitig aus dem Tor und begrub das Leder vor dem einschussbereiten HSV-Stürmer unter sich (49.). Auf der Gegenseite leitete der wieder überragende Sahin mit einem Zuckerpass auf Barrios die nächste Chance seiner Mannschaft ein. Der Torjäger spielte Rozehnal aus, schoss den Ball aber wenige Zentimeter am linken Pfosten vorbei (52.). Das Spiel wurde offener - Hamburg suchte den Ausgleich, der BVB die Vorentscheidung.

Die Einwechslungen von Elia und Berg für Trochowski und Torun (60.) brachten frischen Wind in das Spiel der Gäste. Erst setzte Petric einen Kopfball nur Zentimeter über das Gehäuse von Ziegler (62.), dann riss der BVB-Torwart mit einem Blitzreflex nach einem Schuss von Berg in letzter Sekunde die Arme hoch und bewahrte sein Team vor dem Ausgleich (67.).

Die Hamburger Offensivaktionen eröffneten den Borussen zunehmend Platz für Gegenstöße. Einen wuchtigen Schuss von Kuba konnte Rost nur ins Seitenaus abprallen lassen (76.). Drei Minuten später kam Hummels noch im Strafraum zu einer guten Gelegenheit, jedoch gelang es ihm nicht, den Ball ins Tor zu stochern. Danach geschah nichts mehr. Nach 93 Minuten beendete der gute Schiedsrichter Gräfe die Partie.

Quelle: www.bvb.de


17.01. 

3:2 - Wahnsinnsspiel in Köln - FC gleicht kurz vor Schluss
aus, doch Kevin Großkreutz kontert in der Nachspielzeit
 
Auf eine misslungene Generalprobe folgte eine rauschende Premiere! Borussia Dortmund ist am Sonntag Abend mit einem 3:2 (2:0)-Auswärtssieg beim 1. FC Köln in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga gestartet. Der Tabellenfünfte feierte durch zwei Tore von Mats Hummels sowie das Siegtor von Marcel Großkreutz in der Nachspielzeit den fünften Sieg in Serie und baute nach den Niederlagen der Konkurrenz den Vorsprung auf Rang sechs auf fünf Punkte aus.
 
Aus Köln berichtet Boris Rupert

44.000 Kölner und 6.000 Dortmunder Fans verwandelten das ausverkaufte RheinEnergieStadion schon weit vor dem Anpfiff in eine stimmungsvolle Arena. Sie sahen trotz widriger Platzverhältnisse eine intensive und interessante Partie mit zahlreichen Torraumszenen, von denen die Kölner einige mehr besaßen als die Borussen, aber zur Pause durch einen Doppelpack von Abwehrspieler Mats Hummels (28./45.+5) mit 0:2 im Hintertreffen lagen. Als niemand mehr damit rechnete, kamen die Kölner durch McKenna (82.) und Mohamad (88.) zum 2:2-Ausgleich, doch in der Nachspielzeit stürzte Großkreutz Fußball-Dortmund in kollektiven Jubel.

Ausgangslage:
Der Vierzehnte gegen den Fünften. Neun Plätze und zwölf Punkte trennten die beiden großen Westklubs vor dem Anpfiff. Köln hatte nur zwei der bisherigen Heimspiele (gegen Mainz und Nürnberg) für sich entscheiden können, während der BVB auswärts erst ein Mal (in Hamburg) verloren hatte. Im direkten Vergleich sprach die Heimbilanz mit 19 Siegen gegenüber neun Unentschieden und acht Niederlagen für den FC, der allerdings nur eines der letzten fünf Heimspiele gegen den BVB gewinnen konnte. In dieser Partie (1:0 im August 2003) gab es auch den einzigen Gegentreffer für die Schwarzgelben in diesem Jahrtausend in Müngersdorf - in den vier anderen Partien war Borussia ohne Gegentor geblieben!

Personalien:
Mit Abwehrchef Geromel (Bronchitis) und Sturm-Alternative Ishiaku (Adduktoren) sowie Sanou (Afrika-Cup) musste der FC auf drei Spieler verzichten. Beim BVB fehlten mit Kehl (Aufbautraining), Zidan (Afrika-Cup), Hajnal (Trainingsrückstand nach Bänderabriss am Sprunggelenk), Feulner (Teilriss Syndesmoseband), Rangelov (Mittelfußbruch), Le Tallec, Tinga (Trainingslager mit der Zweiten) und Öztekin (Haarriss im Schienbein) acht Akteure. Glücklicherweise konnten die angeschlagenen Barrios, Bender und Hummels spielen, so dass die erwartete Elf auflief: Valdez ersetzte im Mittelfeld-Zentrum den beim Afrika-Cup weilenden Zidan. Ansonsten war die Mannschaft mit der identisch, die zuvor vier Mal hintereinander gewonnen hatte.

Taktik:
Der BVB blieb dem Erfolgssystem der Hinrunde - einem 4-2-3-1 mit einem kompakten, offensiv ausgerichteten Mittelfeld treu. Köln agierte aus einer 4-3-3-Grundordnung, nominell also mit drei Spitzen, von denen Chihi (rechts) und Podolski die Außenpositionen bekleideten und Novakovic zentral agierte. Hummels und Subotic wechselten sich mit der Bewachung des Kölner Sturmführers ab. Mit größerem Abstand begegneten sich im Mittelfeld Bender und Sahin auf der einen sowie Maniche und Petit auf der anderen Seite. Der BVB versuchte insbesondere zu Beginn, über die schnellen Außen Kuba (rechts) und Großkreutz Lücken in die Kölner Abwehr zu schlagen.

Spielverlauf & Analyse:
Auf tiefem, rutschigem Boden bemühten sich beide Teams zunächst darum, sicher zu stehen, was allein schon physikalisch betrachtet nicht einfach war. Der BVB hatte zu Beginn einige gefällige Szenen, meist über die rechte Seite, ohne dabei aber gefährlich zu werden. Nach etwa zehn Minuten rissen die Gastgeber das Geschehen an sich. Petit und Maniche bestimmten den Rhythmus, weil sie in dieser Phase nicht konsequent genug attackiert wurden.

Ausgangspunkt der Kölner Dominanz war ein 25-Meter-Freistoß von Petit, der vor Weidenfeller auftickte und von diesem deshalb nur mit Mühe pariert werden konnte (9.). Unmittelbar danach legte der Portugiese seinem Landsmann Maniche auf, der aus der Distanz knapp am Tor vorbei schoss.

Aus einem Ballverlust Barrios´ entwickelte sich in der 19. Minute die erste Großchance für die Kölner: Brecko sprintete durchs Mittelfeld, spielte den Ball maßgerecht in den Lauf von Novakovic, Weidenfeller musste Kopf und Kragen riskieren und pflückte dem FC-Sturmführer artistisch das Spielgerät vom Fuß. Dieser (oder Subotic?) traf dabei unglücklich Weidenfellers linkes Knie. Der BVB-Kapitän musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Ziegler, der sich nicht warm machen konnte; Sahin übernahm die Spielführerbinde.

Zieglers Aufwärmen übernahmen die Kölner. Der war keine zwei Minuten im Spiel, da zog Maniche von der Strafraumkante ab, doch der Weidenfeller-Vertreter war blitzschnell unten und parierte sicher (24.), ebenso in der 40. Minute, als er Chihis Knaller hielt.

Dazwischen war der BVB mit 1:0 in Führung gegangen. Nach dem zweiten Eckstoß (Sahin) faustete Mondragon ins Leere, Barrios verlängerte mit dem Kopf zu Hummels, der das Spielgerät über die Linie drückte (28.). Es war das erste Tor der Borussen in dieser Spielzeit nach einem Eckball und bereits das dritte des kommenden Nationalverteidigers.

Kurz darauf eroberten die Borussen mit etwas Glück im eigenen Strafraum nach einer weiteren Kölner Chance das Spielgerät, und dann ging es blitzschnell nach vorn: Sahin setzte Großkreutz in Szene, der spielte mustergültig weiter zu Barrios, der frei vor Mondragon auftauchte, aber vom Kölner Schlussmann recht rustikal, wohl aber noch regelkonform gestoppt wurde.

Trotz der schlechten Platzverhältnisse hatte die Partie Qualität, und es gab viele intensive Strafraumszenen. In der Nachspielzeit chippte Chihi den Ball zu Novakovic, der aus der Drehung abzog, aber knapp am linken Pfosten vorbei schoss. Es war die bereits fünfte Kölner Chance in Durchgang eins.

Kurz darauf meinte Podolski, die Borussen (Owomoyela) mit einem taktischen Foul bremsen zu können - doch der Schuss ging nach hinten los. Sahin schlug den fälligen Freistoß aus 25 Metern halbrechter Position scharf in den Strafraum, Hummels war mit der rechten Fußspitze zur Stelle und bejubelte in der fünften Minute der Nachspielzeit seinen ersten Liga-Doppelpack. Wegen der Verletzungen von Weidenfeller und McKenna, der kurzzeitig bewusstlos war, dann aber doch weiterspielen konnte, hatte Schiedsrichter Meyer so lange nachspielen lassen.

Verzweifelungsschüsse der Kölner oder Angriffsversuche, die mit dem Ball am Fuß im Toraus endeten, prägten zunächst den zweiten Durchgang, während die Borussen gefährlich konterten, durch Bender (54.) und Großkreutz (57.) knapp am Tor vorbei schossen und durch Sahin eine weitere Schrecksekunde im FC-Lager heraufbeschworen, weil Mondragon mit dessen 20-Meter-Schuss große Probleme hatte (59.). Zu diesem Zeitpunkt 11:7 Torschüsse für den BVB (4:6 aus Dortmunder Sicht noch zur Pause).

Mit Herz und Leidenschaft erdrückten die Borussen jedes Aufbegehren der Gastgeber. Mit geballter Faust kommentierte Jürgen Klopp eine Aktion des nimmermüden Valdez, der sich in einen Schuss warf. Doch dass das 2:0 auch bis in die Schlussphase hielt, hatten die Borussen ihrem Torwart zu verdanken: Nach einer Reihe von Querschlägern kam der Ball in der 74. Minute zu Chihi, der flankte nach innen, der eingewechselte Freis köpfte Richtung Torwinkel, doch Ziegler klärte mit einer grandiosen Parade zur Ecke.

Praktisch im Gegenzug setzte sich Schmelzer auf dem linken Flügel durch, Barrios jagte die Flanke volley aufs Tor - mehr als die "berühmten Zentimeter" fehlten da nicht. In der 79. Minute zappelte der Ball dann zum dritten Mal im Kölner Netz (Subotic), doch Schiedsrichter Meyer hatte zuvor ein Foulspiel gesehen. Nun ging es wieder hin und her: Ehret tauchte vor Ziegler auf, schob den Ball auch am Keeper, aber auch am Tor vorbei - unfassbar aus Kölner Sicht...

Doch dann wurde es noch mal richtig spannend: Womes Freistoßflanke landete bei McKenna, und zum dritten Mal in dieser Partie traf ein Abwehrspieler, diesmal per Kopf aus halbrechter Position. Keine Chance für Ziegler (82.). Der BVB hatte Chancen, den Zwei-Tore-Vorsprung wiederherzustellen. Sahins Hereingabe köpfte Owomoyela aufs Lattenkreuz (86.), kurz darauf war Mondragon bei Großkreutz´ Fernschuss auf dem Posten.

Schmelzers Foul brachte dem FC einen Freistoß. McKenna verlängerte mit dem Kopf, Mohamad (ein Verteidiger...) war zur Stelle und markierte in der 88. Minute den 2:2-Ausgleich, der unnötig, aber aufgrund des Spielverlaufs nicht einmal unverdient war. Tor Nummer vier nach einer Standardsituation.

Doch damit war dieses verrückte Spiel noch nicht zu Ende. Kuba spielte zu Großkreutz, der schlug einen Haken, zog aus 16 Metern ab, McKenna fälschte unhaltbar ab - das 2:3 in der Nachspielzeit! Köln antwortete mit der zehnten Großchance: Doch Ziegler parierte Freis´ Schuss, Schmelzer rettete zur Ecke (90.+3).


Quelle: www.bvb.de


19.12.

Einzigartige Choreographie der Fans
für ihren Verein und ihre Stars
 
Gebannt blickten die BVB-Stars auf die Südtribüne. Was sich ihre Fans zum Geburtstag ausgedacht hatten, war einzigartig in der Bundesligageschichte: 65.000 Fans auf Süd-, West- und Osttribüne feierten ihren Verein mit einer "absoluten Weltklasse-Choreographie" (Norbert Dickel).
 
Zur BVB-Hymne "Leuchte auf mein Stern Borussia" verschwand die Südtribüne buchstäblich hinter einer riesigen Plane mit dem Borussia-Logo - umrahmt von einem Lorbeerkranz. Direkt hinter dem Tor wurde ein 20-Meter großes Helden-Team hoch unter das Stadiondach gezogen, goldenes Konfetti rieselte in den Strafraum.

Die Einlaufkinder waren Enkel der BVB-Stars aus den 50er und 60er Jahren. Anstatt zur normalen Anstoßzeit um 15.30 begann das Spiel mit mehr als drei Minuten Verspätung - Schiedsrichter Peter Sippel zögerte den Anpfiff solange hinaus wie es ging, auch weil die Fernsehanstalten ihren Zuschauern die beeindruckenden Bilder nicht vorenthalten wollten.

Die Nordtribüne war nicht mit einbezogen - das lag keinesfalls an den Freiburg-Fans, sondern daran, dass dort Steh- und Sitzplätze durchmischt sind und deshalb keine geordnete Choreographie möglich war. Die goldenen und schwarzen Pappen auf der West- und Osttribüne tauchten das ganze Stadion schließlich in Feierstimmung - bei Barrios 1:0 (19.) gab es kein Halten mehr.

Seit August probten die Organisatoren um die Fanclubs um "The Unity" das Event - mit Erfolg. "Ich verneige mich vor der Leistung", schwärmte Norbert Dickel, und Liga-Total-Kommentator Hansi Küpper meinte: "Unfassbar. Super. Das ist die überwältigendste Choreographie, die ich je gesehen habe - auf einer Höhe mit der Gelben Wand!" 15.000 Euro wurden durch Spenden gesammelt, um die Aktion zu ermöglichen - besser hätten die Geburtstagsfeierlichkeiten nicht beginnen können.#

Roman Weidenfeller: "Die Choreo war Wahnsinn, fantastisch. Wir waren alle sehr gerührt und begeistert." Auch ZDF-Reporter Thomas Wark hatten die Bilder in den Bann gezogen: "Bisher dachte ich, bei der Frankfurter Eintracht gibt es die besten Choreographien - heute muss ich zugeben: Die BVB-Fans haben das noch übertroffen - ich bekam eine Gänsehaut."
Philipp Struhkamp
Einfach klasse: Die Fans ließen die Helden von einst aufleben.

Quelle: www.bvb.de


20.12.

Der Abend der großen Gefühle: 11.000 feiern ihren
BVB bei der Geburtstagsshow in der Westfalenhalle
 
Draußen vor der Tür zeigte das Thermometer 13 Grad minus, doch in der Westfalenhalle wurde es den Menschen warm ums Herz. 11.000 BVB-Fans feierten eine grandiose Geburtstags-Show zum 100. Ehrentag ihrer Borussia. Es war in der Tat ein Abend der großen Gefühle, den ein großer Verein mit seiner "BVB-Familie" feierte.
 
Natürlich waren die Gäste nach dem sportlich so erfolgreichen Nachmittag schon in blendender Stimmung in die Halle gekommen, und das sollte mehr als drei Stunden lang so bleiben, nachdem BVB-Präsident Dr. Reinhard Rauball gemeinsam mit Moderator Gerhard Delling die Show mit einer Schiedsrichterpfeife gestartet hatte.

Die erste Gänsehaut und die ersten feuchten Augen gab es beim Auftritt der einstigen Publikumslieblinge Murdo MacLeod (im Schottenrock) und Flemming Povlsen - und dann bei der offiziellen Verabschiedung von Alex Frei durch den Vorsitzenden der BVB-Geschäftsführung Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc. Die 11. 000 umjubelten den Schweizer ebenso wie den Schotten und den Dänen, der seine Erfahrungen aus seiner Zeit beim BVB so zusammenfasste: "Was du hier den Fans gibst, das kriegst du auch zurück." Und: "Mit den drei E wie Energie, Ehrgeiz und Ehrlichkeit kommst du weit beim BVB".

Für Stimmung sorgten die Gruppe Extrabreit, die ihren Erfolgssong umgetextet hatte auf den BVB: "Für dich soll´s gelbe Rosen regnen - und Sasha, der nachmittags noch als Fan im Stadion war, mit "This is my time" und "On the run". Sprüche ohne Ende hatte Atze Schröder parat. Zum Beispiel diesen: "Beim BVB gibt es so viele Helden, da hätte Odysseus nur in der zweiten Mannschaft gespielt."

Natürlich spielte die Geschichte des BVB in dieser Show, von der Agentur Facts & Fiction glänzend inszeniert, eine wichtige Rolle an diesem 100. Geburtstag. Schauspieler Claus-Dieter Clausnitzer führte als Chronist durch die Historie, zu der auch die Wahl zum "Tor des Jahrhunderts" gehörte. Die Internet-User hatten das

berühmte Tor von Lars Ricken aus dem Champions-League-Finale von 1997 mit großer Mehrheit gewählt. Ricken, heute Nachwuchskoordinator beim BVB, wurde von Publikum spontan mit dem Lied "Wir sind alle Dortmunder Jungs" gefeiert. Für den Zweitplatzieren Stan Libuda (Tor zum 2:1 im Europapokalfinale 1966 gegen Liverpool) nahm sein damaliger Mannschaftskamerad Siggi Held den "Silberschuh" entgegen. Und Norbert Dickel, der "Held von Berlin" wurde für das Tor zum 3:1 im Pokalfinale 1989 gegen Bremen umjubelt.

Große Erinnerungen weckte der Auftritt der Helden aus den "Goldenen Jahren" 1956 bis 1966, der 89-er Pokalsieger und der Meisterspieler der 90-er Jahre, an der Spitze Trainer Ottmar Hitzfeld. Stürmisch gefeiert wurde dann - nach zehn Spielen ohne Niederlage und zuletzt vier Siegen in Folge - die aktuelle Mannschaft mit Trainer Jürgen Klopp. Sie alle gemeinsam auf der Bühne zu erleben - das ließ die Herzen der Fans höher schlagen. Dazu die BVB-Jahrhundert-Hymne, geschrieben vom Erfolgsproduzenten Dieter Falk und gesungen vom BVB-Jahrhundert-Chor mit 40 Sängerinnen und Sängern, die vor wenigen Wochen aus über 300 Bewerbern gecastet worden waren.

Sympathisch, dass auch die BVB-Mitarbeiter ("Das Team hinter dem Team") zu Wort kamen, wie die Fanbeauftragten Petra Stüker, Jens Volke und Sebastian

Walleit, sowie Nicole Heyn, die am Empfang in der BVB-Geschäftsstelle ihren Dienst tut. Platzwart Willi Droste durfte sogar auf dem Rasenmäher in die Westfalenhalle einfahren.

Dass ein Weltstar wie Udo Jürgens dem BVB zum 100. Geburtstag dann noch ein Ständchen mit einem Mix seiner großen Erfolge brachte, passte wunderbar zu diesem emotionalen Abend. "17 Jahr, blondes Haar", "Aber bitte mit Sahne", "Griechischer Wein" und das "Ehrenwerte Haus" animierten zum Mitsingen, vor allem als der große Udo zum Schluss im weißen Bademantel mit BVB-Schal musizierte.

Das Schlussbild dann mit allen Beteiligten noch einmal gemeinsam auf der Bühne und dem Vereinslied "Wir halten fest und treu zusammen". Das ging endgültig ans schwarzgelbe Herz. Wie sagte ein Besucher beim Verlassen der Halle: "Ein großer Abend für einen großen Verein".

Er sprach das aus, was 11.000 dachten und fühlten.

Quelle: www.bvb.de


19.12.

1:0 im "Jahrhundertspiel" - Borussia Dortmund
feiert Vereinsjubiläum mit viertem Sieg in Serie

Borussia Dortmund hat sein "Jahrhundert-Spiel" gewonnen! Am 17. Spieltag besiegte der BVB den SC Freiburg mit 1:0 (1:0) und verabschiedet sich nach dem vierten Sieg in Serie mindestens als Tabellenfünfter in die Winterpause. Das goldene Tor der Partie erzielte Lucas Barrios in der 19. Minute durch sein 09. Saisontor.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 80.100 Zuschauern ging Borussia Dortmund gegen den SC Freiburg im "Jahrhundertspiel" durch ein Kopfballtor in der 19. Minute durch das 09. Saisontor von Barrios in Führung. Der Treffer des Argentiniers blieb das einzige Tor der Partie. Eis und Schnee ließen ein reguläres Spiel über weite Strecken nicht zu.

Ausgangslage:
Der Tabellensechste traf auf den Zwölften. Borussia Dortmund ging nach drei Siegen in Serie mit breiter Brust in die Partie gegen die Breisgauer. Mit drei weiteren Punkten würde der BVB mindestens auf Platz fünf überwintern (bei einem Remis zwischen Hamburg und Bremen am Sonntag sogar auf dem vierten Rang). Aufsteiger Freiburg stand als Zwölfter im gesicherten Mittelfeld und hatte vor der Partie fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Bemerkenswert: 13 ihrer 18 Punkte hatten die Breisgauer in fremden Stadien eingefahren.

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Personalien:
Dede stand nach seiner Knie-Verletzung wieder im Kader, nahm aber zunächst auf der Bank Platz, nachdem er erst in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war. Weil sich auch Kuba und Zidan nach kleineren Fragezeichen einsatzbereit meldeten, konnte Jürgen Klopp zum vierten Mal in Folge die gleiche Startelf wie in der Vorwoche aufs Feld schicken. Weiterhin fehlten Kehl, Hajnal, Feulner, Tinga, Rangelov, Öztekin und Le Tallec. Der BVB-Kader wurde erneut durch die Jugendspieler Götze, Stiepermann und Hornschuh komplettiert. Die Gäste aus Freiburg mussten auf den Langzeitverletzten Toprak sowie auf Krmas und Salz verzichten.

Taktik:
Auch taktisch gab es beim BVB keinen Anlass, vom stabilen (nur vier Gegentore in acht Partien) und erfolgreichen (fünf Siege, drei Remis) 4-3-2-1-System abzurücken. Die Freiburger agierten in einem 4-4-2 mit "flacher Sechs". Ein tief gefrorener Untergrund machte jedoch die meisten taktischen Überlegungen zunichte.

Spielverlauf & Analyse:
Die Rasenheizung kam gegen die klirrende Kälte nicht an, Schnee und Eis verwandelten den Rasen im SIGNAL IDUNA PARK beinahe in ein Eishockeyfeld. Auf diesem Untergrund taten sich beide Teams in der Anfangsphase schwer und waren vorrangig um Ballsicherheit und Stabilität in der Defensive bemüht. Torraumszenen waren Mangelware, das Spielgeschehen fand überwiegend im Mittelfeld statt. Die erste Gelegenheit des Spiels hatten die Gäste, doch der harmlose Distanzschuss von Makiadi ging weit am Tor von Weidenfeller vorbei (10.).

Nach rund zehn Minuten hatten sich die Hausherren etwas besser an die äußeren Bedingungen gewöhnt. Nachdem Großkreutz an Pouplin gescheitert war, jagte Owomoyela den Nachschuss knapp über das Tor (11.). Der BVB setzte nach und demonstrierte mit dem ersten guten Spielzug erneut sein großes offensives Potential. Mit Tempo schickte Großkreutz Schmelzer über links, der fast bis zur Grundlinie zog und eine hohe Flanke in den Strafraum schlug. Dort hatte sich "Panther" Barrios von seinem Gegenspieler gelöst und köpfte den Ball ohne Mühe aus kurzer Distanz ins Tor - 1:0. Eine magische Zahlenkombination: In der 19. Minute brachte Barrios den BVB mit seinem 09. Saisontor im "Jahrhundertspiel" in Führung.

Schnee und Eis ließen weiterhin kein reguläres Fußballspiel zu, vieles war dem Zufall überlassen. Die Borussen agierten weiter clever aus einer sicheren Defensive und lauerten auf die sich bietenden Gelegenheiten. Schmelzer und Sahin behinderten sich in der 27. Minute gegenseitig, sonst hätte der U21-Nationalspieler die Führung wohlmöglich ausgebaut. Bis zur Pause geschah vor den Toren nichts Zählbares mehr, ohne Nachspielzeit beendete Schiedsrichter Sippel die erste Halbzeit. Das Thermometer zeigte mittlerweile minus 12 Grad an.

Borussia Dortmund kam mit viel Druck aus der Kabine, so weit es der schwer bespielbare Untergrund zuließ. Einen gut platzierten Schuss von Großkreutz nach Doppelpass mit Barrios konnte Pouplin in letzter Sekunde aus dem Winkel fischen (52.). Beim direkten Gegenstoß der Freiburger kam Reisinger nach einem Fehler von Hummels zur Ausgleichschance, doch Weidenfeller hatte aufgepasst und parierte den Schussversuch mit einem Blitzreflex.

Zwei Minuten später stand Großkreutz erneut im Blickpunkt. Diesmal drang der Youngster mit viel Tempo über links in den Strafraum ein, wo er vom heraus stürmenden Freiburger Torwart eindeutig irregulär von den Beinen geholt wurde. Doch anstatt auf den Elfmeterpunkt zu zeigen, entschied Schiedsrichter Sippel nur auf Ecke für den BVB - eine äußerst fragwürdige Entscheidung.

Beide Teams zeigten großen Willen und betrieben viel Aufwand, doch da die Abwehrreihen auf dem eisigen Boden aufmerksam agierten, waren Strafraumszenen weiterhin Mangelware. Den Zuschauern war das egal. Sie feierten sich, ihr Team und das 100-jährige Vereinsjubiläum.

Aus dem Spiel heraus ging weiter wenig. Einen Freistoß von Zidan konnte Pouplin in der 82. Minute unter sich begraben. Nach 90 Minuten beendete Schiedsrichter Sippel die Partie. Der Jubel im SIGNAL IDUNA PARK kannte keine Grenzen, zumal zum 100-jährigen Vereinsjubiläum und dem vierten Sieg in Serie auch noch ein Vereinsrekord kam: Seit 510 Minuten ist der BVB im eigenen Stadion ohne Gegentor!

Quelle: www.bvb.de


13.12.

3:1 - BVB gewinnt auch beim Deutschen Meister
Barrios mit Doppelpack - Zidan verletzt raus
 
Borussia Dortmund setzte den Angriff auf das obere Tabellendrittel in der Fußball-Bundesliga mit einem weiteren dicken Ausrufezeichen fort! Am 16. Spieltag gewann der BVB beim Deutschen Meister VfL Wolfsburg mit 3:1 (3:0) und baute die Erfolgsserie auf neun Spiele in Folge ohne Niederlage aus. Lucas Barrios mit einem Doppelpack und Patrick Owomoyela schossen den BVB auf Rang sechs!
 
Aus Wolfsburg berichtet Boris Rupert

30.000 Zuschauer in der ausverkauften Volkswagen-Arena - darunter deutlich mehr als 4.000 Anhänger der Schwarzgelben - sahen einen Blitzstart der Borussen, die nach einem Doppelschlag von Barrios (8./10.) bereits nach null-neun Minuten mit 2:0 in Führung lagen. Noch vor der Pause erhöhte Owomoyela für die glänzend aufspielenden Borussen auf 3:0 (36.). Grafite verkürzte zwar in der 55. Minute auf 1:3, doch mit Herz und Leidenschaft brachten die Gäste den dritten Auswärtssieg sicher nach Hause.

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Ausgangslage:
Der Achte gegen den Siebten: Lediglich einen Platz und einen Zähler trennte den Deutschen Meister vom Vorjahres-Sechsten aus Dortmund, der aus den letzten acht Partien so viele Punkte (18) eingefahren hatte wie kein anderer Klub. Der BVB hatte zudem nur das erste der bisherigen sieben Auswärtsspiele verloren und zuletzt in Hoffenheim gewonnen. Durchwachsen Wolfsburgs Heimbilanz: Von den - wettbewerbsübergreifend - letzten fünf Pflichtspielen vor eigenem Publikum konnte trotz meist überzeugender Leistungen keines gewonnen werden. Interessante Statistik: Der VfL hatte in jedem Liga-Heimspiel in dieser Saison mindestens zwei Tore geschossen, der BVB auswärts bis auf eine Ausnahme (2:1 in Hoffenheim) immer genau einen Treffer markiert.

Personalien:
Wolfsburg musste mit Martins (Schienbein-OP) einen Top-Star ersetzen. Außerdem fehlten Santana und Schindzielorz. Mit Kehl, Dede und Hajnal fehlten dem BVB dagegen drei Leistungsträger; durch die weiteren Ausfälle von Feulner, Rangelov, Le Tallec und Öztekin wurde die Bank abermals mit den Jugendspielern Götze, Stiepermann und Hornschuh komplettiert. Jürgen Klopp vertraute zum dritten Mal in Folge der gleichen Elf wie in der Vorwoche. Tinga war nicht im Kader; der Trainer hatte dem aufgrund von Adduktorenbeschwerden nach wie vor nicht im Vollbesitz seiner Kräfte stehenden Brasilianer vorzeitigen Heimaturlaub gewährt.

Taktik:
Der Titelverteidiger wechselte sein System und wählte zunächst die gleiche Grundordnung, mit der Borussia Dortmund zuletzt sieben Mal in Folge angetreten war. Beide Teams also in einem 4-2-3-1, was den Verteidigungsreihen enorme Flexibilität abverlangte. Der BVB wirkte in diesem Gewand deutlich sicherer als der VfL, der bereits nach 20 Minuten zwei Auswechselungen vornahm und mit Grafite als zweiter Spitze zum gewohnten 4-4-2 zurückkehrte: Josué nun allein auf der Sechs, Hasebe nun vorgezogen sowie Gentner auf den Halbpositionen und Misimovic nicht mehr rechts, sondern zentral hinter den Spitzen.

Spielverlauf & Analyse:
Auf ramponiertem Rasen agierten die Borussen von Beginn an sauberer und sicherer als der Gegner. Der Ball lief in den eigenen Reihen, und mit klugen Pässen wurden früh die Schwächen in der Wolfsburger Defensive aufgedeckt. Großkreutz setzte Zidan mit einem Diagonalpass in Szene, der Ägypter schüttelte Riether ab, passte nach innen, wo Barrios Ricardo Coasta entwischte und kompromisslos zum 0:1 einschoss.

Keine zwei Minuten später gelang nach nicht minder sehenswerter Kombination der zweite Treffer: Kuba sprintete über den rechten Flügel, leitete weiter zu Zidan, der sich am rechten Fünfmetereck mit einer Drehung Ricardo Costas entledigte und mit der Hacke vollenden wollte. Barrios ging auf Nummer sicher und machte das 0:2 perfekt. Exakt 9:09 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt absolviert, und die Fans sangen sich bei Minustemperaturen warm: "Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia..."

Wolfsburgs Trainer Armin Veh, dessen Team nur eines der letzten sechs Punktspiele gewonnen hatte, reagierte, nahm einen Doppelwechsel vor (Grafite für Kahlenberg, Johnson für Riether) und stellte wieder um auf die "Raute". Doch der VfL, der auswärts (zwölf) mehr Punkte geholt hatte als zu Hause (elf), kam nicht ins Spiel - weil die ganz in Gelb gekleideten Borussen ihm zwar bis zur Pause acht Eckstöße gestatteten, aber keine Freiheiten im Spielaufbau.

Stattdessen setzte der BVB in der Offensive weiter die Akzente. Zidan spielte nach Kubas perfektem Zuspiel den Ersten aus, blieb aber am Zweiten hängen, statt vielleicht frühzeitig den Abschluss zu suchen (15.). Drei Minuten später standen sich nach Sahins Flanke Kuba und Barrios am Elfmeterpunkt gegenseitig im Weg.

Dann die 35. Minute: Nach Borussias erstem Eckball in diesem Spiel verhinderte Benaglio das 0:3, als er Hummels´ Kopfball mit einem tollen Reflex parierte. Sekunden später gab es Freistoß vom linken Flügel: Hummels bugsierte Zidans Hereingabe an den rechten Pfosten, Owomoyela brachte den Nachschuss im Wolfsburger Netz unter, und der Jubel in Schwarz und Gelb kannte keine Grenzen mehr!

Barrios verpasste vier Minuten vor der Halbzeit das vierte Tor, als sein Heber knapp über das Ziel strich, und dann kam Wolfsburg erstmals auf: Zidan klärte Dzekos Schuss vor der Torlinie (44.), Sekunden später wehrte Weidenfeller Riethers 16-Meter-Schuss mit einer Glanzparade ab.

Sahin, der an gleicher Stätte vor fast viereinhalb Jahren sein Bundesliga-Debüt gefeiert hatte und als jüngster Spieler aller Zeiten in die Geschichte eingegangen war, bestimmte den Rhythmus, und der überragende Zidan war von Josué nie in den Griff zu bekommen.

Durch eine Unachtsamkeit in der Defensive brachten sich die Borussen zehn Minuten nach Wiederbeginn selbst in Bedrängnis. Hasebe konnte Grafite in Szene setzen und der Torschützenkönig der vergangenen Saison von links in den Strafraum eindringen. Gegen dessen platzierten Schuss ins lange Eck war Weidenfeller ohne Abwehrchance. Es war Wolfsburgs 30. Saisontor - das 23. nach der Pause.

Josués Tritt gegen Zidans Knie beförderte den Ägypter aus dem Spiel (60.) und beraubte die Schwarzgelben bei diesem Spielstand um einen ihrer wichtigsten Konterspieler. Valdez kam, Großkreutz wechselte von links ins Zentrum.

Doch der Bruch im Spiel war unverkennbar. Nach vorne gab es kaum noch klare Aktionen. Großkreutz´ Versuch aus 16 Metern war in der 73. Minute der erst zweite Torschuss der Borussen im zweiten Durchgang. Wolfsburg kam immer stärker auf. Mit Herz und Leidenschaft stemmten sich die Dortmunder entgegen. Sie fighteten im Mittelfeld um jeden Ball, stellten die Räume geschickt zu und hielten den Gegner fern von den torgefährlichen Zonen.

Quelle: www.bvb.de


05.12.

4:0 - Nürnberg ohne Chance gegen Dortmunder
Tempofußball - BVB schließt nach oben auf
 
Nach dem Sieg in Hoffenheim ist Borussia Dortmund der ersehnte "Big Point" im eigenen Stadion gelungen! Am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga bezwang der BVB den 1. FC Nürnberg mit 4:0 (3:0) und hält mit 24 Punkten nun direkten Anschluss zum oberen Tabellendrittel. Für die Schwarzgelben trafen in einer begeisternden Partie Großkreutz, Barrios, Zidan und Hummels.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 72.100 Zuschauern im SIGNAL IDUNA PARK beeindruckte Borussia Dortmund über weite Strecken mit temporeichem Kombinationsfußball und ging durch Treffer von Großkreutz (8.) und Barrios (13.) früh verdient in Führung. Nürnberg hatte dem schnellen Spiel der Schwarzgelben defensiv nichts entgegenzusetzen. Noch vor der Pause erzielte Zidan das 3:0 (36.). Hummels gelang mit einem Kopfball in der 62. Minute die endültige Entscheidung. Auch in dieser Höhe war der 4:0-Sieg am Ende hoch verdient.

Ausgangslage:
Der seit sieben Spielen unbesiegte BVB traf auf einen Gegner, der bei seinem letzten Gastspiel mit einem 3:2 beim VfL Wolfsburg für einen echten Paukenschlag in der Liga gesorgt hatte. Insgesamt hatten die Franken aber nur fünf ihrer zwölf Punkte in fremden Stadien errungen. Der BVB hatte zu Hause bisher elf von 21 möglichen Zählern geholt - nur fünf Teams konnten im eigenen Stadion bisher auf eine bessere Bilanz verweisen.

Personalien:
Tinga und Valdez wurden rechtzeitig zum Anpfiff fit und kehrten für Stiepermann und Hornschuh in den Kader zurück. Beide Südamerikaner nahmen jedoch zunächst auf der Bank Platz, da Jürgen Klopp der gleichen Elf vertraute, die am vergangenen Samstag in Hoffenheim geglänzt hatte. Verzichten muss der BVB bis zur Rückrunde weiterhin auf Kehl, Hajnal und Dede sowie Rangelov, Le Tallec und Öztekin. Beim FCN fehlten der gesperrte Torhüter Schäfer, Frantz, Eigler und Risse.

Taktik:
Sowohl mangels personeller Alternativen als auch aufgrund des hohen Ertrags (sechs Spiele, zwölf Punkte) änderte sich an der 4-2-3-1-Grundordnung der Borussen nichts. Der "Club" agierte bei eigenem Ballbesitz in einem 4-4-2 mit Mittelfeldraute, bei Dortmunder Angriffen rückte Choupo-Moting von der Position hinter den Spitzen zu Nordtveit auf die "Sechs".

Spielverlauf & Analyse:
Beide Teams boten den Zuschauern bei nassgrauem Herbstwetter ein äußerst unterhaltsames Spiel. Die Gäste aus Nürnberg versteckten sich keineswegs und suchten immer wieder den Weg nach vorne. Die Fans hielten den Atem an, als Choupo-Moting nach einem zu kurz geklärten Ball der BVB-Defensive im Strafraum zum Schuss kam, jedoch einen Dortmunder Verteidiger traf. Der Ball rollte ins Seitenaus (6.).

Der BVB hielt mit aller Macht dagegen, störte früh und brachte sich mit schnellen Kombinationen immer wieder in aussichtsreiche Position. Der Tempofußball der Schwarzgelben machte sich bezahlt: Bender setzte Großkreutz mit einem gefühlvollen Außenristpass über links in Szene. Der Youngster legte den Ball in vollem Lauf an Nürnbergs Keeper Stephan vor - 1:0 für den BVB (8.). Großkreutz, von den Fans mit Sprechchören gefeiert, konnte sein Glück nach seinem ersten Bundesligator kaum fassen.

Nürnberg war zwar um Kontrolle im Spielaufbau bemüht, hatte dem direkten Spiel der Schwarzgelben aber defensiv nichts entgegenzusetzen. Keine zwei Minuten nach der Führung zog Kuba von der Strafraumgrenze ab, jedoch hatte Stephan mit diesem Ball keine Mühe (10.). Es ging in diesem Takt weiter. Owomoyela flankte von rechts in die Mitte zu Barrios, der zunächst an Stephan scheiterte, jedoch den Abwehrversuch des Torwarts ans linke Bein bekam, von wo das Leder zum 2:0 ins Tor trudelte (13.). Barrios sechstes Saisontor bedeutete zugleich den sechsten Gegentreffer für Nürnberg in der Anfangsviertelstunde - Ligarekord!

Nach diesem Traumstart ließ es der BVB etwas ruhiger angehen, kontrollierte jedoch in jeder Phase das Spielgeschehen und lauerte auf Gegenstöße. Nürnberg mühte sich redlich, konnte offensiv jedoch keine zwingenden Situationen kreieren. Beste Chance für die Gäste war ein Seitfallzieher von Boakye, der einen Meter am Tor von Weidenfeller vorbeiging (32.).

Ganz anders der BVB, der die Nürnberger Abwehr vor riesige Probleme stellte: Barrios narrte seine Gegenspieler im Strafraum und zog ab. Stephan konnte das Leder noch abwehren, doch der mitgelaufene Zidan war zur Stelle und drückte den Abpraller im Fallen zum 3:0 über die Linie (36.). Fast hätte Kuba zwei Minuten vor dem Seitenwechsel noch eine Flanke von Barrios zum vierten Treffer genutzt (43.).

Der zweite Durchgang begann dort, wo der erste geendet hatte. Nach einer Ecke von Zidan rauschte ein Kopfball von Hummels knapp am Nürnberger Kasten vorbei (48.). Der BVB drückte, Nürnberg stellte die Gegenwehr phasenweise ein. Vier Minuten später kratzte Pinola einen Schlenzer von Zidan in letzter Sekunde mit dem Kopf von der Linie (52.). Und Barrios scheiterte in der 58. Minute freistehend am Nürnberger Keeper. Dem BVB konnte man in dieser Phase spielerisch nichts vorwerfen, nur die guten Torchancen wurden zu leichtfertig vergeben.

Hummels, der nach der Einwechslung von Santana Benders Position vor der Abwehr übernommen hatte, machte in der 62. Minute endgültig alles klar. Einen strammen Schuss von Owomoyela, den Stephan noch abwehren konnte, köpfte der U21-Nationalspieler über Nürnbergs Keeper hinweg zum 4:0 ins Netz. Der Ersatzmann von Schäfer konnte einem fast schon leid tun. Trotz der vier Gegentreffer war er bester Nürnberger auf dem Platz und verhinderte aus Sicht der Franken noch Schlimmeres. So auch in der 73. Minute, als er in höchster Not gegen Zidan rettete. "Einer geht noch, einer geht noch rein", skandierten die BVB-Fans.

In der Schlussviertelstunde schalteten die Schwarzgelben nach einem phasenweise atemberaubenden Spiel verständlicherweise einen Gang zurück. Nürnberg wollte oder konnte nicht mehr zulegen. Auch in dieser Höhe ging der 4:0-Sieg am Ende vollkommen in Ordnung.

Quelle: www.bvb.de


28.11.

Dramatik, Hektik, Rot und Elfer:
BVB gewinnt beim "Team der Stunde"
 
Borussia Dortmund setzte die Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga mit einem dicken Ausrufezeichen fort! Am 14. Spieltag gewann der BVB bei der TSG Hoffenheim mit 2:1 (1:0). In einer am Ende turbulenten Partie vergab Barrios in den Schlusssekunden zwei Mal die Chance zur Entscheidung. Doch es reichte auch so: Nach Toren von Kuba und Sahin war der zweite Auswärtssieg der Saison perfekt!
 
Aus Sinsheim berichtet Boris Rupert

Vor 30.500 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena ging der BVB bereits in der zweiten Minute durch Kuba mit 1:0 in Führung. Auch nach dem Seitenwechsel fiel ein frühes Tor: Drei Minuten nach Wiederbeginn köpfte Ba zum 1:1 ein. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Zunächst verweigerte Schiedsrichter Kempter einem Treffer von Zidan unter skandalösen Umständen die Anerkennung (75.), kurz darauf gab es (als Konzession?) einen Elfmeter, den Sahin zum 1:2 verwandelte (79.). Maicosuel sah zwei Minuten später die Rote Karte.

Ausgangslage:
Der Vierte gegen den Neunten: Fünf Plätze und fünf Punkte trennten beide Klubs. In der "Formtabelle" der letzten fünf Spieltage war es indes das Duell "Zweiter gegen Dritter". Hoffenheim hatte sieben der letzten zehn Partien für sich entschieden, der BVB wiederum nur das erste der bisherigen sechs Auswärtsspiele verloren - aber bisher auch nur ein Gastspiel gewonnen (in Gladbach). Mit drei Siegen, zwei Remis und einer Niederlage (gegen Wolfsburg) ging die TSG als fünftbeste Heim-Elf ins Spiel.

Personalien:
"Ohne Personalsorgen gegen Dortmund", hieß es auf der Homepage des Gegners. Ganz anders die Situation beim BVB. Mit Valdez, der sich am Mittwoch im Training eine Muskelverhärtung im Oberschenkel zugezogen hatte, sowie den Langzeitverletzten Kehl, Hajnal und Dede fehlten vier Stammspieler. Auch Tinga war noch nicht mitgefahren. Darüber hinaus standen Rangelov, Le Tallec und Öztekin nicht zur Verfügung. Gegenüber dem 0:0 vor einer Woche gegen Mainz kehrten Tinga in den Kader und Bender in die Mannschaft zurück. Großkreutz spielte für den verletzten Valdez. Feulner und Santana mussten auf die Bank. Stiepermann stand erstmals bei einem Bundesliga-Spiel im Kader - genauso wie die Youngster Götze, Hornschuh und Koch.

Taktik:
Ob 4-3-3 oder 4-2-3-1 - die Übergänge sind fließend. Hoffenheims Tormaschinerie (22 Treffer in den letzten neun Partien) reklamiert die "holländische Ausrichtung" (drei Spitzen) für sich - beim BVB spricht man von einem 4-2-3-1. Klopp brachte alle verfügbaren Offensivkräfte: Barrios agierte in vorderster Front, aus dem offensiven Mittelfeld rückten Kuba (rechts), Zidan (zentral) und Großkreutz (links) nach. Hummels rückte zurück in die Innenverteidigung zu Subotic; Bender und Sahin bildeten die "Doppel-Sechs".

Spielverlauf & Analyse:
Der BVB, der in allen sechs voraus gegangenen Auswärtsspielen exakt einen Treffer erzielt hatte, erwischte einen traumhaften Auftakt in diese Partie: Sahin schaltete im Mittelfeld blitzschnell, spielte weiter zu Barrios, der mit der Hacke auf Kuba verlängerte und damit den Weg frei machte für den Polen, der aus halbrechter Position in den Strafraum eindrang, schaute, was Hildebrand machte, und dann cool am heraus stürzenden Hoffenheimer Torhüter vorbei zum 1:0 traf. Exakt 119 Sekunden waren zu diesem Zeitpunkt absolviert, und zum zehnten Mal in dieser Saison hieß es 1:0 für den BVB (bisher vier Siege).

Hoffenheim, das nach einem 0:1-Rückstand noch nie ein Bundesliga-Heimspiel gewonnen hatte, war in der Folge das dominante Team. Der BVB zog sich weit zurück, überließ dem Gegner damit weite Teile des Spielfelds, stand dabei aber auch sehr kompakt und ließ dem Gegner kaum Luft zum Atmen. Das ge- und befürchtete Kombinationsspiel der Kraichgauer kam kaum zum Tragen. Abgesehen von einem Flachschuss Bas, der aus spitzem Winkel am Tor vorbei strich (15.), und einem Kopfball des Hoffenheimer Angreifers, den Bender fünf Meter vor dem eigenen Gehäuse postiert blockte (38.), gab es kaum Aufregung in der Dortmunder Spielhälfte.

Dennoch war Jürgen Klopp mit der Spielweise seiner Mannschaft nicht einverstanden. Und das zeigte er schon früh. Zwei Mal beorderte er Zidan zur Seitenlinie und gab seinem "Zehner" Instruktionen. Denn die mit viel Aufwand in der Abwehr eroberten Bälle waren vom Mittelfeld zu schnell, zu einfach wieder abgegeben worden.

Erst nach einer halben Stunde spielte der BVB dann mit. Bender schickte Owomoyela, der setzte sich gegen zwei "Blaue" durch, doch sein auf Barrios gedachtes Zuspiel kam nicht an (28.). Zwei Minuten später setzte Kuba Zidan in Szene; Ballannahme mit rechts, schneller Abschluss mit links - doch diesem 17-Meter-Schuss fehlte etwas die Präzision.

Kurz vor der Pause machten die Borussen aus der bis dato schmeichelhaften eine durchaus verdiente Führung: Zunächst scheiterte Sahin knapp mit einem Freistoß

aus genau 16 Metern an dem in der Mauer hoch springenden Beck (44.), anschließend setzte sich der Türke sehenswert auf dem linken Flügel durch, Großkreutz kam im Fünfmeterraum zwar an den hüfthoch geschlagenen Ball, spitzelte ihn aber über das Tor (45.).

Hoffenheim kam mit zwei neuen Leuten aus der Kabine: Weis und Vorsah ersetzten Compper und Eichner. Sie wollten den frühen Ausgleich - und sie durften ihn auch bejubeln: Gustavo holte gegen Owomoyela die vierte Ecke in dieser Partie heraus, Eduardo schlug sie präzise nach innen, Ba setzte sich gegen Bender sowie Hummels durch und platzierte den Kopfball unhaltbar für Weidenfeller zum 1:1 im Netz (49.). Da halfen auch zwei an den Torpfosten postierte Dortmunder wenig.

Doch fast postwendend wäre dem BVB erneut der Führungstreffer gelungen: Barrios nahm den Ball mit dem Rücken zum Tor stehend an, drehte sich wie einst Gerd Müller um Vorsah, doch verfehlte das Ziel (52.). Kurz darauf war der Weg frei für Schmelzer, der aus 20 Metern drauf hielt und Hildebrand zu einer Parade zwang.

Richtig, dass die Borussen fortan dagegen hielten. Hoffenheims optisches Übergewicht der ersten Hälfte war fortan kaum noch zu erkennen. Mit Herz und Leidenschaft verteidigten sie das 1:1, und sie suchten entschlossen den Weg nach vorn und den Abschluss.

In der 75. Minute eilte Hildebrand nach einem langen Ball aus seinem Kasten, klärte 30 Meter vor dem Tor gegen Barrios, den Abpraller löffelte Zidan aus 45 Metern ins Tor. Doch bevor der Ball die Linie überschritt, unterbrach Schiedsrichter Kempter das Spiel, weil Ba in der Gäste-Hälfte auf dem Rasen lag. Der Treffer zählte nicht! Ba konnte aber problemlos weiterspielen.

Dann die 79. Minute: Nach einem Freistoß von Sahin kam es zu einem Zweikampf zwischen Simunic und Subotic. Kempter entschied auf Elfmeter. Sahin verwandelte sicher zum 1:2. Zwei Minuten später schlug der eingewechselte Maicosuel Weidenfeller nieder und sah die Rote Karte. Die Partie drohte aus den Fugen zu geraten.

Hoffenheim drängte auf den Ausgleich. Nachdem Eduardo das Außennetz getroffen hatte (65.), Owomoyela vor Beck geklärt hatte (80.) ging Bas Seitfallzieher haarscharf am Ziel vorbei (84.). 60 Sekunden später hatte Barrios die Entscheidung auf dem Fuß, doch er brachte sein Solo nicht an Hildebrand vorbei.

Drei Minuten Nachspielzeit! In der 91. Minute brachte Barrios auch seinen zweiten Alleingang nicht unter, scheiterte erneut an Hildebrand. Als Salihovic dann die letzte Chance (Freistoß aus 20 Metern, 93. Minute) nicht im Tor unterbrachte, war der Sieg der Tradition perfekt!!!

Quelle: www.bvb.de


21.11.
0:0 - Punkteteilung mit den Mainzern -
BVB lässt gute Chancen ungenutzt
 
Nach zwei Heimsiegen in Folge muss sich Borussia Dortmund am 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem Unentschieden begnügen. Der BVB trennte sich vom Aufsteiger FSV Mainz 05 mit 0:0 (0:0). Die Schwarzgelben waren in einem über weite Strecken zerfahrenen Spiel die aktivere Mannschaft und ließen einige gute Möglichkeiten ungenutzt.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

74.500 Zuschauer im SIGNAL IDUNA PARK sahen in der ersten Halbzeit kein gutes Bundesligaspiel, in dem Borussia Dortmund kurz vor dem Seitenwechsel aber zu mehreren guten Tormöglichkeiten kam und Pech hatte, dass Schiedsrichter Weiner ein Handspiel eines Mainzers im Strafraum nicht ahndete (45.). Auch im zweiten Durchgang war der BVB das aktivere Team, konnte aber wieder einige gute Chancen nicht verwerten.

Ausgangslage:
Vier Punkte trennten den Tabellen-Neunten Borussia Dortmund vor der Partie vom stark gestarteten Aufsteiger aus Mainz, der mit 21 Zählern Rang sechs bekleidete. In der "Formtabelle" der letzten fünf Spieltage rangierte der BVB allerdings mit elf Punkten auf dem zweiten, Mainz auf dem vierten Rang (zehn Zähler). Auswärts hatte der Aufsteiger bislang in Hannover (1:1), Bochum (3:2) und zuletzt in Wolfsburg gepunktet (3:3).

Personalien:
Während die 05er in den verletzten Wache, Borja und Kirchhoff, dem grippekranken van der Heyden sowie dem gesperrten Löw "nur" fünf Ausfälle zu beklagen hatten, musste Jürgen Klopp auf gleich acht (!) Spieler verzichten. Neben Kehl, Hajnal, Dede, Le Tallec, Tinga sowie Bender standen auch Rangelov (Mittelfußbruch) und Öztekin (Haarriss im Schienbein) nicht zur Verfügung. Kuba, Sahin und Owomoyela wurden dagegen rechtzeitig fit. Im Vergleich zum Spiel in Bremen rückten Schmelzer für Dede und Feulner für Zidan neu in Startelf. Der Ägypter war zusammen mit Ziegler einziger "erfahrener" Akteur auf der BVB-Bank: Neben Großkreutz komplettierten die Youngster Götze, Hornschuh und Koch den Kader.

BVB TV: Das komplette Spiel, Stimmen und Interviews auf "mein bvb.de"

Taktik:
Der BVB-Cheftrainer blieb auch im ersten Spiel gegen seinen Ex-Klub dem in den vergangenen Wochen so erfolgreichen 4-2-3-1-System treu. Startelf-Debütant Feulner übernahm in der offensiven Dreikette die zentrale Position hinter der einzigen Spitze Barrios. Die Gäste agierten in einem sehr variablen 4-1-4-1-System, in dem Bancé als einzige nominelle Spitze oft weit über Außen kam.

Spielverlauf & Analyse:
Vor dem Spiel gedachten Zuschauer, Schiedsrichter und beide Mannschaften in einer Schweigeminute des in der vergangenen Woche verstorbenen Nationaltorwarts Robert Enke.

Als der Ball rollte, war der BVB das aktivere Team und hatte einige ansehnliche Offensivaktionen, die jedoch noch zu unpräzise waren. Die Gäste aus Mainz standen kompakt und lauerten auf Kontermöglichkeiten, die in der ersten Phase des Spiels aber zu harmlos vorgetragen wurden, um die konzentrierte BVB-Defensive vor echte Probleme zu stellen.

Obwohl die 05er nach einer Viertelstunde etwas munterer wurden, blieben Torraumszenen Mangelware. Die Zuschauer sahen Mitte der ersten Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel, bei dem in den Offensivaktionen oft Schnelligkeit und Genauigkeit fehlten. Bezeichnenderweise resultierte die erste echte BVB-Chance aus einem Freistoß von Sahin nach 26 Minuten, den der Mainzer Keeper Müller jedoch sicher aus der Luft fischte. Zuvor hatte der BVB Pech gehabt, dass Schiedsrichter Weiner nicht auf Rückpass im Strafraum entschieden hatte, nachdem Heller eine Flanke von Schmelzer gestoppt und für Müller abgeschirmt hatte (19.). Mainz hatte seine größte Chance im ersten Durchgang durch Bancé, der nach einem Konter, pikanterweise durch eine versehentliche Ballberührung von Schiedsrichter Weiner eingeleitet, knapp am Dortmunder Tor vorbeischoss (31.).

Vor der Pause zogen die Borussen das Tempo an. Sofort hatte die Mainzer Defensive Probleme. Zunächst fand Kuba nach toller Balleroberung mit seinem Pass nur einen Mainzer Gegenspieler im Strafraum (38.), dann scheiterte Hummels per Volleyschuss an Müller (40.). Sekunden vor dem Halbzeitpfiff hätte es für den BVB Elfmeter geben können, vielleicht sogar müssen: Hummels zog im Strafraum ab, Noveski blockte den Ball im Fallen mit der Hand ins Seitenaus. Doch Schiedsrichter Weiner entschied auf Weiterspielen. Absicht oder nicht - der Ball wäre mit Sicherheit ins Tor gegangen.

Auch nach dem Seitenwechsel war der BVB die aktivere Mannschaft, tat sich jedoch weiterhin schwer, aus dem Spiel heraus zu Möglichkeiten zu gelangen. Gefährlich wurde es vor allem bei Standards. Hummels drückte eine Sahin-Ecke aus fünf Metern knapp über das Tor (55.), Subotic scheiterte mit seinem Kopfball an Soto, der das Leder vom Pfosten klärte (56.). Wenn Mainz mal in den Dortmunder Strafraum kam, wurde es zumeist brandgefährlich: Nach einem Pass von Bancé spitzelte Schürrle an Weidenfeller vorbei, jedoch war Schmelzer mitgelaufen und konnte den Ball noch weit vor der Linie stoppen (62.).

Der BVB packte nun die Brechstange aus: Sahin (66.), Subotic (68.) und der eingewechselte Zidan (71.) probierten es mit Distanzschüssen. Die zündenden Ideen fehlten. In der 72. Minute hatten die Schwarzgelben eine weitere hochkarätige Gelegenheit: Zidan verlängerte per Kopf auf Barrios, der im Strafraum aus kürzester Distanz am eingesprungenen Müller scheiterte - die Riesenmöglichkeit für den BVB.

Borussia mühte sich weiter redlich, doch beim finalen Pass fehlte zu oft die Genauigkeit. Wenn der BVB zum Abschluss kam, stand auch Fortuna nicht auf Seiten der Schwarzgelben. Erneut war es Barrios, dessen Schuss in aussichtsreicher Position im Strafraum abgeblockt wurde (85.). Eine Klasseaktion von Zidan holte der bärenstarke Müller in letzter Sekunde aus dem Winkel (90.).

Quelle: www.bvb.de


08.11.

1:1 - Barrios trifft zum fünften Mal in Folge:
BVB punktet bei den "unbesiegbaren" Bremern
 
Borussia Dortmund setzte die Erfolgsserie in der Fußball-Bundesliga mit einem Ausrufezeichen fort! Am zwölften Spieltag erreichte der BVB mit einem 1:1 (0:1)-Unentschieden bei Werder Bremen einen Achtungserfolg. Nach verhaltenem ersten Durchgang mit Özils überraschender Führung nahm die Partie nach dem Wechsel Fahrt auf, doch nur eines der beiden Barrios-Tore zählte.
 
Aus Bremen berichtet Boris Rupert

34.000 Zuschauer in der ausverkauften Baustelle Weserstadion sahen ein Spiel zwischen zwei zunächst weitgehend gleichwertigen Mannschaften, in der Werder nach gut einer halben Stunde durch den freistehenden Özil überraschend und aus Dortmunder Sicht unnötig in Führung ging. Barrios schlug in der 53. und 54. Minute gleich zwei Mal zu, doch das Unparteiischen-Gespann erkannte zu Unrecht nur einen dieser beiden Treffer an. Der BVB war in der zweiten Hälfte die deutlich stärkere Mannschaft, doch Wiese stoppte Valdez´ Alleingang und rettete Werder einen schmeichelhaften Punkt. Erstmals unter Jürgen Klopp blieb der BVB in fünf aufeinander folgenden Auswärtsspielen ungeschlagen.

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Ausgangslage:
Der Zweite gegen den Neunten: Sieben Plätze, aber nur sechs Punkte trennten die seit 18 Pflichtspielen in Liga, Pokal und Europacup unbesiegten Norddeutschen von den Westfalen, die abgesehen vom Pokal-Aus in Osnabrück auf einen "Goldenen Oktober" mit zehn von zwölf möglichen Punkten zurückblicken konnten. Der BVB hatte nur das erste der bisherigen fünf Auswärtsspiele verloren, aber bisher auch nur ein Gastspiel gewonnen (in Gladbach). Ähnlich Werders Heimbilanz: Lediglich das erste Spiel vor eigenem Publikum war verloren gegangen, es folgten drei Siege und ein Unentschieden (alle ohne Gegentor!) - Platz sechs in der Heimtabelle für Bremen.

Personalien:
Bremen musste mit Frings (Faserriss) und Pizarro (Fußprellung) zwei Top-Stars ersetzen. Borowski und Almeida konnten jedoch spielen. Mit Kehl, Hajnal, Tinga und Bender, der sich am Freitag im Training einen Faserriss zugezogen hatte, fehlte dem BVB ein komplettes Mittelfeld, so dass Klopp umstellen musste: Hummels rückte zu Sahin ins defensive Mittelfeld, dafür verteidigte Santana erstmals seit dem siebten Spieltag wieder an der Seite von Subotic. Öztekin aus der U23 und Hornschuh (Jugend) komplettierten den Kader.

Taktik:
Bei Werder rückte Hunt aus der Spitze zurück ins Mittelfeld und bekleidete die halblinke Position in der Raute, die abermals von Özil angeführt und diesmal zentral-defensiv von Bargfrede abgesichert wurde. Werders 4-4-2 stand aber primär nur auf dem Papier, zumindest in der Offensive, wo die Mannschaft äußerst flexibel aufspielte. Ständige Positionswechsel gehörten zum Programm. Borussia agierte da deutlich klarer aus einer 4-2-3-1-Grundordnung mit klarer Aufgabenverteilung.

Spielverlauf & Analyse:
Die nach Hamburg (27 Treffer) und Leverkusen (25) "torhungrigste" Offensive der Liga (22 Tore) hatte bereits nach 90 Sekunden die erste Chance auf dem Fuß; eingefädelt durch Özil, der nach Steilpass auf Marin und Kopfballablage von Almeida aus 13 Metern halbrechter Position zum Abschluss kam und Weidenfeller vor eine erste Bewährungsprobe stellte.

Beim BVB hatte Zeugwart Frank Gräfen mitgedacht: Der letzte Auswärtssieg in Bremen - fast auf den Tag genau vor drei Jahren - war in schwarzen Hemden und gelben Hosen geglückt. Genau in dieser Farbkombination liefen die Borussen auch heute auf und setzten ihrerseits kleinere Nadelstiche: Valdez schoss in der sechsten Minute aus halblinker Position nur knapp am Tor vorbei, kurz darauf bugsierte Barrios dessen Flanke auf den Fuß des einschussbereiten Kuba, doch Naldo konnte den Schuss noch zur Ecke abwehren (9.).

Werder war in der ersten Halbzeit optisch leicht überlegen - auch deshalb, weil sich die Schwarzgelben recht tief aufstellten, erst spät attackierten, nach Balleroberung zwar blitzschnell umschalteten, aber im Aufbau oft zu ungenau oder zu durchsichtig agierten. Ausnahme: Zidans schönes Anspiel auf Valdez, der diesmal über rechts in den Strafraum eindrang, jedoch von Boenisch gestellt wurde (30.).

Die Norddeutschen gingen zu einem Zeitpunkt in Führung, als niemand damit rechnete. Santana verlor ein Kopfballduell gegen Marin, Hunt konnte in der 36. Minute ungehindert vom rechten Flügel flanken, niemand hatte auf den über links nachgerückten Özil geachtet, der im Strafraum nur den Fuß hinhalten musste und die Kugel aus 15 Metern unhaltbar für Weidenfeller flach ins rechte Eck lenkte. Ein Rückstand in Bremen war aus Dortmunder Sicht fast gleichbedeutend mit einer Niederlage - nur in zwei von 41 gemeinsamen Bundesligajahren hatten die Schwarzgelben danach aus dem Weserstadion noch einen Punkt mitnehmen können.

Und doch hätte man mit einem 1:1 in die Pause gehen können: In der Nachspielzeit zwang Sahin Wiese mit einem Freistoß zu einer Glanzparade. Die anschließende Ecke köpfte Hummels knapp über das Tor.

Der Tabellenzweite spielte auch im zweiten Durchgang auf Sicherheit bedacht auf. Vom Bremer Hurra-Stil früherer Jahre war nichts zu sehen. Umso schwieriger schien es natürlich für die in Rückstand liegenden Borussen, eine Lücke in der disziplinierten Bremer Defensive zu finden. Weil sie nun aber Mut und Esprit in die Waagschale warfen, kamen sie zu Chancen: Kuba spielte Barrios frei, der drückte den Ball über die Linie, doch die Fahne des Assistenten war oben - zu Unrecht! Es lag keine Abseitsposition vor (53.).

60 Sekunden später blendete die Stadionregie zum zweiten Mal an diesem Abend den neuen Spielstand "1:1" ein - und diesmal blieben die großen Ziffern auch stehen. Wiese hatte Valdez´ Schuss nicht festhalten können, Barrios schneller geschaltet als Mertesacker und mit Wut im Bauch zum verdienten Ausgleich eingeschossen. Das fünfte Tor des Argentiniers in Serie! Damit hatte der BVB auch im sechsten Auswärtsspiel der Saison exakt einen Treffer erzielt.

Der BVB, nach dem 1:1 mit Feulner für Zidan, drängte nun auf den Führungstreffer. Subotic hatte ihn nach einer Ecke auf dem Fuß, doch ein Bremer konnte noch abblocken (68.). Bremen, im siebten Spiel innerhalb von drei Wochen, ließ deutlich nach, und die Borussen hielten das Tempo hoch. Mitte der zweiten Hälfte war Dortmund dem 2:1 deutlich näher als die Gastgeber, doch Valdez konnte Wiese bei einem Alleingang nicht überwinden (80.) - eine starke Tat des Bremer Keepers!

Quelle: www.bvb.de


30.10.

2:0 - BVB feiert verdienten Sieg gegen
Berlin - Sahin und Barrios treffen
 
Nach dem Pokal-Aus hat Borussia Dortmund die passende Reaktion gezeigt. Der BVB schlug am 11. Spieltag der Fußball-Bundesliga Hertha BSC Berlin mit 2:0 (0:0). Durch den Sieg stellte das Team von Jürgen Klopp den Kontakt zum oberen Tabellendrittel her und rückte mit nun 16 Punkten zumindest bis Samstag auf den neunten Rang vor.
 
Es berichtet Johannes Vorspohl

Vor 77.000 Zuschauern kam Borussia Dortmund in der ersten Halbzeit mit zunehmender Spieldauer besser ins Spiel, ließ aber einige gute Chancen ungenutzt. Per Foulelfmeter erzielte Sahin nach 60 Minuten das erlösende 1:0. Barrios sorgte mit seinem Treffer zum 2:0 in der Nachspielzeit für die endgültige Entscheidung (90. +2). Der Sieg des BVB war unterm Strich hochverdient.

Ausgangslage:
Der Tabellenzehnte traf auf den Achtzehnten. In der Liga hatte der BVB mit zwei Siegen gegen Gladbach und Bochum und einem Unentschieden bei Tabellenführer Leverkusen einen Aufwärtstrend erkennen lassen. Die Heimbilanz der Schwarzgelben war vor dem Duell mit Hertha BSVC ausgeglichen (zwei Siege, ein Remis, zwei Niederlagen). Das Team aus der Hauptstadt hatte auswärts bislang noch keinen Punkt holen können (fünf Niederlagen, 3:13 Tore). Zuletzt hatte das Ligaschlusslicht allerdings nach einem Remis im eigenen Stadion gegen Meister Wolfsburg neue Hoffnung geschöpft.

Personalien:
Neben Kehl, Hajnal und Le Tallec musste Borussia Dortmund auch auf die Dienste von Ziegler und Feulner verzichten, die wegen grippaler Infekte ausfielen. Besonders bitter für Neuzugang Feulner, da sich beim Abschlusstraining noch ein Einsatz angedeutet hatte. Im Vergleich zum Pokalspiel in Osnabrück rückte Bender für Tinga neu in die Startelf. Torwart Höttecke und Stürmer Ginczek aus der zweiten Mannschaft komplettierten den BVB-Kader. Bei Hertha BSC fehlten Kringe, Nicu, Ersatztorhüter Ochs, Gäng sowie Cicero.

Taktik:
Gegen Berlin trat der BVB in einem 4-4-2-System mit "Doppelsechs" an. Bender und Sahin agierten darin vor der Abwehr, Valdez und Kuba auf den Außenpositionen im Mittelfeld. Neben Barrios übernahm Zidan den Part des zweiten Stürmers, ließ sich aber oft weit zurück ins Mittelfeld fallen, um die Kreativabteilung zu unterstützen. Je nach Spielsituation waren die Übergänge zu einem 4-2-3-1 fließend. In jenem System agierten auch die Gäste aus Berlin, bei denen Ramos die einzige Spitze vor der offensiven Dreierkette Ebert, Raffael und Pisczek bildete.

Spielverlauf & Analyse:
Das Spiel begann mit einem Schock: Dede und Hummels prallten bei einer Abwehraktion mit den Köpfen zusammen. Dede blutete am Mund und konnte nach minutenlanger Behandlung zunächst weiterspielen. Doch nach 16 Minuten war für den Brasilianer Schluss. Unter Tränen musste er das Feld verlassen. Er hätte sein Team gerne länger unterstützt, aber der Zusammenprall war zu heftig gewesen. Schmelzer rückte für den Brasilianer in die Viererkette.

Auf dem Rasen war bei beiden Teams eine gewisse Verunsicherung zu spüren. Viele Fehlpässe störten in der Anfangsphase den Spielaufbau zweier Mannschaften, die sich gegenseitig neutralisierten. Die Zuschauer sahen kein gutes Spiel, in dem Torraumszenen fehlten. Die Gäste machten nach 12 Minuten durch einen Distanzschuss von Kacar aus rund 25 Metern auf sich aufmerksam, den Weidenfeller jedoch sicher aus der Luft fing. Die Schwarzgelben hatten in der 18. Minute ihre erste Torgelegenheit: Kuba flankte in den Strafraum, wo Barrios allerdings nicht über den Ball kam und über das Tor köpfte.

Rund 25 Minuten dauerte es, bis die Borussen sicherer am Ball und in ihren Aktionen wurden. Ein spielerisches Übergewicht machte sich schnell in Torchancen bemerkbar. Zwei tollen Sololäufen von Kuba (28.) und Zidan (33.) fehlte lediglich der krönende Abschluss. Bei einer Flanke von Owomoyela kam Drobny gerade noch vor Valdez an den Ball (35.).

Doch die größte Chance der ersten Halbzeit ergab sich in der 39. Minute nach einem ruhenden Ball: Einen Freistoß von Sahin köpfte Hummels knapp am Berliner Tor vorbei. Der BVB war nun das bessere Team und hatte das Spiel im Griff. Auch Barrios kam kurz vor der Pause noch zu einer Chance, scheiterte aus kurzer Distanz jedoch an Drobny.

Der zweite Durchgang begann, wie der erste geendet hatte. Borussia Dortmund war das aktivere Team und kam durch Valdez in der 47. Minute zu einer guten Möglichkeit. Doch der Paraguayer vergab, vielleicht wäre er besser noch ein, zwei Schritte mit dem Ball auf Drobny zugegangen. Hertha versuchte die Freiräume im Dortmunder Spiel für Gegenstöße zu nutzen. Kollektives Aufatmen im SIGNAL IDUNA PARK, als Kacar das Leder nach einem Fehler in der BVB-Defensive aus kurzer Distanz über das Tor knallte.

Über Standards gelang es dem BVB schließlich, die Berliner (Abwehr-)Mauer zu knacken: Kacar klammerte Owomoyela nach einer Ecke im Strafraum, der Dortmunder Verteidiger ging zu Boden. Schiedsrichter Dr. Brych deutete sofort auf den Elfmeterpunkt. Die Berliner beschwerten sich vehement, doch der Referee lag mit seiner Entscheidung goldrichtig, wie die TV-Bilder belegten. Diese Chance ließ sich der BVB nicht nehmen. Sahin schritt vor der Gelben Wand zum Elfmeterpunkt und verwandelte eiskalt in die rechte Ecke. 1:0 - die verdiente Führung für den BVB durch Sahins zweites Saisontor (60.).

Das Tor gab den Borussen noch mehr Sicherheit in den Aktionen. Sie erspielten sich weitere Chancen, nur im Abschluss fehlte das letzte Quäntchen Glück. Einen Schuss von Kuba lenkte Drobny zur Ecke (76.), einen Volleyschuss von Valdez aus der Nahdistanz blockte Stein gerade noch zur Ecke ab (78.). Den Kopfball des eingewechselten Rangelov nach der anschließenden Ecke hielt Drobny sicher fest. Das Glück hatte der BVB allerdings vier Minuten zuvor im eigenen Strafraum auf seiner Seite gehabt, als von Bergen eine Flanke von Lustenberger gegen den Pfosten abgeschlossen hatte.

In der Nachspielzeit sorgte Barrios für die endgültige Entscheidung. Einen Einwurf in den Strafraum schloss der Argentinier mit einem wuchtigen Schuss zum 2:0 ab - sein fünftes Pflichtspieltor in Folge (90.+2). Der Sieg für den BVB war absolut verdient.

Quelle: www.bvb.de


15.08. 1:4 - BVB lässt sich vom HSV überrollen
 
Eine Woche nach dem 1:0-Auftaktsieg gegen den 1. FC Köln musste Borussia Dortmund im ersten Auswärtsspiel der Saison 2009/2010 einen herben Dämpfer hinnehmen und unterlag beim Hamburger SV mit 1:4 (1:3). Valdez hatte den früheren Rückstand noch egalisieren können, doch schon nach elf Minuten stand es 3:1 für Hamburg.
 
Aus Hamburg berichtet Bastian Bergmann

Ausgangslage
Mit dem Hamburger SV und Borussia Dortmund trafen das nach Punkten zweitbeste Heimteam der Vorsaison auf die zweitbeste Auswärtsmannschaft. Beim Gastspiel an der Elbe kassierte der BVB mit 1:2 eine der nur insgesamt fünf Niederlagen, die Trainer Jürgen Klopp heute noch als "völlig unnötig" bezeichnet. Nachdem die Borussia zwischen 1997 und 2007 in Hamburg kein einziges Spiel verlor, gingen die drei letzten Partien im Norden jeweils an die Gastgeber aus der Hansestadt. Zum Auftakt dieser Spielzeit fuhr der BVB zu Hause gegen Köln drei Zähler ein, während der HSV sich beim Aufsteiger aus Freiburg mit einem 1:1 begnügen musste.

Personalien
Die Borussia begann personell unverändert im Vergleich zur Begegnung gegen Köln in der Vorwoche. Schmelzer erhielt somit auf der linken Abwehrseite den Vorzug vorm einsatzbereiten Dede, der zunächst auf der Bank blieb. Verletzungsbedingt nicht im Kader stand einzig Kapitän Kehl (Muskelfaserriss). Für ihn lief Torwart Weidenfeller erneut als Spielführer auf.

Taktik
Eine taktische Änderung nahm Klopp gegenüber dem Köln-Spiel vor. Sahin begann auf der halblinken Seite im 4-4-2-System mit der gewohnten Raute im Mittelfeld. Dafür rutschte Tinga zurück auf die "Sechs" vor der Abwehr. Santana und Subotic in der BVB-Innenverteidigung sollten das gefährliche Sturmduo um Guerrero und den Ex-Borussen Petric bewachen. Schmelzer und Sahin auf links sowie Owomoyela und Kuba auf rechts waren defensiv beschäftigt und setzten in Halbzeit eins kaum Akzente im Spiel nach vorn. Jarolim und Zé Roberto auf Hamburgs Doppelsechs kümmerten sich nicht nur um Hajnal, sondern trieben das Spiel der Hanseaten mit Vehemenz an.

Im zweiten Durchgang stellte der BVB auf ein 4-3-3 um: Hummels ersetzte Hajnal, übernahm Tingas Position vor der Abwehr, Tinga rückte zu Sahin auf die zweite Halbposition; Kuba, Barrios und Valdez bildeten den Drei-Mann-Angriff.

Spielverlauf & Analyse
Der Auftakt des zweiten Bundesligaspieltages hätte packender nicht sein können. Hamburg legte los wie die Feuerwehr. Gute 130 Sekunden waren erst gespielt, da zwang Boateng mit einer Direktabnahme nach einer Aogo-Ecke Weidenfeller im

BVB-Tor zu einer ersten Klasseparade. Der anschließende Eckball segelte an Weidenfellers Fäusten vorbei, an den Oberschenkel von Owomoyela und von dort Richtung Torlinie. Demel gab dem Ball wohl noch den letzten Schubs über die Linie - 1:0 für den HSV.

Das war noch längst nicht alles. Der Hamburger Stadionsprecher Lotto King Karl hatte nicht einmal den Torschützen angesagt, da zappelte das Leder schon im anderen Kasten. Lange Flanke Sahin, Kuba gewann im Strafraum ein Kopfballduell gegen Aogo, was als Bogenlampe bei Valdez landete, der im Fünfmeterraum unbedrängt über den verdutzten Hamburger Schlussmann Rost ins Tor köpfte. Es waren genau 62 Sekunden nach dem Hamburger Führungstreffer vergangen und schon war der Jubel der Gastgeber wieder verstummt und die rund 9.000 mitgereisten Anhänger der Schwarz-Gelben waren wieder obenauf.

Leider nur für sechs Minuten. Dann kehrte wieder hanseatische Glückseligkeit ein in der HSH Nordbank Arena. Hamburg machte Drück und ließ Angriffswelle um Angriffswelle Richtung Weidenfeller rollen, weil das Mittelfeld der Borussia kein Mittel fand, dies zu unterbinden, und die Hamburger Angriffe so ungebremst auf eine löchrige Gästeabwehr trafen. Die logische Konsequenz war die neuerliche Führung des HSV, gleichwohl diese aus BVB-Sicht unglücklich zu Stande kam. Bei Santanas Klärungsversuch wurde der Brasilianer von Jarolim gefoult und gewährte so Zé Roberte freie Bahn, der zunächst nur den Pfosten traf, dann aber seinen eigenen Abpraller verwertete.

Doch aus Dortmunder Sicht kam es noch schlimmer. Elia bat Owomoyela, Kuba und Subotic zum Tanz, passte in die Mitte, Guerrero sagte Danke - 3:1 für Hamburg (12.). Dabei hätte es nach 20 Minuten auch gut und gerne 5:1 stehen können, da Boateng einmal per Kopf knapp verpasste und Weidenfeller seinen Aufsetzer parierte.

Und Borussia Dortmund? Hajnal verzog aus 20 Metern knapp am linken Pfosten vorbei. Sahin schloss einen schönen Konter, eingeleitet durch sein Solo, eine Viertelstunde später aus gut 20 Metern ab und zwang HSV-Keeper Rost zu einer schönen Parade (30.). Dazwischen und auch im Anschluss fand der BVB offensiv zu selten statt, kam nicht in die Zweikämpfe und ließ die Hamburger weiter

gewähren. Wie ein Messer durch ziemlich warme Butter glitten die Hamburger Angriffe in der ersten Halbzeit. Der BVB wusste in keinem Mannschaftsteil zu überzeugen.

Kein Wunder also, dass BVB-Trainer Jürgen Klopp umstellte und zudem die taktische Grundformation änderte. Hummels sollte fortan auf der "Sechs" das Mittelfeld ordnen und dem Dortmunder Spiel die dringend benötigte Stabilität verleihen. Kuba rückte weiter nach vorn in den Sturm - mit der erhofften Wirkung. Zwar hatte Hamburg durch Trochowski die erste Gelegenheit, als er über Weidenfellers Kasten zielte. Den Torschrei auf den Lippen und kurz darauf die Hände am Kopf zum Haareraufen hatte dann aber der Anhang des BVB. Feiner Heber von Kuba auf den zweiten Pfosten, wo Santana mit einem Flugkopfball angerauscht kam und Hamburgs Schlussmann anköpfte. Das hätte der Anschlusstreffer sein müssen (54.).

Hamburg setzte im Gegenzug ein weiteres Ausrufezeichen, als Elia sich gegen Schmelzer behauptete und im Fallen noch den Querbalken traf. Dann jedoch wieder zweimal die Borussia, die in der Viertelstunde nach Wiederanpfiff ihre bislang stärkste Phase hatte. Flanke Schmelzer, doch Kubas Volleyschuss am langen Pfosten wurde im letzten Moment von Boateng abgeblockt. Damit war das offensive Strohfeuer des BVB schon wieder beendet.

Fortan hatte Hamburg das Geschehen wieder im Griff, ohne dabei jedoch an die Schmerzgrenze gehen zu müssen. Das vierte Hamburger Tor lag nach einer Chance von Petric deutlich stärker in der Luft als ein weiteres Aufbäumen der Borussia. Als Zé Roberto dann vom linken Strafraumeck abzog und Weidenfeller mit einer Hand nur abprallen lassen konnte, war es passiert. Der eingewechselte Marcus Berg staubte ab - das 4:1 war die endgültige Entscheidung. Zwar traf Rangelov noch zum 2:4 nach einem Konter über Sahin und Kuba. Doch als die BVB-Spieler sich bereits wieder zum Anstoß versammelt hatten, nahm Schiedsrichter Kempter wegen Abseits das Tor wieder zurück - es passte irgendwie ins Bild eines rabenschwarzen Nachmittags bei Borussia Dortmund.

Quelle: www.bvb.de